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Aveleen Avides interviewt auf ihrem Blog Autoren/Schriftsteller und berichtet über Buchevents, Buchmessen, Corine-Preisverleiungen, Lesungen und BookloverConferenzen.

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  • 07/25/13--21:44: Interview mit Yoko Magune
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Zuerst einmal tut es mir Leid, dass ich letzte Woche kein Interview online stellen konnte. Das Problem war leider blog.de. Sie haben leider 4 Tage an ihrer Datenbank herumgespielt und dabei sind fast alle meine Beiträge verschwunden gewesen. Könnt ihr euch meinen Schreck vorstellen. Und das, nachdem erst im Februar sevenload seinen Dienst eingestellt hatte und meine 2.000 Fotos und über 200 Videos deshalb aus meinem Blog verschwanden. Aber nun geht Blog.de erst mal wieder. Jedenfalls wollte ich unter diesen Umständen kein Interview online stellen.

    Und nun zum Interview:

    Weshalb der Roman für Yoko eine Selbsttherapie ist? Sugardaddys sagen einem normalerweise nur von Krimis etwas. Was sind Kogals. Ein Mädchen, das einem "zweifelhaften" Gewerbe nachgeht, plaudert bei mir aus dem Nähkästchen.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu die 1. oder 2. E-Mail sendet, der kann „Enjokōsai“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Yoko Seifuku

    Foto: © Axel Gora

    Yoko Magune Der Roman „€njokōsai,-“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der jungen Autorin Yoko Magune und dem Sachbuch- und Romanautor Axel Gora. Axel Gora ist zudem Jiu-Jitsu-Großmeister und Inhaber der Sportschule Budo Gym Augsburg.

    Yoko Magune wurde 1992 als koreanisch-chinesisches Mischlingskind und einzige Tochter ihrer alleinerziehenden Mutter in München geboren. Sie besuchte dort die Grundschule und das Gymnasium. Ein gelungenes Abi in der Tasche, zog sie nach einem Aufenthalt in Augsburg zum Studium nach Berlin. „€njokōsai,-“ ist nach diversen Kurzgeschichten Yokos erster Roman.
    Axel Gora hat als Yokos Mentor, Lektor und teilweise Coautor zum Gelingen des beachtlichen Debüts beigetragen. Anfang August erscheint mit „Der Luftspringer“ bei Gmeiner der Abschluss seiner Renaissance-Trilogie.

    Axel Gora habe ich bereits interviewt. Einfach hier klicken, wenn Sie alles über seine Vorlieben, seine Leidenschaften und sein spannendes Leben wissen möchten.

    Yoko, der Titel „€njokōsai,-“ deines Romans gibt erst einmal Rätsel auf, sowohl als Wort, als auch durch die Schreibweise, mit Eurozeichen und Komma-Strich am Ende. Das Bild auf dem Cover mit dem auffallenden Beschnitt tut dazu ein Übriges. Was hat das alles zu bedeuten?

    YOKO MAGUNE:
    Enjokôsai ist der japanische Begriff für Datings, bei denen sich Schulmädchen im Sailor-Outfit in Tokio oder anderen Großstädten mit Männern treffen und dafür Geschenke oder Bares bekommen. Enjokôsai, oder kurz nur Enkô, heißt eigentlich „Aushilfsbegleitung“. Meistens läuft es auf Prostitution hinaus.

    Enjokôsai ist seit Mitte der 90er in Japan ein heiß diskutiertes Phänomen. Hier bei uns in Deutschland kennen das nur Insider und Japanfans. Weil die schnöde Kohle dabei – und auch im Roman – keine geringe Rolle spielt, und andererseits dieser Begriff bei uns in Deutschland wenig geläufig ist, hatte Axel vorgeschlagen, das auch optisch in der modifizierten Schreibweise rüberzubringen, was ich ‘ne coole Idee finde.

    Das Bild ist ein Foto von mir und optisch verfremdet, es soll wie eine Art Kreidezeichnung wirken. Uns ging es bei diesem Motiv und seiner Machart nicht darum, plakativ und scharf alles abzubilden, sondern den Gehalt des Romans als Gesamtwerk zu betonen und dazu ein Geheimnis zu transportieren: Wer ist das Mädchen Yoko Magune, das diesen autobiografischen Roman geschrieben hat?

    So viel sei verraten, meine Namen sind Pseudonyme (warum ich Yoko Magune als Künstlernamen wählte, steht im Buch); bürgerlich trage ich einen deutschen Namen, den meine Mutter von ihrem ersten Mann übernommen hat. Wer und wie ich bin klärt der Roman, und auch dieses Interview gibt wohl einiges über mich und meine Geschichte preis.

    Cover und Titel sollen herausstellen, dass es sich hier nicht um ein seichtes Sexgeschichtchen handelt à la „Die heißen Schenkel der kleinen Japsenschlampe“ oder so, sondern um eine ansprechende Story mit einem Thema, das für denjenigen Leser attraktiv ist, der sich für Menschen und ihre Sehnsüchte interessiert, und dafür, wie sie damit umgehen und was diese Sehnsüchte in ihnen bewirken. Es geht um die positiven wie negativen Kräfte, die Liebe in ihren ehrlichen und unehrlichen Formen heraufbeschwören kann, vor dem Hintergrund eines bestimmten Fetischs. Es geht um die Hintergründe und Motivation der Menschen – also Anbieter wie Freier –, die sich diesem Fetisch hingeben. Das ist psychologisch superinteressant und macht die Sache anspruchsvoll.

    Bei Fetisch denken die meisten an Lack und Leder. Bei dir geht es um Matrosenkragen und Stulpenstrümpfe …

    YOKO MAGUNE:
    Fetisch kann in der Erotik und beim Sex letztlich alles sein, was anmacht. Lack und Leder ist mithin die erste Assoziation, aber Uniformen, egal welcher Art, haben doch wohl schon immer dazugehört – von der Sekretärin und Polizistin über die Stewardess und Krankenschwester bis eben zum naughty Teeny im kurzen Rock und Kniestrümpfen, oder eben bei den Kogals die Stulpen. Bei den Sugardaddys, so nennen die japanischen Mädchen ihre Kunden, spielt da ganz stark der Lolitakomplex mit rein, eben die Gier nach dem lasziv Unschuldigen der Kindfrau, vermischt mit deren trotzgörigem Gehabe, unter dem meist bewussten Aspekt der Macht. Nabokov hat das in „Lolita“ verdammt gut rübergebracht, meine Anerkennung!

    Das heißt, das Enkôgeschäft funktioniert nur mit Teenys, denen du ja auch nicht mehr angehörst?

    YOKO MAGUNE:
    As time goes by. Mittlerweile bin ich ja auch ,schon‘ 21 – als ich mit der Romanidee anfing war ich 18. Ich werde aber auch heute noch ab und zu nach meinem Schülerausweis gefragt …

    Reifere Frauen existieren logischerweise nicht auf diesem Markt, weil sie den spezifischen Fetischanspruch, dieses Lolitading, nicht bedienen können; dazu sind sie einfach schon zu alt. Umgekehrt kann ich als dünnes asiatisches Teeny mit XS-Größe und meiner 70A-Oberweite Pamela Anderson-Fans auch nicht anfixen. Die stehen eben auf die völlig konträren Attribute. Im Roman habe ich eine Szene, wo mir ein Freier das verklickert; dem will ich mich als verruchte Sekretärin in schwarzem Rock, weißer Bluse und Brille verkaufen, was aber aus obigem Grund nicht hinhaut, aber den Impuls gibt für das Enkôbizz. Bei der Escortagentur bekam ich die Bestätigung für diese Erkenntnisse.

    Enjokosai

    In „Enjokōsai“ geht es lt. Amazon.de um:
    Jin, 19, halb Chinesin, halb Koreanerin lebt in München. Sie liebt Radfahren, Milla Jovovich als Jeanne d’Arc, The Police Greatest Hits, und sie liebt ihre Mutter. Als diese immer tiefer im Sumpf von Prostitution und Alkoholismus versinkt, übernimmt Jin die Verantwortung für den großen gemeinsamen Traum: ein eigenes Restaurant am Meer. Das Credo „Sei mutig, sei stark!“ – von der Mutter in der Kindheit eingebläut – hat Jin verinnerlicht, doch mit Entschlossenheit und Kellnern wird sich weder der Traum erfüllen, noch kann sie die Mutter retten; Jin beginnt sich heimlich zu verkaufen: Zuerst per Inserat an gewöhnliche Freier, schließlich im Sailor-Outfit nach dem Vorbild der japanischen Schulmädchenprostitution Enjokōsai, kurz Enkō, an wohlhabende japanische „Sugardaddys“.
    Während Jin sich in der bizarren Enkō-Welt mehr und mehr verliert, und sich immer tiefer in Lügen und Schuldgefühle verstrickt, findet sie in der wachsenden Liebe zu dem Fotografen Marinus neuen Halt. Marinus, gut doppelt so alt wie sie, hilft Jins Bekanntschaft anfangs über eine verflossene Liebe hinwegzukommen. Doch allmählich entwickelt auch er stärkere Gefühle für das Mädchen, die in eine lebensgefährliche Mutprobe münden.
    Jin und Marinus nehmen beide, jeder nach seiner Art, ihren persönlichen Kampf auf um die Liebe, die Zukunft und das Leben ...

    Wie kamst du auf die Idee zu „Enjokōsai“?

    YOKO MAGUNE:
    Im Grunde spielten da zwei Sachen mit rein. Die erste war, dass ich durch die ziemlich krasse Biografie meiner Mutter in punkto Prostitution nicht wenig vorbelastet bin, was ich im Roman eingängig schildere. Es lag für mich, dem Schreiben immer schon zugetan, nahe, mal etwas darüber zu verfassen. Das zweite war, dass ich für meine Hausarbeit das immer wiederkehrende Erörterungsthema Schuluniform gewählt hatte. Durch Recherchen darüber bin ich im Netz auf Enjokôsai gestoßen. Mich hat fasziniert, wie locker, alles auf Eigenregie und selbstorganisiert, die japanischen Mädchen dieses spezielle Business handlen. Das hat mich nicht mehr losgelassen. Ich habe angefangen Material darüber zu sammeln, was letztlich einen ganzen Leitzordner gefüllt hat.

    Gibt das Thema so viel her?

    YOKO MAGUNE:
    Der Ordner hat sich im Laufe des Romans nach und nach gefüllt. Angefangen habe ich mit dem Ausdruck einer Seite aus Wiki, später kamen die ganzen Arbeitsblätter für den Roman hinzu. Ich habe den Ordner mit Registern wie „Texte allgemein“, „Namen“, „Artikel deutsch“, „Artikel englisch“, „Uniformen“, „Lolita“, „Verlage“ und „Materialien“ versehen. Bei „Materialien“ sind zum Beispiel mein Escort-Vertrag dabei, den ich im Buch abdrucke, natürlich unterer geändertem Agenturnamen, oder die Figurenprofile und die komplette Story-Outline von der ersten bis zur letzten Szene.

    Ich bin sicher, dass du für „Enjokōsai,-“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, vielleicht sogar Witziges passiert?

    YOKO MAGUNE:
    Mein Schriftverkehr mit dem Hauptzollamt in Frankfurt am Main, später mit dem Oberstaatsanwalt beim Landgericht F/M – „Abteilung für Organisierte Kriminalität“ war ganz kurios. Ich hatte mir bei einem offiziellen Onlinevertrieb in China zum Thema passende DVDs bestellt, die mir die Zollbehörde am Flughafen konfiszierte. Meinen Einspruch haben sie abgelehnt und sich darauf bezogen, dass die Firma – also wohlgemerkt nicht ich als Besteller –, gegen die hierzulande geltende Verordnungen im Versandhandel verstoßen habe, weil sie die DVDs an eine unbekannte Privatperson verschickte, von der sie nicht mit Sicherheit wisse, ob Volljährigkeit bestünde. Hätte ich die DVDs von einer Videothek bestellen lassen, wäre das alles kein Problem gewesen, zumal es nicht einmal pornografische Inhalte waren, sondern nur erotische, wie man aus den Trailern sehen konnte. Inhalt und Machart entsprachen den Clips, die du heute ganz normal auf YouTube sehen kannst, wenn du zum Beispiel Japanese Schoolgirls eingibst.

    Du konntest doch dem Zollamt nachweisen, dass du volljährig bist.

    YOKO MAGUNE:
    Habe ich ja, aber die haben mir die DVDs trotzdem nicht zugestellt, mit der Begründung, man ermittele gegen diese ausländische Firma und die „Bildträger“ würden als Beweismittel einbehalten. Erst habe ich mich darüber aufgeregt, dass ich mein rechtmäßig erworbenes Material nicht bekomme – Beamtenwillkür und so –, aber dann war es mir irgendwann egal; der Roman ist auch ohne die DVDs was geworden, nicht umsonst hab ich ihn mehrmals umgeschrieben, mehr oder weniger freiwillig … unter der Fuchtel;-) meines Mentors.

    Du meinst Axel. Wie sah denn die Zusammenarbeit zwischen Euch aus und wir seid Ihr zusammengekommen?

    YOKO MAGUNE:
    Wir haben uns bei einem Schreibseminar in München kennengelernt. Er war der einzige Teilnehmer, der schon publizierter Buchautor war – ich gehörte zu den Greenhorns, die, mit einem Wust unstrukturierter Manuskriptblätter und wirren Ideen im Kopf, erfahren mussten, dass zwischen guter Literatur lesen und guter produzieren Welten liegen. Axel hatte mir seinen gerade erschienenen historischen Roman „Das Duell der Astronomen“ geschenkt, weil ich mich gegen dieses Genre recht negativ ausgelassen hatte. Ich wusste nicht, dass er so was schreibt, sonst hätte ich mich wohl zurückgehalten, so viel Taktgefühl besitze ich.

    Das Duell hatte ich an zwei Tagen ausgelesen und Axel dann einen Brief geschrieben – ja, Brief, keine E-Mail –, also richtig mit Tinte auf gutem Papier aus dem Fachgeschäft, passend zu seinem Roman. Ich dachte, der Mann ist old school, der steht auf so was. Kurz gefasst: Ich habe ihn nach einigem Hin- und Hergemaile und Rumgeplänkel gefragt, ob er mir bei meinem Roman helfen kann. Er wollte wissen, wie kritikfähig ich sei und wie es um meine Bereitschaft dazuzulernen stünde. Letztlich hat er zugesagt, was mich riesig freute. Dann ging es erst richtig los mit der Arbeit.

    Sein Anspruch an den Roman war mir anfangs viel zu hoch, uns trennten Welten. Ich wollte eher so ‘ne Art Bericht runterschreiben, locker und ungehemmt aus der Feder gerotzt. Bis er dann mit „Literatur schaffen“ ankam, und mir die Frage stellte, was ich denn mit dem Werk wirklich wolle – er sprach immerzu von „Werk“, was ich gar nicht hören wollte, weil ich diesen Ausdruck mit elitären Ansprüchen und nicht mit meinem Roman assoziierte.

    Axel meinte, ich hätte das nötige Hirn und das Talent dazu, aus dem Stoff etwas richtig Gutes zu machen; letztlich sei dieses Thema bislang noch nicht in Deutschland literarisch verarbeitet worden. Mir fehle es lediglich am literarischen Handwerkszeug, um aus meinen Ideen, Gedanken und Erfahrungen eine fesselnde Story nach allen Regeln der Kunst zu fabrizieren.

    Wie ging es konkret weiter? Wie wurde aus deinem „Wust unstrukturierter Manuskriptblätter“ ein richtiger Roman „nach allen Regeln der Kunst“?

    YOKO MAGUNE:
    Zum Einstieg hat Axel mir das Buch „Kreativ schreiben“ von Fritz Gesing geschenkt. Er sagte, dass sei vor Jahren neben der „Autorenfibel“ sein erstes Schreibbuch gewesen und hätte ihm eine Menge an Basiswissen gebracht. Dann kamen ,nur‘ noch drei Bücher dazu: „Schritt für Schritt zum erfolgreichen Drehbuch“ von Christopher Keane, „Romane und Kurzgeschichten schreiben“ von Raymond Carver und „Fiktionales Schreiben“ von Ron Kellermann. Ich sage ,nur‘, weil es ja eine Unmenge Ratgeber zum Schreiben gibt; die kann kein Mensch alle lesen. Axel hat vielleicht 20 bei sich im Regal stehen, von denen er sogar wieder ein paar entsorgt hat – „wenn du die Essenz der vier Bücher, die ich dir gegeben habe intus hast“, sagte er, „weißt du mehr als genug, um einen guten Roman zu schreiben.“

    Nach langen, vielen und oft verdammt späten Stunden, in denen wir meine Texte ordneten und darüber diskutierten, welche Masterplots für die Story gelten, war ich endlich soweit, ein Arbeitsexposé zu entwerfen, also eine ausführliche Inhaltsangabe der gesamten Story. Dazu war die Anleitung von Kellermann Gold wert; der lehrt, wie und warum man den Roman in Erzählabschnitte und Akte aufteilt. Zusätzlich habe ich eine Liste mit den Figuren und die Charakterprofile der Hauptpersonen erstellt.

