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Aveleen Avides interviewt auf ihrem Blog Autoren/Schriftsteller und berichtet über Buchevents, Buchmessen, Corine-Preisverleiungen, Lesungen und BookloverConferenzen.

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    Andreas Döhring ist IT-Spezialist und Autor und ich stelle heute sein Buch „Porno – von teuren Klicks und schnellem Sex“ vor, das im Tredition-Verlagerschienen ist. Und hier geht es zur Webseite von Andreas Döhring.

    Foto-Andreas Döhring

    Foto: © Andreas Döhring


    In „Porno – Von teuren Klicks und schnellem Sex“ geht es lt. Tredition-Verlag um:
    ... Andreas Döhring ist ein Insider der Erotikbranche, der das Online-Porno-Business seit Mitte der 90er Jahre entscheidend mitgeprägt hat. Mit diesem außergewöhnlichen Buch gewährt der Autor Einblick in einen sonst von der Öffentlichkeit abgeschotteten Bereich, welcher unsere Sexualität und unseren Alltag stark beeinflusst.

Sie als Leser erfahren von kuriosen Telefonsex-Fetischen, mafiösen Strukturen und dem Untergang der Offline-Erotik. In dem Buch kommen die großen Köpfe der Branche wie Camgirls und Pornoproduzenten genauso zu Wort wie besorgte Schwiegermütter und Jugendschützer ...

    Cover Porno

    Andreas Döhring habe ich auch schon für meinen Internetblog interviewt.

    Hier lese ich aus Andreas Döhrings Buch „Porno – Von teuren Klicks und schnellem Sex“

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    Heute gibt es 1 Buch „Porno – von teuren Klicks und schnellem Sex“ zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 3. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Porno – von teuren Klicks und schnellem Sex“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt. Eine Gewinnerfrage gibt es bei meiner Weihnachtsaktion nicht.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

    Ein großes Dankeschön an den Tredition-Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat.

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    Ich habe für die Firma Valisère zu ihren 5 Herbst-/Winter-Dessous-Kollektionen je eine erotische Kurzgeeschichte in je 2 Versionen geschrieben. Je eine Version ist sinnlich, je eine Version ist mit sexuellen Szenen.

    Und meine Geschichten gilbt es kostenlos!

    Für den Desktop und für das iPad.

    http://www.valisere.com/

    Unter Valisere/E-Book findet ihr beide Downloads.

    Trailer: http://m.youtube.com/watch?v=hMBdFiENhx8&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DhMBdFiENhx8

    Video meiner Lesung zur Geschichte "Sündhaft gut"
    http://www.aveleen-avide.com/valisère-projekt/

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

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    George Tenner ist Autor und ich stelle sein Buch „Schatten über der Insel“ vor, das im Schardt-Verlagerschienen ist. Und hier geht es zur Webseite von George Tenner.

    Foto George Tenner

    Foto: © George Tenner


    In „Schatten über der Insel“ geht es lt. Schardt-Verlag um:
    Im Sommer 2005 beschäftigt eine Serie von Brandanschlägen auf Usedom die Polizei. Was zunächst nach Vandalismus und Sachbeschädigung aussieht, erweist sich als weitaus komplexerer Fall. Hauptkommissar Lasse Larsson und sein Team werden bei ihren Ermittlungen auf eine Reihe von Vermisstenmeldungen aufmerksam, die in unmittelbarem Zusammenhang zu den Bränden stehen könnten. Einige Schülerinnen im Teenageralter verschwanden in kurzen Abständen. Ein Zufall? Haben es die Ermittler nicht nur mit einem Brandstifter, sondern vielmehr mit einem Serienmörder zu tun? Mit dem Fund einer ersten Leiche stößt Lasse Larsson auf ein Netz aus Lügen, Angst und Schweigen ...

    Cover Schatten Insel

    George Tenner habe ich auch schon für meinen Internetblog interviewt.

    Hier lese ich aus George Tenners Buch „Schatten über der Insel“:

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    Heute gibt es 1 Buch „Schatten über der Insel“ zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 3. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Schatten über der Insel“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt. Eine Gewinnerfrage gibt es bei meiner Weihnachtsaktion nicht.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

    Ein großes Dankeschön an den Schardt-Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat.

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    Ich habe für die Firma Valisère zu ihren 5 Herbst-/Winter-Dessous-Kollektionen je eine erotische Kurzgeeschichte in je 2 Versionen geschrieben. Je eine Version ist sinnlich, je eine Version ist mit sexuellen Szenen.

    Und meine Geschichten gilbt es kostenlos!

    Für den Desktop und für das iPad.

    http://www.valisere.com/

    Unter Valisere/E-Book findet ihr beide Downloads.

    Trailer: http://m.youtube.com/watch?v=hMBdFiENhx8&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DhMBdFiENhx8

    Video meiner Lesung zur Geschichte "Sündhaft gut"
    http://www.aveleen-avide.com/valisère-projekt/

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

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    Oliver Buslau ist Autor und ich stelle sein Buch „Die Orpheus Prophezeiung“ vor, das im Goldmann-Verlagerschienen ist. Und hier geht es zur Webseite von Oliver Buslau.
    . Er ist auch Chefredakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift „TextArt - Magazin für Kreatives Schreiben“.

    Foto Oliver Buslau Copyright Felix Mayr 1

    Foto: © Felix Mayr


    In „Die Orpheus Prophezeiung“ geht es lt. Goldmann-Verlag um:
    Als die gefeierte Stargeigerin Mara Thorn mitten im Konzert vom Tod ihres Managers erfährt, gerät ihre Welt ins Wanken. Was wollte ihr John S. Gritti vor seinem Unfall mitteilen? Hat sein Tod etwas mit der geheimnisvollen schwarzen Violine zu tun, die Mara vor Jahren von einem Unbekannten geschenkt bekam? In dem jungen Wiener Antiquar Jakob Lechner glaubt sie einen Verbündeten zu finden. Doch schon bald weiß sie nicht mehr, wer wirklich auf ihrer Seite steht. Mara sieht sich im Fadenkreuz einer mysteriösen „Orphischen Gesellschaft“, deren Wurzeln weit in die Vergangenheit zurückreichen …

    Buslau_Orpheus_U1.indd

    Facebook-Seite von Oliver Buslau

    Hier lese ich aus Oliver Buslaus Buch „Die Orpheus Prophezeiung“:

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    Heute gibt es 1 Buch „Die Orpheus Prophezeiung“ zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 3. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Die Orpheus Prophezeiung“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt. Eine Gewinnerfrage gibt es bei meiner Weihnachtsaktion nicht.
    Ich komme erst am Wochenende dazu, die Gewinner in die entsprechenden Buchgewinne einzutragen. Bis dahin lasst euch überraschen, bei wem das jeweilige Buch im Briefkasten liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

    Ein großes Dankeschön an den Goldmann-Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat.

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    Ich habe für die Firma Valisère zu ihren 5 Herbst-/Winter-Dessous-Kollektionen je eine erotische Kurzgeeschichte in je 2 Versionen geschrieben. Je eine Version ist sinnlich, je eine Version ist mit sexuellen Szenen.

    Und meine Geschichten gilbt es kostenlos!

    Für den Desktop und für das iPad.

    http://www.valisere.com/

    Unter Valisere/E-Book findet ihr beide Downloads.

    Trailer: http://m.youtube.com/watch?v=hMBdFiENhx8&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DhMBdFiENhx8

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    Kat Marcuse ist Autorin und ich stelle ihr Buch „Lynettes Erwachen“ vor, das im Plaisir d'Amour Verlag-Verlagerschienen ist. Und hier geht es zur Webseite vonKat Marcuse.

    Foto Kat Marcuse

    Foto: ©Kat Marcuse


    In „Lynettes Erwachen“ geht es lt. Goldmann-Verlag um:
    Lynette ist Rechtsanwältin, ehrgeizig und unnahbar. Die Trennung ihrer Eltern und der offenkundige Hass ihrer Mutter ihr gegenüber haben sie traumatisiert. Liebe und Zärtlichkeit haben in ihrem Leben keinen Platz.
    Da tritt der attraktive und äußerst hartnäckige Geschäftsmann Elias Drake in ihr Leben. Lynettes steinerne Fassade bekommt Risse und bricht zusammen.
    Elias entführt sie in eine Welt der Leidenschaft und Dominanz. Berauscht entdeckt Lynette Seiten in sich, die sie nie für möglich gehalten hätte. Doch ihre Vergangenheit schleicht sich immer wieder in ihr Bewusstsein und verhindert Lynettes totale Hingabe ...

    Cover Lynettes Erwachen

    Hier lese ich aus Kat Marcuses Buch „Lynettes Erwachen“:

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    Heute gibt es 1 Buch „Lynettes Erwachen“ zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 4. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Lynettes Erwachen“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt. Eine Gewinnerfrage gibt es bei meiner Weihnachtsaktion nicht.
    Ich komme erst am Wochenende dazu, die Gewinner in die entsprechenden Buchgewinne einzutragen. Bis dahin lasst euch überraschen, bei wem das jeweilige Buch im Briefkasten liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

    Ein großes Dankeschön an den Plaisir d'Amour Verlag-Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat.

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    Ich habe für die Firma Valisère zu ihren 5 Herbst-/Winter-Dessous-Kollektionen je eine erotische Kurzgeeschichte in je 2 Versionen geschrieben. Je eine Version ist sinnlich, je eine Version ist mit sexuellen Szenen.

    Und meine Geschichten gilbt es kostenlos!

    Für den Desktop und für das iPad.

    http://www.valisere.com/

    Unter Valisere/E-Book findet ihr beide Downloads.

    Trailer: http://m.youtube.com/watch?v=hMBdFiENhx8&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DhMBdFiENhx8

    Video meiner Lesung zur Geschichte "Sündhaft gut"
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    Anja Marschall ist Autorin und ich stelle ihr Buch „Das Erbe von Tanston Hall“ vor, das im Goldfinch-Verlagerschienen ist. Und hier geht es zur Webseite von Anja Marschall.

    Foto Anja Marschall

    Foto: ©Anja Marschall

    Cover Tanston Hall


    In „Das Erbe von Tanston Hall“ geht es lt. Goldmann-Verlag um:
    Vor drei Jahren verschwand Kates Bruder spurlos. Gerade als sie glaubt, mit dem Verlust leben zu können, erhält sie einen anonymen Anruf. Ihr Bruder soll in einem kleinen Dorf in Cornwall gesehen worden sein und in großen Schwierigkeiten stecken.
    Kate bricht sofort auf – doch im idyllischen Cawsand erwarten sie perfide Intrigen und ein tödliches Familiengeheimnis ...

    Hier lese ich aus Anja Marschalls Buch „Das Erbe von Tanston Hall“:

    Anja Marschall habe ich auch schon für meinen Internetblog interviewt

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    Heute gibt es 1 Buch „Das Erbe von Tanston Hall“ zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 2. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Das Erbe von Tanston Hall“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt. Eine Gewinnerfrage gibt es bei meiner Weihnachtsaktion nicht.
    Ich komme erst am Wochenende dazu, die Gewinner in die entsprechenden Buchgewinne einzutragen. Bis dahin lasst euch überraschen, bei wem das jeweilige Buch im Briefkasten liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

    Ein großes Dankeschön an den Goldfinch-Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat.

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    Ich habe für die Firma Valisère zu ihren 5 Herbst-/Winter-Dessous-Kollektionen je eine erotische Kurzgeeschichte in je 2 Versionen geschrieben. Je eine Version ist sinnlich, je eine Version ist mit sexuellen Szenen.

    Und meine Geschichten gilbt es kostenlos!

    Für den Desktop und für das iPad.

    http://www.valisere.com/

    Unter Valisere/E-Book findet ihr beide Downloads.

    Trailer: http://m.youtube.com/watch?v=hMBdFiENhx8&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DhMBdFiENhx8

    Video meiner Lesung zur Geschichte "Sündhaft gut"
    http://www.aveleen-avide.com/valisère-projekt/

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

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  • 12/20/13--10:46: Interview mit Alana Falk
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Alana Falks Herz schlägt für die Berge, aber vor allem London und Neuseeland haben es ihr ebenfalls angetan. Letzteres, weil sie dann auch ihren Mann 4 Wochen am Stück allein für sich hat.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Die blutroten Schuhe“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Alana Falk

    Foto: Alana Falk

    Alana Falk ist Autorin und Übersetzerin.

    Alana Falk wurde 1980 geboren und sie ist verheiratet. Du lebst in der Nähe von München. Magst du es näher eingrenzen?

    ALANA FALK:
    Ich bin in München aufgewachsen und wohne dort auch immer noch. Dauerhaft woanders zu leben, kann ich mir nicht vorstellen. Für ein paar Jahre würde ich fast überall hingehen, aber ich glaube, es würde mich immer nach München zurückziehen.

    AVELEEN AVIDE:
    Du übersetzt Romane aus dem Amerikanischen. Für einen bestimmten Verlag oder frei?

    ALANA FALK:
    Ich übersetze freiberuflich für verschiedene Auftraggeber Romane, Novellen und Kurzgeschichten. Dabei handelt es sich um Romance aller Art. Historische Liebesromane, Contemporary Romance und auch Dystopien.

    AVELEEN AVIDE:
    Was war für dich dein bisher spannendstes Übersetzungsprojekt und warum?

    ALANA FALK:
    Wahrscheinlich mein allererstes Projekt. Da war alles noch sehr neu, ich musste mich einarbeiten und natürlich habe ich mir große Sorgen gemacht, wie das Ergebnis ausfällt, weil ich selbst als Leser Übersetzungen sehr kritisch gegenüber stehe. Ich hatte gleich zu Anfang eine Autorin, die sehr schwer zu übersetzen ist, was natürlich noch zu meiner Nervosität beigetragen hat. Es lief dann aber recht gut und ich habe an diesem Buch sehr viel gelernt und lerne immer noch. Das ist ein Aspekt, der sowohl am Übersetzen als auch am Schreiben wirklich viel Spaß macht. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken und neue Techniken auszuprobieren.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    ALANA FALK:
    Abgesehen vom Schreiben, dem ich fast meine ganze Zeit widme, liebe ich Bücher, TV-Serien wie „How I met your mother“ und Kinofilme. Ab und zu setze ich mich auch mal ans Klavier.
    Mein Herz schlägt für die Berge und ich gehe sehr gerne wandern und skifahren. Ab und zu gehen ich mit meinem Mann tanzen. Früher haben wir Turniertanz gemacht, ich hoffe, wir können damit irgendwann wieder anfangen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig?

    ALANA FALK:
    Am liebsten sind mir Orte, an denen man sich erholen und trotzdem viel Neues entdecken kann. Kroatien ist wunderschön, da fahren wir sehr oft hin, aber auch Österreich gefällt mir sehr gut. Ich liebe Städte mit Flair, besonders London hat es mir angetan. Der durchschnittliche Jahresurlaub ist bei uns meist eine Mischung aus Strand und Sightseeing. Für mich könnte der Strand allerdings auch weitestgehend wegfallen. Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich wahrscheinlich jedes Jahr nach Neuseeland fahren. Das war für mich der perfekte Urlaub. Wandern in atemberaubend schöner Umgebung und meinen Mann vier Wochen lang für mich alleine haben.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    ALANA FALK:
    Zur Zeit lese ich „Never too far“ von Abbi Glines. (Deutsch: Rush of Love – Erlöst) Besonders gerne mag ich Bücher, die starke Gefühle in mir wecken, und Geschichten, die richtig weh tun. Auch dabei bevorzuge ich Romance aus allen Genres. Young Adult, New Adult, Historische Liebesromane, Paranormal Romance, Erotik mit schöner Liebesgeschichte. Aber auch Jugendbücher, Dystopien und Familiensagas lese ich sehr gerne.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    ALANA FALK:
    Meine größte Leidenschaft. Die erste Beschäftigung in meinem Leben, die mich jetzt seit Jahren fesselt und trotzdem nicht langweilt. Anfangs hatte ich etwas Sorge, dass mir irgendwann die Ideen ausgehen, aber es kommen immer wieder neue nach. Manchmal zu viele auf einmal. Und es macht so viel Spaß, sie zu entwickeln, die Figuren kennenzulernen, die Geschichte zu planen, bis alles passt. Das Schreiben selbst ist für mich oft eine Art Rauschzustand, der mich vollkommen vereinnahmt. Da bin ich dann immer sehr dankbar, dass mein Mann so viel Verständnis hat und es mir nicht übel nimmt, wenn ich mich eine Weile aus der Realität zurückziehe.

    Cover Die blutroten Schuhe

    ALANA FALK: In „Die blutroten Schuhe“ geht es lt. Machandel-Verlag um:
    Ballett ist ihr Leben.
    Zielstrebig arbeitet die junge Tänzerin Kati daran, sich zur Primaballerina zu vervollkommnen. Dafür trägt sie die blutroten Ballettschuhe, die ihr auf fast magische Weise zu helfen scheinen, das Beste aus sich herauszuholen. Dafür schindet sie sich, dafür verausgabt sie sich, dafür gibt sie vieles andere in ihrem Leben auf.
    Doch wenn dein Traum dir jedes Opfer wert ist, wenn du dafür sogar deine Seele hingeben würdest, wer schützt dich dann vor dir selbst?
    Zum Glück gibt es den charmanten Pianisten Cristan, der Kati versteht und sie unterstützt.
    Was sie allerdings nicht weiß: Cristan arbeitet für den Teufel!

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Die blutroten Schuhe

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Die blutroten Schuhe“?

    ALANA FALK:
    Der Machandel Verlag hat damals eine Ausschreibung veröffentlicht, in denen Märchen von H.C. Andersen adaptiert werden sollten. Ich hatte sofort das Märchen „Die roten Schuhe“ im Kopf, weil es eines meiner Lieblingsmärchen von Andersen ist. Da es schon immer mein Traum war, mal einen Roman über eine Balletttänzerin zu schreiben, war das natürlich die perfekte Gelegenheit. Die meisten Ballettromane sind für Kinder gedacht, ich wollte aber etwas schreiben, das sich an ältere Leser richtet und natürlich auch eine Liebesgeschichte beinhaltet. Ohne geht’s bei mir einfach nicht.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Die blutroten Schuhe“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    ALANA FALK:
    Die Recherche hat unheimlich Spaß gemacht. Zum Glück, denn sie war ziemlich langwierig und aufwendig. Tagelang habe ich die Herstellung und den Aufbau von Spitzenschuhen recherchiert und auch, wie man das richtige Modell für eine bestimmte Art von Fuß findet. Ich habe mich in Ballettforen herumgetrieben und natürlich bei Youtube, wo ich wahrscheinlich so ziemlich jede verfügbare Dokumentation über Ballett angeschaut habe. Außerdem habe ich mich mit Tanzmedizin beschäftigt und Ballettaufführungen auf DVD angeschaut. Überrascht wurde ich dabei von einer neuen Idee für einen weiteren Roman. Der ist auch schon geschrieben und liegt mir sehr am Herzen, ich hoffe, dass ich irgendwann einen Verlag dafür finde.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Die blutroten Schuhe“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Die blutroten Schuhe“ geben?

    ALANA FALK:
    Alle meine Geschichten sind stark charakterbasiert, das bedeutet, dass ich auch meist mit einer Figur einsteige. Oft mit dem vorherrschenden Konflikt dieser Figur, der mich dann zum Rest der Geschichte inspiriert. In diesem Fall haben aber natürlich auch die roten Schuhe eine Rolle gespielt. Ich habe mich gefragt, was eine Tänzerin dazu bringen könnte, beinahe alles für ein paar rote Spitzenschuhe zu opfern. Daraus ergab sich dann Cristans Figur.

    Da es um Musik geht und auch ein Theater eine Rolle spielt, war natürlich der Gedanke an das Phantom der Oper nicht weit. Eine literarische Figur, die mich schon immer inspiriert und fasziniert hat. Besonders die Frage: Was müsste passieren, damit Christine sich für das Phantom entscheidet? Ich habe also anfangs versucht, eine ähnliche Beziehung zwischen Cristan und Kati aufzubauen. Im Verlauf des Plottens musste ich davon abrücken, aber an einigen Stellen sind kleine Anspielungen geblieben und es gibt eine Szene, die noch sehr an diese Anfänge erinnert.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    ALANA FALK:
    Ich schreibe auschließlich in Szenen, ich mag es, wenn man direkt in der Handlung drin ist. Beschreibungen halte ich so sparsam wie möglich. Auch wenn ich selbst lese, mag ich es, wenn möglichst viel der Fantasie überlassen bleibt. Daher versuche ich nur, dem Leser ein paar Eckpunkte zu geben, anhand derer er hoffentlich die Szene vor sich sieht und in die richtige Stimmung eintaucht.
    Am liebsten schreibe ich emotionale Szenen, die ans Herz gehen. Dabei leide ich oft sehr mit meinen Figuren und vergieße gelegentlich auch eine Träne auf die Tastatur. Dialoge fallen mir ziemlich leicht, besonder schwer sind Kampfszenen für mich. Zum Glück brauche ich die in meinen Genres nur selten.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    ALANA FALK:
    Ich mache mir Listen, in denen ich festhalte, wo ich einen Teaser gelegt oder etwas angedeutet habe, und ob ich das bereits aufgelöst habe. Da ich sehr akribisch vorausplane, schreibe ich mir meistens schon beim Plotten auf, wo ich eine Auflösung oder eine Erklärung einflechten muss. So hoffe ich, dass mir nichts durchrutscht.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonisten, die Tänzerin Kati heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    ALANA FALK:
    Für Kati hab es zu Anfang zwei Eckpunkte. Die Tatsache, dass sie Tänzerin ist und dass sie die roten Schuhe nicht mehr ausziehen will. Die Frage war dann natürlich, warum will sie die Schuhe nicht ablegen? Und was führt am Ende dazu, dass sie es gar nicht mehr kann? Helfen ihr die Schuhe vielleicht, ihre Ziele zu erreichen? Das würde natürlich bedeuten, dass sie unglaublich ehrgeizig sein muss. Noch mehr, als es jede Balletttänzerin ohnehin ist, die es in ein festes Engagement schafft. Dieser unglaubliche Ehrgeiz, diese Hingabe an den Tanz waren ja auch der Hauptgrund für mich, dieses Buch zu schreiben. Diese faszinierende Leidenschaft, die die Tänzer alles opfern lässt, was die meisten anderen Menschen für wichtig erachten. Und Kati noch mehr als das. Aber ich will jetzt nicht zu viel verraten.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    ALANA FALK:
    Meist kommen die Figuren schon mit kleinen Szenen oder Dialogen an, die ich als allererstes aufschreibe. Der Anfang von „Die blutroten Schuhe“, diese allererste Szene, die hatte Kati von Anfang an dabei. Da wusste ich noch fast gar nichts über sie oder den Rest der Geschichte. Das ist bei den meisten meiner Bücher so, dass es einzelne Szenen oder Dialogstellen von Anfang an gibt. Dabei bleibt es dann aber erstmal. Wenn ich einen groben Plot habe, schreibe ich meistens schon mal ein erstes Exposé, weil man dabei gezwungen ist, die Essenz der Geschichte festzuhalten und doch alles Wichtige logisch zu erklären. Dabei fallen mir dann oft noch Stellen auf, die nicht ganz schlüssig sind, oder eine Charakterentwicklung, die nicht ganz rund ist. Danach plane ich jede Szene komplett durch.

    So kann ich mich beim Schreiben völlig fallen lassen und für die Figuren und ihre Geschichte öffnen. Oft passiert es, dass ich beim Schreiben merke, dass ich mich beim Plotten vertan habe, dass ich eine Figur oder einen Ablauf falsch eingeschätzt habe. Dann lasse ich natürlich Änderungen zu. Den Freiraum muss man sich bei aller Planung auch geben, damit die Geschichte lebt. Ich gehe dann bloß den Plot noch einmal durch, bevor ich weiterschreibe, und prüfe, wie sich die Änderung auswirkt. Wenn das Buch fertig ist, schreibe ich nochmal ein zweites Exposé, sofern das nötig ist.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    ALANA FALK:
    Ich arbeite eigentlich immer mindestens an einem Roman. Zur Zeit meist an zwei oder drei Romanen, von denen jeder sich in einem anderen Stadium befindet. Nach dem Frühstück übersetze ich zuerst, damit ich den Kopf für meine eigenen Projekte frei habe. Danach mache ich meist eine kurze Pause, bevor ich mich einem meiner Romane widme. Recherche, plotten oder schreiben, was immer gerade ansteht. Ich kann nur selten viele Stunden am Stück arbeiten, meist mache ich drei bis vier Blöcke von 1 bis 3 Stunden über den ganzen Tag verteilt. Ich nehme mir tagsüber häufig Pausen, dafür arbeite ich meistens abends auch noch mal ein paar Stunden und fast jeden Sonntag.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    ALANA FALK:
    In meinem Wohnzimmer, wenn es draußen stürmt und schneit. Sonne erschwert es mir, in die richtige Stimmung zu finden, deswegen freue ich mich meistens über schlechtes Wetter. Leider habe ich kein Arbeitszimmer, aber ich stelle auch fest, dass es dem Körper gut tut, nicht immer am selben Ort zu arbeiten. Ich wechsle daher ständig von meinem richtigen Arbeitsplatz zum Couchtisch oder zum Esstisch. Jeder Ort erfordert eine andere Körperhaltung und das tut mir ganz gut.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    ALANA FALK:
    Ich brauche Musik ganz unbedingt zum Schreiben. Eigentlich schon vorher, zum Planen. Jedes Projekt hat eine eigene Playlist mit eigenen Songs. Manches überschneidet sich ein bisschen, aber grundsätzlich hat jeder Roman seine eigene musikalische Untermalung. Meistens sind das Balladen, die thematisch zum Roman passen und mich vielleicht sogar inspiriert haben. Fast immer sind das langsame Lieder mit englischem Text, es gibt nur selten Ausnahmen. Bei „Die blutroten Schuhe“ habe ich zum Beispiel sehr viel Ballettmusik gehört, vor allem „Schwanensee“. Generell geht aber alles, was langsam ist, und mich irgendwie berührt. Von Within Temptation über James Blunt, Meat Loaf oder X-Japan zu Roxette und Adele.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    ALANA FALK:
    Ich habe das Glück, seit einigen Wochen von einer Agentur vertreten zu werden, und bisher genieße ich die Zusammenarbeit sehr. Neben den offensichtlichen Dingen wie zum Beispiel Verträgen unterstützt mich die Agentur auch bei der kreativen Arbeit an einem Roman. Meine Agentin berät mich zum Beispiel bei neuen Ideen und zeigt mögliche Schwierigkeiten auf.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    ALANA FALK:
    Zur Zeit arbeite ich an drei Büchern. Zum einen an „Unendlich“, dem ersten Teil der „Seelenmagie-Trilogie“, die ab Juni 2014 bei Bookshouse erscheint. Dabei handelt es sich um eine Paranormal Romance für Jugendliche und junge Erwachsene. Diesem Manuskript verpasse ich im Moment den letzten Schliff, bevor es ins Lektorat geht.
    Das zweite ist ein Projekt, über das ich wirklich noch gar nichts verraten kann, außer vielleicht, dass es sich nicht um Fantasy handelt, aber natürlich auch um etwas mit zentraler Liebesgeschichte. Da stecke ich noch in der Planungsphase und schreibe demnächst eine Leseprobe.

    Das dritte ist ein Paranormal Romance Roman für Impress, der im Frühjahr erscheinen wird. Diesen Roman habe ich vor kurzem beendet und werde ihn demnächst der ersten, umfassenden Überarbeitung unterziehen, bevor ihn die Testleser nach allen Regeln der Kunst zerlegen dürfen.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    ALANA FALK:
    Ich glaube, für mich war es besonders wichtig, mir Menschen zu suchen, die meine Texte lesen und mir gnadenlos ihre Meinung sagen. Kritik zu bekommen und Kritik zu üben ist für mich eine der besten Möglichkeiten, dazuzulernen und mich zu verbessern. Außerdem habe ich gelernt, mich selbst als Autor ernst zu nehmen, denn nur dann tun es auch die anderen.

    AVELEEN AVIDE:
    Alana, vielen Dank für das Interview.

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    Heute gibt 1 Buch zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 2. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Die blutroten Schuhe“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. Wer mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet, der kann „Die blutroten Schuhe“ gewinnen: Welches Buch liest Alana Falk derzeit?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Ich habe für die Firma Valisère zu ihren 5 Herbst-/Winter-Dessous-Kollektionen je eine erotische Kurzgeeschichte in je 2 Versionen geschrieben. Je eine Version ist sinnlich, je eine Version ist mit sexuellen Szenen.

    Und meine Geschichten gilbt es kostenlos!

    Für den Desktop und für das iPad.

    http://www.valisere.com/

    Unter Valisere/E-Book findet ihr beide Downloads.

    Trailer: http://m.youtube.com/watch?v=hMBdFiENhx8&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DhMBdFiENhx8

    Video meiner Lesung zur Geschichte "Sündhaft gut"
    http://www.aveleen-avide.com/valisère-projekt/

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

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    Klaus Kormann ist Autor und ich stelle hier sein Buch „Samanthas Traum“ vor, das im Nepa-Verlag erschienen ist. Und hier geht es zur Webseite von Klaus Kormann.

    Foto Klaus Kormann

    Foto: © Klaus Kormann


    In „Samanthas Traum“ geht es lt. Nepa-Verlag um:
    »Samanthas Traum« ist ein modernes Märchen. Die Geschichte eines kleinen Mädchens, dessen Bestimmung es ist, die Menschheit mithilfe seiner besonderen Fähigkeiten vor der Vernichtung zu bewahren. Es geht um uraltes Wissen, die verzweifelte Suche eines Vaters nach seiner Tochter und den Glauben daran, dass noch nicht alles zu spät ist. Wann fängt dieser Planet an, sich gegen seine Ausbeutung zu wehren? Wann wird die Klimakatastrophe ein Ausmaß erreicht haben, das vollkommen unbeherrschbar ist? Hat das Leben auf der Erde dann noch eine Chance?

    Cover Samanthas Traum

    Klaus Kormann habe ich auch schon für meinen Internetblog interviewt.

    Hier lese ich aus Klaus Kormanns Buch „Samanthas Traum“

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    Heute gibt es 1 Buch „Samanthas Traum“ zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 4. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Samanthas Traum“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt. Eine Gewinnerfrage gibt es bei meiner Weihnachtsaktion nicht.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

    Ein großes Dankeschön an den Nepa-Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat.

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    Ich habe für die Firma Valisère zu ihren 5 Herbst-/Winter-Dessous-Kollektionen je eine erotische Kurzgeeschichte in je 2 Versionen geschrieben. Je eine Version ist sinnlich, je eine Version ist mit sexuellen Szenen.

    Und meine Geschichten gilbt es kostenlos!

    Für den Desktop und für das iPad.

    http://www.valisere.com/

    Unter Valisere/E-Book findet ihr beide Downloads.

    Trailer: http://m.youtube.com/watch?v=hMBdFiENhx8&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DhMBdFiENhx8

    Video meiner Lesung zur Geschichte "Sündhaft gut"
    http://www.aveleen-avide.com/valisère-projekt/

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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Regina Gärtner hatte mal das Vergnügen, alles für den Deutschlandaufenthalt von Mel Gibson zu organisieren.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Unter dem Südseemond“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Regina Gärtner

    Foto: © Regina Gärtner

    Regina Gärtner ist Autorin.

    Regina Gärtner ist 1964 geboren und am Niederrhein aufgewachsen und lebt heute mit ihrem Mann in Köln. Sie hat an der RWTH Aachen Germanistik und Politikwissenschaften studiert, und danach als Deutschlehrerin, Pressereferentin, Werbefachfrau und Public-Relation-Manager für internationale Kinofilme gearbeitet. Zuletzt war sie lange Jahre als Anzeigenleiterin in einem Fachverlag tätig, bevor sie sich als Projektmanagerin selbstständig gemacht hat. Seit 2012 widmet sie sich ganz dem Schreiben. Was reizte dich an Politikwissenschaften?

    REGINA GÄRTNER:
    Früher war ich politisch sehr aktiv. Schon als Schülerin habe ich mich stark in der Friedensbewegung engagiert, dann während des Studiums in der Frauenbewegung und dazu noch ein bisschen Fachschaftsarbeit.
    Aber studiert hab ich Politikwissenschaften eigentlich, weil ich das Bild von mir hatte, ich würde eine investigative Journalistin werden, á la Günter Wallraff.

    Na ja, ich bin dann erst Pressereferentin geworden und später in Fachverlagen für Marketing zuständig gewesen, aber das sind ja auch klassische Berufe für eine Germanistin.
    Politik interessiert mich immer noch sehr, und ich kann mich königlich über unsere Politiker echauffieren. Wenn man nicht alles selber macht …

    AVELEEN AVIDE:
    Von der Deutschlehrerin zur Pressereferentin. Wieso dieser Wechsel?

    REGINA GÄRTNER:
    Das stimmt so gar nicht mit der Deutschlehrerin. Da ist irgendwann beim Kürzen mal der Zusatz „… für Aussiedler und Asylanten“ weggestrichen worden. Ich war für kurze Zeit nach meinem Studium als Honorarkraft bei einem öffentlichen Träger angestellt, der diese Fortbildungskurse gab, aber niemals als „echte“ Lehrerin an einer Schule.

    AVELEEN AVIDE:
    Internationale Kinofilme. Was war das für dich tollste Projekt, das du da betreut hast?

    REGINA GÄRTNER:
    „Was Frauen wollen“ – der Film kam gerade raus, als ich dort anfing. Neben der Pressearbeit und der Organisation der Pressevorführungen musste ich auch den Aufenthalt von Mel Gibson samt Großfamilie planen. Also nicht ich alleine, sondern ein ganzes Team. Was bekommt er für Willkommensgeschenke? Wie sieht das Unterhaltungsprogramm für seine Kinder aus? Gibt es Besonderheiten beim Essen? Wie muss das Hotelzimmer ausgestattet sein? Und das, weil nicht klar war, wo er absteigen würde, alles doppelt für München und für Berlin. Tja, leider habe ich Mel Gibson nie persönlich getroffen, obwohl, jetzt so im Nachhinein, … vielleicht auch gut so. Aber den Film fand ich toll.

    AVELEEN AVIDE:
    Welcher Art Projekte hast du als Projektmanagerin betreut?

    REGINA GÄRTNER:
    Zum einen habe ich Konkurrenzanalyse betrieben. Welche Themen, welche Märkte, welche Zielgruppen lohnt es sich, für Fachthemen anzusprechen.
    Und ich habe Fachzeitschriften konzipiert und aus der Taufe gehoben. Das ist schon ein schwieriger Job, weil der Zeitschriftenmarkt sehr dicht ist, und es kaum noch Lücken gibt, die eine Zielgruppe bieten, die groß genug ist für eine neue Zeitschrift.

    Was allerdings die Planung eines 600-Seiten-Romans angeht, war das eine gute Erfahrung, um mich auf größere Projekte vorzubereiten.

    AVELEEN AVIDE:
    Auf deiner Webseite schreibst du, dass du 2001 in einem belgischen Wasserschloss deinen Traummann geheiratet hast. Es sind nun ja ein paar Jahre ins Land gezogen. Ist er immer noch dein Traummann und warum? Und wo habt ihr euch kennengelernt?

    REGINA GÄRTNER:
    Immer noch mein Traummann, jawohl. Und das mit dem belgischen Wasserschloss darf man sich nicht wie bei Thurn und Taxis vorstellen. Eine halbe Ruine, mit veraltetem Interieur und einem sehr gelungenen Stromausfall mitten in der Feier, weil - und das ist typisch Belgien – in dem dazugehörigen Dorf gerade Kirmes war, und leider die Leitungen überlastet waren. Wir mussten dann warten, bis der Bürgermeister im Rathaus den großen Schalter umlegte, bevor wir wieder Musik, einen funktionstüchtigen Kühlschrank und Spülwasser hatten.

    Und wie das Kennenlernen war: Ich habe mein Studium in Aachen unter anderem damit finanziert, dass ich als DJ gearbeitet habe. Ich hab in einem Jazzkeller Platten aufgelegt, aber auch bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen. Tja, und einmal habe ich da diesen guten Tänzer auf der Tanzfläche entdeckt. Dann habe ich mal arrangiert, dass wir unsere Telefonnummern austauschen. So ist es dann passiert.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast alle 5 Kontinente bereist. Wo warst du in Afrika und in Australien? Was reizt dich daran?

    REGINA GÄRTNER:
    Nach dem Studium bin ich für ein paar Monate alleine durch Australien gereist, von daher wird es für mich immer etwas Besonderes bleiben. Australien war meine erste große Reise alleine, und meine erste Reise außerhalb von Europa. Es war wie eine Mutprobe, und gleichzeitig eine Selbstfindung. So auf sich selbst zurückgeworfen zu sein, ist eine gute Gelegenheit, zu erfahren, wer man ist und was man wirklich vom Leben will.
    Zurückblickend hat es ein wenig von „Eat, Pray, Love“, nur dass ich sehr, sehr, sehr viel weniger Budget hatte und es damals leider, oder wahrscheinlich eher glücklicherweise, die vielen Kommunikationsmöglichkeiten, mit denen man heutzutage permanenten in Kontakt bleiben kann, nicht gab. Ich hab alle paar Wochen mal telefoniert.

    Ein paar Monate später habe ich dann meinem Mann kennengelernt, und wir sind direkt noch mal hingefahren. Und später noch noch einmal, und auch jetzt steht es auf unserer Liste ganz weit oben.
    Aber auch Afrika ist ungemein beeindruckend. Und es ist anders, anders als Südamerika, anders als Australien oder Asien. Afrika ist so anders, dass ich eigentlich kaum Worte finde. Chaotisch, sinnlich, korrupt, ursprünglich, gefährlich, überwältigend. Afrika ist eben Afrika, sagt jeder der dort war, mit einem Schulterzucken, das ausdrückt, so ganz werden wir es nie verstehen. Man kann es nicht beschreiben, man muss es selbst erleben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo in Asien? Was gefiel oder beeindruckte dich nachhaltig?

    REGINA GÄRTNER:
    In Asien sind die Menschen so freundlich. Ich weiß, das klingt jetzt wie eine Plattitüde, aber es ist nun mal so. Ich bin jetzt auch kein ausgesprochener Asien-Kenner. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich allerdings gerne die Seele Asiens erkunden. Ich liebe die intensiven Düfte, das würzige Essen und die Farben. Ich kann mich mit der Weltanschauung des Buddhismus eher anfreunden als mit allen bekennenden Religionen. Direkt neben meinem Schreibtisch steht eine Ganesha-Statue, der Elefantenköpfigen Gott, der im Hinduismus wie im Buddhismus verehrt wird.

    Neben vielen anderen Aufgaben ist er der Beseitiger von Hindernissen und außerdem der Herr der Künste, also auch der Literatur. Ich würde gerne mehr über dieses Leben und den Glauben erfahren. „Asien entdecken“ ist definitiv etwas, das auf meinem Plan für die nächsten Jahrzehnte steht.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig?

    REGINA GÄRTNER:
    Oh, „wo reist du gerne hin“ ist eine Frage, die sich kaum in einem Interview beantworten lässt. Zu lang ist meine Liste. Vielleicht nur so viel: Ich war schon – zu lange – nicht mehr in Rom; und in New York noch nie, aber ansonsten findet man mich wohl eher in ländlichen Gegenden. Ich lebe in Köln, das ist mir Großstadt genug.
    Wenn ich reise, möchte ich gerne etwas von Land und Leuten sehen. Neue Eindrücke und neue Ideen sammeln. Aber ich brauche auch das Entspannen und Abschalten.

    Mein Urlaub ist also am besten immer eine Mischung aus Abenteuer und Komfort.
    Und wirklich, wirklich wichtig ist mir, dass ich schwimmen kann. Wenn ich meinen Kopf nur lange genug ins Wasser halte, habe ich immer die besten Ideen.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du noch?

    REGINA GÄRTNER:
    Sehr unprätentiös. Selbstverständlich lese ich gerne und viel. Und reise, wenn es mir möglich ist. Ansonsten treffe ich mich gerne mit Freunden und gehe ins Kino. Und als Hobby-Gärtnerin mache ich meinem Namen alle Ehre. Hm, ich merke gerade: möglicherweise arbeitete ich zu viel.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    REGINA GÄRTNER:
    Im Moment sitze ich an George R. R. Martin. Den ersten Teil von „Game of Thrones“, aber ich lese auf Deutsch. Es fällt mir so schon schwer genug, mir all die Namen zu behalten. Mal sehen, ob ich die anderen Bücher von Martin durchhalte. Man kann doch unmöglich alles in einem Rutsch lesen. Andererseits, wenn man da mal zwei Monate Pause macht, hat man doch alles vergessen, oder?

    Davor habe ich Rebecca Gablé gelesen, und danach werde ich wohl zu Iny Lorenz greifen, die mir gerade eine signierte Ausgabe von „Das goldene Ufer“ geschenkt haben. Also, man sieht, eher Historisches, aber zwischendurch auch gerne mal einen Mysterie-Thriller. Dort am liebsten Preston & Child, aber auch Dan Brown.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    REGINA GÄRTNER:
    Schreiben ist mir ein Bedürfnis, aber es geht nicht so sehr ums Schreiben, sondern eher ums Geschichtenerzählen. Mein Kopf steckt voller Ideen, die in die Welt hinaus wollen. Und es macht einen Heidenspaß, sie sich entwickeln zu lassen.

    Cover Südseemond

    REGINA GÄRTNER: In „Unter dem Südseemond“ geht es lt. Amazon.de um:
    Köln/Samoa 1899: Vom Vater gedrängt heiratet Alma den älteren Hermann, Leiter einer Kolonialhandelsgesellschaft, und begleitet ihn in die Südsee. Für Alma bedeutet es das Ende ihrer Welt – in jeder Hinsicht. Sie muss sich an das unkonventionelle Leben in der Kolonie und die Riten ihrer exotischen Einwohner gewöhnen und sich als Frau behaupten. In dem australischen Seemann Joshua findet Alma ihre große Liebe, aber sie ist verheiratet. Doch nicht nur das macht ihr das Herz schwer, denn es wird immer deutlicher, dass ein bedrohliches Geheimnis über ihrer Familie liegt ...

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Unter dem Südseemond: Roman

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Unter dem Südseemond“?

    REGINA GÄRTNER:
    Die Geschichte hat sich ganz langsam über Jahre hin entwickelt. Hier ein Stückchen, dort eine kleine Idee, eine Figur, ein historisch interessantes Ereignis, ein Stück Alltagsleben aus dem Kaiserreich. Immer denkt man: Dazu könnte man mal was schreiben. Und irgendwann finden diese Einzelteile zusammen und ein großes Ganzes entsteht. So hat sich alles langsam zusammengesetzt.

    Das Thema „Deutsche Kolonien“ hat mich schon seit Jahren gefesselt, seit ich in Namibia war, ehemals Deutsch-Südwest, und dort so viel von der immer noch vorhandenen deutschen Kolonialgeschichte gesehen und erlebt habe. Dort wurde definitiv die Idee zu diesem Roman geboren.

    Allerdings, dass Deutsch-Samoa der Ort der Handlung wurde aus all den möglichen Kolonien, das ist dann tatsächlich Ergebnis meiner Recherche gewesen. Welche der vielen Südsee-Kolonien würde sich am ehesten eignen? Dabei kam Deutsch-Samoa zum Vorschein – die Perle der Südsee - wie man sie schon damals nannte.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Unter dem Südseemond“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    REGINA GÄRTNER:
    Erwähnenswert ist, dass es in diesem damals so kleinen Kaff – Apia, die sogenannte Hauptstadt von Deutsch-Samoa - drei (!) Fotostudios gab. Dort wurden dann die samoanischen Schönheiten als „Naturkinder“ fotografiert. Es gab Tausende dieser Fotos, die rund um die Welt gingen oder in den Spinten der Matrosen hingen und sehr begehrt waren. Die Erklärung ist einfach: Die Frauen wurden barbusig oder ganz nackt fotografiert. Das waren sozusagen die Vorläufer von Playboy und Hustler, unter dem Deckmäntelchen der Ethnologie und Naturliebe.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Unter dem Südseemond“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Unter dem Südseemond“ geben?

    REGINA GÄRTNER:
    Ich wollte ein Frauenleben zeigen, aber keins, das mit dem Adel zu tun hatte. Ich wollte eine Reise beschreiben, die über Australien führte, weil ich Australien liebe. Natürlich war klar, dass meine Hauptperson sich in einen Australier verlieben würde. Und ich wollte das Leben in einer deutschen Kolonie beschreiben. Das waren sozusagen die Eckpunkte.

    Und dann macht man, was man immer machen muss. Die passenden Konflikte finden, und die passenden Figuren für diese Konflikte entwerfen, Wendepunkte ansteuern.
    Das hört sich jetzt erst einmal konstruiert an, aber bevor ich eine Geschichte im Kopf habe, habe ich die Atmosphäre, ein Szenarium, eine Idee von einer anderen Lebensweise und den Menschen darin. Dann frage ich mich, wie haben die Menschen damals gedacht, gelebt, was hat sie bewegt? Was haben sie von ihrem Leben erwartet?

    Im Falle einer Frau, die nicht aus höhergestelltem Hause kommt, konnte man realistischerweise nicht von allzugroßen Erwartungen ausgehen. Und dann wird so eine Frau in die weite, fremde Welt hinausgeschleudert. So ist auch Alma aus den Recherchen über Frauenleben im Kaiserreich erwachsen.
    Davor steht wochen- oder monatelange Recherche. Es gibt im historischen Roman immer einige Sachverhalte, die zwingend sind, und andere, die es nicht sind. Ich lasse kaum Personen auftreten, die tatsächlich auf Samoa gelebt haben. Almas Geschichte ist fiktiv, aber die historischen Umstände sind es ganz und gar nicht.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    REGINA GÄRTNER:
    Das ist leicht zu beantworten: Je nachdem, an welchem Part ich sitze, fällt mir der am schwersten. Wenn ich recherchiere, giere ich danach, all die Ideen, die ich gerade nur langweilig in Listen und Skizzen sammle, endlich zu einer Geschichte zusammenführen zu können.
    Wenn ich dann den Plot entwerfe, freue ich mich darauf, endlich richtig schreiben zu können. Wenn ich dann schreibe, wochenlang, in fast der gleichen Position verharrend, sehne ich mich danach, auf der Couch zu sitzen, und das ausgedruckte Gesamtmanuskript „nur noch“ korrigieren zu müssen, weil das vermeintlich weniger Tipparbeit ist. (Haha!)

    Und ob ich Dialoge entwerfen, Charaktere formen oder szenische Darstellungen schreibe, da gibt es für mich eher keinen Unterschied. Es gehört ja zusammen. Man kann zum Beispiel durch einen guten Dialog wunderbar den wahren Charakter einer Figur zeigen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig blieben?

    REGINA GÄRTNER:
    Ich gehe nachher meine Personenliste durch. Da merk ich dann ja, ob mir jemand „unter den Tisch gefallen“ ist. Und zur Sicherheit hab ich dann immer noch meine Testleser, die nachfragen, was ist eigentlich mit XY passiert?

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonistin Alma heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    REGINA GÄRTNER:
    Was mir wichtig war, war, dass ich nicht eine moderne, selbstbestimmte Frau beschreibe. Solche Frauen gab es damals auch, aber nur als Ausnahmeerscheinung. Ich wollte eine durchschnittliche Frau, die weder zu arm, noch zu reich ist, die aus kleinbürgerlichen, aber nicht adeligen Verhältnissen stammt. Die aus ihrem sehr normalen Leben herausgeschüttelt wird, und Dinge erlebt, die für damalige Verhältnisse schier unvorstellbar waren.

    Frauen waren damals in jeder Hinsicht von Männern abhängig, von Vätern, von Brüdern oder von Ehemännern. Gleichzeitig war auf diese Verbindungen wenig Verlass. Wenn also die wichtigen Entscheidungen des Lebens von anderen getroffen werden, sind diese Menschen Herr über das eigene Glück oder Unglück. Eine wirklich vertrackte Situation. Was konnte man also machen – damals, als relativ rechtslose, finanziell abhängige Frau - um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen? Was musste diese Figur erleben? Was zwingt sie zu Änderungen?
    Und hinter jeder Figur, auch hinter Nebenfiguren steht immer die Frage: Wo wollen sie eigentlich hin?

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    REGINA GÄRTNER:
    Eher langweilig: Ich sitze stundenlang am Schreibtisch und schreibe. Viel mehr gibt es da nicht zu erzählen. Gelegentlich muss ich etwas nachrecherchieren. Das kann man von außen aber nur dadurch unterscheiden, dass ich mit dem ständigen Tippen aufhöre.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    REGINA GÄRTNER:
    Ich schreibe nur noch in meinem Arbeitszimmer unter dem Dach. Ich hab am Anfang auch im Bett, auf der Wohnzimmercouch oder am Esstisch geschrieben. Aber das ist nicht gut. Man ist plötzlich überall nur noch auf der Arbeit. Es ist eh schon schwierig, abzuschalten, wenn man seinen Arbeitsplatz zu Hause hat. Aber wenn ich jetzt die Tür von meinem Arbeitszimmer hinter mir schließe, dann weiß ich wenigstens, der Rest der Zimmer ist Freizeit.
    Das gilt natürlich nicht für Ideen. Ich hab immer ein kleines Büchlein bei mir, in dem ich meine Ideen notiere. Das ist überlebensnotwendig für eine Autorin.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    REGINA GÄRTNER:
    Nein, eigentlich schreibe ich so gut wie nie mit Musik im Hintergrund. Sie lenkt mich ab.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    REGINA GÄRTNER:
    Ja, nachdem ich mich eigentlich mit einem anderen Projekt beworben hatte, konnte ich die Agentur Michael Meller für dieses historische Projekt gewinnen. Das ist ein absoluter Vorteil. Anders kommt man heutzutage kaum noch an die großen Verlage heran. Das ist dann schon mindestens ein Fünfer im Lotto.

    Und so habe ich mit meiner Agentin erst an der Idee gearbeitet, dann haben sie die entsprechenden Unterlagen ganz gezielt verschickt. Wenn etwas von einer seriösen Agentur kommt, dann wird es nicht unbedingt gekauft, aber es wird auf jeden Fall gelesen. Ab diesem Punkt entscheiden Qualität und Marktfähigkeit. Man muss nicht nur ein bestimmtes Schreibniveau erreichen. Man muss auch das richtige Thema zur richtigen Zeit erwischen. Ein Verlagsvertrag hat also etwas mit Schweiß und Mühe, aber auch mit Glück zu tun.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    REGINA GÄRTNER:
    Ja, es ist der Nachfolger zu „Unter dem Südseemond“. Alma, aber auch ihre Schwester Mathilde werden einiges in Australien und Samoa zu erleben haben. Spannend, da es in den Kriegsjahren spielen wird. Aber mehr will ich noch nicht verraten.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    REGINA GÄRTNER:
    Besucht die Kurse der Bundesakademie in Wolfenbüttel. Oder auch die von der Textmanufaktur Leipzig. Es gibt ein paar gute Kursanbieter, viele billige und einige sehr teure. Ich würde nur zu den Guten raten. Die herauszufinden, ist schon mal eine gute Rechercheübung.
    In den guten Kursen lernt man zu erkennen, wo man mit seinem Text steht, und was noch fehlt. Und man lernt, sich der Kritik zu stellen. Man lernt, die Qualität des Geschriebenen zu hinterfragen. Und man bekommt fundiertes Handwerkszeug an die Hand, mit dem man weiterarbeiten kann.

    Der nächste Schritt ist dann, besser zu werden.
    Gute Qualität kommt nicht von alleine. Sie kommt vom Üben, Üben, Üben, wie bei einem Musikinstrument. Ich wünsche alle viel Glück auf diesem Weg. Er ist nicht leicht, er benötigt Zeit und Geduld und extremes Durchhaltevermögen.

    AVELEEN AVIDE:
    Regina, vielen Dank für das Interview.

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    Heute gibt 1 Buch zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 3. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Unter dem Südseemond“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. Wer mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet, der kann „Unter dem Südseemond“ gewinnen: In welcher Stadt war Regina noch nicht, würde aber gerne hinreisen?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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  • 01/03/14--11:32: Interview mit Kajsa Arnold
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Kajsa Arnold hat 6 Kinder, einen eigenen Verlag, der an die 30 Autoren vertritt und weil sie immer 2 Sachen auf einmal machen muss, weil ihr sonst langweilig wird, schreibt Kajsa Arnold Bücher.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „5 Farben Blau“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto- Kajsa Arnold

    Foto: © Ksaja Arnold

    Kajsa Arnold ist Autorin.

    Kajsa Arnold wurde im Ruhrgebiet geboren. Nach 11 Umzügen lebt sie mit ihrer Familie wieder in Nordrhein-Westfalen. Wie kommt man zu 11 Umzügen und war das alles innerhalb Deutschlands?

    KAJSA ARNOLD:
    Liebe Aveleen, die Umzüge waren meistens beruflich bedingt, darunter waren Orte, wie: Berlin, Rostock, Essen, Wesel. Also alles innerhalb Deutschland, dabei würde ich gerne mal für einige Zeit im Ausland leben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wer gehört alles zur Familie?

    KAJSA ARNOLD:
    Zur Familie gehören 6 Kinder im Alter zwischen 20 und 6 Jahre, natürlich mein Mann und zwei Hunde.

    AVELEEN AVIDE:
    Kajsa Arnold ist dein Pseudonym. Wieso dieses Pseudonym und darf man auch den Namen erfahren, unter dem du noch schreibst?

    KAJSA ARNOLD:
    Ich habe mir ein Pseudonym zugelegt, weil ich unter meinem richtigen Namen Fantasy-Romane und Krimis schreibe und mich hier abgrenzen wollte. Ich wollte nicht in eine Schublade gelegt werden und so entstand Kajsa Arnold. Unter meinem Name Andrea Wölk sind bereits auch mehrere Romane erschienen.

    AVELEEN AVIDE:
    Es kamen/kommen 2013-2014 sehr viele Romane von dir heraus. Sind das alles Kurzromane?

    KAJSA ARNOLD:
    Für 2014 habe ich mir vorgenommen, jeden Monat einen Kurzroman herauszubringen. Die erotischen Bücher wie »Rhys by night-Serie« oder »Duft der Leiderschaft« werden aber Bücher mit mindestens 250 Seiten sein, also wesentlich länger als die Kurzgeschichten.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du noch?

    KAJSA ARNOLD:
    Meine große Leidenschaft ist das Fotografieren. Ich gestalte alle Cover selbst und es ist nicht immer angenehm, wenn man Fotos verwendet, die bei Bildagenturen gekauft wurden und auf jedem 3. Cover zu finden sind. Daher werden in Zukunft oft Cover erscheinen, deren Fotos ich auch selbst geschossen habe. Hierbei unterstützt mich meine neue Vollformatkamera, mein neustes Baby :)

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig?

    KAJSA ARNOLD:
    Mit 6 Kindern ist es nicht immer einfach zu verreisen. Aber diesen Winter geht es in die Sonne. Die Karnaren, Tunesien und Ägypten sind meine Favoriten, das habe ich alles schon bereist. Mich zieht es immer in die Sonne und vor allem ans Meer. Aber auch Städtereise finde ich toll - Paris ist hier meine Stadt des Herzens.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    KAJSA ARNOLD:
    Ich lese gerne Genre, in denen ich selber schreibe. Liebesromane an 1. Stelle (um abzuschalten), Jugendbücher (um auf dem Laufenden zu bleiben), Fantasy (um meinen Horizont zu erweitern, und geschichtliche Sachbücher (um zu recherchieren). Im Moment lese ich »Asche und Phönix« von Karl Meyer sowie ein Buch über den 30-jährigen Krieg.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    KAJSA ARNOLD:
    Mein Kindheitstraum, meine Bestimmung. Ich habe als Kind von ca. 12 Jahren eine alte Mercedes Schreibmaschine von meinem Großvater geschenkt bekommen, die er auf dem Speermüll gefunden hatte. Seit diesem Tag war für mich klar, dass ich Autorin werden wollte. Mittlerweile habe ich es zu einem eigenen Verlag gebracht und meinen Traum erfüllt.

    Cover 5 Farben Blau

    KAJSA ARNOLD: In „5 Farben Blau“ geht es lt. Oldigor-Verlag um:
    Ich glaube nicht an Gott, aber ich glaube an Schmerz - so bezeichnet Rhys Cunningham seine Lebensphilosophie. Er ist Herr über ein Imperium und Gefühle lässt er nicht zu. Das ändert sich als Jaz Darling - eine Deutsch-Amerikanerin - in sein Leben tritt. Denn seine neue Assistentin ist so gar nicht nach seinem Geschmack. Nicht nur, dass sie seine angeblich nicht vorhandene Gefühlswelt auf den Kopf stellt, sie kommt auch seinem Geheimnis viel zu nah. Und Nähe ist etwas, was Rhys überhaupt nicht zulassen will.
    Rhys dunkle Seele verwirrt Jaz ebenso sehr, wie es sie auf mysteriöse Weise anzieht. Beide betreten eine Welt voller Verlangen und Sehnsucht nach dem anderen, obwohl klar ist, dass sie zusammen keine Zukunft haben ...

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    5 Farben Blau (Rhys by night - 1. Teil)

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „5 Farben Blau“?

    KAJSA ARNOLD:
    Ich hatte in der Zeit viele erotische Romane gelesen, u.a. Crossfire, SoG. Was mir an diesen Romanen nicht gefiel, dass die weiblichen Protagonisten fast immer junge unschuldige Mädchen sind und ich dachte mir, erfolgreiche Männer stehen doch eher auf Frauen, die etwas in ihrem Leben erreichen, wissen, was sie wollen. So entstand langsam der Plot zu der »Rhys by night«-Reihe. Ich habe ihn auf 5 Teile ausgelegt, weil ich selber gerne Fortsetzungen lese. Ich finde es prikelnd, auf den nächsten Teil zu warten ...

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „5 Farben Blau“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    KAJSA ARNOLD:
    Oh ja ... als ich den Anfang des Romans geplottet hatte und die ersten 30 Seiten geschrieben hatte, habe ich ihn einer befreundeten Bloggerin zum Testlesen gegeben. Sie schrieb mir zurück, ob ich das Buch »Corssfire« geschrieben hätte, denn es hätte frappierende Ähnlichkeit. Ich sah mir den Trailer zu dem Buch an, denn zu dieser Zeit war das Buch noch gar nicht erschienen, und ich musste mein gesamtes Konzept umstellen, denn es war fast 1:1 gleich. Wie das passieren konnte, ist um unbegreiflich, weil ich bis zu diesem Zeitpunkt von »Crossfire« nichts gehört oder gar gelesen hatte. Aber die Welt ist bekanntlich sehr klein! :)

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „5 Farben Blau“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „5 Farben Blau“ geben?

    KAJSA ARNOLD:
    Wie schon erwähnt, war es mir wichtig, eine starke weibliche Protagonistin zu schaffen. Beide Hauptfiguren sollten die zwanzig schon weit überschritten haben. Denn ich finde es etwas unrealistisch, Figuren mit einer großen Lebenserfahrung zu erschaffen, die gerade erst einmal die zwanzig Jahre überschritten haben. Hinzu kommt, dass ich nicht wie die meisten Autoren einen Roman durchplotte, sondern ich plotte nur den Anfang und lasse mich treiben und schaue, wohin das Buch mich führt. Das Buch steckt in mir und will unbedingt heraus. Was am Ende dabei herauskommt, überrascht mich oft selbst.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    KAJSA ARNOLD:
    Ich bin nicht so die große Erzählerin, sondern liebe es, meine Figuren erzählen zu lassen. Also würde ich sagen, dass Dialoge sehr liegen. Besonders schreibe ich gerne Streitdialoge.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig blieben?

    KAJSA ARNOLD:
    Mir ist wichtig, dass es immer einen roten Faden gibt, der sich durch Buch oder bei den Serien durch die Bücher zieht. Oft sind es bei mir Lieder, die immer wieder auftauchen, Zitate berühmter Menschen. Nach der Hälfte des Romans fange ich bereits an, den Anfang noch einmal zu überarbeiten, um die Stränge nicht aus den Augen zu verlieren. Und natürlich hat auch meine Lektorin ein geübtes Auge darauf, dass die Story stimmt.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonistin Jaz Darling heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    KAJSA ARNOLD:
    Ich bin ein sehr visueller Mensch. Ich suchte nach Bildern, die Jazz ähnlich sehen (hier war es Halle Berry, die ich mir ausgesucht hatte). Suche mir im Internet Fotos mit verschiedenen Gesichtsausdrücken, um diese genau beschreiben zu können. Daher ist es mir auch immer wichtig, dass ich am Anfang eines Roman meine Protagonisten beschreibe und sich so der Leser sein eigenes Bild im Kopf machen kann.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    KAJSA ARNOLD:
    Ich erstelle zuerst das Cover eines Buches und schreibe dann den Roman dazu. Im Ernst, ich brauche manchmal nur ein Bild zu sehen und mir fällt ein kompletter Roman dazu ein. Die Feinheiten kommen dann später, wenn ich schreibe. Ich habe noch nie über eine Idee lange gebrütet, wenn ich anfange zu schreiben, fließt es einfach aus mir heraus.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie viele Manuskripte musstest du versenden, bevor dein erstes Buch veröffentlicht wurde und wie kam es letztendlich zur Veröffentlichung?