    Nachdem das alles soweit fertig war, sind wir zusammen das Exposé, von dem ich ein gutes Dutzend Ergänzungen und Überarbeitungen machte, und die Figurenprofile durchgegangen. Als Axel endlich die letzten Fassungen abgesegnet hatte, habe ich daraus die Story-Outline entwickelt. Die Outline ist das Szenengerüst des Plots. In ihr werden alle Szenen vom Anfang des ersten bis zum Ende des dritten Aktes durchnummeriert und aufgelistet.

    Wenn du so ein Romanprojekt startest, musst du die Regeln der Dramaturgie wie das Setzen der Plotpoints, die Gesetze der Erzählökonomie, die Perspektiven, das szenische und nichtszenische Gestalten, die Spannungsbögen, die emotionale Entwicklungslinien der Figuren, den Duktus, und, und, und … beachten. Für einen, der wenig bis keine Ahnung hat und eigentlich nur losschreiben will, ist so viel Theorie heftig anstrengend. Im Grunde aber ist es Standardwissen, über das jeder Romanautor verfügen sollte, der sich ernsthaft mit literarischem Schreiben befasst.

    Wir sind immer noch in der Planungsphase. Wie ging es ans Schreiben, nachdem du alle Arbeitskonzepte entwickelt hattest?

    YOKO MAGUNE:
    Bevor ich mit dem eigentlichen Schreiben begann, habe ich mich in jede Szene – die selbst erlebten wie die fiktiven – hineingefühlt. Oft habe ich dazu die einschlägigen Orte der Handlung noch einmal besucht, mir die dortige Szenerie einverleibt und in mein Notizbuch geschrieben. So habe ich mich stundenlang im Englischen Garten, in den Cafés und den Hotels, an der Marienklausenbrücke, und natürlich auf dem Bahnhof herumgetrieben. Allerdings war es nicht der Münchner Güterbahnhof, sondern die Ausläufer des Hauptbahnhofs in Augsburg.

    Dein Aufenthalt in Augsburg hing also mit dem Schreiben des Romans zusammen?

    YOKO MAGUNE:
    Absolut. Das Projekt hatte mich inzwischen emotional so vereinnahmt, dass ich schwer an etwas anderes denken konnte; alles in meinem Kopf drehte sich um den Roman. Ich wusste es nicht nur, ich spürte es regelrecht, dass ich dieses Werk nicht allein stemmen würde, nicht mit dem Qualitätsanspruch, der sich inzwischen auch in mir wie eine Art Sucht ausgebreitet hatte. Nicht mit den vielen offenen Fragen zur Gestaltung der Texte, den Zweifeln nach der Gesellschafstauglichkeit – wie weit darf die pornografische Schilderung meines Erlebten gehen? –, oder den häufig gehegten Gedanken daran, alles hinzuschmeißen.

    In dieser Phase hatte ich mir auch indirekten und externen Beistand durch das Gutachten eines Experten geholt, einem ehemaligen Rowohlt-Lektor, der sich in Hamburg als freier Lektor und Autorenberater mit einer eigenen Agentur niedergelassen hat. Dem hatte ich eine Leseprobe der ersten Fassung zugeschickt. Er schrieb unter anderem: „Die Sprache dieses Textes ist flüssig, geradlinig, professionell, ohne Pathos … Mit diesem eher zupackenden Stil werden von Anfang an zugleich literarische Topoi eingeführt, die dem Ganzen einen deutlich ,höherwertigen‘ Rang zuweisen als den eines billigen Sexberichts.“ Er hatte mir geraten, unbedingt dranzubleiben und mir sogar entgegen seiner üblichen Leistungen einen, wie er schrieb „sehr guten Verlag“ vermittelt, der das Manuskript lesen wollte.

    Das hatte sich dann meinerseits zerschlagen.
    Ich wollte zu Axel in sein Dojo ziehen, er hatte mir jedoch davon abgeraten, und das mit guten Gründen (… Pseudovaterfigur etc.) belegt. Die hatte ich schweren Herzens akzeptiert. Ich nahm mir ein möbliertes Winzzimmer, jobbte in einem Café und schrieb jede freie Minute. Ich schrieb und verwarf. Schrieb erneut und verwarf wieder. Manchmal dachte ich, das wird nie etwas, das nimmt kein Ende.

    Du hast daraufhin nicht alles allein geschrieben. Welcher Anteil am Roman hat Axel den konkret?

    YOKO MAGUNE:
    Axel hat mich während der ganzen Planungsphase beraten. Er hat mir die Struktur des Romans vorgeschlagen, die Einteilung in Rand- und Binnenerzählung, die sich in den zwei Perspektiven Jin und Marinus ausdrückt, und die dramaturgische Ordnung der Notizbücher. Zudem war er Betaleser und Lektor. Und letztlich hat er auch, hier sei es offenbart, als Coautor mitgeschrieben – die Passagen von Marinus stammen allesamt aus seiner Feder.

    Als ich die Überarbeitung der letzten Fassung fertig hatte, hat er mir das Endlektorat bei einer Germanistin, die gerade promoviert, vermittelt. Ebenso eine professionelle Designerin, die mir das PDF von Satz und Lay-out des Buches und das Cover gestaltete. Zuletzt hat er sich um die ganze eBook-Konvertierung gekümmert. Er hat mich aus meinen Tiefs herausgezogen; er war immer da, wenn ich ihn brauchte. Ohne ihn gäbe es den Roman „€njokōsai,-“ definitiv nicht.

    Wie lange hast du, beziehungsweise habt ihr insgesamt an diesem Roman gearbeitet?

    YOKO MAGUNE:
    Mit den ganzen Überarbeitungen hat er letztlich gute zwei Jahre bis zur druckreifen Fassung in Anspruch genommen. Gut Ding will Weile haben, und ich glaube schon, das Resultat kann sich sehen lassen.

    Wieso erscheint dein Roman nicht als richtiges Buch bei einem Verlag? Nachdem was ich jetzt alles über ihn weiß, müssten sich die Lektoren doch alle Finger danach lecken?

    YOKO MAGUNE:
    Vielleicht tun Sie es ja noch, wer weiß? Wir haben den Roman schon von uns als adäquat erachtete Verlagen angeboten; die Reaktion waren Standardabsagen oder blieben ganz aus – vielleicht haben wir die falschen angeschrieben. Axel meinte, ich solle nicht so ungeduldig sein, die Verlage brauchten Zeit. Geduld war das letzte, was ich aufbrachte.

    Als die Arbeit getan war, fiel ich in ein emotionales Loch. Nach der ganzen Anspannung war ich nicht gelöst, sondern noch viel verkrampfter. Ich hatte eine regelrechte Wut im Bauch über die Absagen, diese Ignoranz der Lektoren über mein Werk. Da half auch Axels gutes Zureden nicht, und sein in Schutz nehmen der Verlagsmenschen, die nichts von meiner persönlichen Situation wüssten. Für die sei mein Projekt eines wie jedes andere, die seien so zugestopft mit Offerten, dass die gar nicht mehr richtig einschätzen könnten, was gut sei und was nicht. Das wollte ich alles nicht hören.

    Letztlich hatte ich keinen Bock mehr auf den ganzen Bürokratenscheiß und diese Verlagsmaschinerie. Ich hatte im Winter unverrückbar beschlossen, das Projekt noch im Frühjahr 2013 abzuschließen. So kam eines zum anderen. Im Mai haben wir es dann als Kindle eBook veröffentlicht.

    Wie geht es weiter? Schreibst du an einem neuen Projekt?

    YOKO MAGUNE:
    Vorerst nicht. Irgendwie hat mich die ganze Sache so aufgewühlt, dass ich – zumindest momentan – nichts mehr von Literatur wissen will. Ich brauche erst mal Abstand.

    Das Verfassen deiner ganz persönlichen Geschichte, hat dir das Schreiben und den Zugang zur Literatur verdorben?

    YOKO MAGUNE:
    Im Grunde war die Auseinandersetzung mit meiner Geschichte eine Art Selbsttherapie. Die Story geht an die Substanz – je nachdem wie sensibel und empathisch der jeweilige Leser gestrickt ist, wird er das merken. Mein Roman ist bestimmt kein Psychothriller oder ein Horrorroman; für Fans solcher Literatur ist er auch gar nicht geschrieben. Es ist ein Roman über die schönste und auch schmerzlichste Sache der Welt: die Liebe. Allein die drei Zitate am Anfang sind Programm und sagen schon verdammt viel aus.

    Fazit: Während des Schreibens gab es viel Wut und Tränen. Davon brauchte – und brauche ich immer noch – Abstand. Mitunter deswegen auch mein Umzug nach Berlin, und die Übergabe des Werks und der Rechte an Axel; wir haben einen fairen Deal gemacht. Es war für mich auch wichtig, mich von ihm als meinem Mentor zu lösen, um wieder mein eigener Mentor zu sein. Wenn du ohne Vater aufwächst und mit einer doch recht zweifelhaften Mutter, sind solche Mentorenverhältnisse nicht ganz ungefährlich; Axel hatte schon recht mit dem, was er über die Ersatzvaterfiguren gesagt hatte.

    Yoko, du antwortest sehr offen. Hast du keine Angst, dadurch verletzlich zu sein?

    YOKO MAGUNE:
    Mensch sein heißt automatisch verletzlich zu sein. Künstlerseelen sind das wohl noch mehr, als dickfellige Betonköpfe. Ich habe gelernt, mit meiner Verletzlichkeit umzugehen. Es geht nicht immer, aber wem gelingt das schon?

    Lässt du dich von schlechten Rezensionen runterziehen?

    YOKO MAGUNE:
    Ich weiß es zu schätzen, wenn sich einer die Mühe macht, ein Werk zu rezensieren; sofern es ihm wirklich um das Werk geht und nicht um seine Selbstdarstellung als Kritiker. Die Qualität von Rezensionen ist halt recht unterschiedlich; man merkt, wer Ahnung vom Metier hat und wer nicht, also wer objektiv, ausgewogen und aussagekräftig rezensieren kann. Ich lasse mich überraschen.

    Yoko, zwei Fragen noch zum Schluss. Welche Rolle spielt Milla Jovovich als Jeanne d’Arc in deinem Leben?

    YOKO MAGUNE:
    Kennst du den Film von Luc Besson? Wenn nicht, sieh in dir bitte an. Diese Frau (die Schauspielerin und die Figur, die sie verkörpert) hat so eine Power, dass ich eine Gänsehaut bekomme, wenn ich sie agieren sehe. Es fasziniert mich einfach, von (s)einer Sache so infiziert zu sein, dass du wie eine Fackel brennst, wenn du in ihr aufgehst. Das Filmplakat hängt nach wie vor an meinem Schrank.

    Welche Bedeutung haben die Police-Songs für dich, die du im Roman den Kapiteln voranstellst?

    YOKO MAGUNE:
    Die Songs sind begnadet und zeitlos. Wenn ich die höre, wäre ich gerne ein Kind der 80er gewesen, um die Band live erlebt zu haben. Ich habe die Songs erst später eingebaut, nachdem mir Axel die CD schenkte. Die Zitate wie die Wahl der Songs sind auf die jeweiligen Kapitel abgestimmt. Während der ganzen Schreibzeit haben die Stücke mehr und mehr an Bedeutung zugenommen; warum wird im Roman deutlich.

    Yoko, vielen Dank für das offene Interview.

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    Heute gibt es leider kein Buch zu gewinnen.

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    Lesung in Augsburg am 19.07.2013 „Nachtgeschichten“

    Ivy Paul lud Kollegen und Kolleginnen zur Lesung „Nachtgeschichten“. Ich folgte ihr nur zu gerne. Sogar der Augsburger Lokalmathador Peter Dempf war mit dabei. Nicht nur, dass uns traumhaft schönes Wetter hold war, auch die Zuhörer fühlten sich sichtlich wohl bei uns.

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    Manuela Obermeier las aus ihrer Kurzgschichte „Spiel nicht mit den Kellerkindern:

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    Aveleen Avide las aus „Unvergessliche Nächte in Hvar“ aus ihrem Band „Grenzenlose Lust“:

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    Fotos Peter Dempf:

    Lesung Augsburg 190713-Peter Dempf

    Peter Dempf liest aus „Fürstin der Bettler“:

    Nach einer erfrischenden Pause bei denen unsere Bücher begehrt waren, ging es weiter mit der Lesung.

    Fotos Elke Dünzl:

    Elke Dünzel

    Elke Dünkel

    Elke Dünzl las aus dem Buch von Lily Monroe aus „Sklavinnenschiff“:

    Foto Elke Dünzl und Manuela Obermeier:

    Ivy Paul und Elke Dünkel

    Foto Ivy Paul

    Ivy Paul

    Lesung Ivy Paul aus „Die Geisel des Chinesen“:

    Foto Elke, Manuela, Ivy und Peter:

    Elke, Manuela, Ivy und Peter

    Talkrunde, Moderation Ivy Paul:

    Danach ging es noch hinaus in die laue Sommernacht in den Biergarten und wir ließen den schönen Abend bei Wein und Bier ausklingen.

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  • 08/02/13--06:43: Interview mit Caren Benedikt
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Caren Benedikt liebt Afrika und über ihre Protagonistinnen sagt sie: Doch dann war da plötzlich Ellin, die Protagonistin meines neuesten Romans in meinem Kopf. Ich habe sie quasi vor mir gesehen, wie sie von ihren Verfolgern durch die Gänge gehetzt wird.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Die Kerzenzieherin“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Caren Benedikt

    Foto: © Caren Benedikt

    Caren Benedikt schreibt historische Romane.

    Caren Benedikt wurde 1971 geboren und wuchs in einer norddeutschen Kleinstadt auf. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notargehilfin und arbeitete danach als freie Journalistin. Sie ist verheiratet und lebt mit Mann und ihren drei Kindern in einem kleinen Ort bei Bremen. Caren, darf ich fragen, ob du Jungs oder Mädels hast und wie alt deine Kinder sind?

    CAREN BENEDIKT:
    Aber klar – ich habe beides zu bieten, sowohl Mädchen als auch einen Jungen! Unsere älteste Tochter wird dieses Jahr neunzehn, unsere Mittlere ist siebzehn und unser Sohn wird fünfzehn.

    AVELEEN AVIDE:
    Und darf ich fragen, wo du deinen Mann kennengelernt hast und wie lange ihr euch schon kennt?

    CAREN BENEDIKT:
    Wir haben uns – ganz klassisch – in dem Büro kennengelernt, in dem wir damals arbeiteten. Verliebt habe ich mich Silvester 1989/90. Ist also schon ganz schön lange her.

    AVELEEN AVIDE:
    Du solltest einen ordentlichen Beruf lernen. Wolltest du da schon Schriftstellerin werden?

    CAREN BENEDIKT:
    Ganz ehrlich gesagt: Das hätte ich mir nie zugetraut und deshalb auch nicht gewünscht. Irgendwie war „Schriftstellerin“ auch kein Beruf für mich, denn mich hinzusetzen, Geschichten zu erfinden und nieder zu schreiben, das war ja Vergnügen. Ich habe damals für mich gar nicht begriffen, dass es sich lohnen könnte, an dieser Fähigkeit zu feilen und etwas daraus zu machen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kam es, dass du Journalistin für eine Tageszeitung wurdest? Und welche Rubriken schreibst du?

    CAREN BENEDIKT:
    Das war, wie so vieles in meinem Leben, ein Zufall.
    Ich hatte für eine Stiftung, deren Vorsitzender mein Mann war, ein Kinderbuch geschrieben, das für gute Zwecke verkauft werden sollte. Natürlich wollte die örtliche Presse hierüber berichten, so dass ich mich mit dem zuständigen Redakteur unterhielt. Wir kamen so ins Plaudern und ihm gefiel wohl, wie ich schreibe. Wie es dann genau anfing, weiß ich eigentlich gar nicht mehr so genau. Irgendwann fragte er mich, ob ich nicht mal Lust hätte, einen Artikel für die Zeitung zu schreiben. Und ich hatte Lust. Also hab ich noch einen und noch einen gemacht und tja – so ging es eben weiter. Am liebsten mache ich den Bereich Kultur. Ich empfinde es wirklich als Geschenk, wenn ich mit Künstlern aller Couleur in Kontakt komme und diese mir einen Einblick in ihre Arbeit und auch ihr Leben geben. Das macht mir unheimlich viel Spaß.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    CAREN BENEDIKT:
    Schreiben! Natürlich nicht nur, doch es ist im Laufe der letzten Jahre immer wichtiger für mich geworden. Ich finde ja, in so vielen Alltagssituationen und vor allem im Umgang der Menschen miteinander stecken dermaßen viele, fesselnde Geschichten, dass diese dringend aufgeschrieben werden müssten. Das natürlich immer gepaart mit diesem Quäntchen „Was wäre wenn…“ – das liebe ich!
    Außerdem treibe ich gerne Sport, oft zusammen mit meinen Kindern. Immerhin will ich ja fit sein und bleiben. Und ich reise wahnsinnig gerne.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    CAREN BENEDIKT:
    Ich bin ein totaler Afrika-Fan! Zum einen natürlich, wegen dieser grandiosen Landschaft, aber vor allem wegen der Menschen. Ich finde, dass Afrika vor allem eines ausstrahlt: Lebensfreude! Das gefällt mir sehr!

    AVELEEN AVIDE:
    Du warst erst im Urlaub. Wo wart ihr? Was hast du besonderes an Eindrücken mitgenomnen?

    CAREN BENEDIKT:
    Wir waren auf den Kapverdischen Inseln – also Westafrika. Da wir eine sehr anstrengende Zeit hinter uns hatten, ging es uns vor allem darum, uns ausgiebig zu erholen. Und das ist uns auch gelungen. Es war einfach wunderbar und unkompliziert. Vor allem aber sehr befreiend, ganz ohne Internet, Telefon oder Fax.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    CAREN BENEDIKT:
    Ich habe gerade „Tödlicher Absturz“ von Daniel Holbe (aus der Andreas Franz Reihe) ausgelesen, also einen Krimi. Aber natürlich lese ich auch besonders gerne Historische Romane. Aber ich muss zugeben, dass sich meine Art des Lesens verändert hat. Ich achte jetzt in Texten sehr viel genauer darauf, wie sie geschrieben sind und welcher Mittel sich die Autorin oder der Autor bedient.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie viele Manuskripte musstest du versenden, bis dein erstes Buch bei einem Verlag angenommen wurde? Wie war der Vorgang und wie kam es dann letztendlich zur Veröffentlichung?

    CAREN BENEDIKT:
    Also, mein erstes Manuskript, mit dem ich mich auch bei einer Agentur beworben habe, war ein Jugendbuch. Ich wurde dann angenommen und mein damaliger Agent hat den Text bei einem Schreibwettbewerb teilnehmen lassen. Das war damals bei Rowohlt und ich habe den zweiten Platz gemacht. Für einen Vertrag hat es aber dennoch nicht gereicht. Das Buch war ein Mix aus Fantasie und Historischem Roman. Mein Agent riet mir dann, einen „richtigen“, rein historischen Roman zu schreiben. Das habe ich getan. Und hierfür bekam ich dann auch sehr zeitnah Vertragsangebote. Abgeschlossen habe ich beim Club Bertelsmann und die Taschenbuchrechte gingen an den Piper Verlag. So kam „Die Feinde der Tuchhändlerin“ als mein erstes Buch auf den Markt.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    CAREN BENEDIKT:
    Seele baumeln und Gedanken abschweifen lassen. Dann werden die Figuren in meinem Kopf aktiv. Es ist eine andere Welt, in die ich eintrete. Und das ist einfach wunderbar erfüllend.

    Cover Die Kerzenzieherin

    CAREN BENEDIKT: In „Die Kerzenzieherin“ geht es lt. Caren Benedikts Homepage um:
    Hattingen, 1225: Eine zufällige Begegnung verändert alles für die beiden Novizinnen Ellin und Jonatha:. Ellin belauscht unabsichtlich ein geheimes Gespräch zwischen dem Burgherrn Friedrich von Isenberg und einem Mitverschwörer: Sie planen einen Überfall auf Engelbert I., den Erzbischof von Köln. Ellin kann fliehen, während ihre Freundin Jonatha getötet wird. Von nun an muss Ellin sich alleine durchschlagen. Sie legt ihr Novizinnengewand ab und schließt sich einer kleinen Händlergruppe an, die auf dem Weg nach Bremen ist. Dort bietet sich ihr die Möglichkeit, die Arbeit wiederaufzunehmen, die sie schon im Kloster verrichtet hat – die Kerzenzieherei. Doch schon bald erreicht die Nachricht, dass der Erzbischof von Köln auf einer Reise überfallen und ermordet wurde, die Stadt. Ellin begreift sofort, wer hinter diesem Komplott steckt und die Angst, dass der Mörder sie aufspüren und damit als einzige Zeugin beseitigen könnte, wird zu ihrem ständigen Begleiter …

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    http://www.weltbild.de/3/17924451-1/buch/die-kerzenzieherin.html

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu deinem neuesten Buch „Die Kerzenzieherin“?

    CAREN BENEDIKT:
    Ehrlich gesagt – das war ganz schön verrückt. Ich hatte gerade erst „Die Duftnäherin“ fertig geschrieben und wollte eigentlich mal ein bisschen pausieren. Doch dann war da plötzlich Ellin, die Protagonistin meines neuesten Romans in meinem Kopf. Ich habe sie quasi vor mir gesehen, wie sie von ihren Verfolgern durch die Gänge gehetzt wird. Sehr schnell ist daraus die Idee entstanden, dass diese junge Frau irgendetwas gesehen oder gehört haben musste, was nicht für ihre Augen und Ohren bestimmt war. So fing ich an zu recherchieren und stieß schon bald auf die ebenso unglaubliche wie wahre Geschichte um Friedrich von Isenberg, der bei einer geplanten Entführung Engelbert, den Erzbischof von Köln, ermordet hatte. Die seinerzeitigen Geschehnisse werden oft als eines der größten Verbrechen des Mittelalters gewertet. Ich stöberte weiter und irgendwie fügte sich die Historie mit meinen eigenen Ideen zusammen, fast so, als hätte die Geschichte in meinem Kopf nur noch einen Rahmen gebraucht.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    CAREN BENEDIKT:
    Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, ich mag alles gleich gerne. Es ist, wie ich es schon beschrieben habe: Die Figuren sind irgendwann einfach in meinem Kopf. Sie agieren, führen Dialoge, streiten und lieben sich.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    CAREN BENEDIKT:
    Gute Frage – und so schwer zu beantworten. Ich denke, ich bin einfach selbst neugierig auf das, was als nächstes geschieht. Und alle Beteiligten haben ja ihren Platz und ihre Rolle in der Geschichte. So will ich selbst am Ende für jeden, dass mit dem letzten Kapitel auch ein Abschluss herbeigeführt ist. Immerhin liegt mir ja jede einzelne Figur am Herzen, selbst dann, wenn ich ihren Charakter nicht mag.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonistin, die Novizin Ellin heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    CAREN BENEDIKT:
    Wie ich oben schon beschrieben habe, war Ellin eigentlich nicht geplant. Bitte frag mich nicht warum, aber irgendwann war sie einfach in meinem Kopf. Ich plane also meine Figuren, insbesondere meine Protagonistin nicht. Ich lasse sie einfach leben und schreibe ihre Geschichte auf.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    CAREN BENEDIKT:
    Das war bei meinen Büchern, bislang drei an der Zahl, jeweils unterschiedlich. Die Geschichte zu „Die Feinde der Tuchhändlerin“ war sehr geplant, ich bin nach Worms gereist, habe viel über die Stadtgeschichte gelesen, bevor ich anfing.

    Bei „Die Duftnäherin“ spielte hingegen der Ort zwar eine große Rolle, doch im Grunde hätte ich meine Anna auch woanders agieren lassen können. So habe ich mich da weniger mit der Stadtgeschichte beschäftigt, sondern einen Teil der Recherche immer ganz aktuell betrieben, wenn Fragen auftauchten oder ich spürte, dass ich nicht genug Informationen hatte.

    Bei meinem aktuellen Buch „Die Kerzenzieherin“ hingegen war die Recherche wirklich sehr aufwendig, ich habe eine Unzahl an Quellen gelesen und versucht, sehr nah an der wahren Historie zu bleiben. So kann ich nur sagen, dass die Herangehensweise eines jeden Buches bisher anders für mich war. Na ja – meine Protagonistinnen sind ja auch sehr verschieden (lach).

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    CAREN BENEDIKT:
    Bestimmt nicht so spektakulär, wie man es gemeinhin von einem Schriftstellerdasein erwartet. Aber ich habe tatsächlich feste Rituale, und die helfen mir, mich in diese besondere Stimmung zu versetzen und ganz in die Welt meines Romans einzutauchen. Zuerst einmal ist wichtig, dass alle anderen aus dem Haus sind. Das Schnurren meiner Katze ist das maximale Geräusch, das ich beim Schreiben haben kann. Na gut, es läuft auch ganz leise Musik im Hintergrund, ausschließlich instrumental. Dann gehe ich erst noch in die Küche, bereite mir einen Tee und erst danach in mein Büro.

    Ich öffne die Datei und lese stets die letzten drei Seiten, damit ich wieder in den Text reinfinde und mich einfühlen kann. Und im Grunde geht es dann los. Da kann es aber auch passieren, dass ich total die Zeit vergesse und mich später beeilen muss, um die typischen Verrichtungen wie Einkauf & Co. noch zu schaffen. Schließlich wollen alle auch zu essen haben, wenn sie von der Schule kommen. Je nachdem, ob ich dann bereits einen Abschluss im Text habe oder nicht, setze ich mich manchmal noch wieder ran. Doch zugegebenermaßen schaffe ich es einfach nicht so gut, mich zu konzentrieren, wenn im Haus Leben herrscht.

    Oft, na gut, genau genommen, sehr sehr oft, schreibe ich nachts, wenn eben die wunderbare Ruhe wieder eingekehrt ist, weil alle längst schlafen. Das ist für mich die schönste Schreibzeit, auch wenn ich deshalb manchmal nicht mehr als drei oder vier Stunden Schlaf bekomme.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    CAREN BENEDIKT:
    In meinem Büro! Der Raum ist total schön mit den vorherrschenden Farben hellgrün und cappuccino. Ich fühle mich dort sehr wohl.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    CAREN BENEDIKT:
    Ja, werde ich! Meine Agentin ist Lianne Kolf. Und ich empfinde es als Riesenvorteil, sie an meiner Seite zu haben. Das gesamte Agenturteam ist einfach klasse. Und das nicht nur, wenn es um den Abschluss neuer Verträge geht.

    Wir sprechen über neue Ideen und Projekte, gehen Texte durch und beratschlagen, was zu verbessern oder eben auch keinesfalls zu ändern ist. Die Agentur gibt mir die Möglichkeit, mich voll und ganz auf das Schreiben zu konzentrieren. Alles andere wird mir von dort aus abgenommen.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    CAREN BENEDIKT:
    Ja, und ich freue mich, dass ich schon ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern kann. Meine Anna kommt zurück! Das bedeutet im Klartext, dass „Die Duftnäherin“ eine Fortsetzung bekommen wird. Ich habe mich natürlich sehr über den Erfolg des ersten Teils gefreut, der im letzten Jahr bei Weltbild herauskam und im September als Taschenbuch bei Knaur erscheinen wird. Es ist für mich ein bisschen das Gefühl, alte und liebgewonnene Bekannter wieder zu sehen und eine Zeitlang begleiten zu dürfen.

    AVELEEN AVIDE:
    Für deine Bücher hast du viele gute Kritiken bekommen. Aber für „Die Feinde der Tuchhändlerin“ auch eine - um es ganz deutlich zu sagen - hammermäßig bösartige. Wenn man sich die anderen Rezensionen dieser Katja ansieht, dann sieht man, dass sie nicht nur generell bösartig, sondern auch noch völlig unsachlich ist. Da sie von Charakteren und Klischee spricht, ist fast anzunehmen, dass sie selbst Autorin ist. Denn ein Verlag würde für solche Rezis niemals ein Buch hergeben und so fallen alle Buchrezensenten weg. Und normale Leser schreiben fast nie über Charaktere. Damit outen sich ansich immer unfaire Kollegen. Als Autorin blutet mein Herz, wenn ich unsachliche, bösartige Kommentare lese (auch wenn es bei anderen Kollegen steht). Wie erging es dir?

    CAREN BENEDIKT:
    Ganz ehrlich? Als ich die bösartige Kritik, wie du sie ja so treffend nennst, gesehen habe, fragte ich mich im ersten Moment, wem ich denn da so gehörig auf den Schlips getreten bin. Denn, du stellst es ja auch schon in deiner Frage fest, sachlich war das ganz und gar nicht. Aber zugegebenermaßen habe ich mir das nicht besonders zu Herzen genommen. Denn mal ehrlich: Wenn jemand derart am Schimpfen und Krähen ist, dreht man sich doch eher gähnend weg und verdreht die Augen, oder nicht? Also – lass sie doch!

    Ich freue mich lieber über diejenigen, die in ihren Rezensionen deutlich machen, mit wie viel Freude sie in die Geschichten eingetaucht sind und gar nicht aufhören konnten zu lesen. Denn das ist es doch, was wir alle wollen.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    CAREN BENEDIKT:
    Bloß nicht auf irgendwelche dubiosen Versprechen von Pseudoverlagen bauen, die bereitwillig und gerne gegen ein nicht geringes Entgelt ein Lektorat anbieten, um die Neulinge angeblich ganz groß rauszubringen! Bitte nicht!

    Ich würde jedem raten, ein Manuskript komplett fertig zu schreiben, mindestens einen Monat oder gern auch länger liegen zu lassen, es zu überarbeiten und dann den guten Agenturen, von denen es inzwischen wirklich einige in Deutschland gibt, anzubieten.

    AVELEEN AVIDE:
    Caren, vielen Dank für das Interview.

    Wenn meine Übersetzerin es zeitlich hinbekommt, gibt es nächsten Freitag ein Interview mit einem großen internationalen Bestsellerautor, bzw, falls die andere Autorin schneller abliefert dann wird es das Interview. Also, mal sehen, wer das Rennen macht.
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    Eva N.-M. hat mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet und sie hat „Die Kerzenzieherin“ gewonnen: ?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Wenn sich Myriane Angelowski nicht gerade damit beschäftigt wie man Beton herstellt, schreibt sie oder gibt ihr Wissen weiter. Als Myriane Referentin für Gewaltfragen war, haben sie etliche Schicksale berührt.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Blutlinien“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Myriane Angelowski Copyright Stefanie Biel

    Foto: © Stefanie Biel

    Myriane Angelowski schreibt Krimis.

    Myriane Angelowski wurde 1963 in Köln Sie studierte Sozialarbeit und arbeitete anschließend als Referentin für Gewaltfragen bei der Stadt Köln. Mehrere Jahre war sie Lehrbeauftragte an der Fachhochschule für Sozialpädagogik tätig. 2001 machte sie sich im Bereich Coaching selbständig. Coaching für wen und/oder was?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Meine Schwerpunkte sind Zielcoaching, Stärkentraining und individuelles Bewerbungstraining. Heute arbeite ich nur noch sehr reduziert als Coach. Diese Arbeit macht mir viel Spaß, weil der Fokus auf der positiven Entwicklung der Person liegt. Ich arbeite mit Menschen, die nach neuen Herausforderungen suchen z. B. unzufrieden in ihrem Job sind. Andere bemerkten Unsicherheiten wie z. B. im Umgang mit der Chefin oder Kollegen und/oder suchen eine Erwerbsarbeit, haben unzählige Bewerbungen geschrieben und finden einfach keinen Job. Als Coach arbeite ich sehr gerne, aber mittlerweile übernehme ich nur noch selten einen Auftrag mit diesen Inhalten, zeitlich nimmt das Schreiben längst einen wesentlich größeren Raum ein.

    AVELEEN AVIDE:
    Schrecklich, dass es Referenten für Gewaltfragen benötigt. Da hast du sicher viel Schlimmes zu hören bekommen. Gibt es etwas, das besonders nachhaltig war?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Bewegend waren für mich die vielen Einzelschicksale, vor allem die Gewalt (subtil oder ganz offen) in Familien, die darin "festsitzenden" Kinder und die Frauen, denen es oft unmöglich war, den Aggressor zu verlassen. Nicht selten bedeute das bestehende Chaos, die Gewalt bzw. der gesamte (Gewalt)Kontext Stabilität und Sicherheit, aus der sich viele Frauen nur schwer lösen konnten. Der Prozess kann langwierig sein, als Sozialarbeiterin muss man "aushalten", Kenntnisse über solche Fälle zu haben und nur "langsam" voran zu kommen. Ich fand dies schwierig, vor allem eben mit Blick auf die Kinder. Überhaupt geht mir das Thema "Gewalt in der Familie" persönlich immer nah. Auch, wenn Frauen Gewalt ausüben, was vorkam und vorkommt.

    Und natürlich gibt es Fälle, die im Gedächtnis bleiben. Während meines Studiums habe ich in einem Kölner Aufnahmeheim gearbeitet. Da wurde regelmäßig eine alte Frau von der Polizei gebracht. Mittlerweile war sie über achtzig Jahre alt- die regelmäßig von ihrem Mann geschlagen wurde. Eines Tages habe ich sie gefragt: "Warum haben Sie ihn nicht längst verlassen hat?" Sie hat geantwortet. "Ich wollte immer gehen, schon früher als junge Frau, aber er ist sehr krank und ich habe gehofft er stirbt einfach irgendwann. Leider hat er mir diesen Gefallen nicht getan. Jetzt fühle ich mich zu alt und ich habe Angst neu anzufangen." So etwas prägt. Mich jedenfalls.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie hast du nach deiner Sozialarbeit abschalten können beim joggen?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Nein, ich jogge erst, seitdem ich Bücher schreibe. Damals habe ich eher gelesen um abzuschalten.