    KAJSA ARNOLD:
    Ich habe ca. 20 Skripte versandt, aber die wurden alle abgelehnt. Dann bekam ich eine Zusage eines Verlags, der ganz in meiner Nähe lag. Dort kam mein erster Roman heraus. Doch bald darauf wurde aus diesem Verlag ein Kostenvorschussverlag. Und da ich dort nicht weiter verlegen wollte, gründete ich 2011 meinen eigenen Verlag, der jedes Jahr wächst und nun bald 30 Autoren vertritt. Ich hatte mittlerweile auch Kontakt zu einer Agentur, die meine erotischen Romane vermitteln wollte. Aber ich bin wohl zu eigenständig, um mit zu binden.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    KAJSA ARNOLD:
    Ich schreibe nur abends. Mit der Hand (!) vor, und am nächsten Morgen übertrage ich es auf dem Computer. So werden aus 5 vorgeschriebenen Seiten auch mal schnell 10 endgültige. Tagsüber habe ich eine Menge Verlagsarbeit zu erledigen. Die Kinder kommen um halb fünf von der Schule, dann muss ich meine Zeit ihnen widmen und abends geht es dann wieder an meine Skripte. Ich habe immer zwischen 3-5 in Arbeit. So kann es auch nicht passieren, dass ich einen Hänger habe.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    KAJSA ARNOLD:
    Vor dem Fernseher ... wenn ein guter Film läuft. Ich bin nicht der Typ, der nur eine Sache machen kann. Ich muss immer zwei Dinge auf einmal tun, sonst werde ich ganz unruhig. ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    KAJSA ARNOLD:
    Musik gehört zu meinem Leben. Oft spielt ein besonderer Song eine wichtige Rolle in meinen Büchern ... ich glaube bei einer so großen Familie, kann es keine absolute Stille geben ... wenn die Kinder sind nicht da sind, bellen die Hunde ... ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    KAJSA ARNOLD:
    Nein, ich habe die Zusammenarbeit mit einer Agentur abgebrochen, bevor es richtig begann. Ich bestimme mich gerne selbst, lasse mich ungern in ein Schema pressen ... was aber nicht heißen soll, dass ich nicht gerne auch mit einem großen Verlag zusammenarbeiten würde ... falls mal Interesse bestehen sollte ...

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    KAJSA ARNOLD:
    Ich arbeite gerade mit Hochdruck am 2. Teil der »Rhys by night« Story mit dem Titel »4 Farben Platin«. Dieser sollte schon längst raus sein, aber ich hatte eine Nierenerkrankung und bin einige Zeit ausgefallen, so verschiebt es sich leider alles. Dann arbeite ich an der Kurzgeschichte »Selfmade Girl«. Dort geht um eine junge Frau, die von ihrer 1. Liebe tief enttäuscht wurde und sich auf nichts mehr einlassen will. Doch dann hilft der Zufall ihr und sie trifft auf einen jungen Mann, der so ganz anders ist, ein Blumenliebhaber, und der ihr zeigt, dass nicht alle Männer gleich sind und nicht alle Blumen nur Gestrüpp ...

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    KAJSA ARNOLD:
    Sich selber treu bleiben. Sich seiner Sache sicher sein. Nicht die x-te Version eines Romans immer wieder geändert zusenden. Sich dann einen Verlag suchen, wenn man wirklich sicher ist, das Skript steht. Vor allem sich über den Verlag informieren - verlegt er überhaupt mein Genre. Gefällt mir persönlich das Programm. Schaut nach kleinen Verlagen, dort kommt man eher unter, als bei den großen bekannten Verlagen. Dort geht man oft in der Masse unter, auch wenn das eigene Skript noch so gut ist.

    AVELEEN AVIDE:
    Ksaja, vielen Dank für das Interview.

    KAJSA ARNOLD:
    Ich danke dir, liebe Aveelen! Vielen Dank für diese ausgefeilten Fragen, die meinen Kopf zum Rauchen brachten. :) Ein schönes Weihnachtsfest und guten Rutsch ins neue Jahr - dir und einen Lesern!

    Welches Interview kommt als nächstes?

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------

    Heute gibt 1 Buch zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 2. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „5 Farben Blau“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. Wer mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet, der kann „5 Farben Blau“ gewinnen: Wie viele Kinder hat Kajsa Arnold?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ich habe für die Firma Valisère zu ihren 5 Herbst-/Winter-Dessous-Kollektionen je eine erotische Kurzgeeschichte in je 2 Versionen geschrieben. Je eine Version ist sinnlich, je eine Version ist mit sexuellen Szenen.

    Und meine Geschichten gilbt es kostenlos!

    Für den Desktop und für das iPad.

    http://www.valisere.com/

    Unter Valisere/E-Book findet ihr beide Downloads.

    Trailer: http://m.youtube.com/watch?v=hMBdFiENhx8&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DhMBdFiENhx8

    Video meiner Lesung zur Geschichte "Sündhaft gut"
    http://www.aveleen-avide.com/valisère-projekt/

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

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  • 01/10/14--09:51: Interview mit Jochen Frech
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Jochen Frech ist wie das Schwungrad einer Uhr, ein Unruh und wenn er Blut geleckt hat, dann bleibt er an einer Sache dran. Warum man mit Kinderaugen einiges anders sieht ... Das gibt es im Interview mit ihm zu lesen, genauso wie Spannendes zum Einsatz mit dem SEK ...

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Hochsommermord“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Jochen Frech

    Foto: © Jochen Frech

    Jochen Frech ist Autor und Polizeibeamter.

    Jochen Frech wurde 1967 geboren. Er ist verheiratet und hat eine Tochter. Jochen Frech ist studierter Diplom-Verwaltungswirt. Fünf Jahre war er beim SEK der Polizei Baden-Württemberg. Nach einem anschließenden Studium an der Hochschule der Polizei und seiner Tätigkeit als Fachlehrer bei der Bereitschaftspolizei leitet Jochen Frech seit 2009 die Sportbildungsstätte der Polizei des Landes Baden-Württemberg.

    Wenn man das SEK im Fernsehen sieht, läuft mir schon die Gänsehaut. Wenn ich mir vorstelle ich schlafe und dann wird mit dieser Gewalt die Tür eingetreten und viele stehen mit einer Waffe über mir ... Gleichzeitig die andere Seite des SEKs, das ja in einer gefährlichen Situation ist ... Wie geht man als Polizist damit um? Wie lange kann man so einen Job in der Regel ausüben?

    JOCHEN FRECH:
    Interessant, dass Du die Vorstellung eines nächtlichen ‚Besuchs‘ des SEK mit Gänsehautfeeling verbindest. Mir geht es nämlich genau so. Aber das merkwürdige ist, dass die Menschen die ich während meiner SEK-Zeit in einem vergleichbaren Kontext festgenommen habe, ziemlich relaxed reagiert haben. So als hätten sie die ganze Zeit damit gerechnet oder wären derart nächtliche Störungen gewohnt. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich mich beim SEK weitaus sicherer gefühlt habe, als bspw. im Streifendienst.

    Wenn man auf Streife zu einer Hausstreitigkeit gerufen wird, weiß man nie was einen erwartet, weil man in der Regel so gut wie keine Informationen hat. Da kann es passieren, dass der aufgebrachte Ehemann blitzartig ein Messer in der Hand hält oder die verprügelte Partnerin sich plötzlich wieder solidarisch zeigt und zur Schere greift. Wenn das SEK gerufen wird liegt zumeist eine Lage vor, man weiß wer der Täter ist, wo er sich aufhält, wie er bewaffnet ist, was er getan hat und ob er bereits ähnliche Delikte begangen hat. Hinzu kommt, dass man beim SEK beinahe täglich gefährliche Einsatzsituationen trainiert. Man ist ein eingespieltes Team und jeder weiß was er zu tun hat. Ich habe mich immer – auch in wirklich sehr gefährlichen Einsätzen – in meinem Team sehr wohl gefühlt. Nicht zuletzt braucht es manchmal auch das sprichwörtliche Glück des Tüchtigen. Auch solche Erfahrungen habe ich gemacht und – Gott sei Dank – unbeschadet überstanden. Derzeit liegt das Höchstalter in einer operativen SEK-Einheit bei vierzig Jahren. Danach muss man sich anderweitig bei der Polizei umschauen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie hast du dich mental auf so einen Einsatz vorbereitet?

    JOCHEN FRECH:
    Wie gesagt, waren wir für ganz viele Szenarien sehr gut vorbereitet durch zahlreiche Übungen und Trainings von Einsatzsituationen, hinzu kamen regelmäßiges Schießen mit verschiedenen Waffen, Selbstverteidigung, Fahrtrainings, und, und, und. Mit diesem Gesamtpaket an Vorbereitungen geht man automatisch selbstsicherer in gefährliche Einsatzlagen. Zur mentalen Vorbereitung gehört auch die Absprache mit dem Team.

    Vor jedem Zugriff spricht man sich ab, teilt Aufgaben und Bereiche zu und startet erst, wenn jeder voll in der Lage lebt. Und frei nach dem Motto „Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz“, wird jeder Einsatz sehr intensiv nachgearbeitet. Man spricht in einer Art Manöverkritik sämtliche Details durch – auch unangenehmes und Fehler werden ganz offen diskutiert. Wenn es erforderlich erscheint, wird derselbe Einsatz nochmals simuliert, gefilmt und aufs Neue diskutiert. Aus meiner Sicht fällt dies alles unter den Begriff ‚mentale Vorbereitung‘.

    AVELEEN AVIDE:
    Darf ich fragen, was beim SEK dein heftigster Fall war (egal on nun vom Fall her oder von der emotionalen „Art“).

    JOCHEN FRECH:
    Einmal stand ich mit meiner Gruppe einem bewaffneten Täter gegenüber der ständig gedroht hatte uns alle ‚abzuknallen‘. Ich hatte zwar Schutzkleidung samt Helm an, aber trotzdem stand ich sekundenlang vor der Wahl den ersten Schuss abzugeben, um mein eigenes Leben und das meiner Kollegen zu schützen. Eine Bauchstimme sagte mir, dass mein Gegenüber nicht schießen würde. Dieses Phänomen kann ich heute nicht mehr erklären, aber ich habe nicht abgedrückt, sondern beruhigend auf den Mann eingeredet bis er seine Waffe vor uns auf den Boden gelegt hatte.

    Mein emotionalster Fall war die Festnahme eines Straftäters, der gerade die Liebesdienste einer käuflichen Dame in Anspruch nahm, was wir aber nicht wussten. Wir hatten lediglich den Hinweis der örtlichen Kriminalpolizei, dass sich der Mann in besagter Wohnung aufhalten würde. Das schlimme daran war, dass im selben Zimmer in dem die beiden Verkehr hatten, die vielleicht Eineinhalbjährige Tochter der Frau wach im Laufstall daneben stand und beide Szenarien mitbekommen hatte: Also den GV und die Festnahme! Das ist einer der Fälle die mich bis heute immer wieder beschäftigen.

    AVELEEN AVIDE:
    Du leitest die Sportbildungsstätte der Polizei. Was für Polizisten werden dort trainiert und was macht ein Leiter der Sportbildungsstätte der Polizei im Wesentlichen?

    JOCHEN FRECH:
    Polizisten in Baden-Württemberg müssen 4 Stunden Dienstsport im Monat absolvieren. Das klingt ulkig, aber andererseits gibt es in keinem Wirtschaftsunternehmen eine vergleichbare Verordnung, die MitarbeiterInnen während der Dienst-/Arbeitszeit Sport erlauben würde.
    Mit dieser Anordnung verpflichtet sich der Gesetzgeber natürlich dazu, auch geeignete Sportangebote und Übungsleiter vorzuhalten.

    Diese sog. Polizeisportübungsleiter bilden wir in Zusammenarbeit mit Sportverbänden aus und regelmäßig fort. Überdies bieten wir Gesundheitslehrgänge an, halten Vorträge zu Gesundheitsthemen und unterstützen Dienststellen bei der Erstellung von Sport- und Gesundheitsangeboten. Der Leiter der Sportbildungsstätte koordiniert alle diese Maßnahmen und ist leider viel zu selten an der Front.

    AVELEEN AVIDE:
    Du bist Langstreckenläufer. Wie oft in der Woche machst du das und wie lange ist eine Strecke für einen Langstreckenläufer?

    JOCHEN FRECH:
    Leider muss ich zugeben, dass ich gar nicht mehr so aktiv bin und dies ist überwiegend der Tatsache geschuldet, dass ich mit meiner Schreibe quasi von jetzt auf gleich so einen tollen Erfolg hatte und mit meinem Krimi-Debüt bei einem großen Publikumsverlag gelandet bin.

    In meiner aktiven Zeit bin ich zwischen 60 und 70 Kilometer in der Woche gelaufen und habe regelmäßig an 10-Kilometer-Rennen teilgenommen und etwa zwei dutzend Mal Wettkämpfe über die Halbmarathondistanz bestritten. Zweimal habe ich mich auch an Marathonläufen versucht, musste aber feststellen, dass mir diese Strecke doch ein wenig zu lang ist.

    AVELEEN AVIDE:
    Bis September warst du Lauftrainer der Süßener Triathleten. Wie bekommst du so viele Leidenschaften und einen Fulltime-Job und Familie unter einen Hut? Sag jetzt bitte nicht, das ist gutes Timemanagement. ;-)

    JOCHEN FRECH:
    In Ordnung, wenn ich diese Standardantwort nicht geben darf muss ich mir etwas anderes überlegen (lacht) und muss mir außerdem meine anderen Aktivitäten verkneifen, sonst glaubst du mir ja doch nicht!

    Nein, ich glaube, dass ich ein sehr fokussierter Mensch bin und wenn ich an einer Sache Blut geleckt habe, dann kann ich mich auch völlig darin verlieren. Das war irgendwie schon immer so gewesen und ich kann das auch nicht erklären. In einer mechanisch gefertigten Uhr gibt es ein kleines Schwungrad das mit einer Federspirale verbunden ist. Dieses Bauteil das ständig in Bewegung ist und quasi den Gangregler der Uhr darstellt, nennt man Unruh. Irgendwie kommt es mir so vor, dass Gott so etwas Ähnliches bei mir eingebaut hat. Ich werde ihn irgendwann einmal fragen wieso ... und mich bei ihm bedanken!

    AVELEEN AVIDE:
    Gleich drei Verlage hatten Interesse an deinem Buch. Ist das nicht klasse?

    JOCHEN FRECH:
    Das war der absolute Wahnsinn und zum damaligen Zeitpunkt war ich auch völlig aus dem Häuschen. Ich weiß noch genau wie mich die SMS meiner Agentin während eines Workshops erreichte und ich sofort zurückgerufen hatte. Ich war überzeugt gewesen, dass das Manuskript gut ist, aber in der momentanen Marktsituation wäre es vermessen zu glauben, dass man als Debütautor gleich bei einem großen Publikumsverlag unterkommt. Umso mehr habe ich mich über das Interesse dreier großer Verlage gefreut und bin überzeugtbtb-Verlag die Richtige Entscheidung getroffen zu haben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    JOCHEN FRECH:
    Mich zieht es für gewöhnlich in die Stille und am liebsten in die Berge. Ich genieße es mich in einer archaischen Umgebung und ohne jedweden digitalen Stress zu entspannen. Allein die Ruhe in den Bergen ist immer wieder eine spannende Erfahrung. Mit einem Mal gibt es keine permanenten, störenden Geräusche mehr, das wird mir dort immer wieder bewusst. Wenn, dann plätschert vielleicht irgendwo ein Gebirgsbach ins Tal oder ein Murmeltier stößt einen lauten Warnruf aus. Aber derartige Naturgeräusche empfinde ich nicht als impertinent, im Gegenteil. In den ersten Tagen fällt mir das immer wieder auf und dann wird mir auch klar, was für einem ‚Geräuschewahnsinn‘ ich täglich ausgesetzt bin.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du noch?

    JOCHEN FRECH:
    Ich lese unheimlich viel und gerne, nicht zuletzt da es zum Handwerkszeug eines jeden Autors gehört. In meiner Kindheit habe ich eine klassische Klavierausbildung genossen und später habe ich noch Gitarre gelernt. Ich male und zeichne seit meiner Kindheit und hatte vor einigen Jahren auch eine Ausstellung. Hinzu kommen alle möglichen Facetten des Sports. Leider leiden derzeit alle diese Hobbys ein wenig unter dem Schreiben. Aber ich denke mir, dass alles seine Zeit hat und im Moment ist einfach das Schreiben dran. Als Debütautor will und darf ich mich jetzt auch nicht auf die faule Haut legen und ich habe ganz viele Romanideen, die ich gerne in die Tat umsetzen möchte.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    JOCHEN FRECH:
    Ganz aktuell liegt „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ von Joel Dicker auf meinem Regal. Bei mir gibt es zwei Arten von Büchern und Lesen:
    Die erste Kategorie gilt ausnahmslos Krimis und Thrillern, das sind die Bücher die ich mit meiner Autorenbrille lese um zu sehen, wie ein Autor ein Thema umgesetzt hat, das mich interessiert. Wenn mir die Texte nicht gefallen lege ich die Bücher wieder zur Seite. Diese Art zu lesen ist eine Mischung aus Lesen und Lernen. Manchmal gelingt es einem Autor, mich vollkommen auf die Seite des Lesens zu ziehen. Zuletzt ist dies Simon Mawer mit seinem Titel „Die Frau die vom Himmel fiel“ gelungen.

    Genusslesen stellt die andere Art des Lesens für mich dar. Dazu gehören alle Autoren die ich die „Unerreichbaren“ nenne. Schriftsteller wie Ernest Hemingway, Stefan Zweig oder Herrman Hesse, Dennis Lehane oder Pascal Mercier, um ein paar davon zu nennen. Bei diesen Büchern genieße ich einfach die Sprache, ohne mir das Hirn darüber zu zermartern, wie der oder diejenige das nur gemacht haben und das ist dann Entspannung für mich.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    JOCHEN FRECH:
    Schreiben ist für mich die intensivste Art und Weise mich künstlerisch zu betätigen. Im Gegensatz zur Musik und dem Malen und Zeichnen muss es mir hierbei gelingen einen Gedanken mit den mir zur Verfügung stehenden 26 Buchstaben unseres Alphabets zu Papier zu bringen und dies in einer Sprache die bei einer Vielzahl von Lesern eine Saite zum Schwingen bringt, sie also emotional berührt und gut unterhält, ohne dass sie im Lesefluss gestört werden. Das stellt für mich persönlich die größtmögliche Herausforderung dar und von daher Liebe ich das Schreiben am allermeisten.

    Cover Hochsommermord

    JOCHEN FRECH: In „Hochsommermord“ geht es lt. Amazon.de um:
    Nach seinem Studienabschluss an der Hochschule der Polizei tritt Moritz Kepplinger seinen Dienst bei der Kriminalpolizei in Göppingen an, einer kleinen Stadt am Rande der Schwäbischen Alb. Doch gleich sein erster Fall erweist sich als unerbittliche Zerreißprobe. Ein kleines Mädchen wird vermisst, es fehlt jede Spur von ihr. Für Kepplinger beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn der Täter hat bereits sein nächstes Opfer im Visier …

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Hochsommermord: Kriminalroman

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Hochsommermord“?

    JOCHEN FRECH:
    Der Roman ist aus einer Kurzgeschichte entstanden die ich vor einigen Jahren geschrieben habe. Da ging es um eine Zufallsbegegnung zwischen einem Mann und einem jungen Mädchen. Der Mann hat zunächst gar keine bösen Absichten und dennoch endete die Begegnung mit einem schlimmen Verbrechen an dem Kind.

    Bei dieser Geschichte ging es mir im Ursprung darum, wie eine Alltagssituation von jetzt auf gleich völlig entgleisen kann wenn ein paar unglückliche Umstände zusammen kommen. Die Geschichte war eine Art Psychogramm eines Verbrechens, ohne den Täter in den Schutz zu nehmen oder eine billige Erklärung zu liefern. Und diese Short-Story hat mir so gut gefallen, dass ich irgendwann zu dem Punkt gekommen bin, dass ich ein ganzes Buch daraus machen möchte.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Hochsommermord“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, vielleicht sogar Witziges passiert?

    JOCHEN FRECH:
    Ja, tatsächlich. Und zwar habe ich im Prolog eine Burganlage beschrieben auf der ich in Kindheitstagen des Öfteren gewesen war und die ich vor und während des Schreibens nicht mehr besucht hatte. Als ich dann nach der Fertigstellung des Manuskripts doch nochmal hinfuhr, war ich völlig perplex, da sich die mittelalterliche Festung in der Realität um ein vielfaches kleiner darstellte als ich sie in Erinnerung und im Roman beschrieben hatte. In diesem Zusammenhang wurde mir wieder klar, dass Kinderaugen die Welt ganz anders wahrnehmen als Erwachsene und es deshalb bestimmt häufig zu Missverständnissen kommt. Ach und nebenbei bemerkt: Ich habe mir die künstlerische Freiheit genommen, die Beschreibung der Burganlage im Originaltext zu belassen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Hochsommermord“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Hochsommermord“ geben?

    JOCHEN FRECH:
    Wie ich vorhin angedeutet habe ist die Story aus der erwähnten Kurzgeschichte entstanden, die mit der Tat geendet hatte. Und irgendwann wollte ich dann selbst wissen, ob und wie dieses Verbrechen aufgeklärt wird und ob die ermittelnden Beamten das Motiv des Täters begreifen würden. Ich hatte mich lange nicht an einen ganzen Roman gewagt, aber nachdem ich mir in dieser Zeit sehr viel handwerkliches Geschick angeeignet hatte, bin ich dann zu dem Punkt gekommen an dem ich einfach weitergeschrieben habe. Bei diesem Buch gab es auch keine Plotskizze, weil ich dies bei dieser Art von Text für entbehrlich hielt. Ich habe mich in die Rolle der ermittelnden Beamten und des Täters versetzt und immer weiter geschrieben und darauf vertraut, dass sich die Story nach und nach entwickelt. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch hinzufügen, dass die ursprüngliche Idee der Kurzgeschichte im Roman gar nicht mehr vorkommt.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    JOCHEN FRECH:
    Ich denke, dass mir mittlerweile alles gleich gut von der Feder geht. Anfangs hatte ich immer noch Bedenken hinsichtlich meiner Dialoge, weil ich darin die größte Herausforderung für einen Autor sah, aber nachdem mich zuerst meine Agentin und später auch meine Lektorin immer wieder darin bestärkt hatten, dass es an meinen Dialogen nichts auszusetzen gibt, fühle ich mich zwischenzeitlich auch sehr wohl dabei.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    JOCHEN FRECH:
    Das ist vor allem ein Thema während vielen Überarbeitungen, die einem ersten Entwurf zwingend folgen müssen. Ich mache mir da während der Redaktionen immer wieder Notizen und führe dann die Handlungsstränge – manchmal in mühsamer Kleinarbeit – zusammen. Ich muss zugeben, dass genau diese Arbeit nicht zu meiner Lieblingsbeschäftigung als Autor gehört, aber es gehört zum Gesamtwerk unbedingt dazu, schließlich möchte ich meine Leserinnen und Leser glücklich machen und keine Fragezeichen in den Köpfen produzieren.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Protagonisten Moritz Kepplinger heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    JOCHEN FRECH:
    Ich wollte auf jeden Fall keinen klischeebehafteten Ermittler, das war mir von Beginn an ungeheuer wichtig. Es gab eine Zeit (eigentlich bis heute), da konnte ich es nicht mehr aushalten von mehrfach geschiedenen, alkoholkranken oder sonstwie gescheiterten Existenzen zu lesen, die gleichzeitig brillante Ermittler sind. Hier muss ich hinzufügen, dass Scheidungen generell kein Makel sind – eben nur dann, wenn Trennungen von Autoren inflationär dafür verwendet werden die Fallhöhe eines Protagonisten zu definieren. Jedenfalls wollte ich unbedingt eine glaubhafte Figur schaffen, die dennoch über jene Exzentrik verfügt die zu einer spannenden Person und einem spannenden Buch einfach dazugehört.

    So ist Moritz Kepplinger entstanden: Ein junger Kriminalkommissar, der gerade sein Examen an der Polizeihochschule bestanden hat. Ein sportlicher und ehrgeiziger Typ, der auch über Entwicklungspotential verfügt. Ich habe ja eine Serie von wenigstens acht Büchern geplant und fände es selbst spannend herauszufinden, was Kepplinger alles widerfährt und wohin sein persönliches Lebensschicksal ihn führt.

    Gleichzeitig trägt Kepplinger ein großes dunkles Päckchen mit sich herum und ich glaube gerade dies macht ihn für meine Leserinnen und Leser spannend. Auch die allzu menschliche Tatsache, dass er in seiner Polizeiarbeit immer wieder psychische Grenzerfahrungen macht, die er mit seinen bisherigen ‚Erfolgsstrategien‘ nicht unter die Füße bekommt. Diese Ambivalenz fand ich interessant und authentisch und hoffe, dass die Leserinnen und Leser dies genau so empfinden.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    JOCHEN FRECH:
    Auch diese Frage habe ich ja zum Teil schon beantwortet. Ich ging im Grunde genommen (bewusst) völlig planlos in den Fall hinein nachdem ich an einem Punkt angelangt war, an dem ich mir einen Roman zugetraut hatte. Ich hatte ein gutes Gefühl dabei und die tägliche Arbeit am Manuskript hat mich auch immer wieder darin bestätigt. Es ging immer weiter und etwa in der Mitte des Schreibprozesses war mir dann auch das Motiv des (neuen)Täters klar und wer er ist. Von da an musste ich ihn nur noch auf eine spannende Art und Weise in die Fänge der Polizei treiben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    JOCHEN FRECH:
    Wenn ich mich während eines Schreibprozesses in einem ‚Flow‘ befinde treibt mich die Geschichte lange bevor der Wecker klingelt aus dem Bett. Dann arbeite ich noch ein bis zwei Stunden bis ich ins Geschäft gehe und meinem Broterwerb nachgehe. Und dann wieder nach einer adäquaten Pause nach der Arbeit. Während des eigentlichen Schreibprozesses setze ich mir ein Tageslimit, meist sind das dann tausend Wörter am Tag. Das klingt selbstquälerisch aber ich empfinde das nicht so und brauche diesen gewissen Druck den ich selbst bestimmen darf.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    JOCHEN FRECH:
    In einem dunklen Turmzimmer bei Kerzenschein und einer guten Flasche Wein. Vor mir ein Stapel unbeschriebenes Pergamentpapier, ein Gänsekiel und ein gut gefülltes Tintenfass! (lacht) Nein, natürlich nicht, aber witzigerweise stellen sich manche Leser meine Arbeit genau so vor. Mir bleibt gar nichts anderes übrig, als in meinem Arbeitszimmer am PC zu arbeiten und Alkohol ist vor und während dem Schreiben völlig Tabu. Nicht weil ich nicht gerne ein gutes Glas Wein trinke, sondern einfach deshalb, da ich dann nichts Vernünftiges mehr zu Papier bekommen würde.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    JOCHEN FRECH:
    In aller Regel arbeite ich in Ruhe, aber hin und wieder kommt es vor, dass ich eine gewisse Art von Musik brauche, um in die Stimmung einer Szene hinein zu tauchen. Das kann dann alles sein: Klassik, Rock oder Heavy Metal, das hängt dann ganz von der Szene ab.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    JOCHEN FRECH:
    Ich werde von der Literarischen Agentur Simon in Berlin vertreten und bin total glücklich über diese Fügung. Meine Agentin und nicht zuletzt die Agentur kümmern sich sehr engagiert darum, dass ich das tun kann was ein Autor eigentlich tun sollte: Nämlich schreiben. Natürlich bleibt es nicht aus, dass ich mich in Marketingmaßnahmen – vor allem jetzt nach der Veröffentlichung am 9.12.2013 – mit in die Prozesse einbringen muss und bspw. Lesungen halte, für meine Homepage verantwortlich bin und mich in sozialen Netzwerken betätige. Auch das Lektorat wird mir selbstverständlich durch die Agentur nicht abgenommen.

    Aber auf dem Weg zum Manuskript kümmert sich meine Agentin sehr wohl um meine Belange und steht mir mit Rat und Tat zur Seite. Überdies verfügt eine renommierte Agentur wie Simon über weitreichende Kenntnisse des Buchmarktes, die Agenten kenne die Ansprechpartner bei den Verlagen und wissen, wie und wo ein Manuskript eine Chance haben könnte. Letztlich ist es ja meiner Meinung nach so, dass man – im Besonderen als Debütautor - ohne Agentur keine Chance hat einen guten Verlagsvertrag zu bekommen.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    JOCHEN FRECH:
    Oh, das ist seit einiger Zeit kein Geheimnis mehr, da mein zweiter Verlag bereits eine entsprechende Vorankündigung auf der Website/Facebook gepostet hat: Ich befinde mich mit meinem Lektor auf der Zielgerade der Redaktion eines megaspannenden Thrillers, der Mitte des Jahres 2014 bei dotbooks zunächst als Episodenroman und später auch als Gesamtausgabe erscheinen wird. Darin geht es um einen geplanten Anschlag auf eine der wichtigsten Persönlichkeiten unseres Planeten, der in naher Zukunft ausgerechnet in Deutschland, während eines Gipfeltreffens der führenden Industrienationen, stattfinden soll. Eine zunächst unscheinbare Kriminalbeamtin gerät zufällig auf die Fährte des übermächtigen Attentäters und heftet sich an dessen Fersen ...

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Krimi veröffentlichen möchten?

    JOCHEN FRECH:
    Schreiben ist immer eine Herausforderung, ein Abenteuer mit unbestimmtem Ausgang und von daher rate ich stets dazu immer weiter zu machen und niemals aufzugeben. Ich finde auch, dass man seine Arbeit als Autor nicht zwingend vom Ergebnis abhängig machen sollte, obwohl das viele tun. Sätze wie „der ganze Aufwand hat sich nicht gelohnt“ oder „alles umsonst“, finde ich falsch und demotivierend. Vor allem dann, wenn es sich um das erste Manuskript und die ersten Absagen einer Agentur oder eines Verlags handelt.

    Zuerst geht es ja um die Liebe zum Schreiben, darum, dass es einem Spaß macht eine Geschichte zu erfinden und diese Leidenschaft sollte immer im Vordergrund stehen. In einem zweiten Schritt geht es dann darum einen Verlag zu finden. Wie bereits angedeutet rate ich dringend davon ab, ein Manuskript direkt an Verlage zu schicken, sondern zuerst eine passende und seriöse Literaturagentur zu kontaktieren. Wichtig erscheint mir auch, dass man gut mit Kritik umgehen kann und Menschen (Erstleser) um sich schart, die einem offen und ehrlich ihre Meinung zu einem Text sagen und dann bereit ist, immer und immer wieder das Manuskript zu überarbeiten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Texte nach Kritik und Überarbeitungen immer besser geworden sind, auch wenn Kritik verständlicherweise im ersten Moment ein bisschen weh tut.

    In jedem Fall rate ich angehenden Autoren davon ab ihr Manuskript bei einem der vielen Bezahlverlage unterzubringen. Irgendjemand hat diese Pseudo-Verlage einmal als ‚Totengräber von Büchern‘ bezeichnet und genau dies ist der Fall. Man zahlt - manchmal mehr als zehntausend Euro - dafür, dass sein Buch nachher von niemandem gelesen wird. Dann lieber weiterschreiben, ein zweites, drittes Buch und erneut nach einer Agentur oder einem Verlag Ausschau halten. Ein Trost für alle, die noch nicht so weit sind: Qualität wird sich immer durchsetzen – Auch in einem so schnelllebigen Geschäft wie dem Buchmarkt!