    AVELEEN AVIDE:
    Du würdest gerne ein Haus in Cornwall, am liebsten in Sennen besitzen oder in Kanada, Nova Scotia. Außer, dass es dort Winter gibt, die du liebst, was reizt dich an beiden Orten. Was würden sie für dich bedeuten?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Stimmt, ich mag "nördliche" Regionen. Vielleicht, weil mir das Schreiben dort noch leichter fällt. Nova Scotia ist ziemlich abgeschieden, Häuser stehen in großen Entfernungen zueinander, es gibt wenig Ablenkung. Ich bin schon 2 x dort gewesen und finde es atmosphärisch sehr inspirierend. Ich möchte gerne einmal im Winter dorthin, am liebsten ein paar Wochen "einschneien" und schreiben …

    Sennen liegt an der Küste von Cornwall. Es ist ein kleiner Ort, der alles bietet, was ich an England mag. Tea Time in den Cafés, verwitterte mystische Steinkreise in der näheren Umgebung, wunderschöne malerische Dörfer und echte Friedhöfe (so mit verwitterten Grabsteinen) usw. Dazu gibt es einen tollen Strand und die Möglichkeit mit dem Body-Board in den Atlantik zu springen. Und auch in Sennen kann ich schreiben, Teile meines ersten Krimis "Gegen die Zeit" habe ich dort zu Papier gebracht. Also, sollte ich mal zu Geld kommen …

    AVELEEN AVIDE:
    Die beste Entscheidung deines Lebens war deine unbefristete Stelle aufzugeben, um schreiben zu können. Aber als Coach kann man ja richtig viel Geld verdienen (im Vergleich zu normalen Angestellten und Arbeitern). Machst du immer noch Coaching?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Mittlerweile hat sich der Schwerpunkt verschoben und Skriptcoaching nimmt immer mehr Raum ein, d.h. Menschen senden mir ihr Manuskript zur Prüfung, ich lese und analysiere. In einem Gespräch gebe ich dann ein individuelles Feedback. Diese Arbeit ist sehr zeitintensiv, deshalb kann ich nicht so viele Manuskripte annehmen, aber ich mache es sehr gerne. Und es freut mich, wenn das Manuskript weiter entwickelt und schließlich von einem Verlag angenommen wird!

    AVELEEN AVIDE:
    Du gibst Krimi-Seminare. Seit wann? Hast du feststellen können, woran es am meisten hapert? Wo die meisten hängenbleiben?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Zum einen gebe ich gerne Seminare, vielleicht stammt die Freude daran aus meiner Zeit als Dozentin an der Fachhochschule Köln. Zum anderen denke ich, dass es immer klug ist, sich helfen zu lassen, wenn es allein nicht oder schwer weiter geht.

    Als ich an meinem ersten Krimi saß, besuchte ich ein Wochenendseminar zum Thema "Schreiben" und es hat mir nicht nur gefallen, es hat auch wirklich etwas gebracht. Nach dem Seminar wusste ich genauer, worauf ich achten muss und woran der Stoff "krankte".

    In meinem Krimiseminar "Papierleichen" lasse ich mir von Menschen über die Schulter schauen, die gerne einen Krimi schreiben wollen, vermittele neben Handwerk auch eigene Vorgehensweisen.
    Feste Regeln gibt es zum Schreiben so gesehen ja nicht, von einigen Grundregeln mal abgesehen was z. B. Spannungsaufbau und Dialoge angeht, für viele Leute ist das offenbar schwierig. Perspektivfehler sind auch etwas, womit sich manche ErstautorInnen - nach eigener Einschätzung - schwer tun. Aber grundsätzlich gilt für mich: Was bei mir klappt, muss nicht für Jede(n) funktionieren. Es gibt Beispiele von AutorInnen die einfach los schreiben, ohne "Gerüst" o.ä. und sehr gut sind!

    Ich kann so nicht arbeiten und viele andere Menschen anscheinend auch nicht. In meinen Seminaren verrate ich, wie ich vorgehe und vielleicht ist der eine oder andere Gedanke für die Teilnehmenden hilfreich. Außerdem lerne ich auch immer etwas!

    Ich gebe in diesen Jahr noch zwei Krimiseminare.
    1. Am 07.09 und 08.09. leite ich im Rahmen der Crime Cologne jeweils von 10 Uhr bis 16 Uhr mit Unterstützung des – Emons-Verlags – ein Krimiseminar für alle Schreib- und Krimi- Interessierten bzw. angehende AutorInnen! Weitere Informationen unter info@angelowski.de Semianrort: Café Ludwig im Museum, Heinrich-Böll-Platz D-50667 Köln
    2. Krimi Workshop ‘Papierleichen’ – 16.-17.11.2013 im Rahmen der Aachener Krimitage Volkshochschule Aachen, Raum 214/215 Peterstraße 21-25 D-52062 Aachen, Anmeldung über die Volkshochschule Aachen.

    AVELEEN AVIDE:
    Du würdest gerne einen weiteren Skikurs machen, Klavier spielen lernen und weiter schreiben. Hast du schon ein Klavier oder hast du schon angefangen?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Ein Klavier besitze ich schon lange und seit ein paar Wochen habe ich nun Unterricht, was mich sehr erfreut. Im Moment übe ich "Morning has broken". Gar nicht so einfach! Die linke Hand tut sich schwer!!

    AVELEEN AVIDE:
    Du schreibst auch unter den Pseudonymen Eva-Maria Ammon und Myriam von Magdalena. Jedenfalls steht eines der Pseudonyme in Wikipedia und das andere in Amazon, wenn man unter Eva-Maria Ammon nachsieht. Stimmt das und falls Ja, was schreibst du da?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Meine ersten Kurzgeschichten wurden unter dem Pseudonym MERET AMMON veröffentlicht. Anfangs, also als ich zu schreiben begann, war mir eine gewisse Distanz wichtig, auch gefiel mir mein Nachname für die Autorentätigkeit nicht so gut, ich fand ihn zu sperrig. Bevor 2007 "Gegen die Zeit" erschien, schlug der Emons-Verlag vor, das Pseudonym für die Regionalkrimis abzulegen. Ich willigte ein und es fühlte sich richtig an. Seitdem schreibe ich unter meinem wirklichen Namen. Das Pseudonym Meret Ammon benutze ich seitdem nicht mehr.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast für Deutschland einen außergewöhnlich schönen Namen. Woher kommt er und gibt es eine Geschichte dazu?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Myriane ist die französische Form von Miriam. Als Kind wurde ich ausschließlich Miriam gerufen und noch heute nennen mich Menschen aus meinem persönlichen Umfeld so. Myriane gefällt mir aber auch sehr gut, der Name ist in Deutschland eher selten, hat einen hohen Wiedererkennungswert und sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. Ich werde sehr oft darauf angesprochen.

    AVELEEN AVIDE:
    Du bist schon in Asien, in Ägypten und in Kanada getaucht. Was ist das Besondere daran und über welchen Fisch hast du dich am besten gefreut?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Ich versuche an "einsamen" Orten zu tauchen. Bei diesem Hobby mag ich zwei Dinge besonders. 1. Die Stille unter Wasser und 2. Die Schwerelosigkeit. Dazu kommt, dass ich beim Tauchen wunderbar abschalten kann. Ich bin ganz "im Jetzt", denke nicht an unfertige Manuskripte, Termine usw.

    Das schönste Erlebnis war ein Tauchgang in acht Meter tiefe, um 7 Uhr morgens in Süd-Ägypten. Da knabberte eine Schildkröte an Weichkorallen, frühstückte sozusagen und ließ sich nicht stören. Die ganze Luft habe ich dort veratmet und dem Tier in seinem Lebensraum seelenruhig zugesehen. Irgendwann habe ich auch keine Fotos mehr gemacht und einfach geschaut und geschaut. Das war ein wunderschöner Tauchgang. Es stimmte einfach alles, das Licht, das warme Meer und diese ziemlich große Schildkröte in zwei Meter Entfernung.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Reisen kann Entspannung sein, das sind in der Regel die Tauchreisen. Da bevorzuge ich einsam gelegene Hotels, ohne Animation und Schnickschnack. In Städten bin ich dagegen gerne mittendrin. Gruppenreisen mache ich ab und zu, dann aber nur mit ausgewählten Anbietern in kleinem Kreis. So habe ich z. B. Südafrika bereist. Das war super und ich werde es nie vergessen. Dann verreise ich manchmal um zu schreiben. Nach Holland zum Beispiel oder nach Italien.

    AVELEEN AVIDE:
    Du warst erst im Urlaub. Wo wart ihr? Was hast du besonderes an Eindrücken mitgenomnen?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Anfang des Jahres war ich in New York. In dieser Stadt habe ich an jeder Ecke "Geschichte und Geschichten" gespürt. Beeindruckend fand ich Ellis Island, da schwebt für mich heute noch der Geist der Einwanderer.

    Während des Aufenthalts in N.Y. hat es immer wieder heftig geschneit, dieses Erlebnis hatte einen ganz besonderen Reiz. Für mich lag ein eigener Flair über der Stadt. An den meisten Tagen war der Himmel strahlendblau, aber es war bitterkalt. Nette rettende Cafés boten Kaffee und Wärme. An einem ziemlich unfreundlichen Tag entdeckte ich eine kleine Kaffeebar in Brooklyn. Dort habe ich das beste Tomaten-Käse-Koriandersandwich meines Lebens gegessen. Ich muss wieder nach N.Y.! Wegen des Sandwichs und sowieso!!

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du außer lesen, schreiben, tauchen und Ski fahren?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Kochen! Ich liebe es, Gerichte zu kreieren, dabei kann ich herrlich entspannen.
    Außerdem bin ich immer auf der Suche nach richtig spannenden Filmen auf DVD (leider gibt es so etwas im TV eher selten), die ich mir vorzugsweise spät abends zu Gemüte führe, damit ich schön schlafen kann.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Gerade lese ich "Stadt der Diebe" von David Benioff. Krimis sind eher selten dabei d.h. im Moment lese ich einige, weil ich in der Jury des Glauser-Preises für den besten Debüt-Krimi 2014 sitze, also lese ich quasi beruflich Krimis. Aber sonst lese ich eher wenige Kriminalromane, einfach, weil ich möglichst unverfälscht schreiben möchte.

    Gerne lese ich Biografien, auch ruhig heftigere Sachen. Und dann bevorzuge ich Fachbücher verschiedener Ausrichtung. Meist haben die Themen etwas mit Projekten zu tun, an denen ich arbeite. Oft geht es dabei um Fragen der Rechtsmedizin, Polizeithemen oder themenspezifische Abhandlungen wie zum Beispiel "Urteile zu sadistischen Tätern". Manchmal handelt es sich aber auch um reine Wissensfragen die ich recherchiere und mir aneigne. Für meinen Krimi "Finkenmoor" habe ich mich zum Beispiel mit einem Heimwerkerbuch beschäftigt und mir angelesen, wie Beton hergestellt wird.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie viele Manuskripte musstest du versenden, bis dein erstes Buch bei einem Verlag angenommen wurde? Wie war der Vorgang und wie kam es dann letztendlich zur Veröffentlichung?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Ich bin mit meinem Expose "Gegen die Zeit" zum Emons-Verlag marschiert - nach dem ich einen Termin bei einer Lektorin erhalten hatte - und kam ziemlich ernüchtert heraus. Das Exposé schien ihr nicht ganz schlüssig, das Motiv nicht durchdacht. Aber sie hat versprochen, das Manuskript zu lesen. Ich war motiviert, wollte die Geschichte unbedingt schreiben und habe fleißig geschrieben. Nach zwei Jahren hielt ich "Gegen die Zeit" in den Händen.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Erfüllung. Das hört sich vielleicht komisch an, aber ich bin so glücklich darüber, dass ich genau das tun kann, was ich möchte.

    Cover Blutlinien

    MYRIANE ANGELOWSKI: In „Blutlinien“ geht es lt. Myriane Angelowskis um:
    Ein Serientäter am Rhein.
    Eine Frau wird in der Nähe des Rheins tot aufgefunden, am Tatort können kaum Spuren gesichert werden. Lou Vanheyden und Maline Brass nehmen die Ermittlungen auf, können aber nicht verhindern, dass weitere Morde geschehen, die dieselbe Handschrift tragen. Als schließlich eine junge Frau verschwindet, kommen die Kommissarinnen dem Täter auf die Spur – doch auch er kommt ihnen nah. Lebensgefährlich nah. Je klarer das Motiv, desto unbegreiflicher die Taten – eine fesselnde Mörderjagd durch Köln ...

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Blutlinien

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Blutlinien“?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    In meinen Büchern beschäftige ich mich mit Themen, die mich umtreiben, die mir aufstoßen oder mich aus irgendeinem Grund nicht mehr loslassen. Dabei interessiert mich nicht, ob das Thema dem Mainstream entspricht. Meine Gedanken müssen raus, drängen förmlich aufs Papier. So war es auch bei Blutlinien.

    Ich musste etwas zum Thema "Homophobie" schreiben, weil mich die tägliche Diskriminierung durch die Gesellschaft, die Politik, der Kirchen einfach unheimlich nervt. Es gibt Länder in denen werden homosexuelle Menschen verfolgt und getötet, weil sie der "Norm" nicht entsprechen. Auch in Deutschland sind Diskriminierungen an der Tagesordnung, brodelt Homophobie offen oder unter der Oberfläche. Das zögerliche Verhalten unserer Bundesregierung in Bezug auf die Gleichstellung der Rechte von Schwulen und Lesben nährt meiner Meinung nach die Diskriminierung, weil Homosexualität als Thema mit Diskussionsbedarf in den Köpfen bleibt. Von Selbstverständlichkeit und einem tolerantem Umgang sind wir meiner Meinung nach, weit entfernt. Vor allem, wenn man sich außerhalb der scheinbar sicheren und liberalen Räume bewegt.
    Also, aus meiner Sicht "Stoff" für einen Krimi!

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Blutlinien“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Erschreckend fand ich das Ergebnis meiner Interviews die ich zum Thema "Coming out" geführt habe. Da gibt es (eben gerade auch aktuell) so viel Hass und Ausgrenzung durch Familien und Eltern. Leise, nicht so laut wie in anderen Ländern und gewiss nicht mit den gleichen Konsequenzen, aber für die Betroffenen sehr hart.

    Interessant war wieder die Ermittlungsarbeit bei der Polizei. Unter anderem war ich im Polizeigewahrsam im Polizeipräsidium. Es ist schon ein mulmiges Gefühl in so einer schmalen sterilen Zelle zu stehen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Blutlinien“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Blutlinien“ geben?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Über die Figur des Täter habe ich mir viele Gedanken gemacht und mich schließlich für die Ich-Perspektive entschieden. Dadurch kommen die Lesenden ihm sehr nah und sie erfahren einiges über seine Denke, wissen aber nicht, um wen es sich handelt. Die Ich-Perspektive gilt nicht umsonst als "schwierig". Der Blickwinkel der Figur ist eingeschränkt, man muss aufpassen sich bzw. die Figur nicht zu verraten. Phasenweise hatte ich das Gefühl, dass die Gedanken der Figur stark ausuferten, das musste dann im Lektorat korrigiert werden. Auf der anderen Seite funktionieren Rückblenden so ganz gut und es ergeben sich starke Spannungsmöglichkeiten. Ich bin froh, dass ich mich so entschieden habe, ich glaube die Story funktioniert ganz gut und die Ich-Perspektive gibt BLUTLINIEN eine besondere Note.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Dialoge schreibe ich sehr gerne und da gibt es auch wenig Korrekturen durch das Lektorat. Spannung und falsche Fährten konstruiere ich auch mit Vergnügen. Charaktere machen sich zuweilen selbstständig und müssen wieder eingefangen werden. Meine ErstleserInnen sind mir dabei eine große Hilfe und ich bin mittlerweile ganz gut im Streichen. Ich kann mich als Autorin rigoros von Figuren, Dialogen oder Textpassagen trennen, wenn ich die Anregung dazu erhalte und ich den Vorschlag nachvollziehen kann. Ich glaube, dass sich meine Texte so verbessern.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    In dem ich mir jede Kleinigkeit notiere und konsequent bearbeite. UND in dem ich davon ausgehe, dass Irritationen meiner ErstleserInnen und Fragezeichen meiner Lektorin ihre Berechtigung haben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonistin, die Kommissarin Lou Vanheyden heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Praktisch gesehen habe ich mich hingesetzt und alles festgelegt, von der Augenfarbe, über das äußere Erscheinungsbild bis hin zum Lieblingsessen und dem Wagen den Lou fährt. Ihrem Charakter habe ich mitgegeben was sie für den Job braucht, was sie sympathisch macht und auch mit Ecken sowie Kanten habe ich nicht gegeizt. Die Figur Lou Vanheyden entspricht meiner Vorstellung einer Kommissarin. Sie ist taff, hat einerseits die typische Laufbahn bei der Polizei absolviert, also Ausbildung, Streifenwagen, dann der Aufstieg zum gehobenen Dienst.

    Andererseits hat sie "Karriere" gemacht, während sich ihr Mann nicht weiter um Beförderungen bemühte, sondern sich schwerpunktmäßig um die gemeinsame Tochter kümmerte. Dies ist wahrscheinlich ein eher seltenes Paarmodell, aber damit wollte ich zum einen ein anderes Bild einer berufstätigen Frau zeichnen und zum anderen wollte ich, dass in meinen Krimis der Mann der Frau den Rücken frei hält.

    Natürlich ergeben sich daraus Konflikte. Lou hat in den ersten beiden Büchern oft ein schlechtes Gewissen deswegen und vergisst auch Dinge, die mit ihrer Tochter zusammenhängen.