    AVELEEN AVIDE:
    Jochen, vielen Dank für das Interview.

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    Heute gibt 1 Buch zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 4. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Hochsommermord“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. Wer mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet, der kann „Hochsommermord“ gewinnen: Welche Musikrichtungen hört Jochen Frech gerne beim Schreiben?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Ich habe für die Firma Valisère zu ihren 5 Herbst-/Winter-Dessous-Kollektionen je eine erotische Kurzgeeschichte in je 2 Versionen geschrieben. Je eine Version ist sinnlich, je eine Version ist mit sexuellen Szenen.

    Und meine Geschichten gilbt es kostenlos!

    Für den Desktop und für das iPad.

    http://www.valisere.com/

    Unter Valisere/E-Book findet ihr beide Downloads.

    Trailer: http://m.youtube.com/watch?v=hMBdFiENhx8&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DhMBdFiENhx8

    Video meiner Lesung zur Geschichte "Sündhaft gut"
    http://www.aveleen-avide.com/valisère-projekt/

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

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    Am Freitag, den 14. Februar 2014, um 19.00 Uhr in der Trattoria Donna Maria, Marktstraße 2, in 80802

    Knisternde Erotik garantiert - Sie gilt seit einigen Jahren als Tipp für Liebhaber gehobener erotischer Literatur: Bestseller-Autorin Aveleen Avide. Bereits mit ihrem Erstlingswerk „Seidene Küsse“, das sie gemeinsam mit einer Co-Autorin herausbrachte, gelang ihr der Sprung auf Platz 1 der Amazon.de-Erotik-Bestseller. Auch mit ihrem zweiten Werk „Samtene Nächte“ steht sie seit vielen Monaten ganz oben in den Erotik-Charts. Beide Bücher sind längst zu Longesellern auf dem Büchermarkt geworden. Im Mittelpunkt ihrer Geschichten stehen Frauen mit ihren geheimen und auch offenen erotischen Wünschen. Frauen, die sich ihre Wünsche auf vielfältige Weise erfüllen. Jede Geschichte für sich ein erotischer Leckerbissen.

    Menü:
    Antipasto
    Arrosto di Vitello (Kalbfleisch mit Gemüse und Rosmarinkartoffeln)
    Alternative: Pasta Vedure (mit Gemüse)
    Torta Caprese (Warme Schokoladentarte)
    Inklusive Eintritt: 44,00 €
    Getränke werden extra berechnet.

    Teilnahme: nur gegen Vorkasse
    Trattoria Donna Maria, Marktstraße 2, 80802 München
    Handy: 0172 6939239
    Öffnungszeiten Di-Sa 18:30-1:00 Uhr

    Die Trattoria ist ein Geheimtipp in München.

    Fragen auch gerne an autorin (at) aveleen-avide.com

    Unter den Lesungsteilnehmern wird 1 x „Grenzenlose Lust“ ausgelost.

    Wie immer werde ich mich nach der Lesung mit meinen Gästen unterhalten.

    www.aveleen-avide.com

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  • 01/31/14--12:13: Interview mit Werner Gerl
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Werner Gerl hat einen Hausheiligen und eine Einstiegsdroge – ok. für Krimis. Warum er 3 Tage mit einem Dauergrinsen rumgelaufen ist, das auch im Schlaf nicht wegging ... Ja, das erfahren Sie im Interview.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Gold Vogel“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Werner Gerl

    Foto: © Werner Gerl

    Werner Gerl ist Kabarettist und Autor.

    Werner Gerl wurde am 14.06.1966 in Mainburg geboren. Er hat Germanistik und Geschichte studiert. Wie wird man denn Kabarettist? Das wollte ich schon immer mal wissen.

    WERNER GERL:
    Es muss einem, wie wohl jede künstlerische Neigung, im Blut liegen. Ich habe schon als kleiner Bub manchmal die ganze Familie unterhalten und bin mit 11 Jahren dem lokalen Theaterverein beigetreten. Der Bühnenvirus hat mich also schon früh infiziert. In meiner Studentenzeit habe ich dann meine erste Kabarettgruppe gegründet, die Freie Quälergemeinschaft. Solo-Kabarett mache ich seit 1999. Zwei Stunden allein auf der Bühne ist allerdings schon eine Herausforderung, macht aber Spaß. Seit letztem Jahr habe ich wieder ein Trio – Kabarett Kriminale, das Programm heißt Humord, wir spielen eine Art Krimi-Kabarett – mir macht es riesig Spaß, mal wieder mit Leuten zusammenzuarbeiten.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie um alles in der Welt kann man sich sein eigenes eineinhalb-Stunden-Programm auswendig merken?

    WERNER GERL:
    Einerserseits merkt man sich selbstgeschriebene Texte wesentlich leichter als Fremdtexte, andererseits muss man einfach proben, proben, proben. Man kann erst auf die Bühne gehen und richtig spielen, wenn die Worte von ganz allein aus dem Mund kommen.

    AVELEEN AVIDE:
    Dein Krimi "Der Schweinskopfmörder“ wurde am Münchner Volkskunsttheater uraufgeführt. Hast du es selbst zum Theaterstück adaptiert oder hat das jemand anderer gemacht?

    WERNER GERL:
    Das Stück war eine Auftragsarbeit für Alois Landgraf, den Chef des Volkskunsttheaters. Er hatte mich bei einem Kabarettauftritt gesehen und dann kontaktiert. Der Punkt war der, dass er einen starken Hüftschaden hatte und sich nur schwer bewegen konnte. Ich habe ihm deshalb eine Hauptrolle, eine echte Sitting-Bull-Rolle, geschrieben, bei der die Figur ganz zufällig einen Hüftschaden hat und sich schwer bewegen kann. Allerdings war er deshalb auch permanent auf der Bühne und musste jede Menge Text lernen. Leider ist der Alois unerwartet etwa zwei Monate nach der Premiere verstorben, sodass nicht einmal alle geplanten Auftritte in auswärtigen Orten wahrgenommen werden konnten.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast auch schon Kleinkunstpreise gewonnen. War da einer dabei, der karrieremäßig weitergeholfen hat?

    WERNER GERL:
    Jeder Preis hilft weiter. Ich bin auch einige Male Zweiter oder Dritter geworden, da darf man sich auch Träger des Kleinkunstpreises nennen – und bei 50 bis 100 Bewerbern ist das auch ein Erfolg. Ich habe den Stockstädter Römerhelm gewonnen. Das ist ein Publikumspreis, bei dem ich in der Endausscheidung trotz enormer Konkurrenz über 50% Zustimmung bekommen. Und da waren Leute wie Max Uthoff dabei, der jetzt „Neues aus der Anstalt“ moderiert. Ich glaube, ich hatte drei Tage lang ein Grinsen im Gesicht, das nicht mal im Schlaf weggegangen ist.

    AVELEEN AVIDE:
    Du warst jahrelang als freier Journalist tätig. Was waren deine Themen?

    Ich habe einerseits für ein Regensburger Lokalblatt geschrieben, da hatte ich das gesamte Kulturressort für mich. Für andere Magazine und Zeitungen habe ich Fachartikel zum Thema Comics geschrieben. Ist eines meiner Steckenpferde, vor allem die franko-belgische Szene.

    AVELEEN AVIDE:
    Verliebt, verlobt, verheiratet?

    Ja, mit 46 habe ich mich noch getraut und bin zum Ja-Sager geworden. Eigentlich habe ich immer gesagt, Don’t marry, be happy, aber so verändert man sich halt.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast im Schulbuchbereich veröffentlicht. Geschichte und Sozialkunde. Wie kommt man darauf?

    WERNER GERL:
    Ich habe Lehramt studiert und bin heute ordentlicher Beamter am städtischen Thomas-Mann-Gymnasium. Der Verlag suchte einen Fachmann, der Schreiberfahrung hatte. Der Kontakt, man glaubt es kaum, lief übrigens über das Arbeitsamt. Ich hatte mich gleich nach dem Referendariat arbeitslos gemeldet und da wurde mir das sofort vermittelt. War ein Glücksfall.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast in einem Drehbuchautorenpool gearbeitet. Auch Satire oder was war das und für wen?

    WERNER GERL:
    Nein, aus diesem Pool ist die Schmonzette „Zerrissene Herzen“ hervorgegangen, die genauso grausam war, wie es sich anhört. Dramaturgisch habe ich viel gelernt, der Pool war allerdings ein großer Irrtum.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    WERNER GERL:
    Keine großen Hotelbunker. Das ist mal das eine. Ich zähle nicht die Sterne, für mich ist die Größe entscheidend. Auf unserer Hochzeitsreise, einer Art Tour de France, waren wir in einem netten Ort an der Atlantikküste, unser einziges 2-Sterne-Hotel der ganzen Reise. Es war im Afrika-Look eingerichtet und die Betreiber, ein Ehepaar in meinem Alter, begrüßten uns jeden Tag zum Frühstück per Handschlag. Es war das mit Abstand schönste Hotel der Reise. Ansonsten zieht es uns im Sommer schon gen Süden. Meer und Baden ist wichtig, etwas erleben und anschauen natürlich auch. Ideal ist also eine Kombination aus Kultur- und Badeurlaub. Diesen Sommer geht’s nach Bali.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    WERNER GERL:
    Boule. Ich spiele im Sommer im Hofgarten leidenschaftlich gern Boule. Erst machen wir ein wenig Picknick mit diversem Fingerfood, dann köpfen wir eine Flasche Rotwein und spielen bis in die Nacht hinein. Das pure Vergnügen!

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    WERNER GERL:
    Derzeit lese ich „Homeland“ – die Vorgeschichte zur Fernsehserie, die ich irre gut finde. Das Buch kann da nicht mithalten, zieht sich. Natürlich lese ich gern Krimis. Mein Hausheiliger ist Andrea Camilleri mit seiner Montalbano-Reihe. Meine Einstiegsdroge ins Krimi-Genre war Raymond Chandler, von dem ich alles gelesen habe. Darüber hinaus lese ich am liebsten Literatur, die nicht mit einem Genredeckel daherkommt, und Geschichtsbücher.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    WERNER GERL:
    Da muss man differenzieren. Kabaretttexte zu schreiben, ist ein hartes Brot. Da muss man sich jeden Satz, jeden Gag aus den Rippen schneiden – und dann weiß nicht einmal, ob er funktioniert. Man kann nie sagen, ob ein Scherz was taugt, bevor man ihn nicht vor Publikum getestet hat. Einen Roman zu schreiben, geht wesentlich flüssiger. Wenn man die Geschichte konstruiert hat und mit den Figuren richtig per Du ist, kann man das Seite für Seite runterschreiben. Das Erschaffen von Menschen, die es nur als meine Kopfgeburten gibt, für mich aber sehr real sind, das ist das Schönste am Romane schreiben.

    Cover Goldvogel

    WERNER GERL: In „Gold Vogel“ geht es lt. Amazon.de um:
    Die Münchner Oberkommissarin Barbara Tischler erlebt eine kurze Phase des Müßiggangs, nachdem das LKA einen spektakulären Fall von ihr übernommen hatte. Die Sekretärin des Staatsanwalts Wallenberg, des härtesten Mafia-Jägers des Freistaats, wurde in dessen Büroräumen mit einem Genickschuss hingerichtet. Alles deutet auf die Tat eines neuen, selbst für russische Verhältnisse brutalen Paten hin.

    Doch der Fall holt die Polizistin wieder ein, als ein Künstler Wochen nach dem Mord zu ihr kommt und ihr einen Brief präsentiert, den ihm die getötete Sekretärin am Tag ihrer Ermordung geschickt hatte: allerdings ist der Brief leer, nichts als weißes Papier. Und der Künstler wird wenige Tage später erschlagen in seinem Atelier aufgefunden.

    Ferner kommt ein türkischer Kickboxer ins Kommissariat, der als Folge eines Blitzeinschlags sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat und sich prinzipiell nicht an Ereignisse des Vortages erinnern kann. Zur Kompensation macht er sich Notizen, bevor er zu Bett geht. An diesem Morgen steht auf seinem Zettel, er habe einen Mord gesehen. Allerdings hat er keine Erinnerung an den potenziellen Mörder, mit dem er offensichtlich gekämpft hatte, dieser jedoch an ihn, denn der junge Mann hat seine Brieftasche bei dem Kampf verloren.
    Die Kommissarin geht den beiden seltsamen Spuren nach und stößt auf ein Relikt der Vergangenheit, einen ominösen Goldvogel, den angeblich Hitler selbst in den letzten Kriegsjahren angefertigt und einem seiner Leibwächter geschenkt haben soll. Zahlreiche Sammler und Fanatiker sind hinter dem Reichsadler her, aber auch ein Jäger, mit dem niemand gerechnet hat
    "Der Goldvogel" thematisiert den Umgang mit NS-Devotionalien und den Widerspruch zwischen Sein und Schein. Denn nichts und niemand in diesem Kriminalroman ist letztendlich so, wie es der erste Blick vermuten lässt. Der München-Krimi wartet mit zahlreichen Wendungen und einem verblüffenden Finale auf ...

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Gold Vogel“?

    WERNER GERL:
    Ich wollte einen Gutmenschen beschreiben, der sich als Bösmensch entpuppt, das war meine anfängliche Intention. Das Thema, die Schere zwischen Schein und Sein, habe ich dann auf verschiedene Weise variiert. Zu dem Goldvogel selbst wurde ich durch meinen Besuch auf dem Obersalzberg inspiriert. Es ist erstaunlich, was da alles an Hitler-Devotionalien verkauft wird. Nicht an Alt- oder Jung-Nazis, nein, an amerikanische, arabische und japanische Sammler. Vermutlich ist so viel Besteck, mit dem Hitler tatsächlich und mit hundertprozentiger Garantie sein vegetarisches Schnitzel verspeist hat, verkauft worden, dass man damit alle Pizzerien in München eindecken könnte. Mich erinnert das an die Zeit der Kreuzzüge. Da wurden so viele Original-Splitter aus dem Kreuz Christi verkauft, dass man daraus eine ganze Armada aus Segelschiffen bauen könnte.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Gold Vogel“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    WERNER GERL:
    Die Leute sind oft sehr zurückhaltend bis ablehnend, wenn man mit Fragen kommt. Ich war in einem Kickbox-Studio nur für ein paar unverfängliche Informationen, sogar da holen sie gleich den Boss.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Gold Vogel“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Gold Vogel“ geben?

    WERNER GERL:
    Die Handlung ist sehr komplex, die Geschichte musste genau konstruiert werden, sonst landet man plötzlich in einer Sackgasse. Ich wollte einen nationalistischen, elitären Zirkel skizzieren, der sich auf einer Burg trifft. Die sollte am Rhein stehen, weil ich die Burgen dort immer faszinierend fand. Aber am Ende des Romans wurde mir klar, das funktioniert nicht, weil man keine bayerische Kommissarin einfach so ins Rheinland schicken kann, da hätte ich mich in den Fallstricken des Föderalismus verheddert. Also habe ich die Burg kurzerhand nach Franken verlegt. Beim Lektorat ist dann verwundert festgestellt worden, dass sich die Burg mal am Rhein und mal am Main befand.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    WERNER GERL:
    Der Goldvogel ist der zweite Band der Reihe um die Kommissare Tischler und Mangel. Wenn man weiß, wie die Protagonisten sprechen, tut man sich wesentlich leichter. Ansonsten gilt für mich, jede Person sollte sich durch ihre Sprache abheben, also eine eigene Diktion haben. Man sollte genau wissen, wie eine Person spricht, bevor man die erste Zeile schreibt. Meine Bücher sind recht dialoglastig, ich denke, aber ich denke, das ist meine Stärke.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    WERNER GERL:
    Wie bereits gesagt, genaue Konstruktion, das ist sehr wichtig. Nur nicht ins Blaue schreiben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonisten, die Oberkommissarin Barbara Tischler heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    WERNER GERL:
    Ich wollte mit Mangel und Tischler ein komplementäres Duo entwickeln, das den gängigen Geschlechterklischees widerspricht. Beide haben sprechende Namen, das Tischler soll bereits signalisieren, dass sie praktisch und zupackend. Ich habe ihr eine ausführliche Vita angedichtet, inkl. Familiengeschichte. Die Mutter ist früh gestorben, die Kommissarin hatte eine Horde jüngerer Brüder, gegen die sie sich behaupten musste, solche Sachen. Ich kenne heute Barbara Tischler besser als viele Freunde. Ich weiß genau, was sie gerne isst und was nicht. Die beiden Protagonisten haben sicher Züge von mir, Tischler vor allem die ironische Ausdrucksweise und das Impulsive.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    WERNER GERL:
    Erst gründlich und fertig konstruieren, die Personen und die Geschichte, dann wird geschrieben. Die Recherche kommt parallel zum Ausformulieren.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    WERNER GERL:
    Da ich hauptberuflich Lehrer bin, schreibe ich in meiner Freizeit. Im Prinzip habe ich feste Zeiten, die sich nach dem Stundenplan richten. Beim Schreiben bin ich sehr diszipliniert, bei schönem Wetter packe ich halt den Laptop und setze mich in den Ostpark oder an die Isar.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    WERNER GERL:
    Daheim am Schreibtisch. Zum Schreiben brauche ich innere und äußere Ruhe.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    WERNER GERL:
    Ja, aber nur klassische Musik. Rammstein oder Metallica lenken mich zu sehr ab. Prokofiew, Chopin, spanische Gitarrenmusik, das schafft eine angenehme Schreibatmosphäre, gern auch Soundtracks.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    WERNER GERL:
    Nein. Ich war mal ein Jahr bei einer, hat aber nichts gebracht. Große Agenturen sind aber sicher von Vorteil.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    WERNER GERL:
    Ich schreibe derzeit an einem Kabarett-Programm für eine Sängerin und brüte den dritten Tischler-Band aus. Ich habe da so eine vage Idee, die mich ins Obdachlosenmilieu führen wird. Das wird bestimmt eine spannende Recherche. Außerdem überlege ich, ob ich nicht wieder eine Sammlung mit satirischen Kurzkrimis wie „Mordsgaudi“ schreibe. Die kommen bei Lesungen sagenhaft gut an. Nach der letzten Lesung hat ein Gast sogar ein Gedicht über mich geschrieben. Da freut man sich schon darüber.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    WERNER GERL:
    Lasst euch Zeit und nicht von dem begeisterten Zuspruch eurer Bekannten blenden. Gebt eure Texte Leuten zu lesen, die euch nicht kennen und etwas von der Materie verstehen – und reagiert nicht zu beleidigt auf Kritik. Beschäftigt euch viel mit Dramaturgie, aber schreibt trotzdem nicht nach Schema F, sondern nach eurer Phantasie und euren Vorstellungen. Lest viel und macht bei Wettbewerben mit.

    AVELEEN AVIDE:
    Werner, vielen Dank für das Interview.

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    Heute gibt 1 Buch zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 4. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Gold Vogel“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. Wer mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet, der kann „Gold Vogel“ gewinnen: Womit könnte man ganze Armadas aus Segelschiffen?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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  • 02/06/14--22:29: Interview mit B.C. Schiller
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Christian war bereits in der Höhle des Löwen. Er besuchte den berüchtigten Jack Unterweger in seiner Wohnung. Vielleicht haben Christian und Barbara deshalb einen Löwenjagdhund? Ihre Batterien laden sie gerne auf Mallorca auf und dazu gibt’s auch gerne mal gute Bodega-Weine.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Die Fotografin“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto B.C.Schiller_Baum

    Foto: © Barbara und Christian Schiller

    B.C. Schiller ist ein Autorenduo. Dahinter stehen Barbara und Christian Schiller. Barbara arbeitete lange Zeit als Marketingagentin für Unternehmen in Osteuropa. Christian hat Radiofeatures verfasst. U.a. hatte er den Serienmörder Jack Unterweger interviewt.

    B.C. Schiller leben wo im Österreich?

    B.C. SCHILLER:
    Wir leben zur Zeit in der Nähe von Linz, direkt an der Donau.

    AVELEEN AVIDE:
    Hat Jack Unterweger denn einen der Morde im Gespräch zugegeben? Und was war es für ein Gefühl, mit einem Serienmörder direkt konfrontiert zu sein? Wo hat das Gespräch stattgefunden?

    B.C. SCHILLER:
    Das Gespräch mit Jack fand in seiner Wohnung in Wien statt. In der Wohnung hingen Poster, die ihn als DJ und mit nacktem Oberkörper zeigten. Bei dem Interview trug er eine hautenge Schlangenlederhose und hochhackige Cowboy Stiefel (er war sehr klein!). Für seinen ersten Mord hatte er einen dicken Ordner angelegt, indem sämtliche Medienberichte über ihn fein säuberlich abgelegt waren. Am meisten interessierten ihn die Fotos auf denen er gut abgebildet war. Er fand es übrigens eine Frechheit für diesen Mord 15 Jahre Gefängnis ausgefasst zu haben, da es ja nur eine „Prostituierte“ gewesen war. Das Gefühl während des Interviews war unangenehm, da er eine sehr starke Aggression verströmte und eine niedrige Reizschwelle hatte. Pausenlos läutete das Telefon und er war sehr stolz darauf, dass nur weibliche Fans anriefen die laut seiner Aussage mit ihm ins Bett gehen wollten.
    Am meisten erschüttert hat mich diese unglaubliche Gefühlskälte und der übertriebene, fast krankhafte Narzissmus.

    AVELEEN AVIDE:
    Barbara, es heißt, deine teilweise abenteuerlichen Erlebnisse in osteuropäischen und ex-sowjetischen Staaten dienten teilweise als Hintergrundinformationen. Was für ein Abenteuer hast du denn erlebt?

    B.C. SCHILLER:
    Für die osteuropäische Firma für die ich tätig war, musste z.B. in Sofia eine ganze Hoteletage geräumt werden, da die Chefs Angst vor einem Anschlag hatten. Das war nicht abwegig, denn einen Tag später wurden wir auf dem Weg zu einem Radiointerview in Sofia von einem Motorrad aus beschossen. Zum Glück fuhren wir wie immer in einer gepanzerten Limousine. ;) Mein Chef war das anscheinend gewöhnt, denn er sagte den Interviewtermin nicht ab. Im Gegenteil am Abend bestand er darauf, dass wir alle in einem „Nobel“ Club unser Überleben feierten.

    AVELEEN AVIDE:
    Was bitteschön ist ein Marketingagentin. Ich kenne schon viele Werbeausdrücke, aber der ist mir noch nicht untergekommen. Kannst du ein wenig erzählen?

    B.C. SCHILLER:
    Eine Marketingagentin bereitet den Markt mit unkonventionellen Methoden, um Produkte in neuen Märkten erfolgreich zu platzieren. Im Wesentlichen geht es um viel Lobbying und Guerilla Aktionen. Wichtige Voraussetzungen sind schnelles Reagieren auf regionale Marktgegebenheiten und ein ausgeprägtes Kombinationstalent.

    AVELEEN AVIDE:
    Christian, es heißt in deiner Bio, dass du schon mehrere Bücher veröffentlicht hast. Welche Bücher und hast du sie unter Pseudonym veröffentlicht?

    B.C. SCHILLER:
    Ich habe die Bücher unter meinen Namen veröffentlicht. Mein Roman „I Zimbra“ erschien Ende der 80er Jahre bei einem deutschen Verlag und die Buchpräsentation fand gemeinsam mit dem Sänger Nick Cave in Hamburg statt. Das Buch handelt von einem verstorbenen englischen Magier, der in dem Körper seines Biographen wieder geboren wird.
    Mein zweites Buch war der authentische Fall eines Serienmörders, der 1946 im Kopernausserwald in Österreich sein Unwesen trieb. Dieses Buch wurde auch für den Sender 3SAT verfilmt, wofür ich auch das Drehbuch schrieb.

    AVELEEN AVIDE:
    Serienmördern fehlt Empathie, sie denken nur an ihren eigenen Kick. Ist das der Grund, warum sie jammern und winseln, wenn man ihnen eine Watschn gibt, aber es ihnen nichts ausmacht, andere zu verstümmeln?

    B.C. SCHILLER:
    Ja, das stimmt. Serienmörder sind wehleidige Wesen, egal ob man sie körperlich quält oder ihre Taten geistig in Frage stellt, sie machen immer andere für ihr Handeln verantwortlich und sind selbst immer die Opfer.

    AVELEEN AVIDE:
    Bei Wein und Unterhaltung sei dieser Krimi entstanden. Stimmt das tatsächlich?

    B.C. SCHILLER:
    Natürlich nicht! Im Gegenteil, das Erfinden und Schreiben von Thrillern ist geistige Schwerstarbeit, da gibt es keinen Tropfen Alkohol, sondern nur Tee und Sport. Das klingt etwas nüchtern, doch nur so kann man konsequent täglich schreiben. Gefeiert wird, wenn ein Buch fertig geschrieben ist du dann sprudeln auch manchmal die Ideen für neue Thriller.

    AVELEEN AVIDE:
    Jedes Autorenduo hat eine andere Zusammenarbeit. Wer von euch macht was?

    B.C. SCHILLER:
    Die Plot-Idee und die Hauptcharaktere für jeden Thriller werden von uns gemeinsam kreiert und anschließend schreibt jeder kapitelweise die Story, die am Ende wieder gemeinsam überarbeitet wird.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften habt ihr?

    B.C. SCHILLER:
    Unsere größte Leidenschaft ist unser afrikanischer Löwenjagdhund Kajumba Jabali, mit dem wir oft stundenlang joggen gehen. Eine weitere Leidenschaft ist eine kleine 200 Jahre alte Finca auf , wo wir unsere Batterien wieder aufladen können und gerne gute Bodega Weine trinken. ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest ihr zurzeit? Und wenn ihr lest, welche Genres lest ihr am liebsten?

    B.C. SCHILLER:
    Barbara: ich lese zur Zeit „Flammenkinder“ von dem skandinavischen Bestsellerpaar Lars Kepler.

    Christian: ich lese zur Zeit die Biographie von Keith Richards.

    Wir lesen natürlich gerne Thriller, aber auch zeitgenössische Literatur wie Thomas Bernhard ...

    AVELEEN AVIDE:
    Wieso habt ihr euch entschlossen, euer erstes Buch ohne Verlag als E-Book zu veröffentlichen?

    B.C. SCHILLER:
    Weil wir trotz großer Literaturagentur keinen Verlag gefunden haben – zum Glück. ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Ihr seid beide Werbeprofis, inwieweit habt ihr das für euer Buch genutzt? Hattet ihr einen Plan und könnt ihr eine Sequenz verraten?

    B.C. SCHILLER:
    Wir wussten dass wir mit B.C.Schiller eine Marke etablieren müssen, die für spannende Thriller steht. Unser fixer Plan war: in die Top 10 Bestseller Krimi/Thriller bei Amazon zu gelangen, was uns auch mit jedem Thriller bisher gelungen ist!

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für euch?

    B.C. SCHILLER:
    Schreiben ist ein Beruf, der uns unglaublich Spaß macht und viel Freiheit schenkt!

    Cover Die Fotografin

    B.C. SCHILLER: In „Die Fotografin“ geht es lt. Amazon.de um:
    „Mit Entsetzen wird mir klar: Diese Frau im Spiegel bin ich und ich habe gerade meinen Liebhaber getötet.“
    Mit diesen Gedanken im Kopf erwacht die Fotografin …

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamt ihr auf die Idee zu „Die Fotografin“?

    B.C. SCHILLER:
    Uns interessierte eine Frau, die glaubt nicht mehr zwischen Wahn und Wirklichkeit unterscheiden zu können.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass ihr für „Die Fotografin“ recherchieren musstet. Ist euch bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    B.C. SCHILLER:
    Wir waren überrascht, als wir mit einer Psychologin gesprochen haben, dass es viele Leute gibt, die ihre Umgebung abfotografieren um so die Sicherheit in ihrem Leben zu dokumentieren.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingt ihr an den Plot für „Die Fotografin“ heran? Könntet ihr uns ein Beispiel für eure ersten Überlegungen zur Handlung von „Die Fotografin“ geben?

    B.C. SCHILLER:
    Wir hatten drei unterschiedliche Plot-Ideen für „Die Fotografin“ und haben uns dann für die ungewöhnlichere Idee mit dem direkten Schreibstil in Präsenz entschieden. Unsere ersten Überlegungen waren das Entwickeln einer Gratwanderung zwischen Wahn und Wirklichkeit: Ist Adriana eine Mörderin oder nicht?

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen euch Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt euch alles gleich leicht oder anders gefragt, mögt ihr alles gleich gerne?

    B.C. SCHILLER:
    Wenn man eine straffe Storyline entwickelt hat, macht es keinen Unterschied, dann ist alles gleich aufregend, anstrengend du spannend.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schafft ihr es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    B.C. SCHILLER:
    Wir überarbeiten das Buch und haben ein professionelles Lektorat.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingt ihr an die Protagonisten, die Fotografin Adriana See heran? Würdet ihr uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    B.C. SCHILLER:
    Adriana ist eine moderne Frau, die auf den ersten Blick erfolgreich und glücklich sein müsste. Doch auf den zweiten Blick ist alles anders, denn sie hat einen Liebhaber und eine dramatische Vergangenheit.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingt ihr zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingt dann zu schreiben an oder habt ihr alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und ihr beginnt zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    B.C. SCHILLER:
    Die Idee hat uns nicht mehr los gelassen, hat uns täglich fasziniert. Wir haben dann ein ausführliches Exposee verfasst und mit dem Schreiben begonnen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in eurem Leben vorstellen, wenn ihr an einem Roman arbeitet?

    B.C. SCHILLER:
    Wir besprechen gemeinsam beim Frühstück die Kapitel und lesen uns gegenseitig das Geschriebene vom Vortag vor. Anschließend gehen wir mit unserem Hund spazieren und dann wird bis zum späten Nachmittag geschrieben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibt ihr am liebsten?

    B.C. SCHILLER:
    Jeder von uns hat sein eigenes kleines „Schreibkämmerchen“. ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Hört ihr auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder braucht ihr absolute Stille?

    B.C. SCHILLER:
    Barbara braucht absolute Ruhe!
    Christian hört laute Musik, z.B. das dänische Frauenduo „darkness falls“ oder die neue Nick Cave and Bad Seets CD, etc.

    AVELEEN AVIDE:
    Werdet ihr von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für euch der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    B.C. SCHILLER:
    Nein, wir haben unsere Literaturagentur mit Jahresende gekündigt, da wir leider mit den Ergebnissen nicht zufrieden waren.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitet ihr derzeit und dürft ihr schon ein wenig darüber verraten?

    B.C. SCHILLER:
    Wir arbeiten gerade an der Finalisierung unseres vierten Tony Braun Thriller und soviel sei verraten: Ein Serienmörder wechselt von Amerika nach Österreich, denn er will seine Mumm wieder haben!

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättet ihr für angehende Autoren, die einen Krimi veröffentlichen möchten?

    B.C. SCHILLER:
    Wenn ein angehender Autor von seiner Story überzeugt ist, dann einfach veröffentlichen und immer drauf bleiben ... der Erfolg kommt sicher!