    Umgekehrte Welt also, denn sonst wird meist Vätern dieser Part zugeschrieben. Mittlerweile ist Frieda fast erwachsen und Henry ist aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen. Natürlich hat das Konsequenzen, aber so muss es ja auch sein. Wie im richtigen Leben entwickelt sich die Figur Lou Vanheyden immer weiter.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Ja. Zuerst ist da eine Idee, manchmal hat sie sich über Jahre festgesetzt! An irgendeinem Punkt beginne ich zu recherchieren, versuche einfach so viel wie möglich zu einem Thema zu erfahren. Manchmal merke ich, wie das Interesse nachlässt. Wenn dem so ist, war die Idee vielleicht für einen Roman nicht tragfähig. Dann hefte ich die Sachen ab (wer weiß wofür ich diesen Keim mal nutzen kann). Wenn mich aber der Gedanke weiter begeistert, feile ich am Exposé und fange an zu schreiben, wenn die Idee rund ist. Ein guter Hinweis auf meine Motivation ist, wenn ich unbedingt mit dem Schreiben der Story anfangen will!

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Ich stehe morgens um 6.30 Uhr auf, gehe joggen und sitze spätestens um 8 Uhr am Schreibtisch. Dann schreibe ich bis zum Mittag, "Frühstücke" und schreibe weiter. Wenn ich merke, dass die Konzentration nachlässt, recherchiere ich. Der Schreibprozess wird sowieso immer wieder von Recherchearbeiten unterbrochen, denn ich fahre ja auch raus, schaue mir Orte an, mache mir Notizen, Fotos usw. Wenn es gut läuft, schreibe ich bis 17 Uhr, in den Hochphasen auch schon mal bis 22 Uhr. Vorgaben was das Pensum angeht, mache ich mir nicht. Bei festgesetzten Abgabeterminen ist der Druck eh schon hoch genug. Ich arbeite grundsätzlich ziemlich diszipliniert und auch strukturiert.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    In einem geschlossenen, stillen Raum. In Kneipen oder Cafés kann ich mich nicht konzentrieren, da bin ich zu abgelenkt. Wo sich der geschlossene Raum befindet, spielt keine Rolle.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Das kommt auf meine Stimmung an. Wenn ich plotte höre ich schon mal Tom Waits oder Klassik. Manchmal setze ich Musik auch bewusst ein. Als ich eine Weihnachtskurzgeschichte geschrieben habe, lief eine Christmas -CD, denn es war Hochsommer und sehr warm!! Es hat geholfen, um in Stimmung zu kommen! Ansonsten bevorzuge ich beim Schreiben die Stille.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Ich werde erst seit einem Jahr durch einen Agenten vertreten. Dabei spielt der Gedanke eine Rolle, mehr Aufträge zu bekommen und irgendwann vielleicht zusätzlich überregional zu Schreiben. Zudem habe ich ein Kinderbuch in der Schublade, das Manuskript gab es schon vor den Krimis, ich habe immer wieder daran gearbeitet. Dafür suchen wir (mein Agent und ich) gerade einen Verlag.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    Ich habe ziemlich dicht hintereinander "Finkenmoor" (erschienen November 2012) und "Blutlinien" (erschienen Juni 2013) geschrieben. Jetzt mache ich eine kreative Pause und lasse die nächste Idee mit Ruhe reifen. Ich habe schon eine vage Vorstellung und kann verraten: Es wird wieder spannend.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    MYRIANE ANGELOWSKI:
    An sich selbst glauben! Das hört sich banal an, ist es aber nicht.
    Anfangs kann der "Gegenwind" enorm sein. Absagen von Verlagen können bedeuten, dass jemand "nicht schreiben" kann. Absagen können aber auch bedeuten, dass das Potential des Textes nicht sofort erkannt wird oder es einfach nicht zum Verlag passt. Dann heißt es: Nicht aufgeben!

    Stellen Sie den eigenen Erfolg vor und fokussieren Sie sich immer wieder auf Ihre Arbeit. Glauben Sie an sich! Denn den einen Weg gibt es nicht. Vielmehr gibt es immer wieder Beispiele dafür, dass Dinge hinhauen und funktionieren, die unmöglich schienen. In der Buchwelt gibt es viele solcher Erfolgsgeschichten!

    Fazit: Niemals unterkriegen lassen und fest an sich selbst glauben! - Sorry, hier kommt der Coach in mir zum Vorschein!

    AVELEEN AVIDE:
    Myriane, vielen Dank für das Interview.

    Kommende Woche kommt mein erstes ausländisches Interview. Mit – festhalten – Peter James. Ich werde es in deutsch und englisch online stellen.

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    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Heidrun B. hat mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet und sie hat „Blutlinien“ gewonnen: Was für einen Song übt Myriane derzeit auf ihrem Klavier?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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  • 08/12/13--22:14: Jetzt geht es los
  • Diese Woche Freitag beginne ich meine Reihe mit ausländischen, englischsprachigen Autoren. Vorgesehen ist, dass ich monatlich eines online stellen werde. Mal sehen, ob ich das zeitlich so hinbekomme?

    Den Anfang macht am Freitag Peter James.

    Peter James liebt schnelle Autos und er schreibt rasante Krimis. Was er in Marbella gesehen hat, ließe manchen die Haare zu Berge stehen und wer wissen möchte, was in der Gangstersprache ein langer Spaziergang auf einem kurzen Pier ist und wo dieser Satz nichts Gutes bedeutet, der sollte das Interview lesen.

    Herzlichen Gruß
    Aveleen

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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Übersetzung der Fragen: Literaturübersetzer Peter Zmyj (z.B. J.A. Konrath, Mr. K, Kite, T.R. Ragan)

    Übersetzung der Antworten Karin Kaiser

    Peter James liebt schnelle Autos und er schreibt rasante Krimis. Was er in Marbella gesehen hat, ließe manchen die Haare zu Berge stehen und wer wissen möchte, was ein langer Spaziergang auf einem kurzen Pier ist, der sollte das Interview lesen.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Du sollst nicht sterben“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Peter James Image

    Foto: © Peter James?

    Peter James ist Schriftsteller (Bestsellerautor) und Filmproduzent und Drehbuchautor.

    Peter James wurde am 22.08.1948 in Brighton, England geboren. Heute lebt er in Ditchling, Sussex und Notting Hill. In Wikipedia steht, du hast als Putzkraft bei Orson Welles gearbeitet. Tatsache? Hast du den Spannungsmeister des Films auch mal persönlich gesehen oder gar ein paar Worte mit ihm gewechselt?

    PETER JAMES:
    Ja, das habe ich! Als ich 20 Jahre alt war und an der Filmhochschule war hatte ich von meinen Eltern gerade so viel Geld bekommen, dass ich mir etwas zum Essen kaufen konnte, meine Miete bezahlen konnte und die Fahrt zum und vom College. Aber kein Extra-Geld. Da gab es ein Mädchen, mit dem ich ausgehen wollte, und ich wusste, dass sie teure Vorlieben hatte, und ich entschied mich, noch zusätzlich ein wenig Geld zu verdienen. Ich sah im Fenster eines Zeitungskiosks ein Schild, auf dem stand „REINIGUNGSKRAFT GESUCHT – BITTE BEI MRS WELLES BEWERBEN“ und die Adresse war gerade bei mir in Fulham um die Ecke.

    Ich tauchte dort auf, ohne mir irgendwelche Gedanken um den Namen zu machen, und diese sehr elegante und freundliche Frau sah mich überrascht an und sagte, „nun, eigentlich habe ich erwartet, dass sich eine Frau für die Stelle bewirbt.“ Ich überredete sie, mir eine Probezeit zu gewähren und sie war einverstanden. Ich hatte keine Ahnung, wie man ein Haus putzt, aber es gab ja genügend Werbespots für Haushaltsgeräte und Reinigungsmittel, wie Flash, und so kam ich irgendwie klar. An meinem zweiten Tag lag ich gerade auf den Knien und putzte die Sockelleiste im Flur, als die Morgenpost durch die Haustür fiel und ich sah all diese Briefe, die an „Orson Welles“ adressiert waren. Ich hatte damals eine ziemlich lange Leitung, und habe dies nicht mit „Mrs. Welles“ verbunden und glaubte, dass der Postbote sich irgendwie getäuscht haben musste!

    Kurze Zeit später öffnete sich die Haustür und der große Orson Welles selbst trat ein. Ich habe ihn geschockt und ehrfürchtig angesehen und habe plötzlich realisiert, dass sich mir eine besondere Gelegenheit geboten hatte. Wenn ich ihn dazu bringen könnte, mich sympathisch zu finden, dann könnte ich meine Karriere weit vorantreiben! Ich war ein Nervenbündel. Er blickte auf mich hinunter, mit einem freundlichen Lächeln, die Art Lächeln, die man einem interessant geformten Hundehaufen gibt, dann ging er mit einem flüchtigen „Guten Morgen“ an mir vorbei und verschwand die Treppe hinauf, als ich eine Antwort herausgewürgt hatte. Später machte er sich auf den Weg in die USA und ich habe ihn nie wieder gesehen! Zwei Wochen später, sagte mir Mrs. Welles sehr freundlich, sie glaube nicht, dass ich wirklich für den Job geeignet sei. Dem musste ich zustimmen… Ich habe ihn nie wieder gesehen!

    AVELEEN AVIDE:
    Du warst in den 1970ern als Filmproduzent z.B. "Der Bunker" mit Peter Sellers beteiligt. Heute hast du eine eigene Filmproduktionsfirma in England. Kennt man in Deutschland einen von dir produzierten Film?

    PETER JAMES:
    Ich glaube, der Kaufmann von Venedig mit Al Pacino, Jeremy Irons und Joseph Fiennes war der bekannteste.

    AVELEEN AVIDE:
    Das bring mich zur nächsten Frage. Du bist als Bestsellerautor in der ganzen Welt unterwegs. Wie schaffst du es da noch eine Filmproduktionsfirma zu leiten. Oder hast du so gute Geschäftsführer? Und falls ja, was sind dann deine Aufgaben?

    PETER JAMES:
    Ich bin nicht mehr aktiv in der Geschäftsführung der Firma – aber ich bin gerade dabei, Roy Grace auf den Bildschirm zu bringen.

    AVELEEN AVIDE:
    Deine Bücher werden weltweit ausgezeichnet. U.a. hast du die französischen Preise: Prix Polar und Prix Cœur erhalten. Ist das nicht eher selten, dass ein Nichtfranzose in Frankreich ausgezeichnet wird? Und weißt du noch, wer dir die Preise überreicht hat?

    PETER JAMES:
    Das war wirklich ein großer Moment. Obwohl der erste Preis, den ich je bekommen habe, war in Deutschland für „Dead Simple“ (Stirb ewig) – der Krimi Blitz Preis – das war tatsächlich ein ganz besonderer Moment für mich.

    AVELEEN AVIDE:
    Indien. Wie ist es in Indien für dich?

    PETER JAMES:
    Ich muss der einzige Tourist in der Geschichte sein, der in Agra war und das Taj Mahal nicht gesehen hat. Mein Verlag hat meine Lesereise organisiert und mir
    Freitagmorgen frei gegeben, um das Taj Mahal zu besichtigen – und sie haben nicht daran gedacht, dass es freitags geschlossen ist! Aber gut, das macht mir nichts aus, schließlich bedeutet das, dass ich mich noch auf dieses bemerkenswerte Bauwerk freuen kann - und es ist natürlich die beste Möglichkeit, dieses wunderbare Land noch einmal zu besuchen!

    In der kurzen Zeit, die ich in Indien verbrachte, habe ich mich in dieses Land verliebt und besonders in die Menschen. Ich kann mich an kein anderes Land erinnern, in dem jeder so warmherzig und gastfreundlich ist. Aber es gab ein paar furchteinflößende Momente auf den Straßen!

    AVELEEN AVIDE:
    Du recherchierst sehr viel und bist mit Polizisten unterwegs. Du hast hammerharte Themen recherchiert: Snuff-Videos „Stirb schön“, oder Genmanipulation „Nur dein Leben“, illegale Organspende „Und morgen bist du tot“. Was war so unfassbar für dich, dass du dachtest, das kann es doch nicht geben? Kein Mensch kann zu so etwas Grausames fähig sein?

    PETER JAMES:
    Ja, traurigerweise immer wieder. Ich glaube, das Schlimmste war ein Serienmörder in den USA, der seine weiblichen Opfer mit einem Jagdmesser ausgeweidet hat und masturbiert hat, während er den Frauen zusah, wie sie starben. Tiefer kann der Mensch wirklich nicht mehr sinken …

    AVELEEN AVIDE:
    Als Autorin weiß ich, dass man manche Bilder, die man schreibt, nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Wie gehst du also mit den grausamen Bildern um, die bei deinen wichtigen Themen auftauchen?

    PETER JAMES:
    Ich glaube, es ist manchmal läuternd, über diese Dinge zu schreiben – dann kann ich besser damit leben.

    AVELEEN AVIDE:
    Was wird für dich persönlich und als Autor das Highlight 2013?

    PETER JAMES:
    Zu wissen, dass das Theaterstück zu “The perfect murder” im Januar 2014 aufgeführt wird. Ich freue mich schon sehr darauf und dass Anfang 2014 Drehbeginn ist für die Produktion des Films zu „Dead Simple“ (Stirb ewig).

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast eine Leidenschaft. Autorennen. Mit einer Ente. :-) Was ist das Besondere an diesen Rennen und nimmst du dieses Jahr auch wieder teil?

    PETER JAMES:
    Ja, ich hatte vor sechs Wochen einen schweren Unfall, ich habe mich bei 120 km/h viermal mit dem Auto überschlagen. Ich lag in Führung, als es passierte … Jetzt habe ich drei gebrochene Rippen und drei Bandscheibenvorfälle. Autsch! Ich hoffe, ich kann nächstes Jahr am Rennen auf dem Nürburgring teilnehmen kann.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast eine eigene Filmproduktionsfirma, was liegt da näher, als seine eigenen Krimis und Mystery-Krimis zu produzieren. Dieses Jahr verfilmst du eines deiner Bücher. Welches Buch und warum erst jetzt?

    PETER JAMES:
    “Dead Simple” (Stirb ewig). Ich habe lange daran gearbeitet und ich wollte, dass es perfekt wird.

    AVELEEN AVIDE:
    Wer wäre deine Lieblingsbesetzung für Roy Grace und Cleo, seine Freundin?

    PETER JAMES:
    Mein Vorschlag für Roy wäre Michael Fassbender. Bei Cleo bin ich mir noch nicht ganz sicher. Und Emily Blunt als niederträchtige Ashley.

    AVELEEN AVIDE:
    Jeder Autor und jeder Schauspieler hat einen anderen Autor oder Schauspieler wo er sagt, WOW!, ich habe mit IHM/IHR gesprochen. Wer war oder ist das für dich?

    PETER JAMES:
    Ja, Al Pacino. Er ist ein toller Kerl – wir haben versucht, einen Termin zu finden, damit wir in New York Poker spielen können.

    AVELEEN AVIDE:
    In "So gut wie tot" geht es auch um den 11. September. Jeder auf der Welt weiß, wo er an diesem Tag war und was er getan hat, als er davon erfahren hat. Was war es bei dir?

    PETER JAMES:
    Ich war an dem Tag zu Hause und klebte am Fernsehen.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    PETER JAMES:
    Ski fahren, Laufen, guten Wein trinken!

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    PETER JAMES:
    Ich lese gerade mal wieder meinen Lieblingskrimi, “Brighton Rock” von Graham Greene.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie viele Manuskripte musstest du versenden, bis dein erstes Buch bei einem Verlag angenommen wurde? Wie war der Vorgang und wie kam es dann letztendlich zur Veröffentlichung?

    PETER JAMES:
    Ich habe 3 Bücher geschrieben, bevor eines veröffentlicht wurde – mein viertes.

    James_Dusollstnichtsterben.indd

    PETER JAMES (Text Englisch): In „Du sollst nicht sterben“ geht es lt. Amazon.de um:
    Vergiss nie, dass ich dir ganz nah bin
    Der sechste Fall für Detective Superintendent Roy Grace
    Das Metropol Hotel in Brighton: Nach einem ausgelassenen Silvesterfest wird eine junge Frau brutal vergewaltigt, als sie auf ihr Zimmer geht. Eine Woche später wird eine andere Frau angegriffen. Der Täter stiehlt beiden Opfern die teuren Designer-Schuhe.
    Das erinnert Roy Grace sehr an einen nie gelösten Fall aus dem Jahr 1997, als der, den sie damals den »Schuh-Dieb« nannten, fünf Frauen vergewaltigte und eine sechste tötete. Danach verschwand er spurlos. Ist der »Schuh-Dieb« wieder da?
    In seinem sechsten Fall muss Detective Superintendent Roy Grace weit in die Vergangenheit gehen, um eine neuerliche Serie von Vergewaltigungen aufzuklären ...

    Hier finden Sie weitere Informationen in Deutsch:
    Du sollst nicht sterben: Ein neuer Fall für Roy GraceThriller

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    PETER JAMES:
    Ich schreibe am liebsten Dialoge.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    PETER JAMES:
    Ich schreibe sehr instinktiv. Die losen Fäden zu verknüpfen ist der befriedigendste Teil des Prozesses.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Protagonisten Roy Grace heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    PETER JAMES:
    Dave Gaylor, ein echter Polizist, hat mich zu Roy Grace inspiriert. Ich habe ihn vor 15 Jahren kennengelernt, als er Kriminalinspektor in Brighton war. Ich kam in sein Büro und der Boden dort war voll mit aufgetürmten blauen und grünen Kästen, die vollgestopft waren mit Aktenmappen. Ich fragte ihn, ob er umziehe und er antwortete trocken, „Nein, das sind meine toten Freunde.“ Ich dachte, klasse, ich habe soeben den einzigen Verrückten in Sussex CID kennen gelernt !!! Dann erklärte er mir, er sei eben beauftragt worden, ungelöste Fälle für die Polizei in Sussex wieder aufzurollen – heute werden diese „Cold Cases“ genannt. Er sagte, dass jede Kiste Hauptverfahrensakten eines ungelösten Mordfalles enthielt. Dann sagte er etwas, das mich sehr beeindruckt hat: „Ich bin die letzte Chance der Opfer auf Gerechtigkeit und die letzte Chance für deren Familien, abzuschließen.“ Ich dachte, dies seien unglaublich menschliche Worte und als mein Verlag mich vor ein paar Jahren fragte, ob ich eine neue Ermittler-Figur schaffen wollte, habe ich mich sofort daran erinnert.

    Das interessante ist, das Dave Gaylor, der zum Kriminal-Hauptkommissar aufstieg und Chef der Abteilung Kapitalverbrechen in Sussex/England wurde, weiß, dass er das Karrierevorbild (aber nicht vom Aussehen her) für Roy Grace ist und er ist begeistert davon!

    Über die Jahre sind wir gute Freunde geworden, er liest jedes Buch, normalerweise in 150-Seiten-Blöcken und wir diskutieren alle Aspekte der polizeilichen Aktivität und mit wem in der Abteilung ich reden könnte und wir reisen zusammen zu Polizeikonferenzen ins Ausland und um Daves andere Polizeikontakte rund um die Welt zu treffen. Ihn im Hintergrund sitzen zu haben, trägt in jedem Fall dazu bei, die Authentizität zu untermauern, die ich in allen Bereichen der Polizeiarbeit anstrebe.

    AVELEEN AVIDE:
    Gehst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    PETER JAMES:
    Ich habe sie oft jahrelang im Kopf und lasse sie vor sich hin köcheln wie einen Stew!

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    PETER JAMES:
    Ja, ich höre am liebsten die Jazzsängerin Marla Glenn.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für Sie der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    PETER JAMES:
    Er ist eine Pufferzone zwischen einem selbst und dem Verleger, der die kreative Beziehung intakt halt.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    PETER JAMES:

    Recherchehintergrund für „Dead Man’s Time“

    „Dead Man’s Time“ beginnt in der in der Zeit der Verbrechergangs in Brooklyn im Jahr 1922 und geht dann weiter in die Welt der undurchsichtigen Antiquitätengeschäfte in Brighton in der Zeit, die kriminelle Szene von Marbella und zu Spaniens sogenannter „Costa del Crime“ (Küste des Verbrechens) und geht wieder zurück in das New York der Gegenwart. Der Kern der Geschichte ist ein brutaler Raubüberfall in einer Villa in Brighton, bei dem Antiquitäten im Wert von 10 Millionen Pfund gestohlen werden, unter anderem eine sehr wertvolle Patek- Phillipe-Taschenuhr von 1911. Der Hintergrund für die Recherche ist folgender:

    Im Juli 2011 war ich in New York mit einem Freund, Pat Lanigan, der Inspektor bei der NYPD (New York Police Department) ist. Er fragte mich, ob er mir je erzählt hatte, dass sein Großonkel Dinny Meehan war? Der gefürchtete und skrupellose Führer der White Hand Gang – der irischen Mafia, die New York und das Hafenviertel von Brooklyn kontrollierte und noch mehr – von den 1850-er Jahren bis Mitte der 1920-Jahre. Eine der Methoden der White Hand Gang, unliebsame Gegner im Hudson-River loszuwerden, führte zu der Redensart: ein langer Spaziergang auf einem kurzen Pier.

    Dinny Meehan war dafür verantwortlich, Al Capone und andere Führungspersonen der italienischen Mafia, der Black Hand Gang, aus New York zu vertreiben – aus dem Grund landete Capone in Chicago.

    1920 brachen fünf Männer in Meehans Haus im Bezirk Dumbo in Brooklyn ein und schossen Dinny Meehan und seine Frau vor den Augen ihres vierjährigen Sohnes nieder. Seine Frau überlebte und aus dem Jungen wurde ein berühmter Basketball-Spieler. Die Täter wurden nie identifiziert. Es gab Spekulationen, ob das ein Racheakt von Al Capone war oder ein Machtkampf innerhalb der White Hand Gang um Meehans Stellvertreter „Wild Bill“ Lovett. Für Meehans Witwe gab es keinen Zweifel, sie stellte Lovett in einer überfüllten Bar zur Rede und er wurde schließlich auch ermordet.

    Pat Lanigan sagte mir, er habe über die Jahre schon oft versucht, das Archivmaterial, das er besaß, an die Öffentlichkeit zu bringen, aber die Familie wollte nicht, dass diese persönliche Information veröffentlicht wird. Weil wir jedoch befreundet sind, hat er mich gerne dieses Material einsehen lassen, im Falle, dass es eine gute Idee für eine meiner Romane sei.

    Was ich las, fesselte mich und mir kam die Idee zu „Dead Man’s Time“, wo der Junge anstatt Basketballer zu werden, als sehr erfolgreicher Antiquitätenhändler in Brighton landete und die Geschichte beginnt neun Jahrzehnte später, als er ein alter Mann ist, mit Lebenserinnerungen und einem noch immer ungelösten Familiengeheimnis.

    Das ist die Handlung: Februar 1922. Der fünfjährige Gavin Daly und seine achtjährige Schwester, Aileen, schlafen in ihrem Elternhaus in Vinegar Hill, Brooklyn. Jeden Abend, wenn der Junge ins Bett geht, erzählt ihm sein Vater Brendan, ein irischer Gangster, eine Geschichte über den Mann im Mond auf seiner Taschenuhr (wie es sich später herausstellt, ist das eine sehr seltene Patek Phillipe-Uhr). In dieser Nacht überfallen vier Gangster das Elternhaus der Geschwister, erschießen deren Mutter und verschleppen seinen Vater, den er nie wieder sehen wird. Eine Tante entscheidet, die Kinder aus New York wegzubringen, wo die brutalen Bandenkriege stattfinden und mit Ihnen in die Heimat ihrer irischen Ahnen zu gehen.

    Als sie auf dem Kai darauf warten, bei der SS Mauretania an Bord zu gehen, kommt ein Bote auf die zwei Kinder zu und übergibt ihnen ein Paket und eine rätselhafte Botschaft „Achte auf die Zeit“ und er verschwindet wieder in der Menge. In dem Paket befindet sich die Pistole des Vaters, eine Patek Phillipe Taschenuhr, die jetzt kaputt ist, ein Ausschnitt eines Artikels über seine Entführung und den Tod ihrer Mutter und elf Nummern – die das Puzzle sind, das Gavin sein Leben lang versucht zu lösen.

    Nun springt die Geschichte ins Jahr 2012. Gavin ist jetzt 95, ein millionenschwerer Antiquitätenhändler. Seine Schwester Aileen ist 97 und die Witwe eines reichen Börsenhändlers. Sie wird das Opfer eines brutalen Raubüberfalls in ihrer abgelegenen Villa in Brighton. Sie wird gefoltert, um ihre Pin Codes herauszugeben und stirbt danach an ihren Verletzungen. Bei diesem Raubüberfall werden Antiquitäten und Schmuck im Wert von 10 Millionen Pfund gestohlen, darunter auch die Patek Philippe-Uhr. Ihr Bruder Gavin möchte, dass der Tod seiner Schwester gerächt wird – und er will die Uhr unbedingt zurückbekommen – das ist ihre einzige Verbindung zu ihrem Vater. Er gerät in Konflikt mit Roy Grace, weil er nicht daran glaubt, dass die Polizei fähig ist, die Uhr zurück zu bekommen und er entscheidet, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen…

    Ich werde oft gefragt, warum meine Romane immer in einem beliebten Seebad spielen, anstatt in einer wirklichen Brutstätte des Verbrechens. Brighton – die Stadt, in der ich aufgewachsen bin und die ich leidenschaftlich liebe und in der ich fast jede Straße und Gasse kenne, trug lange Zeit den Namen „Hauptstadt des Verbrechens in Großbritannien“.

    Brighton war zu seiner Anfangszeit ein Schmugglerdorf, Brightelmstone und war schon immer ein Magnet für Verbrecher. Als die Bahnverbindung London-Brighton im Jahr 1841 eröffnet wurde, hatte Brighton schon den Ruf einer Stadt für illegalen Sex, Glücksspiel, Trinken und Hahnenkämpfen. Bald überfluteten die Schurken Londons die Stadt und fanden alle möglichen Laster, die sie aus ihrer Stadt kannten, von illegalem Glücksspiel bis hin zu Schutzgelderpressung, jedoch in einer sehr viel angenehmeren Umgebung und, dank der königlichen Schirmherrschaft, zuerst durch König George IV und dann durch Königin Victoria, die Möglichkeit, reiche Beute zu machen. Brighton ist die einzige Stadt in Großbritannien, wo jemals ein diensthabender Polizeichef ermordet wurde – Henry Solomon, im Jahr 1844. 1938 hat Graham Green in „Brighton Rock“ die Gangs, die Zwielichtigkeit und die allzeit gegenwärtige Gewalt brillant beschrieben, die der Stadt ihre Lebendigkeit und Schneidigkeit gibt.
    Seit man 1932 zwei zerstückelte Körper in Gepäckschließfächern fand, erhielt Brighton die unwillkommene Bezeichnung „Mord-Hauptstadt Europas“ und „Hauptstadt des Verbrechens in Großbritannien“ und sehr zum Ärger der Touristenbehörde ist sie die letzteren nicht mehr losgeworden. Ich habe zur Zeit den Vorsitz in der Drogenkommission in Brighton – der Stellvertreter ist Mike Trace, Tony Blairs ehemaliger Drogenzar – die nach neuen Wegen sucht, Brightons endemische mit Drogen zusammenhängenden Probleme zu lösen, die der Stadt in den letzten 11 Jahren den weiteren unschönen Titel eingebracht haben: Hauptstadt der Drogentoten durch Spritzen in Großbritannien.

    Einer meiner Freunde, der Journalist ist, erzählte, dass er vor ein paar Jahren in einem Pub seinen Nebensitzer an der Bar fragte, ob es in Brighton Drogenprobleme gebe. Der Mann dachte einen Moment nach, dann schüttelte er den Kopf und sagte, „nein, hier bekommt man alles, was man will.“
    Die letzten drei Polizeichefs der Sussex Police und der jetzige Polizeichef von Brighton und Hove, haben mir bestätigt, dass Brighton einer der bevorzugten Orte in Großbritannien für die erste Liga an Verbrechern ist. Dafür habe ich eine Theorie: wenn Sie ein Schurke wären und sich eine perfekte kriminelle Umgebung schaffen wollten, würden Sie Brighton erschaffen! Lassen Sie mich meine Überlegungen erklären:

    Erstens hat Brighton auf jeder Seite einen großen Hafen – Shoreham und Newhaven, bestens geeignet, um Drogen zu importieren und Autos, Antiquitäten und Geld zu exportieren. Am äußersten Ende der Stadt liegt der Flughafen Shoreham – ein kleiner, aber internationaler Flughafen, an dem es keine Zoll- und Einwanderungskontrollen gibt. Es gibt Meilen von unbewachter Küstenlinie vor der Stadt, und das auf jeder Seite. Wichtig für alle Kriminellen ist, dass es jede Menge Fluchtmöglichkeiten gibt: Alle Kanalhäfen und der Eurotunnel. Brighton hat die größte Menge an Antiquitätenläden in Großbritannien. Gatwick, ein großer internationaler Hafen ist nur 25 Minuten entfernt. Mit dem Zug braucht man 50 Minuten bis London. Brighton hat die meisten Antiquitätengeschäfte in Großbritannien – perfekt zur Hehlerei von gestohlenen Waren und zur Geldwäsche geeignet.

    Die Stadt hat eine wohlhabende junge, medienorientierte Mittelklasse-Bevölkerung und die größte Anzahl an Homosexuellen in Großbritannien, zwei Universitäten, sehr viele Nachtclubs, die ein riesiger Markt sind für Freizeitdrogen. Es gibt dort viele Durchreisende und dies macht es der Polizei schwer, die Schurken zu kontrollieren und den Drogenbaronen leicht, jeden ihrer Dealer, der verhaftet wird, durch einen anderen zu ersetzen. Da Brighton an der Küste gelegen ist, kommen Durchreisende dort an und da sie nirgendwo anders hingehen können, bleiben sie eben. Brighton hat 100.000 Stehkneipen (d.h. es gibt nur Stehplätze, laute Musik und Alkohol bis zum Abwinken, Anm. Übersetzer). Kein Wunder, dass die Polizei-Hauptwache, John Street, die meistbeschäftigte Polizeiwache in Großbritannien ist.

    Wenn man an Brightons kriminelle Herkunft denkt, ist es nicht verwunderlich, dass die Bezeichnung „knocker boy“(Klingelgangster) dort aufkam. Die Knocker Boys waren die „Lumpensammler“, die „Steptoe and Son“ unsterblich machte, die die Straßen abliefen mit Wagen und Pferd und alles mitnahmen, das die Menschen loswerden wollten, später aber dazu übergingen, aktiver zu werden – tatsächlich klopften sie an Haustüren an, aber oft konzentrierten sie sich auf gebrechliche und ältere Menschen und boten diesen an, ihre Antiquitäten und Wertgegenstände für Bares zu kaufen.

    Diese Knocker Boys besaßen ein rudimentäres Wissen über Antiquitäten – genug, um wertvolle Gegenstände auszumachen – und ihr Spiel war es, Menschen zu betrügen. Ein paar ehemalige Knocker Boys haben mir bei meinen Recherchen geholfen und mir viele der Tricks ihres Handwerks verraten. Ein besonders übler Trick war, dass sie eine Tüte mit Sägestaub in ihren Taschen trugen. Als sie das Haus einer älteren Person betraten, verteilten sie ungesehen den Staub neben dem wertvollsten Möbelstück auf dem Boden und sagten dem Opfer, dass sie Holzwurmbefall hatten und sie boten an, das Problem zu lösen bevor es auch die anderen Möbel erwischte. Wenn ein Besitzer sich weigerte, Gegenstände zu verkaufen, von denen der Knocker Boy wusste, dass sie viel wert waren, teilte er die Details einem Einbrecher mit, der später die Gegenstände stahl und dem Knocker Boy einen Anteil davon abgab.

    1996 stand im Independent die folgende vernichtende Überschrift:

    Wenn Ihre Antiquitäten gestohlen wurden, gehen Sie nach Brighton – der Ferienort in Sussex ist jetzt ein Umschlagplatz gestohlene Erbstücke.

    Viele der legitimen Antiquitätenhändler in Brighton waren genauso schlimm wie die Knocker Boys, die sich versteckten hinter einem Furnier an Seriosität. Einer von ihnen, jetzt in Rente, der aber früher ein wichtiger Akteur in dem Bereich war, erzählte mir über den „Ring“ der Händler in Brighton, der schon die Ausmaße eines Kartells angenommen hatte. Bei wichtigen Verkäufen wurde so vorgegangen: alle wichtigen Händler aus Brighton gingen zu einer Auktion, sie sprachen sich vorher ab und nur einer gab ein Gebot ab. Wenn es zum Beispiel um einen Tisch im Einzelhandelswert von £ 20.000,00 ging, gab einer nur ein Mindestgebot ab, sagen wir, £ 5000. Kein anderer gab ein Gebot ab, höchstens Außenseiter – aber es wurden jede Menge Taktiken genutzt, um Außenseiter davon abzuhalten, an der Auktion teilzunehmen. Er erwarb Gegenstand für £ 2.500,00, danach trafen sich alle in einem Privatraum in einem Pub und veranstalteten eine zweite Auktion. Einer der anderen Händler erwarb den Gegenstand für, sagen wir, £12.000,00. Den Profit von £10k (10.000) teilten sie untereinander auf und der Meistbietende konnte dann noch mehr Profit herausschlagen, in dem er letztendlich den Tisch fast zu seinem tatsächlichen Einzelhandelswert verkaufte. Simon Muggleton, ehemals Chef der Polizeidezernates Antiquitäten(diebstahl?) in Brighton, sagte mir, dass die Polizei sehr gut Bescheid wusste über die Aktivitäten dieses Ringes, aber es sei ihnen nie gelungen, irgendjemanden zu verhaften.

    Die Mitglieder dieses Ringes griffen auf allerlei hinterlistige Tricks zurück, damit es keine weiteren Bieter gab. Ein ehemaliges Mitglied erzählte mir, dass ein paar von ihnen, noch in den Zeiten vor der Satelliten-Navigation, bei Auktionen in Landhäusern, vor der Auktion spät nachts in der Nachbarschaft herumfuhren und die Straßenschilder versetzten. Und einmal sperrten sie einen wichtigen Londoner Händler in einem Waschraum außerhalb des Auktionsgebäudes ein und er blieb während der gesamten Auktion dort gefangen!

    Kein Wunder, dass die Antiquitätenhändler in Brighton so einen schlechten Ruf hatten, dass die Polizei in vielen Städten und Großstädten in Großbritannien die Anweisung hatte, diese Händler sofort der Stadt zu verweisen, wenn sie gesichtet wurden.