    AVELEEN AVIDE:
    Barbara und Christian, vielen Dank für das Interview.

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    Heute gibt 1 E-Book zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 4. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Die Fotografin“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. Wer mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet, der kann „Die Fotografin“ gewinnen: Wie heißt der Hund von Barbara und Christian?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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  • 02/15/14--22:44: In Verzug
  • Liebe Leser meines Blogs,

    da ich derzeit so viel andere Arbeit habe, verzögerten sich bereits ein paar Mal die Intervieweinträge. Erst ca. Ende März werde ich wohl wieder ganz regelmäßig in meinem Blog schreiben. Kommenden Freitag gibt es in jedem Fall wieder eines und heute bereite ich auch noch 2 Interviews vor, so dass ich sie an die Autorinnen mailen kann. Aber es könnte auch noch mal vorkommen, dass ich einen Freitag kein Interview online stelle. Also einfach reinsehen.

    Herzlichen Gruß
    Aveleen

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  • 02/21/14--11:01: Interview mit Gunnar Kunz
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Wegen Gunnar Kunz sind in der ehemaligen DDR die Mitarbeiter im Ministerium für Kultur vom Glauben abgefallen. Während er seiner Bestimmung, dem Schreiben nachgeht, spiegelt sich seine Seele im Norden wider.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Zeppelin 126“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Gunnar Kunz

    Foto: © Gunnar Kunz

    Gunnar Kunz ist freier Autor.

    Gunnar Kunz wurde 1961 in Wolfenbüttel geboren. Er hat 14 Jahre als Regieassistent gearbeitet, später auch als Revisseur an Theatern in Braunschweig, Schwedt/Oder, Hamburg und Berlin. Der Liebe wegen hast du auch in Schottland gelebt. Wie lange hat es dich in Schottland gehalten und wo warst du da?

    GUNNAR KUNZ:
    Ungefähr zwei Jahre habe ich in Edinburgh gelebt, allerdings bin ich in den nunmehr 25 Jahren, in denen ich dieses wunderschöne Land besuche, auch in so ziemlich jeder anderen Ecke gewesen. Meine Favoriten sind die Inseln, besonders Mull, Skye, Harris, Lewis und Orkney.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast bereits im Kindesalter mit einem Nachbarsjungen eine Bücherausstellung in eurem Hinterhof veranstaltet. Selbst organisiert?

    GUNNAR KUNZ:
    Klar. Die auf Kellnerblöcke und in Schulhefte handgeschriebenen „Bücher“ haben wir auf dem Rasen platziert. Ich weiß noch, dass ich da mein erstes Werk verkauft habe. Für zehn Pfennig. Oder waren es fünf? Da ich im Gegensatz zu Onkel Dagobert meinen „ersten selbstverdienten Heller“ nicht aufgehoben habe, weiß ich das nicht mehr so genau.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast schon früh Theaterstücke aus dem Stegreif aufgeführt. Wo hast du sie aufgeführt und wie lange haben sie gedauert?

    GUNNAR KUNZ:
    In der Schule, in Schrebergärten, vom Fenster einer Wohnung aus – wo auch immer. Die Dauer? Ich schätze, so zwischen zehn Minuten und einer halben Stunde.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast dich nach dem Zivildienst für einen Studienplatz an beiden Filmregieschulen beworben und wurdest nicht angenommen. Eine Freundin hat dir den Rat gegeben, es am Theater zu versuchen. War das der beste Input deines Lebens?

    GUNNAR KUNZ:
    Auf jeden Fall ein sehr guter. Der mich mit dem Theatervirus infiziert hat. Manchmal braucht man einen Anstoß von außen, um das Offensichtliche zu sehen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wer am Theater arbeitet zieht oft oder öfters um. Macht dir das nichts aus, deinen Freundeskreis zu verlassen?

    GUNNAR KUNZ:
    Das kann ich so nicht bestätigen. Ich habe in meinem Leben nur zweimal die Stadt gewechselt. Und mich immer bemüht, Kontakt zu meinen Freunden zu halten, weil mir Freundschaft sehr viel bedeutet.

    AVELEEN AVIDE:
    Du warst am Theater Regieassistent, Inspizient, Dramaturg, Requisiteur, Tourneebegleiter, Licht- und Tontechniker und Statist. Wo steckt mehr Herzblut drin? Und was macht ein Tourneebegleiter?

    GUNNAR KUNZ:
    Souffleur, hast du vergessen. :-) Entscheidend war für mich natürlich die Regieassistenz, ich wollte ja auf Regie hinaus. Aber dass ich in so ziemlich alle Bühnenberufe mal reingeschnuppert habe, hat mir natürlich gut getan. Auch fürs Schreiben. Und nicht nur für das Schreiben von Theaterstücken. Was ich über Dramaturgie am Theater gelernt habe, durchs praktische Arbeiten an den jeweiligen Stücken, ist von unschätzbarem Wert für mich.

    Was ein Tourneebegleiter zu tun hat, nun, das hängt vom Ausbeutungsfaktor des jeweiligen Tourneeunternehmens ab. Ich habe täglich frische Requisiten besorgt, die Bühne mit aufgebaut, am Abend Abendregie und Inspizienz gemacht und nebenbei den Ton gefahren. Man macht da häufig 4 – 6 Jobs zum Lohn von 1 ½. Manchmal habe ich nachts nicht in einem Hotel, sondern hinten auf dem LKW geschlafen (ein Bett war Teil des Bühnenbildes).

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du tatsächlich auf die Idee Ende der Achtziger eine Stelle als Regieassistent in der damaligen DDR zu bekommen? Und warum wolltest du freiwillig hinter die Mauer?

    GUNNAR KUNZ:
    Zu dem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, beruflich zu stagnieren. Ich wollte etwas Neues ausprobieren. Es hieß immer, die Theaterausbildung in der DDR sei sehr gut. Ich wollte dazu lernen. Gucken, wie die das machen. Habe mich übrigens auch in London beworben, genauso vergeblich.

    AVELEEN AVIDE:
    In der damaligen DDR sind sie anhand deiner Offerte sicher vom Glauben abgefallen?

    GUNNAR KUNZ:
    Aber holla! In den Theatern guckten sie mich verständnislos an und meinten, da müsse ich erst beim Ministerium für Kultur vorsprechen. Und das Gesicht des Herrn dort werde ich auch in amüsanter Erinnerung behalten.

    AVELEEN AVIDE:
    Du schreibst selbst Theaterstücke. Eines deiner Stücke sahen 14.000 Menschen. Das ist für ein Theaterstück viel. Was war es für ein Stück und warum meinst du bekam es so großen Zulauf?

    GUNNAR KUNZ:
    Es handelte sich dabei um meine erste Märchenbearbeitung, „Das tapfere Schneiderlein“. Eigentlich hatte ich gar nicht vor, Märchen zu bearbeiten. Inszenieren wollte ich sie immer, auf den Gedanken, Bühnenfassungen zu schreiben, war ich gar nicht gekommen. Zumal es ja von jedem Märchen bereits unzählige Varianten gibt. Ich war damals Regieassistent bei dem geplanten Stück, und wir haben uns, wie das üblich ist, alle Fassungen kommen lassen, die es gab, so um die 15, eine grottiger als die andere.

    Ich liebe Märchen und kann nicht verstehen, wie man die Poesie darin, die zeitlosen Einsichten, derart verkitschen und unkenntlich machen kann. Wenn man Märchen bearbeitet, sollte man wenigstens eine rudimentäre Ahnung haben, worum es darin eigentlich geht, welche Weisheiten darin eingebettet sind. Also habe ich mich mit meinem Regisseur besprochen und eine eigene Fassung geschrieben, basierend auf meiner langjährigen Beschäftigung mit Märchen und Mythen. Die Zuschauer haben mir die Sorgfalt gedankt.

    AVELEEN AVIDE:
    “Zum Glück haben Betonköpfe eine kurze Halbwertzeit“, sagst du in deinem Lebenslauf, nachdem du nach dem Fall der Mauer doch noch im ehemaligen Ost-Berlin am Theater gearbeitet hast. Den Spruch finde ich klasse! Was für ein Theater hast du wo inszeniert? Oder hast du dort etwas anderes gemacht?

    AVELEEN AVIDE:
    Hauptsächlich Regieassistenz. Das war aber nicht in Ost-Berlin, sondern in Schwedt an der Oder. Etwas über drei Jahre war ich dort und habe dabei mehr gelernt, als in den zehn Jahren vorher als Freiberufler zusammen. Wie gesagt, auch fürs Schreiben. Und obwohl ich mit gutem Grund anschließend das Theater insgesamt verlassen habe, möchte ich die Zeit nicht missen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    GUNNAR KUNZ:
    So gut wie immer in den Norden, Venedig mal ausgenommen. Die nordische Landschaft reflektiert meine Seele. Für mich hat Urlaub nichts mit körperlicher Erholung zu tun, das kann ich auch zu Hause, sondern ich will mir den Kopf freipusten lassen. Indem ich im schottischen Hochland wandere, zum Beispiel. Die Natur auf mich wirken lasse. Und es funktioniert. Ich komme zwar immer völlig erledigt nach Hause, aber mit neuem Elan und frischen Ideen.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    GUNNAR KUNZ:
    Lesen. Musik hören. Comics. Wandern. Freunde treffen. Früher auch Tanzen, aber ich gestehe, das letzte Mal ist Jahre her.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    GUNNAR KUNZ:
    Ich bin ein Vielleser und lese alles querbeet. Viele Sachbücher für die Recherche, aber das macht mir auch Spaß. Es gibt so viele interessante Themen! Romane natürlich auch, ebenfalls querbeet. Manchmal zwei oder drei parallel. Aber im Gegensatz zu früher lese ich ein Buch, das mir nicht gefällt, heute nicht mehr zu Ende, dafür ist das Leben zu kurz.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    GUNNAR KUNZ:
    Meine Bestimmung.

    Cover Zeppelin 126

    GUNNAR KUNZ: In „Zeppelin 126“ geht es lt. Amazon.de um:
    1924. Langsam erholt sich Deutschland von der Inflation. Hendrik Lilienthal, Professor für Philosophie, und Diana, die Frau seines Bruders und Assistentin von Max Planck, nehmen an einer Probefahrt des Zeppelins LZ 126 teil, bevor dieser als Reparationsleistung an die US Navy geliefert wird. Doch die Mitreisenden entpuppen sich als schwierig, unter der Oberfläche gären mühsam verborgene Spannungen, es kommt zu Handgreiflichkeiten. Schließlich geschieht ein Mord. Auf sich allein gestellt versuchen Hendrik und Diana mit philosophischem Witz und analytischem Verstand, den Täter zu entlarven. Ihre Fragen reißen alte Wunden auf und verwandeln die angespannte Situation in ein Pulverfass. Und plötzlich wird es eng im Luftschiff, als den Passagieren klar wird, dass ein zu allem bereiter Verbrecher mit an Bord ist. Im vierten Fall des ungleichen Ermittlerpaares entführt Gunnar Kunz die Leser an Bord eines der faszinierendsten Verkehrsmittel aller Zeiten und lässt die unruhigen Zwanzigerjahre vor einem dramatischen Hintergrund wiederauferstehen ...

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Zeppelin 126: Ein Krimi aus der Weimarer Zeit

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Zeppelin 126“?

    GUNNAR KUNZ:
    Das war während meiner Arbeit an „Organisation C.“. Damals gab ich meiner weiblichen Hauptfigur, Diana Escher, Assistentin von Max Planck, ein Faible fürs Flugzeugfliegen mit. Und während ich dazu recherchierte und natürlich auch auf Zeppeline stieß, dachte ich plötzlich: Ein Krimi, der im Zeppelin spielt! Das ist nicht nur originell, es ist auch gewissermaßen ein Symbol für die jüngere Vergangenheit.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Zeppelin 126“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    GUNNAR KUNZ:
    Ich recherchiere immer. Selbst für Fantasyromane. In diesem Fall z.B. im Zeppelinmuseum am Bodensee, was eine große Hilfe war. Aber etwas Überraschendes – nein, da muss ich passen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Zeppelin 126“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Zeppelin 126“ geben?

    GUNNAR KUNZ:
    Das ist schwierig, weil sich im Laufe des Schreibprozesses so viel verändert, dass ich das hinterher kaum noch sagen kann. Ich lasse mich natürlich auch von dem beeinflussen, was ich während der Vorabrecherche in Erfahrung bringe, und denke mir entsprechende Figuren und Handlungen aus, um die Strömungen der damaligen Zeit und die Motive der Menschen sichtbar zu machen.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    GUNNAR KUNZ:
    Jeder Bereich hat seine eigenen Freuden und seine eigenen Schwierigkeiten.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    GUNNAR KUNZ:
    Ich gehöre zu den Autoren, die viel von einer gründlichen Vorarbeit halten. Im Krimi noch mehr als in anderen Genres, da muss, meiner Meinung nach, jedes Detail, jede falsche oder richtige Spur, stimmen. Deshalb arbeite ich Plot und Figuren bis ins Detail aus, ehe ich anfange zu schreiben. Natürlich ändert sich trotzdem noch manches während des Schreibprozesses, aber eben weil ich genau weiß, wo ich mit meiner Geschichte hin will, bin ich frei, auf spontane Einfälle zu reagieren, ohne dass sie mich aus dem Konzept bringen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Protagonisten, den Professor für Philosophie, Hendrik Lilienthal heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    GUNNAR KUNZ:
    Das ist etwa fünfzehn Jahre her, daher erinnere ich mich nicht mehr gut daran. Aber Tatsache ist, dass ich ein starkes Interesse an den großen Menschheitsfragen habe: Wer sind wir? Woher kommen wir? Wo gehen wir hin? Was ist der Sinn unseres Lebens? Was macht den Menschen aus? Diese Thematik wirst du immer wieder bei mir finden. Insofern war es naheliegend, einen Philosophieprofessor als Protagonisten zu wählen. Zumal ich die klassische Variante des Amateurdetektivs bedienen wollte.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    GUNNAR KUNZ:
    Wie gesagt, gute Vorarbeit und das Wissen, was ich will, ist für mich Voraussetzung. Bei den Krimis habe ich das Exposee mit Aufschlüsselung, was in welchen Kapiteln geschieht, fertig, ehe ich anfange. Auch wenn sich eben gelegentlich auch mal etwas daran ändert. Bei anderen Büchern bin ich nicht gar so streng, aber auch da weiß ich zumindest grob, was wann wo auf welche Weise geschieht. Trotzdem stoße ich natürlich jeden Tag auf Probleme, an die ich nicht gedacht habe, oder meine Figuren entwickeln ein Eigenleben und führen mich irgendwohin, wo ich noch nicht war. Dann gehe ich mit Papier und Stift bewaffnet spazieren, weil ich die Erfahrung gemacht habe: Wenn sich der Körper bewegt, bewegt sich auch der Geist. In der Regel habe ich zumindest einen Zipfel der Lösung gefunden, wenn ich wieder nach Hause komme.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    GUNNAR KUNZ:
    Nach der Dusche gleich an den Computer. Ohne Frühstück. Vormittags ist die eigentlich kreative und deshalb für mich heilige Zeit. Irgendwann Arbeitspause, etwas essen. Weiter schreiben. Zwischendurch, wie gesagt, Spaziergänge. Nachmittags dann Telefonate, Lesungen organisieren etc., und Recherche in den Bibliotheken und im Internet. Wobei die Bibliotheken für mich nach wie vor wichtiger sind. Abends wird gelesen, was ich ausgeliehen habe. Ich schreibe sieben Tage die Woche, selbst wenn es vielleicht mal nur wenig ist, weil ich entscheidend finde, im Fluss zu bleiben. Eine Freundin von mir sagt immer: „Du lebst mit deinen Figuren.“

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    GUNNAR KUNZ:
    Zu Hause. Am Schreibtisch.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    GUNNAR KUNZ:
    Früher, als ich ausschließlich Kurzgeschichten schrieb, habe ich manchmal die Musik benutzt, um mich irgendwohin führen zu lassen. Heute führe ich lieber selbst. :-))) Absolute Stille muss nicht sein. Aber Ungestörtheit schon.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    GUNNAR KUNZ:
    Zeitweilig. Ich hatte zweimal einen Agenten. Natürlich steigt dadurch die Chance, bei einem der Großen in der Verlagsbranche unterzukommen, wie mit meinem Venedig-Fantasyroman „Lagunenrauner“ geschehen. Andererseits bedeutet das immer eine arge Einschränkung meiner Freiheit, weil die meisten Agenten Exklusivrechte wollen. Ich kann dann nicht mal für einen der kleinen Verlage, mit denen ich gern zusammenarbeite, etwas Spontanes machen, was vielleicht nicht viel Geld bringt, aber Spaß. Oder irgendwelche Nischensachen. Oder Selfpublishing. Da habe ich noch nicht die ideale Lösung gefunden. Es gibt ein größeres Projekt, an dem ich arbeite, für das werde ich sicher wieder einen Agenten suchen. Bis dahin probiere ich mich weiter aus.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    GUNNAR KUNZ:
    Wie so häufig an mehreren. An meinem erwähnten Großprojekt ganz praktisch, und für ein zweites (den nächsten Krimi) recherchiere ich schon parallel. Mehr will ich dazu nicht sagen, weil ich ungern über ungelegte Eier rede und auch finde, dass Dinge sich oft verselbstständigen, sobald man sie ausgesprochen hat.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    GUNNAR KUNZ:
    Haltet durch! Ein Agent hat mir mal ein Bonmot erzählt, das von Michael Ende stammen soll: „Erfolg ist eine Portofrage.“ Wenn diese Anekdote nicht stimmt, ist sie zumindest gut erfunden. Und im Zeitalter des Internets braucht man nicht mal mehr das Porto.

    AVELEEN AVIDE:
    Gunnar, vielen Dank für das Interview.

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    Heute gibt 1 Buch zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 4. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Zeppelin 126“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. Wer mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet, der kann „Zeppelin 126“ gewinnen: Für welches Märchen hat Gunnar Kunz eine Theaterfassung geschrieben?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

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    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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  • 04/18/14--11:25: Interview mit Zoe Held
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Zoe Held aka Isabella Frey liebt ihr Hobby - Erotik schreiben. Und wenn sie nicht gerade wilde Spiele im Sport hat, liest sie was das Zeug hält. Außerdem liebt sie das Reisen, vor allem in den Norden oder doch lieber in den Süden oder eigentlich generell.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Wilde Spiele“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Zoe Held

    Foto: © Zoe Held

    Zoe Held ist Autorin.

    Zoe Held lebt in welcher Ecke Deutschlands.

    ZOE HELD:
    Ich lebe in der Nähe von München mit Blick auf Alpen und Seen. Die Ecke gefällt mir ganz gut, vor allem die Nähe zu den Bergen – ich liebe wandern und Ski fahren, da ist das die perfekte Ausgangslage.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast auch noch einen Brotjob. Darf ich fragen welchen?

    ZOE HELD:
    Einen stressigen, der mir aber wahnsinnig Spaß macht. Ich arbeite im Büro, viel am PC und mit viel Text, und komme selten unter zehn Stunden hin. Aber ich brauche beides als Ausgleich, insofern ist das für mich schon in Ordnung so.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast bei NaNo mitgemacht. NaNo (National Novel Writing Month) ist: Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach. Schreib einen Roman in einem Monat, mindestens aber 50.000 Wörter. Hast du das neben deinem Brotjob gemacht? Und wie hast du das bloß hinbekommen? Ist das ein Buch, das auch veröffentlicht werden wird und kann oder war es „nur“ eine Fingrübung?

    ZOE HELD:
    Ob das Buch veröffentlicht wird, weiß ich noch nicht. Da muss ich mal noch mit meiner Agentin drüber sprechen. Diesmal habe ich einen Steampunk-Roman geschrieben, der mir persönlich ganz gut gefällt. Vor allem kommt er mal ausnahmsweise gänzlich ohne Lovestory aus, das war eine neue Erfahrung für mich. An und für sich hatte ich dieses Jahr aber das Ziel, nach einem ganzen Jahr „Schreiben für die Veröffentlichung“ endlich mal wieder „einfach nur“ zu schreiben, ohne mir irgendeinen Gedanken machen zu müssen. Das ist einfach etwas anderes, wenn man einfach nur schreibt, wie einem die Geschichte zufliegt, oder ob man doch mit einem halben Auge in Richtung zukünftiger Leser schielt. Ich wollte mal wieder uneingeschränkt Spaß haben, und das ist mir gelungen.

    Wie man das neben dem Brotjob schafft? Ja, das frage ich mich auch immer wieder. In dem Fall ging es bei mir zulasten des Schlafs. Ich brauche für das Pensum in etwa zwei Stunden pro Tag, die irgendwo her kommen müssen. Normalerweise schreibe ich nur drei bis vier Mal die Woche, im NaNo eben jeden Tag, und weder Haushalt noch Brotjob noch Sport sollen drunter leiden – Kaffee!!!!

    AVELEEN AVIDE:
    Du bist bei „Tintenzirkel“. Was ist das und was bringt es dir?

    ZOE HELD:
    Der Tintenzirkel ist ein Forum für Fantasyautoren – und meiner Meinung nach eines der besten Foren überhaupt. Ich komme ja eigentlich aus dem Fantasygenre und träume auch immer noch davon, irgendwann mal einen richtig epischen Fantasyroman zu veröffentlichen, und dort fühle ich mich einfach zu Hause. Was es mir bringt? Freunde. Ganz, ganz viele Freunde und Autoren, mit denen ich mich austauschen kann. Ohne den Zirkel wäre ich nie so weit gekommen und hätte mich auch den Schritt nie getraut, an die Öffentlichkeit zu gehen.

    AVELEEN AVIDE:
    Du schreibst unter dem Pseudonym Isabella Frey oder ist Zoe Held dein Pseudonym? Wieso zwei unterschiedliche Namen?

    ZOE HELD:
    Das sind beides Pseudonyme, weil ich Beruf und Schreiben ganz gerne trennen will. Zu den zwei Namen kam es, weil meine beiden Erstlingsbücher („Wilde Spiele“ und „Fesseln der Freiheit“) bei verschiedenen Verlagen gelandet sind und dann aber doch relativ zeitgleich erscheinen sollten. Außerdem sind die Bücher doch etwas anders in ihrer Art – Isabella würde ich persönlich als etwas sanfter bezeichnen, Zoe geht definitiv mehr in die härtere BDSM-Schiene. Das hat sich letztlich einfach ergeben, und ich mag beide eigentlich sehr gerne.

    AVELEEN AVIDE:
    Du verreist gerne in den rauen Norden. Was reizt dich gerade an diesen Ländern? Was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    ZOE HELD:
    Da ist es nicht so warm *lach*. Nein, ich mag auch den Süden ganz gerne, aber wenn ich es mir aussuchen kann, reise ich lieber in Richtung Norden. Ich war schon in Schottland, ein paar Mal in Schweden, in Finnland, auf den Faröer Inseln und auf Island – und träume gerade von Irland oder Norwegen als nächstes Reiseziel. Ich gehe ja gerne wandern, und das kann man dort ja ganz fantastisch. Außerdem finde ich die Landschaft dort einfach genial, die Weite, die Wälder, die Menschenleere. Ich brauche das ab und zu, um wieder aufzutanken. Einfach nur Wald und See und ein paar Elche – das ist ein Traumurlaub.

    An und für sich mag ich aber auch Kultururlaube, also Städtetrips mit Besichtigungsprogramm. Die meisten westeuropäischen Hauptstädte habe ich schon durch, mir fehlen nur Madrid und Lissabon, und demnächst soll es dann auch mal gen Osten gehen. Budapest steht ganz oben auf der To-See-Liste, dicht gefolgt von Sankt Petersburg.

    Oh, und Kroatien liebe ich auch, das darf ich hier jetzt nicht unterschlagen. Wir fahren relativ oft zum Campen nach Kroatien, das ist auch immer ein Traumurlaub. Viel leckeres Essen, ab und zu ins Meer hüpfen, lesen, lesen, lesen, das ist auch entspannend.

    Ach ja, eigentlich kann ich gar nicht sagen, was mir an einem Urlaub wichtig ist. Ich mag so viele verschiedene Arten von Urlaub, vom Campen über Luxus-Wellness-Urlaub bis hin zu Sporturlaub, da könnte ich mich nicht auf eine Art festlegen. Hauptsache, ich komme raus von daheim, sehe ganz viel Neues (also nur am Strand liegen ist gar nicht meins), erlebe was und kann mich bewegen.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    ZOE HELD:
    Wie nach der letzten Frage wahrscheinlich schon zu vermuten war: Reisen. Unter zwei bis drei Trips im Jahr geht es einfach nicht, und wenn es nur Wochenendtrips in Richtung Norditalien sind. Daneben natürlich schreiben und lesen, das ist für mich der Ausgleich zu meinem Job. Ansonsten habe ich gerade das Stricken für mich entdeckt.

    Und dann natürlich noch Sport. Ich kann leider nicht sehr gut und sehr lange stillsitzen, was bei einem Schreibtischjob nicht so ideal ist. Darum brauche ich abends mein Quäntchen Bewegung. Meistens gehe ich einfach nur eine Stunde auf den Crosstrainer, aber wenn ich es zeitlich hinbekomme, dann gehe ich in Step-Kurse. Step liebe ich, Zumba ist auch ganz cool (Tanzen! Ich habe früher mal Ballett getanzt und dann etwa zehn Jahre lang Tanzkurse besucht, also die Klassiker wie Walzer, Tango, Cha-Cha-Cha), das ist dann die Entschädigung für das Geräte-Krafttraining.

    Skifahren, Wandern, Radtouren – am Wochenende gilt die Devise: Hauptsache raus und auspowern.
    Kurz gesagt: Sport, Sport, Sport, schreiben, reisen, lesen. In der Reihenfolge ungefähr.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    ZOE HELD:
    Zurzeit vor allem Erotik. Ich bin einfach ein Liebesgeschichten-Fan mit Sehnsucht nach Happy End. Dazwischen lese ich immer mal wieder gute Fantasy in Richtung George R.R. Martin oder Tolkien, gerne auch Steampunk, ab und an Klassiker der deutschen Literatur, vor allem Schiller. Also eigentlich querbeet, aber mit deutlichem Schwerpunkt auf Erotik.

    AVELEEN AVIDE:
    Du bist über ein Schreibseminar zu Bastei Lübbe gekommen. Welches Seminar war das und bei wem? Und wieso hast du mitgemacht?

    ZOE HELD:
    Das war ein Seminar, mit dem Bastei Lübbe nach Autoren suchte, also keines aus der neuen Bastei Lübbe Academy. Man musste sich mit einem kurzen Text zu einem festen Thema bewerben. Ich hatte damals eigentlich keine Zeit für solche Späße, weil ich mitten in einer beruflich stressigen Phase steckte, habe ein paar Seiten geschrieben und losgeschickt, frei nach dem Motto: „Hast ja nix zu verlieren“. Dass ich dann tatsächlich neben ein paar anderen Autoren aus über siebenhundert Zusendungen ausgewählt wurde, war für mich absoluter Hammer. Mitgemacht habe ich, weil man solche Chancen einfach nutzen muss. Wann bekommt man schon mal Infos aus erster Hand, wie Verlage sich Exposés und Co. vorstellen? Außerdem musste man nur Übernachtung und Anfahrt selbst zahlen, was für mich als damals Noch-Studentin auch gut war *lach*.

    Das Seminar selber ging drei Tage und umfasste alles vom Exposéschreiben bis hin zu konkreten Übungen für Klappentexte. Eigentlich alles also, was man so wissen muss, um zu veröffentlichen. Im Nachklang habe ich dann mein Exposé zu den „Fesseln der Freiheit“ eingeschickt und erst mal lange, lange gewartet (kam mir jedenfalls so vor, tatsächlich waren es nur knapp zwei Monate). Und dann kam die Zusage. Mitten in meinen Umzug hinein, und ich hätte fast das Telefon nicht mehr gefunden unter all den Umzugskisten. Wie das Leben halt so spielt: Wenn es kommt, dann alles auf einmal.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    ZOE HELD:
    Ausgleich und Spaß. Ich schreibe, weil es mir Spaß macht, Geschichten zu erzählen und Figuren kennenzulernen. Ich habe schon immer Geschichten erzählt, irgendwann habe ich angefangen, mich auch in der Theorie mit dem Schreiben zu beschäftigen, und der nächste Schritt war dann, einfach mal was an einen Verlag zu schicken. Wirkliche Ziele habe ich da aber nicht, ich mache das, solange es mir Spaß macht, wenn es das mal nicht mehr sollte, dann gibt es eben keine weiteren Veröffentlichungen mehr. Stress habe ich im Job genug, da brauche ich nicht auch noch Stress bei meinem Hobby.

    Cover Wilde Spiele

    ZOE HELD: In „Wilde Spiele“ geht es lt. Amazon.de um:
    Lena wurde von ihrem Verlobten Max sitzengelassen. Ihr Selbstwertgefühl ist im Keller. Als der äußerst attraktive Sebastian ihr den Hof macht, hat sie eine Idee: Mit ihm will sie Max eifersüchtig machen und zurückgewinnen. Sebastian lässt sich auf das Spiel ein, doch nur nach seinen Regeln. Und die sind hart. Lena ist zuerst schockiert, aber bald ist sie ihrem neuen Meister völlig verfallen. Denn die süße Lust der Unterwerfung schlägt alles, was sie je erleben durfte ...

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Wilde Spiele: Erotischer Roman

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Wilde Spiele“?

    ZOE HELD:
    Interessante Frage. Keine Ahnung, ehrlich. Ich sitze harmlos und nichtsahnend irgendwo herum, meistens am Schreibtisch, und dann tauchen da diese Figuren auf, die unbedingt ihre Geschichte erzählt haben wollen. Lena hat sich mir also vorgestellt, Basti ist dann danach entstanden – und dann habe ich versucht, ihnen eine Geschichte zu geben. Wobei es bei mir auch so ist, dass die Figuren ihre Geschichten weitgehend mitbringen, ich habe da ziemlich wenig Mitspracherechte.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Wilde Spiele“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    ZOE HELD:
    Öhm, nun ja, so viel Recherche war es nicht, dass dabei etwas wirklich Überraschendes passiert wäre. Der Roman spielt ja in München bzw. am Starnberger See und teilweise am Ammersee, also war es in Sachen „Wie sieht es da aus?“ relativ einfach für mich. Das ist bei Zoe Held anders, da spielt viel in London und Schottland, da muss ich dann schon ab und zu Google Maps bemühen, auch wenn ich an meinen Schauplätzen in aller Regel schon mal selbst war. Ansonsten recherchiere ich viel in Richtung BDSM-Szene, das ist eigentlich die Hauptarbeit, aber da bin ich inzwischen doch schon ganz gut mit den Basis-Informationen versorgt. Darüber hinaus? Ich weiß nicht, ich schlage viel während des Schreibprozesses nach, da fällt mir das dann meistens nicht so auf.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Wilde Spiele“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Wilde Spiele“ geben?