    Zusätzlich zu der Story des New Yorker Polizisten hat mich auch der Einbruchsversuch in meinem Landhaus in Sussex in der Nacht vor zwei Jahren zu diesem Buch inspiriert. Glücklicherweise haben unsere drei Hunde die Einbrecher gestellt und vom Gelände gejagt. Die Polizei war der Meinung, dass sie es auf unsere Autos abgesehen hatten – Ich habe einen gewissen Ruf als besessener Motorsport Fan - aber ich wurde neugierig, was für eine Person dieser heutige Einbrecher ist. Dank dem Direktor unseres lokalen Kategorie B-Gefängnisses, Lewes, wurden mir ein paar Einsichten gewährt.

    Eine besondere Person, die ich traf, war 38 Jahre alt und ein erfolgreicher Autodieb. Er fing als Kind an und stahl Autos – so als Kick- und machte mit ihnen Spazierfahrten, dann wurde er von einer indischen Gang angeworben, die die Fahrer von teuren Autos mit Elektroschockwaffen überfielen, sie aus dem Auto zogen und auf die Straße warfen. Die Person erzählte mir, dass es durch die modernen Sicherheitssysteme in heutigen Autos extrem schwer geworden war, ein Auto zu stehlen, indem man es kurzschloss. Es würde vier Stunden dauern, ein neues Audi-Modell zu starten, erzählte er mir und aus dem Grund sei es viel einfacher, in ein Haus einzubrechen und einfach die Schlüssel zu stehlen. Und wenn man dann sowieso schon im Haus ist, kann man ja noch andere Wertsachen mitgehen lassen …

    Ich werde oft gefragt, ob keine Angst habe beim Recherchieren – besonders, wenn ich die Polizei auf ihren Razzien begleite. Die Antwort ist, ja, manchmal habe ich Angst! Aber die schlimmsten Momente der Angst hatte ich letztes Jahr im April, als ich für „Dead Man’s Time“ in Marbella recherchiert habe, der Hauptstadt der „Costa del Crime“ (die Küste des Verbrechens). Marbella ist wie ein kleineres, noch etwas düstereres Brighton und erscheint dem Außenseiter wie ein eleganter, teurer Ferienort. Aber im Inneren ist diese Stadt durchzogen von Korruption – deren ehemaliger Bürgermeister inhaftiert wurde – und gefährlichen Syndikaten, denn dort sind die russische, die albanische und die irische Mafia beheimatet.

    Es wurde mir ein britischer Barbesitzer vorgestellt, der früher ein Boxer war, der ohne Handschuhe boxte, und Großbritannien eilig verlassen musste, nachdem er den Ärger der Triaden-Gangs in London auf sich gezogen hatte. Er begrüßte mich und sagte, er sei ein großer Fan meiner Bücher, besonders meines Romans „Dead Man’s Grip“ (Rigor Mortis). „Die Folterszenen haben mir gefallen“, sagte er.

    Die Bar war leer bis auf sechs sehr unangenehm aussehende Briten mit geschorenen Köpfen, Tattoos, alle trugen abgeschnittene Jeans und Unterhemden und sie hielten sich an ihren Bierdosen fest, während sie Fußball schauten. „Wie laufen die Geschäfte?“ fragte ich ihn. „Nicht so gut. Hatte eine üble Schießerei hier“ sagte er mir. Es gab eine Streiterei zwischen zwei Männern um ein Mädchen, die so ausging, dass der Freund des Mädchens zuerst zwei Kugeln in die Geschlechtsteile bekam und sechs Kugeln ihn in der Brust trafen. Ich fragte den Barbesitzer, wie hoch der Preis in Marbella dafür war, jemanden zu erschießen. „Man muss einem Marokkaner einen Bin Laden geben“ antwortete er. Er erklärte mir, ein Bin Laden sei eine 500-Euro-Schein – offensichtlich eine Banknote, die man ebenso selten sah wie Bin Laden und ein Marokkaner würde eine Tagesfähre von Ceuta nehmen, den Job erledigen und am selben Tag noch nach Marokko zurückkehren – und er könnte von dem Geld zwei Jahre leben. Das Leben – oder das Sterben – könnte kaum günstiger sein.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    PETER JAMES:
    Lesen Sie die großen Bestseller ihres Lieblingsgenres und schrecken Sie nicht davor zurück diese Werke zu zerpflücken, um herauszufinden, wie der Autor es geschafft hat, diese Bücher so erfolgreich zu machen.

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    Heute gibt 1 Buch zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 6. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Du sollst nicht sterben“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Karla M. hat mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet und sie hat „Du sollst nicht sterben“ gewonnen: Wie nennt man in Marbella eine 500-Euro-Schein?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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    Interview mit Peter James

    Welcome at Aveleen Avide

    Translator : Peter Zmyj (z.B. J.A. Konrath, Mr. K, Kite, T.R. Ragan, Im Netz des Spinnenmanns) and Karin Kaiser.

    Peter James loves fast cars and writes action-packed thrillers. What he saw in Marbella would make you hair stand up on end and whoever likes to know what is meant by taking a long walk on a short pier, should read the interview.

    Peter James Image

    Foto: © Peter james

    Peter James is a bestselling author, film producer and screenwriter.

    Peter James was born on August 22, 1948, in Brighton, UK. Today he divides his time between Sussex and Notting Hill. The article on you in the German Wikipedia mentions that you used to work as a house cleaner for Orson Welles. Is that true? Have you ever met this master of the suspense film personally, or even exchanged a few words with him?

    PETER JAMES:
    Yes, I did! When I was 20 and at film school I had just enough money from my parents to eat, pay my rent in London and travel to and from the college. But no surplus. There was a girl I wanted to take out, who I knew had expensive tastes, so I decided I had better earn some extra cash! I saw a sign in a newsagent window “CLEANER WANTED – APPLY MRS WELLES” and the address was just around the corner from me in Fulham. I turned up, not making any connection to the name, and this very elegant and pleasant woman looked at me in surprise and said, “Well, I was rather expecting a woman to apply.” I persuaded her to give me a trial period, which she agreed to. I had no idea how to clean a house but there had been plenty of adverts on telly for household appliances and cleaning materials, like Flash, so I just got on with it. On my second day, I was on my knees cleaning the skirting board in the hall when the morning post fell through the front door and I saw all these letters addressed to “Orson Welles.” Not always being the sharpest tack in the box, I still did not connect to “Mrs Welles” and wondered if there had been some kind of error by the postman! A short while later the front door opened and in came the great man himself. I stared up at him in shock and in awe, suddenly realizing that a golden opportunity had presented itself. If I could get him to like me, maybe I could get a huge leg up my future career path! I was a bag of nerves. He looked down at me with an amiable smile, the kind of smile he might have given to a funkily shaped dog turd, stepped past me with a cursory “Good morning” and vanished up the stairs as I gasped out a strangled reply. Later that day he left for the US and I never saw him again! Two weeks later, Mrs Welles very sweetly told me she didn’t think I was really cut out for this job. I had to agree….

    AVELEEN AVIDE:
    As a film producer in the 1970s, you were involved in the making of several films, for example The Blockhouse starring Peter Sellers. Today you have your own film production company in the UK. Have any of the films produced by you become known in Germany?

    PETER JAMES:
    I guess Merchant of Venice with Al Pacino, Jeremy Irons and Joseph Fiennes is the best known.

    AVELEEN AVIDE:
    This leads me to my next question. As a bestselling author, you do a lot of traveling all over the world. With such a busy schedule, how can you make the time to run a film production company? Or do have one or several good managers? If the answer is yes, what specifically are your tasks and responsibilities within the company?

    PETER JAMES:
    I am no longer actively running the company – but I am actively involved in bringing Roy Grace to the screen.

    AVELEEN AVIDE:
    Your books have received awards from all over the world. For example, you received the French awards Prix Polar and Prix Cœur. Isn’t it a rather rare occurrence for a non-French person to receive an award in France? And do you remember who presented you with the awards?

    PETER JAMES:
    It was truly a great moment. Although the first award I ever won was in Germany for Dead Simple – the Krimi Blitz award – that was a very special moment indeed for me.

    AVELEEN AVIDE:
    India. What it is like for you in India?

    PETER JAMES:
    I must be the only tourist in history to have visited Agra and not seen the Taj Mahal. My publishers had arranged my book tour specially to give me Friday morning clear to visit the Taj Mahal – without realizing it is closed on Friday’s! But hey, I am OK with this because it means I still have this amazing building to look forward to – and of course, it gives me the perfect excuse to visit this wonderful country again!
    In the short time I was in India, I totally fell in love with the country, and especially with the people. I cannot think of any other country in the world where everyone is so warm and welcoming. But I did have a few scary moments on the roads!!!

    AVELEEN AVIDE:
    You do a lot of research, in the course of which you spend a lot of time with police officers and detectives. And you have covered some really brutal, hard-core topics: Snuff films in “Looking Good Dead,” genetic engineering in “Perfect People,” and the illegal organ trade in “Dead Tomorrow.” Did you ever come across anything where your initial reaction was like, “Gee, that can’t possibly be happening … because no human being can possibly be capable of doing anything like that?”

    PETER JAMES:
    Yes, constantly, sadly. I think the very worst was a US serial killer who liked to disembowel his lady victims with a hunting knife, then masturbate as he watched them dying in front of him. I don't think human depravation gets much worse….

    AVELEEN AVIDE:
    Being an author myself, I know from experience that some images one describes, one can’t get them out of one’s mind. How do you handle those really brutal images that come up in connection with the themes and topics you write about?

    PETER JAMES:
    I think it some ways it is cathartic to write about them – then they bother me less.

    AVELEEN AVIDE:
    What do you think is going to be a real highlight for you in 2013, both in your personal life and in your writing career?

    PETER JAMES:
    The knowledge that the stage play of The Perfect Murder is launching in January 2014. I am very excited about this, and that the film of Dead Simple will start in production early in 2014.

    AVELEEN AVIDE:
    You’ve got this passion, motor racing in a 1964 BMW. What’s so special about those races? Will you be participating in one this year?

    PETER JAMES:
    Yes, I just had a massive accident six weeks ago, rolling my car four times at 120KPH. I was I the lead when it happened…. Now have 3 broken ribs, and 3 slipped discs. Ouch! I hope to race at Nurburgring next year.

    AVELEEN AVIDE:
    You own a film production company, so one would think it would be only natural for you to make movies based on your own crime fiction. This year you are going to make a movie out of one of your books. Which book is it, and why did you wait until now?

    PETER JAMES:
    Dead Simple. I’ve been working on it a long time and wanted to get it absolutely right.

    AVELEEN AVIDE:
    In your opinion, who would be the ideal actors for playing the roles of Roy Grace and Cleo, his girlfriend?

    PETER JAMES:
    My idea for Roy is Michael Fassbender. Not sure about Cleo, yet. And Emily Blunt for the villainous Ashley.

    AVELEEN AVIDE:
    Virtually every author and every actor has some other author or actor of whom he is fond to say, “Wow, I talked to him/her in person.” Who would that be in your case?

    PETER JAMES:
    Yes, Al Pacino. Great guy – we’ve been trying to fix a date to play poker in NY.

    AVELEEN AVIDE:
    In your novel "Dead Man’s Footsteps,” 9/11 plays a role. Virtually everyone knows where he’s been that day and what he was doing at the time he found out about the attack. What about you?

    PETER JAMES:
    I spent the day at home, glued to the TV.

    AVELEEN AVIDE:
    Besides motor racing, what are some of your hobbies or things you are really passionate about?

    PETER JAMES:
    Skiing, running, drinking good wine!

    AVELEEN AVIDE:
    What are you reading right now? And which genres do you enjoy most?

    PETER JAMES:
    I’m re-reading my faviourite crime novel, Brighton Rock by Graham Greene.

    AVELEEN AVIDE:
    How many times did you have to submit your manuscript to publishers before your first novel was accepted? What was the experience like, and how exactly did publication of the book come about?

    PETER JAMES:
    I wrote 3 books before I got one published – my fourth.

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    PETER JAMES (Text Englisch): In „Du sollst nicht sterben“ geht es lt. Amazon.de um:
    In the new book, Brighton's Metropole Hotel is the scene of an unpleasant incident: a woman is savagely raped when she enters a room. Some days later, another woman is similarly assaulted -- both have their shoes stolen by the offender. Assigned to the case, Detective Superintendent Grace becomes aware that these two incidents have disturbing echoes of a sequence of crimes that shook Brighton in 1997. The rapist (who had been described as ‘Shoe Man’) claimed five victims, the last of which he had murdered before disappearing. Grace is faced with two unpleasant possibilities; that the original Shoe Man who cheated justice 10 years ago has returned to wreak havoc again, or -- equally disturbingly -- there is a copycat at work ...

    Hier finden Sie weitere Informationen in Englisch:
    Dead Like You

    AVELEEN AVIDE:
    What is easiest for you to write … dialogue, characters, or scenes? Or is it pretty much the same for you? In other words, do you like all of those story elements equally?

    PETER JAMES:
    I love dialogue best.

    AVELEEN AVIDE:
    How do you manage to avoid loose ends in the novel?

    PETER JAMES:
    I write very instinctively. Tying up the loose ends is one of the most satisfying parts of the process.

    AVELEEN AVIDE:
    How did you approach your protagonist, Roy Grace? Could you tell us about some of your first thoughts and ideas about that particular character?

    PETER JAMES:
    Roy Grace was inspired by a real life police officer, Dave Gaylor. The first time I met him was 15 years ago, when he was a Detective Inspector in Brighton. I went into this office and the floor was covered in piles of blue and green crates crammed with manila folders. I asked him if he was moving and he replied, deadpan, “No, these are my dead friends.” I thought, great, I’ve just met the only weirdo in Sussex CID!!! He then went on to explain that he just been put in charge of reopening unsolved cases – what we now call Cold Cases - for Sussex Police. He said that each crate contained the principal case files of an unsolved homicide. Then he said something that made a big impact on me: ‘I am the last chance the victims have of justice, and the last chance the families have for closure.” I thought these were incredibly human words, and when my publishers asked me some years ago if I would like to create a new detective character, I immediately remembered this.
    The great thing is that Dave Gaylor, who rose to the rank of Detective Chief Superintendent, and Head of Major Crime for Sussex, knows he is the career model (but not physical model) for Roy Grace and loves it! He and I have become very close friends over the years, he reads each book as I go along, normally in 150 page chunks and we talk through all aspects of the police activity in the story and who in the Force it would benefit me to talk to and we travel overseas to police conferences together and to meet other police contacts of Dave around the world. Undoubtedly having him sitting in the background greatly helps to underpin the authenticity I strive for in all aspects of policing in my novels.

    AVELEEN AVIDE:
    How do you go about writing a novel? Do you first carry the story around in your head and let it mature, and then you start writing? Or do you make sure that you’ve finished all your research first, and you’ve done a synopsis, before the actual writing begins?

    PETER JAMES:
    I often carry it in my head for years, letting it mull around, like a stew!

    AVELEEN AVIDE:
    Do you listen to music while writing? If the answer is yes, what type of music? Or do work best when it’s absolutely quiet?

    PETER JAMES:
    Yes, my favourite is Marla Glenn, the jazz singer.

    AVELEEN AVIDE:
    Are you represented by a literary agent? If the answer is yes, what advantage does this offer to you?

    PETER JAMES:
    It creates a buffer zone between yourself and the publisher, keeping your creative relationship intact.

    AVELEEN AVIDE:
    What book are you currently working on? Is it okay to tell us a little about it in advance?

    PETER JAMES:
    DEAD MAN’S TIME RESEARCH BACKGROUND

    Dead Man’s Time begins in the Irish gangland world of Brooklyn, 1922, and then moves to murky antiques world of Brighton in the present time, to the criminal fraternity of Marbella on the Spain’s so-called Costa del Crime, and back to New York in the present day. At the core of the story is a violent robbery at a Brighton mansion, in which £10m of antiques are stolen, including a highly valuable 1911 Patek Philippe pocket watch. The following will give a background to my research.

    In July 2011 I was having dinner in New York with a detective friend in the NYPD, Pat Lanigan. Had he ever told me, he asked, that his great-uncle was Dinny Meehan, the feared and ruthless head of the White Hand Gang – the Irish Mafia who controlled the New York and Brooklyn waterfronts, and much else – from the 1850s until the mid 1920s. It was one of the White Hand Gang’s methods of disposing of enemies in the Hudson that led to the expression, Taking a long walk down a short pier.
    Dinny Meehan was responsible for kicking Al Capone and other lieutenants of the Italian Mafia, the Black Hand Gang, out of New York – which is why Capone fetched up in Chicago.
    In 1920 five men broke into Meehan’s home in the Dumbo area of Brooklyn, and in front of his four-year-old son, shot Dinny Meehan and his wife. The wife survived, and the boy went on to become a famous basketball player. The culprits were never identified. There was speculation whether it was a revenge attack organized by Capone, or a power struggle within the White Hand Gang from Meehan’s deputy, “Wild Bill” Lovett. Meehan’s widow had no doubts, confronting Lovett in a crowded bar, and he was eventually murdered, too.

    Pan Lanigan told me he’d had many approaches over the years for the archive material, which he possessed, but the family did not want this personal information released. However, because of our friendship he volunteered to let me see, in case it might make a good story for me.