    ZOE HELD:
    Ich plotte nicht. Ich habe es ein, zwei Mal in meinem Schreiberleben mit Plotten versucht, das ging beides schief. Ich arbeite anfangs nur eine grobe Ideenskizze aus, also eine wirklich, wirklich grobe Handlung, die dann in ein Exposé gegossen wird. Darüber hinaus lasse ich mich von den Figuren überraschen, und meistens haben die Figuren recht *lach*.

    Für mich ist es wichtiger, die Figuren zu verstehen und zu kennen. Ich will wissen, wieso sie das tun, was sie tun. Nehmen wir Lena als Beispiel: Da tauchte also diese Frau in meinen Gedanken auf, die gerade von ihrem Verlobten verlassen wurde. Ich will also wissen: Wie würde sie reagieren? Was könnte sie dazu bringen, eine Affäre einzugehen? Wie sah ihre Kindheit aus? Wie war die Beziehung ihrer Eltern? Welche Vorbilder hat sie? Ist sie eher neugierig? Welche sexuellen Fantasien hat sie normalerweise so? Ist sie eher feministisch oder hängt sie eher traditionellen Rollenbildern an? Solche Dinge eben. Das ist eigentlich immer das erste, was ich in Gedanken mache: Meine Figuren kennenlernen.
    So kam ich übrigens auch zur Erotik: Ich will einfach alles über meine Figuren wissen, und ich finde, dass gerade auch die sexuelle Orientierung und die sexuellen Vorlieben einen Menschen ausmachen, also die Frage: Wie verhält sich jemand in seinem Schlafzimmer, wenn keiner zusieht, und wieso? Darum habe ich immer auch erotische Szenen für Figuren in anderen Romanen geschrieben, und irgendwann habe ich festgestellt, dass das wahnsinnig Spaß macht.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    ZOE HELD:
    Dialoge und Charaktere liegen mir mehr, würde ich sagen. Wenn Figuren sich einen Schlagabtausch liefern, fliegen die Seiten nur so dahin.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    ZOE HELD:
    Nachdem ich weder plotte noch beim Schreiben groß denke, bleibt das Sache der Überarbeitung. Ich lese immer und immer wieder, was ich selbst geschrieben habe, auch schon während des Schreibprozesses. Wenn ich lose Enden finde, mache ich mir Notizen und sehe, wie ich sie noch einbauen kann. Ich versuche jedenfalls, immer alle Baustellen wieder zuzumachen. Zum Glück gibt es ja auch noch das Lektorat.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonistin Lena heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    ZOE HELD:
    Nun ja, Lena war ein spezieller Fall, weil sie etwas abseits meiner üblichen Protagonistinnen lag. Normalerweise habe ich Frauen, die weder mit Sex noch mit Selbstbewusstsein ein Problem haben, und die beruflich auf der Erfolgsspur schwimmen. Lena kam also an und stand da, ohne Job, ohne Mann, ohne alles. Das war eine etwas schwierige Figur für mich, und da musste ich mich erst einmal reinfühlen. Ich habe also in ihrer Kindheit gegraben, mich mit der Beziehung zu ihrem Ex-Verlobten auseinandergesetzt, solche Dinge. Am wichtigsten war für mich aber (und das ist es bei allen Figuren): Was könnte diese Frau dazu bewegen, sich einem Mann absolut zu unterwerfen? Lena braucht jemanden, der ihr Sicherheit gibt und ihr den Rücken stärkt, und da war Basti einfach die ideale Besetzung.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    ZOE HELD:
    Bei mir ist es so, dass ich meistens schon an den Ideenskizzen für die nächste Geschichte sitze, während ich den Vorgänger schreibe. In dem Fall also: Ich habe am Roman für Bastei Lübbe (also an den „Fesseln der Freiheit“) geschrieben und nebenbei die Ideen für Lena und Basti festgehalten. Recherche erledige ich dann während des Schreibprozesses, viel am Computer. In dem Fall war es so, dass das Exposé zuerst da war, weil die Agentur angefragt hatte, ob ich denn nicht etwas hätte – aber normalerweise schreibe ich einfach für mich und vor mich hin, ehe ich ein Exposé schreibe und das dann an die Agentur gebe. Einen ausgearbeiteten Plot habe ich vorher eigentlich nie, ich fange an zu schreiben mit groben Eckpunkten: Anfang, ein paar Szenen in der Mitte, ein Ende. Das brauche ich, den Rest fülle ich dann von Tag zu Tag auf.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    ZOE HELD:
    Nun ja, tagsüber bin ich in meinem Brotjob unterwegs. Meistens komme ich so gegen sieben vom Schreibtisch weg, dann gehe ich erst mal noch zum Sport und esse was. Die Familie will auch noch zu ihrem Recht kommen, und in der Regel wird es zehn, bis ich dann Zeit finde, um mich an den Rechner zu setzen. Dann werden erst mal noch Mails beantwortet und ein bisschen im Forum geschrieben, und dann schreibe ich, meistens bis elf, halb zwölf. Ich muss ja um sechs wieder raus aus den Federn, mehr geht da nicht *lach*. Ab und zu lege ich am Wochenende ganze Schreibtage ein, aber das kommt vielleicht einmal im halben Jahr vor. Wenn das Wetter schön ist, gehe ich nämlich lieber raus und treibe Sport. Für mich ist Schreiben ja vor allem Hobby, und da muss es mir einfach Spaß machen. Ich habe das Glück, nicht davon leben zu müssen – und für mich persönlich ist das Glück, auch wenn andere das ganz anders sehen. Ich mache mir da keinen großen Kopf drum, sondern schreibe, wenn ich Lust habe und worauf ich Lust habe. Dass ich damit Geld verdiene, ist nett – aber so viel ist es nun auch wieder nicht, und was ich verdiene, wird für Reisen auf die Seite gelegt.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    ZOE HELD:
    Das ist mir eigentlich egal. Meistens schreibe ich abends auf dem Sofa, aber ich habe auch schon in der Unibibliothek geschrieben oder in einem Seminar oder auf Tagungen. Nur in Cafés schreiben, das mag ich gar nicht, da fühle ich mich immer zu beobachtet.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    ZOE HELD:
    Abends läuft bei mir meistens der Radio im Hintergrund, an und für sich habe ich es aber lieber still. Musik höre ich mehr beim Sport, wenn ich mir Gedanken über die Szenen mache, die ich an dem Tag noch schreiben will, also zur Inspiration. Beim Schreiben selber bin ich so in dem Text gefangen, dass mir alles andere eigentlich egal wird.

    AVELEEN AVIDE:
    Du wirst von einer Agentur vertreten. Was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    ZOE HELD:
    Hauptsächlich der, dass ich jemanden habe, der mir die lästige Verwaltungsarbeit abnimmt. Ich habe neben meinem Job und dem Schreiben schlichtweg keine Zeit, mich mit Verlagen auseinanderzusetzen und Vertragsbedingungen zu verhandeln oder Abrechnungen zu prüfen oder zu schauen, dass das Geld rechtzeitig eingeht. All der Kleinkram eben, der anfällt, wenn man mit jemanden in Geschäftsbeziehungen steht. Ich kann mich so voll auf das Schreiben konzentrieren, gebe meine Exposés an die Agentur, die sich dann darum kümmert, das Buch unterzubekommen und dafür möglichst viel herauszuholen.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    ZOE HELD:
    Zurzeit arbeite ich vor allem an einem Nachfolger zu den “Wilden Spielen”. Dieses Buch ist bereits für September 2014 angekündigt („Lust“, Ullstein Verlag). Viel fehlt mir da aber nicht mehr, dann bin ich mit dem Manuskript fertig. Darin geht es um Markus und Felicitas, die den Lesern des ersten Teils schon bekannt sind. Beide haben einen ziemlich steinigen Weg vor sich, bis sie sich aufeinander einlassen können, das kann ich schon mal verraten.

    Markus hat verdammt schlechte Erfahrungen mit seiner ersten „Traumfrau“ gemacht und will am liebsten nie mehr irgendeine feste Beziehung eingehen. Felicitas leidet unter Verlustängsten. Und dann kommt ihnen die Liebe dazwischen *lach*. Ich bin schon sehr gespannt, wie das Buch ankommt, weil es etwas weniger SM-lastig wird als die „Wilden Spiele“ und die Liebe sehr viel langsamer wächst.

    Außerdem arbeite ich noch an einem Projekt für Bastei Lübbe, das wohl im Juli erscheinen wird. Das Projekt kommt als Kurzroman in der „Shadows of Love“-Reihe und macht mir wahnsinnig viel Spaß beim Schreiben – mehr will ich darüber jedoch noch nicht verraten.
    Und ebenfalls für Bastei Lübbe schreibe ich an einer Fortsetzung zu den „Fesseln der Freiheit“. Darin wird es um Bondage gehen und um eine taffe Steuerfahnderin, die ihre ganze Karriere für einen Kerl riskiert.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    ZOE HELD:
    Schreiben, schreiben, schreiben. Und sich mit dem Handwerk beschäftigen, entweder über Ratgeber oder Seminare oder darüber, sich einfach nur anzusehen, wie andere ihre Romane aufbauen. Das Handwerk ist neben allem Spaß am Schreiben wahnsinnig wichtig, finde ich. Nicht dass Regeln allein einen guten Roman ausmachen, das nicht, aber man sollte schon wissen, was man tut.

    Wenn es an die Veröffentlichung geht, dann kann ich nur raten: Nichts erzwingen wollen. Das ergibt sich früher oder später, und wenn man abgelehnt wird, hat es oft nichts mit den eigenen Fähigkeiten zu tun, sondern hängt am Markt, an den Leservorlieben, an der Mode, an der Werbung, an vollen Programmplätzen, an tausend anderen Dingen, auf die man sowieso keinen Einfluss hat.

    AVELEEN AVIDE:
    Zoe, vielen Dank für das Interview.

    Welches Interview kommt als nächstes?

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    Heute gibt 1 Buch zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 2. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Wilde Spiele“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. Wer mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet, der kann „Wilde Spiele“ gewinnen: In welchem Forum ist Zoe Held besonders aktiv?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    Wer mal wissen möchte, was und wie ich schreibe:
    Bei Giadas gibt es das E-Book „Leselust“ in dem von einer meiner Geschichten eine kostenlose Leseprobe ist. Ebenfalls von meiner tollen Kollegin Monika Dennerlein aka Inka Loreen Minden und einigen anderen.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    LESUNGSIMPRESSIONEN:

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    Foto: © Angela Erdmann

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    Kommentare


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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Jennifer B. Wind verabschiedete eine Freundin und hat so ihren Mann kennengelernt. Sie hat schon fast die ganze Welt gesehen und trotzdem gibt es noch Länder, die sie abseits der Touristenpfade entdecken möchte.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Als Gott schlief“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Jennifer B. Wind-Copyright Manfred Wasshuber

    Foto: © Manfred Wasshuber

    Jennifer B. Wind ist Autorin.

    Jennifer B. Wind wurde am 18.11.1973 wurdest du in Leobon geboren, wuchst in der Steiermark auf, ihr zogt dann nach Wien um. Du lebst mit deinem Mann und deinen beiden Töchtern im Bezirk Baden in einer typischen Reihenhaussiedlung, die dir schon manch gute Storyidee geliefert hat, vor allem da sich auf unserem Nachbargrundstück ein alter Bunker befindet. Was ist die Geschichte des Bunkers?

    JENNIFER B. WIND:
    Die genaue Geschichte des Bunkers kenne ich nicht, allerdings gehört der Bunker zu mehreren, die man in unserer Gegend findet. Im zweiten Weltkrieg war hier eine Munitionsfabrik und es gab ein unterirdisches weitverzweigtes Tunnelsystem, Versorgungsbunker, Schutzbunker und Wehrbunker, einige Haupteingänge sind immer noch da, einer davon ist noch zugänglich und wird von der Feuerwehr als Übungsplatz benutzt.

    Das Tunnelsystem selbst wurde 2006 endgültig zugemauert, damit nichts passiert und keine Kinder auf Entdeckungsreise gehen. Der Bunker auf dem Grundstück vor unserem Haus ist ein Einmannbunker, der zu 2 Dritteln in den Boden eingelassen ist, der wurde wohl zum Wache halten und verteidigen benutzt.
    Und in der Tat kommt dieser Bunker in einer meiner Kurzgeschichten vor.

    Ist dir dein Mann auf Reisen begegnet, oder vor der Haustür?

    JENNIFER B. WIND:
    Weder noch. :-) Ich hatte eine ganz liebe Freundin, die die Liebe ihres Lebens gefunden hatte und deshalb in die Schweiz zog. (Sie wohnt immer noch dort und ist nach wie vor mit ihm glücklich, es war demnach wirklich die Liebe ihres Lebens ;-)) Also haben wir uns in einem namhaften Wiener Eissalon getroffen, um Abschied zu nehmen. Währenddessen fing es zu regnen an, ich hatte einen Schirm dabei und wir unterhielten uns vor dem Eissalon unter meinem Schirm weiter. Irgendwie konnten wir uns wohl nicht voneinander lösen, denn der „Abschied“ dauerte recht lange. Da bemerkte ich einen Polizeiwagen, der an uns vorbei fuhr und die Polizisten darin lachten und guckten rüber.

    Was nicht so verwirrend gewesen wäre, wenn besagter Polizeiwagen nicht öfter an uns vorbei gefahren wäre. Irgendwann wurde es mir zu bunt und ich bin hingelaufen und hab gefragt, was los sei. Daraufhin sagte der eine Polizist: „Naja wir haben uns gefragt, ob wir dich heim bringen sollen, wo es doch so stark regnet.“

    Dann lachten sie wieder, als hätte sie einen Witz gemacht. Und meine Freundin lachte plötzlich auch, und zeigte nach oben. Es war strahlender Sonnenschein. Das hatte ich beim Plaudern mit meiner Freundin gar nicht bemerkt, dass es längst zu regnen aufgehört hatte und ich stand immer noch mit dem aufgespannten Schirm da.

    AVELEEN AVIDE:
    Bisher hast du Kurzgeschichten geschrieben. Bist aber schon fleißig mit Krimikolleginnen bei Lesungen aufgetreten. Auch mit Veronica A Grager, wenn ich mich richtig erinnere? Ihr lest aber nicht einfach „nur“, ich glaube ihr spielt es mehr?

    JENNIFER B. WIND:
    *lach* Veronika A. Grager und ist in einer Nachbargemeinde zu Hause. Ich hab sie über die mörderischen Schwestern kennen gelernt, beziehungsweise über die Krimiautoren bei einer unserer Stammtischtreffen. Irgendwann hatten wir dann die Idee etwas Neues zu versuchen, um Leuten Lesungen schmackhaft zu machen. So entstand unsere erste Doppelconferencelesung. Dabei lesen wir alternierend immer kurze Ausschnitte aus unseren Werken und dazwischen unterhalten wir das Publikum mit Anekdoten aus unserem Leben, beziehungsweise nehmen uns gegenseitig auf die Schaufel, ähnlich einem Kabarett.

    Schon die erste derartige Lesung kam gut an, und deshalb haben wir weitergemacht. Es macht auch sehr viel Spaß. Aber ich habe schon vor den Kurzgeschichten Romane geschrieben, allerdings hatte ich mit den Kurzgeschichten früher Glück, dass sie veröffentlicht wurden. Und meine erste Krimilesung war keine Heurigenlesung oder etwas im kleinen Rahmen, sondern direkt bei der Criminale in Wien, im Kosmos Theater. Ich bin also gleich ins kalte Wasser gesprungen und hab es genossen. :-) Ich liebe es auf der Bühne zu stehen, da blühe ich einfach auf.

    AVELEEN AVIDE:
    Du bist in Leoben geboren. Wo liegt denn Leoben? Und wie kamst du nach Wien?

    JENNIFER B. WIND:
    Leoben liegt in der Obersteiermark und ist die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes. Dort bin ich geboren, aber die ersten Jahre habe ich in Schöder bei Murau verbracht. Diese Gegend kommt auch immer wieder in meinen Krimis vor, zum Beispiel in einem Ratekrimi, der in der Presse am Sonntag erschienen ist und aktuell wird 2015 eine Anthologie erscheinen, für die ich auch eine mörderische Geschichte in der Region Murau liefern darf.

    Im Alter von circa 6 Jahren bin ich dann nach Wien gekommen, wo ich zuerst große Kommunikationsprobleme in der Schule hatte, da meinen Dialekt kaum jemand verstand, aber ich habe binnen weniger Woche hochdeutsch reden gelernt.

    AVELEEN AVIDE:
    Geschichten von dir sind bereits in Bravo-Girl erschienen!! Hey! Bravo-Girl! Wie war das für dich?

    JENNIFER B. WIND:
    Ich war damals komplett unbeeindruckt davon, für mich war es zu der Zeit irgendwie selbstverständlich dass es gedruckt wird, daran hatte ich damals keinen Zweifel. Schließlich hab ich mit 11 Jahren auf Aufruf des Rennbahn-Express einen Text zu meiner damaligen Lieblingsband geschrieben, der auch prompt gedruckt wurde, allerdings in gekürzter Form, was mich damals irrsinnig aufgeregt hat. *lach* Erst viele Jahre später musste ich lernen, dass es wirklich nicht so einfach ist etwas zu veröffentlichen und ja, zu kürzen musste ich auch lernen ;-)

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast schon einige Preise gewonnen. Haben sie dich weiter gebracht?

    JENNIFER B. WIND:
    Generell schon, abgesehen vom Preisgeld oder den Sachpreisen brachte mich das persönlich schon weiter, weil ich durch diese Erfolgserlebnisse erstmal das Gefühl hatte, auf dem richtigen Weg zu sein. Besonders wenn man einen Preis bekommt, für den man anonym schreiben muss, fühlt man sich bestätigt, aber auch wenn die Jury sehr hochkarätig ist und man sich gegen andere Autor/innen, die viel länger und/oder beruflich schreiben und womöglich auch noch einen Magister- oder Doktortitel in Germanistik haben durchsetzt.

    Dadurch motiviert stürzt man sich natürlich mit Eifer gleich ins nächste Projekt, schreibt weiter, lernt weiter, entwickelt langsam eine Schreibroutine und wird jeden Tag besser, was sich in weiteren Preisen und mehr Aufträgen niederschlägt und so dreht sich die Spirale weiter.

    AVELEEN AVIDE:
    Du schreibst auf deiner Homepage:
    „Ich stieg auf Pyramiden, guckte in alte Mayastätten, lief barfuß durch Hindu-Tempel, erkundete auf einem Jet-Ski die Everglades, stieg auf das Dach der Welt (ich gebe es zu, nicht ganz hinauf ;-), aß Chicken Wings in Miami, tanzte die Nächte durch in Sydney, ließ mich in Singapur massieren; in Australien piercen; in Bangkok glühte die Kreditkarte, in Cancun auch meine Nase; ich schnorchelte in eiskalten Flüssen, die ins warme Meer mündeten, ich schwamm mit Delphinen, ich tauchte in jedem Ozean der Welt, kletterte an Wasserfällen hoch, ritt am Strand in den Sonnenuntergang (das ist durchaus wörtlich gemeint), und immer gab es Neues zu entdecken und zu lernen.“

    Wow! Was fehlt dir noch auf deiner Reise-to-do-Liste?
    Wenn ihr verreist, wo reist ihr gerne hin und was ist euch an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    JENNIFER B. WIND:
    Was ich unbedingt noch erleben möchte ist eine Reise durch das „heilige“ Land Israel, verbinden möchte ich das Ganze mit Jordanien und Ägypten.
    Dann will ich sehr gern nach Hawaii, Vulkane besteigen und die Schauplätze der Serie „Lost“ besuchen. Island ist noch auf der Liste, genauso wie Neuseeland.
    Und dann ist da noch der völlig abgefahrene Traum einer Weltumsegelung...

    Seit ich Kinder habe, halten sich die großen Reisen in Grenzen, denn da sind kurze Anfahrtszeiten wichtig, aber wir planen schon bald wieder eine große Reise zu machen.
    Ganz wichtig dabei sind uns beiden dabei folgende Dinge: Alte Kulturen zu entdecken oder interessante Ausgrabungen zum Angucken und tolle Tauch-Locations. Wir sind beide passionierte und leidenschaftliche Wassersportler, deshalb muss bei einem richtigen Urlaub unbedingt viel Meer dabei sein oder zumindest ein See, wobei ich das warme Meer vorziehe.
    Und drittens: Gutes, exotisches, scharfes und frisches Essen, was für uns vor allem eines bedeutet: Meeresfrüchte und Fisch, gegrilltes Gemüse, gern extra scharf oder mit Kokosmilch abgeschmeckt.

    Deshalb war Yucatan perfekt für uns beide, da wurde alles abgedeckt, und ein cooles Nachtleben gibt es auch noch. Meinem Mann hat es in Mauritius extrem gut gefallen.
    Ich persönlich liebe Australien, vor allem Sydney und die Südküste sehr, bin aber auch gern im asiatischen Raum und in Florida.

    Was ich nicht mag, sind organisierte Gruppenreisen, ich entdecke lieber mit einem Mietwagen das Land alleine, und auch abseits der Touristenpfade. Dabei kam es bei mir schon zu wundervollen Begegnungen mit Einheimischen und besonderen Erlebnissen, die kein Tourist in der Art finden wird.

    AVELEEN AVIDE:
    Du schreibst dein Vater brachte dich zu einer Bewerbung bei Lauda Air. Warst du Kapitän oder Stewardess? Und echt auf einer Boing 777?

    JENNIFER B. WIND:
    Ich war viele Jahre lang Flugbegleitern, so nennt man das ja heutzutage, und später dann On Board Manager.

    Und ja, ich bin auf den Typen Canadair Regionaljet und Boeing 737, 767 und später 777 geflogen. Auf letzterer sogar sehr viel, weil ich mir immer die Strecken nach Australien über Asien ausgesucht habe und die flogen wir auf der Tripple-Seven an.

    AVELEEN AVIDE:
    Hat wirklich jeder Kapitän eine liebste in jedem Hafen?

    JENNIFER B. WIND:
    (lach) Ob jeder Pilot eine Liebste auf jedem Flughafen hat, kann ich nicht beurteilen, aber es ist generell schon so, dass es viel Untreue in diesem Beruf gibt.
    Aber das ist auch sehr leicht zu verstehen. Du musst dir vorstellen, dass vor allem Langstreckenpiloten oft viele Tage von zu Hause weg sind und das vor allem mit einem Dutzend Mädchen, eine schöner wie die andere... Da kann man(n) schon mal schwach werden, oder? Dasselbe gilt natürlich auch für Flugbegleiter/innen.

    Blöd ist nur, dass die anderen das meist mitbekommen, deshalb ist es am besten, die Affäre in Miami, Sydney, Melbourne, oder wo auch immer, ist ein/e Einheimische/r. :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Du hasst Geiz, Neid, Oberflächlichkeit, Materialismus, Egoismus, Polenta, Krautfleckerl, den Winter und Haare im Essen. Bis auf die Krautfleckerl stimme ich mit dir zu 100% überein. Außerdem unterstützt du Foundations und den Tierschutz. Nachhaltigkeit ist dir wichtig. Wie kommt’s? Denn viele finden solche Hilfe gut, tun aber selbst nichts.

    JENNIFER B. WIND:
    Das war bei mir immer schon so, dass ich das Bedürfnis hatte zu helfen. Ich war immer schon sehr empathisch und hochsensibel. Dazu kam eine unerschöpfliche Wissbegierde. Dadurch habe ich viel gelesen, nicht nur Bücher, sondern auch Wissensmagazine und war immer top informiert. Schon mit 12 Jahren habe ich von meinem Taschengeld ein Stück Regenwald gekauft und einen Panda „adoptiert“. Als ich Karlheinz Böhm bei Wetten Dass im TV gesehen habe, hab ich auch sofort zu meinem Sparschwein gegriffen und dann hab ich mich wieder informiert und war erschüttert über das Schicksal der Menschen in der dritten Welt; den Hunger, den Durst, die Krankheiten, sodass ich gleich mal beschlossen habe nur noch zu duschen, weil ich so ein schlechtes Gewissen bekam in Trinkwasser zu baden, während anderen nicht einmal ihren Durst stillen konnten.

    Und das ging so weiter. Deshalb bin ich ein umweltbewusster Mensch, weil ich weiß, dass wir von der Umwelt abhängig sind und wenn wir den Lebensraum der Pflanzen und Tiere zerstören, zerstören wir am Ende auch uns selbst. Mir war das mit zwölf Jahren schon klar und ich versteh bis heute nicht, warum es immer noch Menschen gibt, die den Kopf in den Sand stecken.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    JENNIFER B. WIND:
    Natürlich vor allem lesen. Ich lese täglich, das ist meine Sucht. Ich sammel Bücher. :-) Eine gesunde Sucht, wie ich finde. Dann liebe ich Musik, vor allem Blues, Swing, Jazz, Musicals, Filmsoundtracks (sammle ich auch), gehe gern in Oper (hier ist meine Lieblingsoper „Faust“ von Gounod), mag aber auch Country, Gothic, Punk, Synthie Pop und Hip Hop. Ich spiele leidenschaftlich gern Klavier, singe und tanze gern.

    Ich bin außerdem ein Cineast und Spielefreak.
    Meine Liebe gehört dem Meer und den Tieren darin.
    Meine Leidenschaft ist das Reisen, egal ob nur im Kopf via Buch oder Film, oder real.
    Ich rate und rätsle gern, deshalb war ich auch in einer Quizshow im TV.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    JENNIFER B. WIND:
    Ich lese ständig, jeden Tag, und das auch relativ schnell, sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache. Da ich selbst nicht auf ein Genre beim Schreiben begrenzt bin, ist das auch beim Lesen nicht der Fall.

    Thriller, Krimis, Fantasy, Science-Fiction, Mystery und Horror zählen allerdings zu meinen Favoriten. Heitere Frauenromane oder Satiren sind eher nicht mein Ding, da mach ich nur selten eine Ausnahme, etwa für David Safier. ;-)

    Pro Woche ist auch ein Sachbuch dabei, wahlweise eine Biografie, oder eine True Story und neuerdings auch „Love and Landscape“.

    Letzte Woche habe ich Bernhard Aichners neuen und wirklich exzellenten Thriller „Totenfrau“ gelesen und Jennifer Mc Mahons „Winterpeople“. Diese Woche habe ich „Hinterher ist man immer tot“ von Eoin Colfer gelesen, „Die Madonna von Notre Dame“, ein Debüt von Alexis Ragougneau und „Wie wir uns täglich die Zukunft versauen“ von Pero Micic. Gestern habe ich Tanja Carvers neuen Thriller „Jäger“ begonnen, da bin ich fast fertig.

    Danach freue ich mich auf „An guten Tagen fahren wir rückwärts“ von Alex Shearer und „Sturmtöchter“ von der Australierin Josephine Pennicott.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    JENNIFER B. WIND:
    Eine Sucht und ein inneres Bedürfnis. Ich habe immer geschrieben und werde solange es geht schreiben.

    AVELEEN AVIDE:
    Ab Mai gibt es von dir englischsprachige Bücher. Was für Bücher sind das und wo kommen sie raus?

    JENNIFER B. WIND:
    Es ist ein zweisprachiges Serial namens „Bloody Orchids - Blutige Orchideen“
    Jede Folge ist einer Orchideenart gewidmet, die erste Folge der dendrobium. Im Vorwort erfährt man immer Details zu der Orchideenart und in den Geschichten kommt jeweils diese Art vor.

    Es sind jeweils 3 bis 4 spannende Kurzgeschichten (Fantasy, Krimis, Ratekrimis, Mystery) enthalten (teilweise bereits in Anthologien veröffentlichte und teilweise bisher unveröffentlichte) und zwar in beiden Sprachen. Ich kann mir vorstellen, dass sich diese auch als Unterrichtsmaterial in der Oberstufe eignen oder für alle, die gern ihr englisch auffrischen wollen. Zusätzlich ist es mir damit auch erstmals möglich englischsprachige Leser/innen zu erreichen.

    Cover Als Gott Schlief

    JENNIFER B. WIND: In „Als Gott schlief“ geht es lt. Dotbooks.de um:
    Meine Hände rutschten zum wiederholten Male von der Wand ab. Ich pochte gegen die Tür, die sich Sekunden vorher geschlossen hatte. Ich wollte schreien: »Lasst mich hier raus!«

München und Wien: Eine Serie brutaler Morde an katholischen Geistlichen schockiert die Öffentlichkeit. Die Opfer werden auf grausame Weise gefoltert und getötet. Am Tatort werden mysteriöse Hinweise gefunden, die jedoch niemand entschlüsseln kann. Kriminalbeamtin Jutta Stern und ihr Partner Thomas Neumann stehen vor einem Rätsel. Was hat die Opfer verbunden? Was treibt den Mörder an? Bei ihren Ermittlungen stößt Jutta auf eine Mauer aus Angst und Schweigen – doch dann entdeckt sie eine Spur, die weit in die Vergangenheit zurückreicht …

Eine junge Kriminalbeamtin, ein sadistischer Mörder und eine schreckliche Wahrheit ...

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    http://www.dotbooks.de/e-book/266864/als-gott-schlief

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Als Gott schlief“?

    JENNIFER B. WIND:
    Diese ganze Vor-Phase dauert viel länger als die eigentliche Schreibphase. Für „Als Gott schlief“ hab ich zum Beispiel 1998 bereits begonnen, Fakten zusammenzutragen.
    Ich war damals in Dublin und habe im TV eine Dokumentation über die „Houses of horror“ gesehen, Kinderheime in denen furchtbares passiert ist. Das hat mich nicht mehr los gelassen und somit habe ich angefangen zu recherchieren.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Als Gott schlief“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    JENNIFER B. WIND:
    Witziges kaum, außer dass man den Club im Gärtnerplatzviertel zwischenzeitlich geschlossen hat, sodass ich ihn einmal rausgenommen habe und jetzt aber wieder reinnehmen konnte, da er wieder eröffnet wurde.

    Die Recherche war wahnsinnig schwierig, aufwendig und oft auch zermürbend. Vor allem an die Leute zu kommen, die es betrifft, oder die etwas darüber wissen müssten, war sehr schwer. Von den Diözesen wurde ich nur abgewimmelt. Niemand wollte sich zu den Missständen äußern, ich wurde sogar beschimpft, was ich mir anmaße. Mit den Opfern, ich nenne sie „Überlebende“, war es erst auch nicht leicht, da zu dieser Zeit über allem noch der Nebel des Schweigens lag. Erst später haben sich einige Opfer geöffnet und über das geredet, was ihnen passiert ist.

    Das Gespräch mit Ärzten und Pflegern war ebenfalls unersetzlich.
    Die Recherche der polizeilichen Ermittlungen war für mich dagegen sehr einfach, da mir mein Mann, der bei der Kripo ist, diesen Weg ebnete.

    Schön wiederum war der Ausflug ins Münchner Kloster. Ein wirklich imposanter und offener Bau, den jeder Mal gesehen haben sollte und natürlich liebe ich es durch Berlin und München zu flanieren.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Als Gott schlief“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Als Gott schlief“ geben?

    JENNIFER B. WIND:
    Der erste Entwurf eines Thrillers (mit einem völlig andren Verbrechen, aber schon mit Jutta Stern, die damals noch Judith hieß) war noch aus einer Perspektive und hatte viel weniger Seiten, daneben gab es ein zweites „Buch“, das eher wie ein Tagebuch geschrieben war und das Thema der „Houses of Horror“ aufgriff. Und irgendwann kam ich auf die Idee die Thriller-Handlung und das Tagebuch zu verbinden, dann kamen noch mehr Perspektiven und Charaktere dazu, und Schritt für Schritt entstand dann der jetzige Plot. Die umfassende und langwierige Arbeit hat sich allerdings gelohnt, wenn ich mir meine Verkaufsränge ansehe.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    JENNIFER B. WIND:
    Ich schreibe wahnsinnig gerne Dialoge, das kommt wohl daher, dass ich ein Film und Theaterfreak bin und selbst Theater gespielt habe. Wenn ich Bücher lese, sehe ich auch immer einen Film vor mir. Während des Lesens überlege ich mir Filmeinstellungen und dergleichen. Und da man im Film Beschreibungen, Gedanken und dergleichen nicht sehen kann, muss man dort das meiste per Dialog transportieren. Das fällt mir auch unglaublich leicht und geht mir schnell von der Hand. Charaktere zu entwerfen liegt mir ebenfalls und ich habe mehr Ideen als ich verwirklichen kann.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    JENNIFER B. WIND:
    Weil ich nicht einfach drauf los schreibe. Ich habe vorher den Plot durchgeplant, die Figuren entwickelt und einen kurzen Planer geschrieben. Somit kann ich mich nicht verzetteln und habe stets den roten Faden im Blick. Ich setze mich auch immer erst hin, wenn ich exakt weiß, was ich schreiben will und wie ich es schreiben will. Für alles andere fehlt mir auch die Zeit.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonistin, die Kriminalbeamtin Jutta Stern heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    JENNIFER B. WIND:
    Die Figuren tauchen einfach auf, dann entwickle ich eine Biografie für die Figur. Wo kommt sie her, was hat sie erlebt, wie war ihre Kindheit. Hobbies, Leidenschaften und Eigenheiten kommen danach. Dann erst das Aussehen. Der Name scheint meist auch erst am Ende der Figurenentwicklung auf, da er zum Charakter passen muss.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    JENNIFER B. WIND:
    Genauso. Ich gehe monatelang schwanger, bevor ich den ersten Satz schreibe. Und es gibt immer bereits vorher ein kurzes Exposé und einen Figurenplaner mit den Biografien. Das hat mehrere Gründe, zum einen jagt in meinem Kopf eine Idee die Nächste und deshalb wäre es nicht sinnvoll alles sofort aufzuschreiben, um dann nach 50 Seiten drauf zu kommen, dass man aus dieser Idee eigentlich keine gute Story machen kann und dann alles wieder in die Tonne schmeißen muss. Das ist wie beim Kauf eines edlen und teuren Kleides.

    Wenn man es sofort kauft, dann kommt man nach drei Tagen vielleicht drauf dass es einem gar nicht steht, oder schlimmer noch nicht mal richtig passt. Besser ist es darüber zu schlafen. Und genauso mach ich es mit meinen Geschichten. Ich schlafe ein paar Nächte drüber und wenn mir die Story-Idee nach einigen Wochen immer noch gefällt und sie mich in den Bann zieht, dass ich mir vorstellen kann mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate daran zu sitzen, dann erst fange ich an zu plotten, zu recherchieren, und irgendwann auch zu schreiben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    JENNIFER B. WIND:
    Ich habe zwei kleine Kinder, daher ist nur vormittags Zeit oder abends, wenn die Mädchen schlafen. Mein Tag ist somit streng durchgeplant, um alles unter einen Hut zu bekommen, und folglich schreibe ich ab 8:30. Aber jeder Tag ist anders, denn es gibt immer wieder unvorhergesehenes. Dann muss man sich anpassen. Am liebsten arbeite ich jedoch „in einem Stück“. Also wenn mein Mann mehrere Tage hintereinander frei oder Urlaub hat, dann bin ich am schnellsten, da ich dran bleiben kann.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    JENNIFER B. WIND:
    Da gibt es keinen fixen Platz, aber ich schreibe immer auf dem Laptop, da der nicht ans Internet angeschlossen ist (kein WLAN im Haus) und ich deshalb nicht abgelenkt werden kann durch Social Media, E-Mails etc.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    JENNIFER B. WIND:
    Absolute Stille gibt es in einem Haushalt mit Kindern ohnehin nicht, wenn ich die bräuchte, würde ich nie zum Schreiben kommen.
    Tatsache ist, dass ich, falls ich Musik dabei höre, diese nicht in derselben Sprache sein darf, in der ich schreibe, also weder deutsch noch englisch. Das lenkt mich zu sehr ab. Deshalb bevorzuge ich italienische oder französische Opern, oder russische Popmusik. Letzteres lenkt nur ab, wenn die Songs von Dima Bilan sind, weil ich da immer lautstark mitsingen muss. 

    AVELEEN AVIDE:
    Du wirst von der Agentur Lianne Kolf vertreten. Was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    JENNIFER B. WIND:
    Das liegt ganz klar auf der Hand. Erstens ist es für einen neuen Autor heutzutage sehr schwierig geworden ohne Agentur an einen guten Verlag zu kommen, gleichzeitig wollte ich mich nie mit Vertragsangelegenheiten belasten und eine Agentur ist stets mit Verlagen vernetzt und erfährt als eine der ersten, was von Verlagen gesucht wird. Darauf können Agenturen sofort reagieren und es an ihre Autor/innen weiterleiten. So kommt es schon vor, dass ein Roman erst geschrieben wird, weil die Agentur den Autor darauf aufmerksam macht, was die Verlage speziell suchen. So hat man eine noch größere Chance auf dem Buchmarkt.

    Ich muss also nur schreiben, alles andere macht die Agentur. Erst wenn das Buch erschienen ist, dann muss man als Autorin auch wieder anpacken. Denn es ist nicht so, dass man den Verlag mit Marketing und Werbung alleine lassen kann. Da ist viel Autoreninitiative gefragt. Heutzutage mehr denn je. Früher konnte der Autor im stillen Kämmerlein bleiben, und einfach nur schreiben. Jetzt gibt es Leserunden, Facebook, Twitter und Co. Es wird erwartet, dass man als Autor da mitmischt.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    JENNIFER B. WIND:
    Es ist ein Kriminalroman für Jugendliche ab 12 Jahren. Der ist bald fertig und danach kommt was ganz Neues, wovon schon 40 Seiten existieren. Eines kann ich hier verraten, nämlich dass es keine Genreliteratur ist. Und dann muss ich noch jede Menge Kurzgeschichten für Anthologien die 2015 erscheinen schreiben.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Krimi veröffentlichen möchten?

    JENNIFER B. WIND:
    Zuerst muss man sich klar sein, ob man das wirklich will. Ob man auch schreiben würde, wenn man kein Geld damit verdienen würde. Viele denken, bräuchten nur ein Buch zu veröffentlichen um reich zu werden. Erfolgsgeschichten wie bei Rowling (Harry Potter) oder James (50 Shades of Grey)sind die Ausnahme nicht die Regel. Der größte Prozentteil aller Autor/innen kann nicht vom Schreiben leben. Deshalb muss es ein inneres Bedürfnis sein.

    Wenn man ein paar Jahre geschrieben hat, sollte man erstmal austesten, wie das Geschriebene „draußen“ ankommt, also zuerst Testleser suchen (und zwar nicht nur die besten Freunde oder gar Familienmitglieder, sondern auch kritische Leser, die sich trauen die Wahrheit zu sagen), dann vielleicht mal bei Wettbewerben mitmachen oder versuchen eine Kurzgeschichte in einer Anthologie unterzubringen.

    Dann überlegen, ob man wirklich selbst einen Verlag suchen will oder lieber eine Agentur damit beauftragen möchte. Da hat jeder andere Vorlieben. Dann lege ich jedem das Autorenhandbuch von Sandra Uschtrin ans Herz, da stehen alle möglichen Tipps drin zur Agentur- oder Verlagssuche, wie man ein Exposé oder Anschreiben anfertigt und so weiter.

    Sehr gut sind auch die Bücher von Hans Peter Röntgen und Andreas Eschbach hat Tipps auf seiner Website, wie den Text TÜV. Es lohnt sich auch, das Text Art Magazin oder die Federwelt zu abonnieren.

    Auch nach vielen Absagen einfach weiterschreiben und weiterlernen, viel lesen, und weiterlernen, lesen, und immer besser werden.
    Die wichtigste Tugend ist also Geduld. :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Jennifer, vielen Dank für das Interview.

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    Heute gibt 1 E-Book zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 4. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Als Gott schlief“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. Wer mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet, der kann „Als Gott schlief“ gewinnen: Mit wie viel Jahren kam Jennifer nach Wien?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    Wer mal wissen möchte, was und wie ich schreibe:
    Bei Giadas gibt es das E-Book „Leselust“ in dem von einer meiner Geschichten eine kostenlose Leseprobe ist. Ebenfalls von meiner tollen Kollegin Monika Dennerlein aka Inka Loreen Minden und einigen anderen.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    LESUNGSIMPRESSIONEN:

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    Foto: © Angela Erdmann

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  • 08/15/14--00:09: Interview mit Tom Daut
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Tom Daut ist schwer verliebt und er schreibt am liebsten im abgedunkelten Zimmer.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Anno Salvatio 423 - Der gefallene Prophet“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

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    Foto: © Tom Daut

    Tom Daut ist Autor.

    Darf ich fragen, wo du lebst? Ob du verliebt, verlobt verheiratet bist?

    TOM DAUT:
    Aber klar. Ich wohne im grünbewaldeten Sauerland in Hemer. Gleich nebenan liegt die Stadt Iserlohn. Das könnte dem einen oder der anderen vielleicht etwas sagen. Klein, beschaulich, aber zum Glück nicht allzu weit vom Ruhrgebiet als nächstem Ballungszentrum entfernt.
    Verheiratet bin ich nicht, trotzdem seit über zehn Jahren schwer verliebt und zusammenwohnend mit meiner Freundin. Ich habe das große Glück, dass sie mich in allen Belangen als Autor unterstützt. Sie schreibt selber Kurzgeschichten, ist Betaleserin, Erstlektorin meiner Texte und damit auch über mein Gefühlsleben hinaus nicht aus meinem Leben wegzudenken.

    Du schreibst auf deiner Homepage als Vergleich zum Schreiben, dass du eher ein Langstrecken- denn ein Kurzstreckenläufer bist. Ist das nur im übertragenen Sinne gemeint oder bist du wirklich jemand der läuft/joggt?

    TOM DAUT:
    Früher mal. So um die zwanzig habe ich tatsächlich Leichtathletik als Leistungssport betrieben und bin Strecken ab 800 m aufwärts gelaufen. Leider bleibt dafür heute durch das Schreiben keine Zeit mehr. Ich beschränke mich auf ausgedehnte Spaziergänge im Wald.

    AVELEEN AVIDE:
    Tom Daut ist ein Pseudonym. Wieso hast du dich bei Fantasy für ein Pseudonym entschieden und dürfen meine Leser und ich deinen Geburtsnamen erfahren?

    TOM DAUT:
    Ich schreibe ja nicht nur Fantasy, sondern fühle mich in allen Spielarten der Fantastik wohl. Mein Pseudonym ist auf meinen zweiten Roman zugeschnitten, der beispielsweise die Genres Fantasy und Science Fiction vermischt. Da es dabei recht religionskritisch zugeht, fand ich die Eindeutschung des englischen „Doubting Tom“ ganz passend. Zur Erläuterung: Der zweifelnde Thomas war jener Jünger von Jesus, der erst geglaubt hat, dass dieser aus dem Grab auferstanden war, nachdem er seine Finger in die Wundmale gelegt hatte.

    Darüber hinaus hatte mein Pseudonym anfangs einen ganz schnöd praktischen Sinn. Mein erster Roman begann als kostenloses Online-E-Book bei facebook. Das Projekt war eigentlich dazu gedacht, ein Publikum vor einer Erstveröffentlichung zu generieren und somit meine ANNO-SALVATIO-Serie an einen Verlag zu bringen. Hätte ich damit Schiffbruch erlitten, wäre Tom Daut wieder aus der Fantastikszene entschwunden und ich hätte es mit meinem Realnamen und einer anderen Idee erneut versucht. Frag mich nicht, wie die ausgesehen hätte. Zum Glück ist es nicht so weit gekommen und Tom Daut durfte bleiben.

    Wenn deine Leser und Leserinnen unbedingt rausfinden wollen, wie ich wirklich heiße, dürfen sie das gerne tun. So schwierig ist das nicht. ;-)

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    TOM DAUT:
    Ich habe mein Hobby, meine große Leidenschaft, zum Beruf gemacht. Ich liebe es zu schreiben und meine Geschichten vor Publikum vorzutragen. Davon abgesehen mag ich alles, was mit Fantastik zu tun hat: Bücher, Filme, TV-Serien. Ich bin ein richtiger Nerd, der früher sogar die Actionfiguren von STAR WARS gesammelt hat.

    Und Musik hat es mir angetan. Ein steter Quell der Inspiration. Mir fehlt leider das Talent, selber melodische Geräusche von mir zu geben, aber meine CD-Sammlung ist eine große. In den Regalen finden sich Rock, Blues, Pop und einige musikalische Subgenres zu einem fröhlichen Stelldichein zusammen.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest ihr zurzeit? Und wenn ihr lest, welche Genres lest ihr am liebsten?

    TOM DAUT:
    Aktuell lese ich die Anthologie GEHEIMNISVOLLE BIBLIOTHEKEN aus dem Verlag Torsten Low und der nächste Roman in meinem Stapel ungelesener Bücher ist DIE ZWERGE von Markus Heitz. Wie du merkst, gebe ich auch hier der Fantastik den Vorzug. Allerdings hält mich das zwischenzeitlich nicht davon ab, auch andere Ecken der Literatur auszuprobieren. Aus aktuellem Anlass habe ich mir vorgenommen, in Bälde das Buch des israelischen Friedensaktivisten Miko Peled THE GENERAL´S SON zu lesen.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    TOM DAUT:
    Huijuijui. Eine schwerwiegende, sehr umfangreiche Frage. Ich versuche so prägnant wie möglich zu antworten.

    In erster Linie ist Schreiben für mich, genau wie das Lesen zur Unterhaltung, ein Eskapismus. Ich mag es, stundenlang in den eigenen Geschichten zu versinken, meine Charaktere kennenzulernen und herauszufinden, warum sie so ticken, wie sie ticken. Ich würde sagen, dass das Geschichtenspinnen etwas von einer Entdeckungsreise hat: Einzelne Szenen werden geplant, durchlebt und schließlich entwickeln die Figuren ihr Eigenleben. Am meisten genieße ich das erhebende Gefühl, wenn sich mit einem Mal alles, klack, klack, klack, wie von selbst zu einem großen Ganzen zusammenfügt. In solchen Momenten kommt mir das Schreiben wie Magie vor.

    Mir dient Schreiben aber auch als Transportmittel für Ideen, die ich ohne den Rahmen einer Geschichte nicht ausreichend vermitteln könnte. Manche Dinge muss man einfach (nach)empfinden, um sie begreifen zu können. Da dies im normalen Alltag nicht immer möglich ist, kommt man mit einer Fiktion am nächsten dran, denke ich. Man könnte sagen, dass ich ganze Romane nur wegen einer Szene schreibe, mit der ich den Leser oder die Leserin in Kopf und Herz anstoßen will. Deswegen benötige ich als Grundmotiv für eine Geschichte immer einen auslösenden Moment. Irgendetwas aus dem realen Leben, das mich wirklich bewegt und aus dem sich eine Idee entwickelt. Auf diese Weise entstehen meine Lieblingsgeschichten. Nur so fühle ich mich in der Lage, auch andere zu bewegen.
    Ob das letztendlich glückt, steht auf einem anderen Blatt. Manchmal scheitere ich auch am eigenen Anspruch, aber der Beginn ist immer derselbe.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig?

    TOM DAUT:
    Leider ist es seit Jahren nicht mehr vorgekommen, dass wir in den Urlaub gefahren sind, aber wenn es so weit ist, dann bin ich erholungssüchtig breit aufgestellt. Ich genieße eine Städtetour genau wie einen Strandurlaub oder das Skifahren in den Bergen. Obwohl ich eigentlich lieber Land und Leute jenseits der deutschen Grenze auf eigene Faust kennenlernen möchte, habe ich auch einen klitzekleinen Hang zum Pauschalurlaub.
    Wichtig wäre mir einzig und allein der Abstand zum Alltag.

    Auch wenn ich mir nicht einbilde, dass mich meine Einfälle auf Reisen in Ruhe lassen würden, blieben Laptop und Pseudonym Zuhause. Na ja, ein Notizheft hätte ich wahrscheinlich schon dabei, um spontane Eingebungen niederzuschreiben. Und nur dafür. Schließlich will ich nach Hause zurückkehren und wieder ganz heiß aufs Schreiben sein.

    Cover Anno Salvatio423 - Der gefallene Prophet

    TOM DAUT: In „Anno Salvatio 423 - Der gefallene Prophet“ geht es lt. Amazon.de um:
    Das Gelobte Land - eine finstere Zukunft aus gigantischen Städten und gewaltigen Kathedralen, beherrscht vom unsterblichen Papst Innozenz XIV. Mit seiner Gefolgschaft aus Engeln, übersinnlich begabten Inquisitoren, Exorzisten und Priestern predigt er seit 423 Jahren die neuen Zwölf Gebote und merzt jeden Widerstand unter seinen Gläubigen gnadenlos aus. Der Straßenpriester Desmond Sorofraugh ist mit weit mehr Heiligem Geist, der magischen Kraft Gottes, gesegnet als seine Brüder. Von Geburt an gezwungen, diese verbotenen Talente zu verbergen, lockt ihn eines Tages eine geheimnisvolle Nachricht in den Untergrund seiner Heimatstadt. Dort bietet sich ihm Veneno Fate, gefallener Prophet und meistgesuchter Aufrührer des Landes, als Mentor an. Ein Bündnis würde Desmond zur Hoffnung der Unterdrückten werden lassen, könnte jedoch auch Entdeckung, Folter und Tod bedeuten. Aber kann er den Untergrund an der Seite des Propheten wirklich vor den Intrigen der Kirche schützen? Und was hat es mit dem geheimnisvollen Iskariot auf sich?

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Anno Salvatio 423 - Der gefallene Prophet

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Anno Salvatio 423 - Der gefallene Prophet“?

    TOM DAUT:
    Oh. Wenn ich auf diese Frage umfassend antworten würde, würde ich alle Leserinnen und Leser der ANNO-SALVATIO-Reihe in spe fatal spoilern. So viel sei trotzdem verraten:
    Mitte der Neunziger, als ich mit Schreiben noch überhaupt nichts am Hut hatte, ist mir die Idee zu einer Situation gekommen, von der ich gedacht habe: „Sollte ich irgendwann mal ein Buch verfassen, wäre das eine interessante Grundkonstellation.“ Wobei ich nie darauf verfallen wäre, das wirklich je zu tun. Ich musste ein paar Jahre darauf auch feststellen, dass meine Idee in einem Film verbraten wurde. Was ich damals zunächst nicht schlimm fand. Umso enttäuschter war ich, als ich den Film sah und die Idee als total verschwendet ansah.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Anno Salvatio 423 - Der gefallene Prophet“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    TOM DAUT:
    Was die Recherche anbelangt, bin ich ein ausgesprochen faules Autorenexemplar. Ich versuche diese Arbeit durch meine Begabung als professioneller Lügner zu umgehen und gaukele den Leuten Dinge gerne als belegte Fakten vor, die sie aber in Wahrheit gar nicht sind. Da kommt einem das Genre Fantastik natürlich entgegen. Der Rechercheanteil bei meiner Arbeit ist eher vom Zufall bestimmt.

    Ich lese mich nicht vorher intensiv in eine Thematik ein, sondern fange erst an zu googeln, wenn ich an einer Stelle weder mit eigener Erfahrung noch mit Halbwissen oder überzeugend inszenierter Unwahrheit weiterkomme.

    Auch wenn das in DER GEFALLENE PROPHET noch nicht ganz so stark nach vorne tritt(und ich meine damit die Geschichte selber und nicht deren Hintergrund), verarbeite ich in ANNO SALVATIO 423 sehr viele biblische Motive. Die Recherche dazu hatte praktisch begonnen, als ich jene, oben erwähnte, Erstidee hatte. Natürlich lief das lange unbewusst ab.
    Ich bin im Verlauf meines Lebens immer wieder über Details aus der Bibel gestolpert, die mir an sich fragwürdig erschienen oder die sich an anderen Überlieferungen stießen bzw. sie verzerrten. Vieles davon habe ich mir gemerkt und es später in den Plot zu ANNO SALVATIO 423 einfließen lassen. Ich darf leider auch hier nichts über skurrile Ungereimtheiten verraten. Spoilergefahr! ;-)

    Was ich allerdings heute schon mache: Ich recherchiere meine eigene Geschichte. Damit ich mir nicht irgendwann mal selbst widerspreche, habe ich ein ANNO-SALVATIO-Kompendium entwickelt. Darin sind jeder Charakter, jeder Ort und jedes Stück ungewöhnlicher Ausrüstung aufgeführt. Bei Bedarf schlage ich die Augenfarbe eines Charakters nach und informiere mich darüber, warum er über diesen oder jenen persönlichen Zug verfügt oder welche Waffen von der Gruppe bevorzugt werden, der er womöglich angehört.

    Anlass dazu war, dass ich ein und derselben Person an verschiedenen Stellen im Buch einen unterschiedlichen Namen verpasst habe. Meine Betaleserin fand das witzig. Ich nicht so sehr. Für mich war das ein Signal, das ich etwas unternehmen muss, damit mir die Geschichte nicht entgeleitet.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Anno Salvatio 423 - Der gefallene Prophet“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Anno Salvatio 423 - Der gefallene Prophet“ geben?

    TOM DAUT:
    Oben habe ich es ja schon ausgeführt, wie sich die Grundidee langsam zu einem Buch entwickelte. Wohlgemerkt: einem Buch. Als im November 2008 endlich die Entscheidung gefallen war, meinen ersten Roman zu verfassen, setzte ich mich an ein Manuskript, dessen Titel nun wohl den zweiten ANNO-SALVATIO-Teil zieren wird. Ich hatte die Grundidee zu zwei der wichtigsten Charaktere, ich wusste, wie ich anfangen wollte und wohin die Geschichte letztendlich führen würde. Dazwischen befanden sich jede Menge leere Seiten ohne Plot und ich bekam Panik, dass ich damit nie und nimmer 300 Seiten füllen könnte.

    Doch je mehr ich schrieb, desto gnadenloser schlug meine Fantasie zu. Erst kamen einzelne dramaturgische Zwischenstationen dazu, die vermehrten sich und vermischten sich mit einem wahren Sammelsurium an Details. Der Umfang meiner Geschichte wuchs und wuchs. Das Ganze schaukelte sich so lange hoch, bis es mir schlicht im Kopf explodiert ist. Aus einem Buch wurden zwei, dann drei, dann vier und schließlich und endlich fünf.

    All die großen und kleinen Nebensächlichkeiten, und auch die Hauptsächlichkeiten, habe ich übrigens auf kleine Zettel notiert und in chronologischer Reihenfolge an eine Pinnwand geheftet. So sieht mein erster Plot aus: eine überfüllte Pinnwand, die jetzt noch neben meinem Schreibtisch hängt.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    TOM DAUT:
    Ich mag schnelle Dialoge und Action. Auch wenn ich daran länger feilen muss als an anderen Stellen, gehe ich an so etwas mit einer hohen Motivation heran. Bei Beschreibungen würde ich mich gerne beschränken. Ich finde eine szenische Darstellung erst dann perfekt, wenn die Beschreibungen im Zuge der Handlung beinah unbemerkt mit einfließen und nicht absatzweise eingeschoben werden müssen. Dabei das richtige Maß zwischen Beschreibung und Handlung zu finden, fiel mir bei DER GEFALLENE PROPHET teilweise recht schwer. Deswegen habe ich daran nicht ganz so gern gearbeitet. Beim Vorgänger DIE SINISTRA verhielt sich das anders. Was daran liegen mag, dass DIE SNISTRA, obwohl sie vor DER GEFALLENE PROPHET erschienen ist, de facto eigentlich mein zweiter Roman ist.

    You live, you learn. Ich hoffe, es bei ANNO SALVATIO 423 – Teil 2 wieder mit der gleichen Leichtigkeit wie bei DIE SINISTRA hinzukriegen.

    Was ich wirklich gar nicht mag sind Erklärszenen. Davon gibt es in DER GEFALLENE PROPHET leider auch ein paar, in denen sich zwei Charaktere gegenseitig ihre Motivationen darlegen. Dergleichen lähmt das Tempo einer Geschichte meist. Ich hoffe, die Leserinnen und Leser nehmen nicht zu sehr Anstoß daran, und gelobe Besserung.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    TOM DAUT:
    Bei den Details hilft mir hoffentlich das bereits angeführte Kompendium und im Storybogen fünf Jahre Planung und die fünf Exposés, die ich der Serie mittlerweile verpasst habe. Dazu kommen noch meine beiden Betaleserinnen Heike Schrapper und Sonja Küsters und die Lektorinnen Nadine d´Arachart und Sarah Wedler, denen ich allen auf ewig dankbar sein werde, für ihre unschätzbare Mitarbeit an meiner Geschichte. Eigentlich sollte vorne auf dem Titel Team Daut anstatt Tom Daut stehen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Protagonisten, Straßenpriester Desmond Sorofraugh heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    TOM DAUT:
    Anfangs war Desmond streng durchgeplant. Jede Charaktereigenschaft, sein Beruf und sogar sein Name unterwerfen sich der Geschichte. Das heißt, dass ich mir überlegt habe, wie er in den Schlüsselszenen reagieren muss, damit die Story funktioniert. Danach habe ich mir durch den Kopf gehen lassen, wie so jemand gestrickt sein sollte, um in seiner Welt zu funktionieren, und wie er den Rest der Geschichte aushalten kann. Die wichtigste aller Fragen war dabei, warum er das tut. Anhand dieser Informationsbröckchen habe ich ihm schließlich einen Lebenslauf geschrieben, an dem ich mich von nun orientieren kann. Viele Dinge ergeben sich natürlich auch trotz aller Planung einfach automatisch.

    Ein Beispiel:
    Desmond wächst ohne Eltern auf. Sein Onkel wird sein Ziehvater, aber den Verlust der Mutter kann das nicht ausgleichen. Wie reagiert Desmond, um diesen Verlust zu kompensieren? Er tut das, was viele religiöse Menschen machen, denen eine Bezugsperson fehlt: Er schafft sich einen seelischen Ersatz in Form einer übergeordneten Figur aus der Glaubenswelt. In seinem Fall ist es die Muttergottes, Maria. Jetzt brauchte ich den Marienkult nur noch auf etwas zu beschränken, dem in Desmonds Heimat ausschließlich Frauen anhängen, und schon hatte ich ein weiteres wichtiges Element für die Charakterentwicklung des Helden eingebaut: soziale Isolation. Seine Mitbrüder sollen Desmond meiden und mit dieser Konstellation habe ich ihnen einen weiteren Grund dafür gegeben.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    TOM DAUT:
    Wie oben ausgeführt: Mit Desmond Sorofraughs Geschichte ging ich Jahrzehnte schwanger. Die Exposés habe ich dann im Nachhinein geschrieben, als der erste Teil in Rohform fertig war.

    Bei den Ideen, die ich jenseits von ANNO SALVATIO 423 entwickele, verhält sich das nicht so. Ich habe eine Datei, in der sind zwölf weitere Ideen für Einzelbücher und Mehrteiler abgelegt. Jedes Mal, wenn ich einen neuen Einfall zu einer dieser Geschichten habe, tippe ich ihn an der passenden Stelle dazu. Einige davon sind schon reifer als andere, aber eigentlich habe ich zwölf fast fertige Exposés in der Schublade.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    TOM DAUT:
    Es gibt keinen typischen Tom-Daut-Tag. Es gibt solche, da stehe ich morgens auf, wasche mich (meistens), ziehe mich an (das kommt sogar noch öfter vor als das Waschen) und setze mich an den Rechner. Dann schreibe ich bis in die Nachmittagsstunden an meinen Romanen. Manchmal geht das bis in die Abendstunden, manchmal ohne zu essen oder zu trinken und ohne dass ich es merke.

    Dann gibt es wiederum Tage, an denen das ganze Drumherum ums Schreiben (facebook-Arbeit, Lesungsbetreuung, E-Mail-Verkehr, Lesetraining oder das aktuelle Kurzgeschichtenprojekt) die Arbeit am Buch schlichtweg verschlingt. An Wochenenden, wenn ich meine Bücher auf Cons oder Messen vorstelle und/oder Hörbuch-live-Lesungen abhalte, ist sowieso alles anders.

    Zu diesen Gelegenheiten stehe ich von früh bis spät an meinem Stand, versuche Leute von meinen Romanen zu überzeugen oder die Lesung vollzukriegen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    TOM DAUT:
    In meinem abgedunkelten Arbeitszimmer.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    TOM DAUT:
    Das hängt von der Szene ab, die gerade dran ist. Wenn ich schreibe, höre ich manchmal Musik, um mich in die entsprechende Stimmung zu versetzen, was gerade bei Action-Sequenzen auch lauter werden kann. Eigentlich gestaltet sich die Auswahl der Musik querbeet durchs CD-Regal. Ich greife aber oft und gerne auf Instrumentalstücke zurück. Im Internet bin ich auf der Seite des Komponisten Kai Hartwig fündig geworden. Kai hat mich mit seinen Stücken schon bei der Hörbuchversion von DIE SINISTRA unterstützt und inspiriert. Sobald es ans Überarbeiten geht, bevorzuge ich Stille.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten und falls Ja, von welcher? Was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    TOM DAUT:
    Ich werde von keiner Agentur vertreten. Die Verträge über DIE SINSTRA und ANNO SALVATIO 423 habe ich mir aus eigener Kraft erarbeitet.

    Solange dabei kein Vertrag bei einem großen Publikumsverlag herausspringt, sehe ich die Zusammenarbeit zwischen mir und einer Agentur zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht als sinnvoll an.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    TOM DAUT:
    Zur Zeit schreibe ich an ANNO SALVATIO 423 – Teil 2, über dessen Inhalt ich aus offenkundigen Gründen nicht viel verraten möchte.
    Er schließt direkt an den ersten Teil an und die Serie zeigt eigentlich erst ab jetzt so richtig, was sie kann. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie Leser und Lektorat darauf reagieren.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Fantasy-Roman veröffentlichen möchten?

    TOM DAUT:
    Überprüft zunächst, ob ihr überhaupt schreiben könnt. Gebt das, was ihr geschrieben habt, jemandem in die Hand, der es konstruktiv beurteilen kann. Das sollte nicht unbedingt jemand sein, der aus dem Familienkreis stammt und alles toll findet, was ihr macht. Am besten ist ein Freund/eine Freundin, der/die das Genre selber liest, in dem ihr geschrieben habt.

    Geht vernünftig mit Kritik um, vor allem wenn sie negativ aber gut begründet ausfällt. Ich weiß, das ist schwierig, aber unabdingbar, wenn ihr lernen und euch verbessern wollt.
    Am besten fangt ihr mit Kurzgeschichten an. Das ist nicht ganz so aufwendig wie gleich einen ganzen Roman zu schreiben.

    Sobald ihr euch sicher seid, dass eurer Schreibstil und eure Ideen Qualität haben, probiert euch vor einem Publikum aus. Entweder nehmt ihr an Kurzgeschichtenwettbewerben teil oder ihr fragt auf einer Fantastik-Con an, ob sie euch im Programm lesen lassen. So könnt ihr Kontakte zu anderen Autoren oder Kleinverlegern schließen. Wenn ihr das dann durch habt und alles gut gelaufen ist, solltet ihr euch daran machen, euer vielleicht schon existierendes Manuskript einem Verlag oder einer Agentur anzubieten. Wie man möglichst professionell an solche Institutionen herantritt, bekommt man über das Internet oder die neuen Kontakte heraus.

    Informiert euch vorher gut, wo ihr veröffentlichen wollt. Die Fragen „Wo liegen die Vor- und Nachteile eines großen Publikums- bzw. eines Kleinverlags?“ oder „Kommt Self-Publishing für mich infrage?“ können euren gesamten Werdegang bestimmen. Und fallt ja nicht auf die sogenannten DKZ-Verlage rein.

    Klingt langwierig? Ist es auch. Als Autor braucht man vor allem drei Dinge: Geduld, Geduld und dann noch ein wenig mehr Geduld.

    Geduld mit euch sich selbst und mit den eigenen Geschichten. Vom ersten Wort bis zum verlegten Buch sind bei mir fünf Jahre vergangen.

    Ich wünschte, ich könnte euch frohere Kunde bringen, aber Hartnäckigkeit und gute Geschichten setzen sich letztendlich immer durch.
    Viel Glück.
    Daut, out.

    AVELEEN AVIDE:
    Tom, vielen Dank für das Interview.

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    Heute gibt es ein Buch zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 4. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Anno Salvatio 423 - Der gefallene Prophet“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. B. Greef hat mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet und er hat „Anno Salvatio 423 - Der gefallene Prophet“ gewonnen: Welcher Papst herrscht in "Das gelobte Land"?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    Wer mal wissen möchte, was und wie ich schreibe:
    Bei Giadas gibt es das E-Book „Leselust“ in dem von einer meiner Geschichten eine kostenlose Leseprobe ist. Ebenfalls von meiner tollen Kollegin Monika Dennerlein aka Inka Loreen Minden und einigen anderen.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    LESUNGSIMPRESSIONEN:

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    Foto: © Angela Erdmann

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  • 08/22/14--11:07: Interview mit Martina Sahler
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Martina Sahler fand es überraschend, dass die englische Regierung der Schiffsbesatzung 60 Sets Babywäsche mitgegeben hat. Sie beantwortet auch die Frage, was denn eine Seemannsbraut ist.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Das Hurenschiff“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Martina Sahler

    Foto: © Martina Sahler

    Martina Sahler ist Autorin.

    Martina Sahler wurde 1963 in Leverkusen geboren und lebt jetzt in der Nähe von Köln im Bergischen Land. Sie ist verheiratet, hat 2 Kinder und zum Haushalt gehören auch die Katzen Lillie und Lottie. Darf ich fragen ob du Mädls oder Jungs hast und wie alt sie sind?

    MARTINA SAHLER:
    Ich habe einen 21jährigen Sohn und eine sechsjährige Tochter. Was die Katzen betrifft: Wir haben nur noch die Lottie. Lillie musste nach einem langen schönen Katzenleben eingeschläfert werden.

    AVELEEN AVIDE:
    Du warst 2 Jahre Journalistin bei der Kölner Rundschau und dann warst du knapp 10 Jahre Lektorin beim Lübbe-Verlag. Anschließend hast du erst Germanistik, Anglistik und Skandinavistik studiert und nebenbei hast du als freiberufliche Lektorin gearbeitet. Es ist ja eher selten, dass eine Lektorin auch Bücher schreibt. Wie kam bei dir der Wunsch auf und warum hast du erst nach langen Berufsjahren Germanistik usw. studiert?

    MARTINA SAHLER:
    Ich habe in den 90er Jahren zunächst ein Volontariat bei Bastei-Lübbe gemacht und anschließend mehrere Jahre als Lektorin fest angestellt gearbeitet. Ich hatte das große Glück, einen solchen Traumjob ohne Studium zu bekommen. Ich glaube, man war damals ganz angetan von meinem Engagement.

    Ich hatte die Abiturzeitschrift mitgestaltet, seit der Oberstufe als Reporterin für die Lokalpresse gearbeitet und ich „brannte“ fürs Schreiben und für Bücher. Das brachte mir Pluspunkte. Später fand ich selbst aber, mir fehlte etwas – denn alle Kolleginnen hatten studiert, ich war die einzige Nicht-Akademikerin. Das habe ich dann nachgeholt und mich im Laufe des Studiums für die Freiberuflichkeit als Lektorin entschieden. In dieser Zeit bekam ich die ersten Aufträge, als Ghostwriter zu arbeiten. So bin ich ans Schreiben gekommen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wieso hat eigentlich nicht Lübbe, bei denen du an die 10 Jahre gearbeitet hast, dein Buch veröffentlicht, sondern Knaur?

    MARTINA SAHLER:
    „Mein Buch“ – das klingt seltsam ;-) Ich weiß nicht, wie viele Bücher ich mittlerweile veröffentlicht habe. Darunter sehr viele auch für Lübbe für die Reihe „Erfahrungen“.

    „Das Hurenschiff“ hat mein Agent Michael Meller an Drömer-Knaur vermittelt. Knaur hat auch meinen Roman „Weiße Nächte, weites Land“ publiziert. Ich vertraue meinem Agenten, dass er die beste Lösung findet, wenn ich ihm Romane zur Vermittlung anvertraue.

    AVELEEN AVIDE:
    Du gehörst zum Moderatorenteam des Autorenforums Montsegur, bist Mitglied bei den Bücherfrauen e.V. - Women in Publishing und beim Verband der freien Lektorinnen und Lektoren (VfLL). Das nimmt sicher auch viel Zeit in Anspruch?

    MARTINA SAHLER:
    Nein, das nimmt nur wenig Zeit in Anspruch. Ich bin nicht über die Maßen aktiv in meinen Vereinen, und im Autorenforum Montsegur geht es die meiste Zeit friedlich zu. Das lässt sich alles gut mit dem Schreiben vereinbaren.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast auch Filmbegleitbücher geschrieben. Wie muss man sich ein Filmbegleitbuch vorstellen und für welchen Film hast du das z.B. geschrieben?

    MARTINA SAHLER:
    Bei einem Filmbuch arbeitet der Autor mit Hilfe des Drehbuchs. Ich habe die Dialoge und die Regieanweisungen und bastele daraus einen Roman, was ziemlich tricky sein kann, da sich ein Romanautor in der Regel für bestimmte Perspektiven entscheidet. Er muss das Innenleben der Figuren berücksichtigen, eine Aufgabe, die im Film der Schauspieler übernimmt. Ich habe zum Beispiel den Roman „Die Sturmflut“ geschrieben und Sammelbände über die Serien „Girlfriends“ und „Sturm der Liebe“.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn ihr verreist, wo reist ihr gerne hin und was ist euch an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    MARTINA SAHLER:
    In den vergangenen Jahren ging es vor allem darum, dass sich unsere Tochter im Urlaub wohl fühlt. Ist das Kind beschäftigt, erholen sich die Eltern. :-) Deswegen haben wir hauptsächlich Strandurlaub gemacht – Teneriffa, Gran Canaria, Nordsee … Jetzt aber ist sie alt genug, um auch größere Touren zu genießen. Deswegen waren wir in den Osterferien in den USA – New York, Washington, Virginia Beach, Charleston, Atlanta. Da waren wir bestimmt nicht zum letzten Mal.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    MARTINA SAHLER:
    Scrabble. Mein Mann und ich sind Meister im Entdecken von Wörtern mit Y und Q. Wusstest du, dass man „Qi“ ohne „u“ schreibt? :-)

    Anmerkung AVELEEN AVIDE:
    Grübel-grübel ... So gefragt Nein und ich muss mich erst Schlau machen was es ist. Auch wenn ich es schon gehört habe, aber ich komme gerade nicht drauf.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liesr du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    MARTINA SAHLER:
    Ich lese alles, was sich auf den Bestsellerlisten findet. Ich habe einen mainstream-Geschmack und stehe auch dazu. Probleme habe ich stets mit Büchern von Kolleginnen, die ich mit Freude lesen würde, wenn ich die Autorinnen nicht kennen würde. Mir fällt es schwer, mich in die Rolle der genießenden Leserin fallen zu lassen, wenn ich bei jedem Absatz analysiere, was sich die Kollegin wohl gedacht hat.
    Ich lese besonders gern Thriller und Krimis – Charlotte Link, Simon Beckett u.v.a. Vielleicht mag ich dieses Genre in meiner Freizeit, weil ich es beruflich bislang noch nicht berührt habe.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    MARTINA SAHLER:
    Schreiben ist mein Beruf und meine Leidenschaft, oder, wie es Kristin in meinem E-Book „Schreibfieber“ sagt: Ohne meine Bücher und Geschichten wäre ich vielleicht verloren.

    Cover Das Hurenschiff

    MARTINA SAHLER: In „Das Hurenschiff“ geht es lt. Amazon.de um:
    London im 18.Jahrhundert: Auf der berühmt-berüchtigten Lady Juliana, dem Segelschiff, das Straftäterinnen nach Australien bringt, treffen sie aufeinander: die zarte Claire, die unschuldig für einen Diebstahl büßen soll; die blutjunge Molly, die ein Verbrechen beobachtet hat und selbst verhaftet worden ist; die zupackende Rose und die bärbeißige Dorothy. Auf See müssen sich die Frauen in der brutalen und erbarmungslosen Männerwelt auf dem Schiff behaupten. Jack Barnes, der Steuermann, hat ein Auge auf Claire geworfen. Doch die junge Frau kann ihren Verlobten Henry nicht vergessen und hofft auf ein Wiedersehen …

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Das Hurenschiff: Roman

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Das Hurenschiff“?

    MARTINA SAHLER:
    Ich habe für meinen Roman „Weiße Nächte, weites Land“ ganz allgemein über Schiffsreisen recherchiert. Dabei bin ich auf die Fahrt der Lady Juliana gestoßen und wusste sofort: Das ist meine nächste Geschichte.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Das Hurenschiff“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    MARTINA SAHLER:
    Vieles war außergewöhnlich und überraschend. Es hat großen Spaß gemacht, für „Das Hurenschiff“ zu recherchieren. Überraschend fand ich zum Beispiel, dass die englische Regierung der Schiffsbesatzung 60 Sets Babywäsche mitgegeben hat, in weiser Voraussicht. Nach Seemannsrecht hatte jeder Mann an Bord das Recht, sich unter den Strafgefangenen eine „Seemannsbraut“ zu nehmen.

    Anrührend fand ich die Liebesgeschichte von Steward John Nicol, der eine der Gefangenen vergötterte. Aus seinen Aufzeichnungen geht nicht hervor, ob diese Frau seine Liebe im gleichen Maße erwiderte oder ob sie ihn nur ausgenutzt hat, um als seine Geliebte mehr Luxus als die anderen weiblichen Häftlinge zu genießen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Das Hurenschiff“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Das Hurenschiff“ geben?

    MARTINA SAHLER:
    Anfang und Ende des Romans waren für mich klar vorgegeben: Es sollte um die Schiffsreise gehen. Ich habe mir angeschaut, welchen Reiseweg die Lady Juliana genommen hat, und ich habe mir eine Handvoll Protagonistinnen erschaffen. Jede sollte ein Ziel vor Augen haben, und es sollte reichlich Konflikte und Spannung geben.

    Als ich das einmal vor Augen hatte, ging das Schreiben wie von selbst. Die Spannungskurve ist so angelegt, dass sie kontinuierlich ansteigt und im Hafen von Sydney Cove zu einem vorläufigen Ende kommt. Es hat mir leid getan, meine Ladies dann zu verlassen, und ich bin froh, dass ich Band 2 schreiben darf, in dem es um das dramatische Leben in der Kolonie gehen wird.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    MARTINA SAHLER:
    Ganz klare Antwort: Dialoge fallen mir am leichtesten. Ich liebe den Schlagabtausch zwischen meinen Figuren und vergesse darüber am ehesten die Zeit. Damit die Dialoge gepfeffert sind, müssen es auch spannungsgeladene Charaktere sein. Ich mag es, schräge Gestalten zu entwickeln – bei mir gibt es selten Figuren, die nur gut oder nur schlecht sind. Am meisten Zeit investiere ich in szenische Darstellungen. Da feile ich lange an jedem einzelnen Wort, jedem Satz, bis es sitzt. Wenn mir eine szenische Darstellung gut gelungen ist, macht mich das sehr glücklich. Die Dialoge fluppen von ganz allein. :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    MARTINA SAHLER:
    Indem ich verhindere, dass lose Fäden bleiben. :-) Zum einen plotte ich intensiv und überlege mir für jede Nebenhandlung eine Dramaturgie. Zum anderen überarbeite ich einen Roman sehr, sehr lange. Das ist übrigens meine liebste Arbeit, wenn ich den Rohentwurf in Form bringe. Aber auch der Rohentwurf hat schon Hand und Fuß. Ich schreibe keinen Roman aus dem Bauch heraus, lasse mich aber in einzelnen Szenen von mir selbst überraschen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonistin Claire heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    MARTINA SAHLER:
    Claire sollte ein echtes Kind ihrer Zeit sein. Um sie kennenzulernen, habe ich Romane von Jane Austen gelesen. Claire sollte für die Romantik und die Moral stehen. Als einzige Heldin wäre sie mir aber zu langweilig gewesen. Da musste dringend noch eine junge Wilde wie Molly dazu, die mit ihren 13 Jahren schon mehr gesehen, erlebt und durchlitten hat als die meisten anderen. Und eine mit allen Wassern gewaschene und vom Leben tief enttäuschte Dorothy.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    MARTINA SAHLER:
    Ich bin zu ungeduldig, um monatelang abzuwägen. Wenn ich eine Idee habe, setze ich sie auch zügig um. Ich lese mich in die Historie ein, um einen groben Überblick zu bekommen, entwickele dann den Plot und fange an zu schreiben. Beim Schreiben recherchiere ich noch zahlreiche Details.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    MARTINA SAHLER:
    Ich habe viele Jahre meines Lebens damit verbracht, gegen meine Morgenträgheit anzukämpfen. Inzwischen akzeptiere ich, dass ich vor halb elf nichts Gescheites schaffe. Aber dann lege ich auch gleich richtig los und schreibe bis etwa vier Uhr am Nachmittag. Wenn die Zeit drängt, lege ich manchmal auch eine Spät- oder Nachtschicht ein.

    Zwischendurch das Übliche wie in den meisten Haushalten auch: Wäsche, Spülen, Kochen, Garten, Kind & Katze. Ich bin froh über die Flexibilität, die mir die Freiberuflichkeit ermöglicht. Wenn das Kind mich braucht, bin ich da, und wenn die Arbeit drängt, kann ich meine Zeit so einteilen, dass ich gesteckte Ziele auch erreiche.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    MARTINA SAHLER:
    Ich schreibe am liebsten in meinem Büro. Da herrscht die beste Arbeitsatmosphäre für mich. Das Lektorieren und Überarbeiten geht auch in meinem Lieblingssessel, der im Wohnzimmer steht und von Bücherregalen umgeben ist.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    MARTINA SAHLER:
    Ich brauche absolute Stille beim Schreiben. Ich habe es ausprobiert – mit Musik geht gar nichts bei mir. Mit Musik verbinde ich Entspannung, beim Schreiben bin ich aber auf eine positive Art angespannt, ganz bei mir.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    MARTINA SAHLER:
    Ich werde von der Agentur Meller vertreten und bin froh, dass ich mich weder um die Vermittlung meiner Romane noch um Verträge kümmern muss.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    MARTINA SAHLER:
    Erst einmal freue ich mich, dass im Oktober der Folgeband von „Weiße Nächte, weites Land“ bei Weltbild auf den Markt kommt, bevor dann im Dezember die Taschenbuchausgabe von „Das Hurenschiff“ bei Drömer-Knaur erscheint.

    Bei Weltbild ist das Hardcover „Hurenschiff“, das es bei dir zu gewinnen gibt, seit ein paar Tagen ausverkauft. Dort kann man allerdings das E-Book herunterladen – falls jemand nicht bis Dezember warten möchte. Viele glauben, dass Weltbild ein Club oder so etwas ist – das stimmt aber nicht. Dort kann man genauso einkaufen wie bei anderen Online-Buchhändlern, ohne Versandkosten, ohne Verpflichtung.

    Ich schreibe gerade am Folgeband zum Hurenschiff. Ferner arbeite ich an diversen Jugendbuchprojekten und veröffentliche mit großer Leidenschaft auch eigene E-Books. Das Selfpublishing – Bücher für Jugendliche und Erwachsene - entwickelt sich gerade zu einem weiteren Standbein für mich in der Buchbranche. Wer sich für meine selbst herausgegebenen E-Books interessiert, findet alle Infos auf meiner Seite www.facebook.com/martinasahlerEbooks

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    MARTINA SAHLER:
    Niemals aufgeben. Hinfallen ist nicht schlimm. Nur wer nicht aufsteht, hat verloren. Und außerdem: Lesen, lesen, lesen, immer neugierig bleiben und stets bereit sein, Neues zu lernen und auszuprobieren.

    Manche glauben, wenn sie erst einmal ein Buch bei einem Verlag untergebracht haben, dass es von dem Zeitpunkt an mit der Schriftstellerkarriere steil nach oben geht. Das kann sein, muss aber nicht. Viele Kolleginnen, die vom Schreiben leben, erleben genau wie ich auch nach vielen Jahren im Geschäft Niederlagen, Flops und Absagen. Das Geheimnis ist, sich so etwas nicht zu Herzen zu nehmen, sondern weiterhin an sich zu glauben – neue Möglichkeiten auszutesten, um die Ecke zu denken, an die eigenen Grenzen zu gehen.

    Ich genieße dieses Gefühl, es selbst in der Hand zu haben – auch nach mehr als 20 Jahren voller Hochs und Tiefs im Buchgeschäft ist die Schriftstellerei noch mein absoluter Traumberuf.

    AVELEEN AVIDE:
    Martina, vielen Dank für das Interview.


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    Heute gibt 1 Buch zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 4. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Das Hurenschiff“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. H. Biehunko hat mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet und sie hat „Das Hurenschiff“ gewonnen: Welche Romane hat Martina Sahler gelesen, um Claire besser kennenzulernen?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

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    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
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    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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  • 08/29/14--11:48: Interview mit Ralf Weißkamp
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Ralf Weißkamp liebt es kriminell und er vermisst den Ruhrpott. Und wobei er sich nicht immer an die Gegebenheiten hält, das erzählt er im Interview.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Schützenmaske“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Ralf Weisskamp

    Foto: © Ralf Weißkamp

    Ralf Weißkamp ist Journalist und Autor.

    Ralf Weißkamp wurde 1961 in Gelsenkirchen geboren und lebt heute in Iserlohn. Du bist der Liebe wegen mit 35 Jahren nach Iserlohn gezogen. Hält die Liebe immer noch?

    RALF WEIßKAMP:
    Oh ja, die hält nach wie vor! Fünf Jahre nach meinem Umzug haben wir geheiratet, das war 2001, und wir sind es immer noch. Außerdem fühle ich mich in Iserlohn ziemlich wohl, wenn mir auch ab und zu der Ruhrpott fehlt. Aber in dem hat sich auch viel verändert.

    Du hast Sozialwissenschaften, Philosophie und Germanistik studiert. Du arbeitest als Journalist und bist jetzt auch Autor. War dir schon im Studium klar, dass du mal Richtung schreiben unterwegs sein möchtest?

    RALF WEIßKAMP:
    Schon in der Schule war ich bei der Schülerzeitung aktiv, während des Studiums habe ich als freier Mitarbeiter bei einer Zeitung angefangen. Das weitete sich auf mehrere aus, so dass ich mein Studium erfolgreich abbrach und nur noch freiberuflich arbeitete.

    Heute habe ich als Absicherung eine Teilzeitstelle bei einem Bildungsinstitut, mein Pressebüro und das Dasein als Autor sind meine Leidenschaft. Die werde ich weiter ausbauen, so dass sie beruflich das Standbein sein werden. Aber Schreiben, das war schon immer klar, Schreiben ist meine Leidenschaft, journalistisch als auch „frei“.

    AVELEEN AVIDE:
    Wieso hast du mit deinem ersten Krimi so lange gewartet?

    RALF WEIßKAMP:
    Da gibt es tausend Gründe, aber eigentlich hat mich erst die Idee zur Handlung so spät angesprungen. Ich wollte nicht den x-ten Whodunit-Krimi schreiben, es sollte eine etwas skurrile Geschichte mit Figuren sein, die sich noch nicht selbst gefunden haben, die mit dem Leben und ihrer eigenen Geschichte hadern. Mittlerweile ist aus dieser Idee eine ganze Reihe geworden, die ich fortsetzen werde.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    RALF WEIßKAMP:
    Neben Job, Pressebüro und dem Autorendasein bleibt nicht allzu viel Zeit. Lesen natürlich, und gerne verbringe ich freie Zeit in der Natur, im Wald. Dorthin ziehe ich mich auch zurück, wenn ich alleine sein, über das Skript nachdenken, die Geschichte weiterspinnen will.

    Und auch zum Schreiben, ganz altmodisch, mit Kugelschreiber und Schreibblock – das geht! Und wenn ich die Seiten später auf dem Mac übertrage, ist das schon die erste Überarbeitung.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest ihr zurzeit? Und wenn ihr lest, welche Genres lest ihr am liebsten?

    RALF WEIßKAMP:
    Meine Frau ist Krimi-Expertin, ich lese zur Zeit „Wem Deutschland gehört“, ein sehr interessantes politisches Buch. Im Urlaub habe ich „Zero“ von Marc Elsberg gelesen, und auf meiner Warteliste steht – mal wieder – „Faust“, ein toller und immer wieder aktueller Klassiker. Ansonsten warte ich auf ein neues Buch von Walter Moers, keine Ahnung, wann eines erscheint. Auch wenn ich das letzte enttäuschend fand.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    RALF WEIßKAMP:
    Spaß, Lust, Arbeit, Auseinandersetzung, Therapie.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig?

    RALF WEIßKAMP:
    Ich war schon lange nicht mehr in Kanada, ein wunderschönes, großes, faszinierendes Land. Aber wir fahren sehr gerne ans Meer, etwa die Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern bis hinauf nach Polen, wirklich eine reizvolle Landschaft, vor allem im Herbst. Der östliche Nachbar steht auch noch auf der Liste, ebenso wie einige Städtetouren.

    Aber mit einem Urlaub verbinde ich in erster Linie Ruhe, auch akustische, Muße, Zeit, Natur.

    Cover Schuetzenmaske

    RALF WEIßKAMP: In „Schützenmaske“ geht es lt. Amazon.de um:
    Eine merkwürdig gekleidete Leiche in einem Gelsenkirchener Park unterbricht abrupt die sportlichen Ambitionen des frustrierten Dozenten und Hobby-Detektivs Robert Werner. Die Witwe des Toten beauftragt ihn mit Ermittlungen, um Licht in das seltsame Ableben ihres Mannes zu bringen: War es Mord? Hat er sich selbst umgebracht? Ist er Opfer seiner sexuellen Vorlieben geworden? Bei seinen Recherchen stößt der Detektiv schnell an seine Grenzen bis er selbst in den Fokus der Fahnder gerät. Zusammen mit seinem alten Kumpel, dem Taxifahrer Manni, und dem Besitzer einer Schwulenbar, Jan, ermittelt er in Gelsenkirchen und Iserlohn. Weitere Leichen und skurrile Zeitgenossen machen ihnen die Arbeit nicht leicht. Erst als sie einer verschworenen Bruderschaft auf die Spur kommen, klären sich alle Verstrickungen.

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Schützenmaske - Ein Ruhrpott Krimi

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Schützenmaske“?

    RALF WEIßKAMP:
    Die Idee dazu hatte ich auf einem meiner Spaziergänge im Wald. Ursprünglich sollten Jäger den Platz der Schützen einnehmen, erst viele Manuskriptseiten später habe ich mich anders entschieden und dementsprechend alles umgeschrieben. Und Schützenbrüder sind ein herrlicher Widerpart zu meinen etwas skurrilen Figuren, dem Ermittler-Trio.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Schützenmaske“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    RALF WEIßKAMP:
    Nein, etwas wirklich Überraschendes oder Außergewöhnliches war nicht dabei. Eher eine normale Recherche, im Arbeitszimmer am Rechner oder in Gelsenkirchen und Iserlohn vor Ort. Wobei ich mich bei den Ergebnissen – wenn es in die Handlung passte – nicht immer zu 100 Prozent an die Gegebenheiten gehalten habe. Ich warte schon auf die Anrufe und Mails der Lehrer. :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Schützenmaske“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Schützenmaske“ geben?

    RALF WEIßKAMP:
    Die Idee war, dass die oder der Ermittler das Gegenteil von Philip Marlowes sein sollten. Ihnen gegenüber sollte eine wertkonservative Gruppe stehen, die ein Geheimnis hüten, welches ihre Existenz ruinieren könnte, wenn es ans Licht kommt. Und die dieses Geheimnis mit allen Mitteln bewahren. Die Ermittler aus dem Ruhrgebiet treffen auf die Schützen aus dem Sauerland, das bildete den Kern der Idee.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    RALF WEIßKAMP:
    Szenische Darstellungen fallen mir häufig leichter, ich mag sie schon etwas lieber. Aber häufig entwickeln sich Dialoge und Charaktere überraschend, manche, mit denen ich mich zu Anfang schwer getan habe, werden eigenständig, nehmen aus der Situation heraus Fahrt auf.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    RALF WEIßKAMP:
    Sobald ich das Gefühl bekomme, dass diese Fäden nicht zueinander finden oder zu viel sind, suche ich einen Punkt, an dem ich sie zusammenbringen kann, und den bearbeite ich noch vor jeder weiteren Szene. Nichts wäre schlimmer als dass sich der Leser im Text durch herumschwirrende Fäden verirrt.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Protagonisten, den Hobby-Detektiv Robert Werner heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    RALF WEIßKAMP:
    Der sollte ein etwas linkischer Typ sein, der mehr oder weniger durchs Leben stolpert, aber sehr neugierig und von Selbstzweifeln geplagt ist. Das Gegenteil zu vielen Helden, die immer genau wissen, was sie tun müssen.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    RALF WEIßKAMP:
    Die Idee, die Szene hat sich entwickelt, nicht bis in alle Einzelheiten, aber als der Plot stand, ging es an den Schreibtisch. Beim Schreiben entwickelte ich weitere Figuren oder bestehende nahmen in der Handlung an Gewicht, an Bedeutung zu oder ab. Das Exposee habe ich erst viel später, kurz vor Beendigung der ersten Fassung geschrieben. Das ist jetzt, beim zweiten Manuskript, das an die Schützenmaske anschließt, anders.

    Das Exposee liegt dem Verlag schon seit längerem vor und ich bin noch ganz tief in der Schreibarbeit. Dennoch wird es nicht meine Vorgehensweise, ein Manuskript wie am Zeichenbrett zu entwickeln.

    Am meisten Spaß hatte ich in der ersten Phase, als ich die Szenen entwickelte. Es war schon auf amüsante Weise erschreckend, auf welche Wendungen ich meine Figuren geschickt habe.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    RALF WEIßKAMP:
    Ich bemühe mich, jeden Tag daran zu arbeiten, ihn weiterzuentwickeln, zu überarbeiten. Aber dabei habe ich keinen festen Ablauf und auch keine Rituale. Wenn ich spüre, ich komme nicht weiter, mache ich vorübergehend etwas anderes, bis ich mich wieder auf das Manuskript konzentrieren kann.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    RALF WEIßKAMP:
    Dort, wo ich Ruhe, Abgeschiedenheit finde. Das kann mein Arbeitszimmer oder eine Bank im Wald sein, gerne auch mein Stehpult, das wir mal aus dem Sperrmüll gefischt haben.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    RALF WEIßKAMP:
    Beim Schreiben brauche ich Ruhe, unbedingt. Deshalb schnappe ich mir auch gerne Laptop oder Schreibblock und verziehe mich in den Wald. Dort habe ich die nötige Abgeschiedenheit. Und wenn mir nichts einfällt, mache ich einen Spaziergang, das befreit den Kopf.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten und falls Ja, von welcher? Was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    RALF WEIßKAMP:
    Ich habe mich gegen eine Agentur entschieden, weil ich eigene Erfahrungen in der Verlagssuche machen wollte. Für die Zukunft schließe ich aber die Einschaltung einer Agentur nicht aus, das kann durchaus Vorteile haben.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    RALF WEIßKAMP:
    Das aktuelle Manuskript knüpft an die „Schützenmaske“ an. Das Trio gerät wieder in eine Ermittlung, wird aber auch Opfer, jemand hat es auf sie abgesehen und will sie aus dem Weg räumen. Ein merkwürdiger Rocker-Club spielt eine große Rolle, und natürlich treffen wir auch unseren Kommissar wieder. Das Manuskript bildet den zweiten Teil einer Reihe, die sich um die linkischen Amateur-Detektive fortsetzt.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Krimi veröffentlichen möchten?

    RALF WEIßKAMP:
    Nicht andere kopieren, versuchen, etwas Neues, Eigenständiges zu entwickeln. Und vor allem die Verlagsprogramme genau studieren – passt mein Manuskript zum Verlag? Sehr wichtig ist ein gutes Exposee, es entscheidet darüber, dass die Lektoren, diese literarischen Türsteher, mein Manuskript überhaupt in die Hand nehmen.

    AVELEEN AVIDE:
    Ralf, vielen Dank für das Interview.


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    Heute es 1 Buch/E-Book zu gewinnen (sobald es erschienen ist). Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 4. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Schützenmaske“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. Wer mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet, der kann „Schützenmaske“ gewinnen: Wo schreibt Ralf Weißkamp am liebsten?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    Wer mal wissen möchte, was und wie ich schreibe:
    Bei Giadas gibt es das E-Book „Leselust“ in dem von einer meiner Geschichten eine kostenlose Leseprobe ist. Ebenfalls von meiner tollen Kollegin Monika Dennerlein aka Inka Loreen Minden und einigen anderen.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    LESUNGSIMPRESSIONEN:

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    Foto: © Angela Erdmann

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