    I was riveted by what I had read, and it sparked an idea which grew into Dead Man’s Time, where instead of become a basketball player, the boy ends up in Brighton as a hugely successful antiques dealer and we pick up nine decades later, when he is an old man, with memories and a still unsolved family mystery.

    This is the set-up: February, 1922. 5 year old Gavin Daly and his 8 year old sister, Aileen, are asleep in their parents home in Vinegar Hill, Brooklyn. Every night before the boy goes to sleep his Irish gangster father, Brendan, tells him a story about the man in the moon on his pocket watch (which turns out later to be a rare Patek Philippe). On this night four men burst into the children’s home, shoot their mother dead and drag their father away into the night, never to be seen again. An aunt decides to take the children away from the violent gang wars of New York and back to their ancestral Ireland.
    As they wait on the quai to board the SS Mauretania a messenger runs up to the two children, gives them a package, and a cryptic message, “Watch the time” and melts back into the crowd. Inside the package is their father’s handgun, his Patek Philippe pocket watch, now busted, a newspaper cutting about his abduction and the death of their mother, and eleven numbers – which become a puzzle Gavin spends most of the rest of his life trying to solve.
    The story now jumps to 2012. Gavin is now 95, a multi-millionaire antiques dealer. His sister, Aileen, is 97, widow of a rich stockbroker. She is subjected to a violent robbery at her secluded Brighton mansion. She is tortured for her pin codes and subsequently dies from her injuries. £10m worth of antiques and jewellery are taken in the robbery including the Patek Philippe watch. Her brother, Gavin, wants his sister’s death avenged – and he wants that watch back desperately – it is their only link with their father. He comes into conflict with Roy Grace, because he does not believe the police will be capable of getting that watch back, and decides to take the law into his own hands…

    People often ask why I chose to set my novels in a hip seaside resort, rather than a real hotbed of crime. Brighton – the city I grew up in and love passionately, and in which I know virtually every street and alley, has long endured the soubriquet of Crime Capital Of The UK.

    Brighton, which began life as the smuggling village, Brightelmstone, has always been a magnet for criminals. When the London-Brighton railway line opened, in 1841, Brighton had already gained a reputation for illicit sex, gambling, drinking and cock-fighting. Soon London villains flooded down, finding all the vices available to them in their city, from illegal gambling to protection racketeering but in a far nicer environment, and, thanks to the royal patronage given to Brighton first by King George 1Vth and then by Queen Victoria, with rich pickings to be had.
    Brighton holds the unique distinction as the only place in the UK where a serving Chief Constable has ever been murdered - Henry Solomon, in 1844. In 1938 Graham Greene’s Brighton Rock captured, brilliantly, the gangs, the seediness and the ever-present threat of violence that gives the city its vibrancy and its edginess.
    Ever since 1932, after two dismembered torsos were found in left-luggage lockers, Brighton acquired the unwelcome soubriquet of Murder Capital Of Europe and Crime Capital Of The UK, and much to the Tourist Board’s dismay it has never lost the latter. I am currently Chair of the Brighton Drugs Commission – the deputy Chair is Mike Trace, Tony Blair’s former drugs tsar – seeking new ways of tackling Brighton’s endemic drug-related problems, which have for the past eleven years given it another unwelcome title of: Injecting Drugs Death Capital Of The UK.

    A journalist friend of mine recounted how, in a pub in Brighton a few years ago, he asked a fellow drinker at the bar if Brighton had a drugs problem. The man thought for a moment, then shook his head and said, “Nah, you can get anything you want here.”
    Three past Chief Constables of Sussex Police, as well as the current Commander of Brighton and Hove, have each confirmed to me that Brighton is one of the favoured place in the UK for first division criminals to live in. I have a theory for this: If you were a villain and wanted to design your perfect criminal environment, you would design Brighton! Let me explain my reasoning:
    Firstly it has a major seaport on either side – Shoreham and Newhaven, perfect for importing drugs and exporting stolen cars, antiques and cash. To the western extremity of the city lies Shoreham Airport – a small but international airport where there is no Customs or Immigration control. There are miles of unguarded coastline fronting the city, and to either side of it. Very important to all criminals there are lots of escape routes: All the Channel ports, and Eurotunnel. Gatwick, a major international Airport is just 25 minutes away. London is 50 mins by train. Brighton has the largest number of antique shops in the UK – perfect for fencing stolen goods and laundering cash.
    The city has an affluent young, media-oriented middle-class population combined with the largest gay community in the UK, two universities, and a huge number of nightclubs, providing a huge market for recreational drugs. It has a large, transient population, making it hard for police to keep tabs on villains, and making it easy for drug overlords to replace any of their dealer minions who get arrested. Sited at on the coast, transients who drift down the country reach Brighton and have nowhere left to go, so they stay. It has 100,000 vertical drinking spaces. No surprise that it’s main police station, John Street, is the second busiest police station in the UK.
    Given Brighton’s criminal pedigree, it is hardly surprising that the term “knocker boy” originated there. The knocker boys were the “rag and bone” men, of the kind immortalized in Steptoe and Son, who moved on from traipsing the streets in a horse and cart for anything people wanted to throw out of their houses, to being more proactive – literally knocking on front doors, but frequently targeting the frail and elderly, offering to buy their antiques and valuables for instant cash.

    These knocker boys had a rudimentary knowledge of antiques – enough to spot items of value – and their game was to cheat people. Several former knocker boys helped me in my research, telling me their many tricks of the trade. One particularly pernicious one was to carry a bag of sawdust in their pockets. On entering the house of an elderly person, unseen they would pour the sawdust on the ground beneath the best piece of furniture in the house, then warn the victim they had woodworm, and offer to take it off their hands before it spread to all the other furniture. If an owner refused to sell any items which the knocker boy knew to be of high value, he would pass the details to a burglar, who would later steal the items and give the knocker boy a cut.

    In 1996 the Independent ran the following damning headline:
    If your antiques have been stolen, head for Brighton - The Sussex resort is now a thieves' kitchen for heirlooms,

    Many of the seemingly legitimate Brighton antiques dealers were just as bad as the knocker boys, hiding behind a veneer of respectability. One, now retired, but at one time a major player, told me about the “ring” the Brighton dealers operated, which amounted to a cartel. It worked this way for important sales: All the major Brighton dealers would go to an auction, by pre-arrangement, only one of them would bid. So if a table, worth at retail £20,000 was entered, one would bid just on the reserve – say £5,000. No one else would bid, unless it was an outsider – but a number of tactics were employed to dissuade outsiders from attending. He would secure it for £2,500, then they would all go off to a private room in a pub and hold a second auction. One of the other dealers would secure it for, say, £12,000. They would then split that £10k profit between them all, and the winning bidder could then go on and make even more profit when he eventually sold the table for close to its real retail value. Simon Muggleton, formerly Head of the Brighton Police Antiques Squad, told me that although the police were well aware of the activities of the ring they were never able to make any arrests.

    The Brighton ring members resorted to all kinds of skulduggery to ensure there were no outsider bidders. A former member told me how, for country house auctions, in the days before satellite navigation, a group of them used to drive around the vicinity of the auction late at night, altering the road signs. And on one occasion, they locked a major London dealer in an outdoor lavatory, and kept him locked in throughout the entire auction!

    Small wonder that the reputation of the Brighton antiques dealers was so bad that police forces in many towns and cities in the UK were under instructions to run them out of town on sight.

    In addition to my New York detective’s story, a major part of the inspiration for this book came from an attempted break-in at my Sussex country home two years ago, during the night. Fortunately our three dogs did the trick and sent them running off the premises. The police were of the opinion they may have been targeting our cars – I have a bit of a reputations as a petrol head (!) but it made me curious about what kind of person today’s house burglar is. Thanks to the Governor of our local Category B Prison, Lewes, I was able to get some insights.

    One character in particular who I met was 38 years old, a career high-end car thief. He had started as a kid, for kicks, taking cars on joy-rides, then got recruited by an Indian gang operating in London who tasered people in expensive cars, pulling them out and dumping them by the road side. My character told me that with modern car security systems, it had become extremely difficult to simply steal a car by the old methods of “hot-wiring”. A recent model Audi could take four hours to start, he told me, so it is much easier to break into a house and simply steal the keys. And of course, while you are inside the house, then you might as well steal some valuables there, too…

    I am often asked whether I get scared doing my research – particularly when I go on raids with the police. The answer is yes, I do sometimes! But one of most scary moments I’ve ever had was last April, researching Dead Man’s Time in Marbella, the capital of the so-called Costa del Crime. Like a smaller, even darker Brighton, Marbella appears to the outsider an elegant, expensive resort. But inside it is riddled with corruption – with its former mayor jailed - and home to serious fraternities of Russian, Albanian and Irish Mafia.

    I had an introduction to a British bar owner who, in his former life was a bare-knuckle fighter, who had to leave the UK in a hurry after falling foul of one of the London Triad gangs. He greeted me by saying he was a big fan of mine, particularly my novel, Dead Man’s Grip. ‘I liked the torture in that one.’ He said. The bar was empty apart from six seriously nasty looking Brits, with shaven heads, tattoos, all wearing cut-off jeans and wife-beaters, clutching beer cans and watching footie. “How’s business?” I asked him. ‘Not so good. Had a bit of a nasty shooting in here,’ he told me. A dispute between two men over a girl, resulted in the boyfriend being shot in each testicle and another six times in the chest. I asked the bar owner what the price was for getting someone ‘whacked’ in Marbella. ‘You just have to give a Moroccan a Bin Laden,’ he replied. He explained a Bin Laden is a €500.00 note – apparently as scarce as Bin Laden sightings used to be, and a Moroccan would take a day ferry across from Ceuta, do the hit and be back in Morocco the same day – and could live two years on that money. Life doesn’t come – or go – much cheaper.

    AVELEEN AVIDE:
    What type of advice would you have for beginning authors who want to get their first novel published?

    PETER JAMES:
    Read the big bestsellers in your chosen genre and don’t be afraid to deconstruct them to work out how the authors made those books work.

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    Das Buch gibt es nur für User aus Deutschland zu gewinnen. Die Kriterien stehen im deutschsprachigen Interview.

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    Meine E-Books:

    Meine E-Books Einzelgeschichten aus „Samtene Nächte“:

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Lisa Graf-Riemann kraxelt auf Bergen herum, spricht Sprachen, die mindestens 250 Millionen andere Menschen auf der Welt sprechen und reist dann auch gerne in diese Länder. Sie schreibt kriminelles und sie hat zum Thema „Warum verschwinden Menschen“ recherchiert. Spannend kann ich da nur sagen.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Eisprinzessin“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Lisa Graf-Riemann-Copyright Eva Brandecker

    Foto: © Eva Brandecker

    Lisa Graf-Riemann schreibt Krimis und sie hat an Kindlers Neuem Literaturlexikon mitgearbeitet. Außerdem ist sie freie Lektorin und Redakteurin.

    Lisa Graf-Riemann wurde in Passau geboren, sie lebte lange in Ingolstadt und heute lebt sie mit ihrem Lebensgefährten im Berchtesgadener Land in Salzburg-Nähe. Sie war auch schon als Dolmetscherin für die örtliche Polizei und Bundespolizei am Flughafen tätig.

    Was für Voraussetzungen muss man als Dolmetscherin für die Polizei mitbringen und da es Polizei war, ging es ja um Straftaten. Ist dir ein Schicksal besonders in Erinnerung geblienen? Falls du so etwas - ohne Namen zu nennen - überhaupt sagen darfst.

    LISA GRAF-RIEMANN: Als Dolmetscherin muss man die Fremdsprache beherrschen, für die man sich beworben hat, und bereit sein, auf Abruf zu erscheinen, wenn man gebraucht wird. Mein vielleicht exotischster Fall hat sich am Münchner Flughafen ereignet. Ich sollte Portugiesisch dolmetschen.

    Als ich ankam, saßen drei Männer im Warteraum auf einer Bank, die waren so klein, dass ihre Füße wie bei Kindern in der Luft baumelten, weil ihre Beine nicht bis zum Boden reichten. Es waren drei Indios von einem Stamm, der am Amazonas lebt. Der mittlere hatte eine Styroporkiste auf dem Schoß, in der sich angeblich ein Heilmittel ihres Stammes befand, das sie in Europa vorstellen wollten.

    Eingeladen waren sie von einer Mailänder Ökogruppe, von der sie aber nicht mehr als eine mit Bleistift auf einen Zettel gekritzelte Telefonnummer bei sich hatten. Ich rief die Nummer in Mailand an, aber es meldete sich niemand, nicht einmal ein Anrufbeantworter. Da sie zu dritt nicht mehr als 50 Euro vorweisen konnten und in Italien niemand erreichbar war, der sich zur Übernahme ihrer Reisekosten verbürgt hätte, gerieten sie mit den Schengen-Bestimmungen in Konflikt. Es wurde unterstellt, dass sie hier bzw. in Italien versuchen würden einer illegalen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Ich musste sie darüber informieren, dass sie von München zurück nach Brasilien geschickt würden und sie über die Hintergründe informieren. Sie taten mir furchtbar leid, weil ich sie, anders als die Bundespolizei, für vollkommen unschuldig hielt.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast auch schon gemeinsam mit deinem Lebensgefährten Ottmar Neuburger den Krimi "Hirschgulasch" geschrieben. In einem Interview im Kriminetz meintest du, was Kritik angeht, versucht ihr euch von Mimosen zu Kakteen weiterzuentwickeln. Aber gerade als Autor müsste man doch einem anderen supernett sagen können, was nicht so perfekt war? Oder kommt da dieses Ding, dass man mit Partnern direkter umgeht als mit Fremden, zu tragen?

    LISA GRAF-RIEMANN: Ich glaube, man vergisst im Eifer des Gefechts und im Ringen um das möglichst optimale Fortschreiten des gemeinsamen Romans, der Geschichte, des Handelns der Figuren, auf den schreibenden Partner Rücksicht zu nehmen. Man feilscht um die Sache und achtet zu wenig auf die Befindlichkeit des Co-Autors. Da ist viel Leidenschaft im Spiel, Temperament – und das ist oft stärker als Rücksicht oder Vorsicht im Umgang miteinander. Aber daran arbeiten wir wie gesagt noch. Vielleicht geht’s beim zweiten gemeinsamen Roman besser.

    AVELEEN AVIDE:
    Passau hat dich geprägt. Und du hast nach deinem Wegzug jede Nacht von Italien geträumt. Dein Ex-Mann meinte damals zu dir: "Jetzt weiß ich, wo dein Italien liegt." Was liebst du heute noch an Passau und kommst du noch dorthin?

    LISA GRAF-RIEMANN: Ich liebe diese fantastische Lage zwischen den beiden großen Flüssen Inn und Donau. Die Passauer Altstadt mit ihrer barocken, südlich anmutenden Anlage und Architektur schwimmt wie ein Schiff donauabwärts. Seitdem meine Eltern verstorben sind, komme ich nicht mehr sehr oft nach Passau, aber ich trage die Stadt in meinem Herzen und neben meinem Schreibtisch hängt ein kolorierter Stich der Inn-Promenade in Passau mit dem Schaiblingsturm, einem mir sehr vertrauten Wahrzeichen der Stadt.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast in München, Spanien und Portugal Romanistik und Völkerkunde studiert und 1984 mit dem Magister Atrium abgeschlossen. Wie lange warst du in Spanien und Portugal und was fehlt dir vielleicht sogar heute aus deinem Leben dort?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Ich habe ein Jahr in Spanien gelebt und ein halbes in Portugal, aber ich war oft in beiden Ländern, für die ich heimatliche Gefühle hege. Mir fehlt manchmal diese Herzlichkeit, die ich dort oft erlebt habe, ein unmittelbarer emotionaler Zugang zu den Menschen, der sich oft ganz natürlich ergibt in den romanischen Ländern. Der frische Vinho Verde und der fantastische Kaffee aus Portugal und die feine mediterrane Küche in beiden Ländern fehlen mir außerdem. Aber deshalb komme ich auch immer wieder gerne zu Besuch.

    AVELEEN AVIDE:
    Du sprichst 5 Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch. Lernst du so leicht Sprachen und gibt es für dich eine Lieblingssprache oder warum gerade diese Sprachen?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Englisch und Französisch habe ich in der Schule gelernt, Spanisch habe ich als Wahlfach bei einer Nonne, die ihr halbes Leben in Chile verbracht hatte, gelernt. Nach dem Abitur bin ich bei den romanischen Sprachen und Kulturen hängen geblieben und habe Romanistik studiert. Spanisch und Portugiesisch habe ich also an der Uni gelernt, Italienisch in der Freizeit. Ich wollte immer noch weitere Sprachen lernen, Schwedisch zum Beispiel, aber dafür hat die zur Verfügung stehende Zeit dann nicht mehr gereicht.

    Ich habe dieses Jahr meinen ersten Roman aus dem Brasilianischen übersetzt, was mir sehr viel Spaß gemacht hat, weil es ein guter Roman, ein Krimi übrigens, ist. Er heißt „Unter dem Augusthimmel“, ist von Gustavo Machado, einem jungen Autor aus Porto Alegre, und erscheint diesen Monat noch im Verlag ars vivendi, pünktlich zur Frankfurter Buchmesse, auf der Brasilien heuer Ehrengast sein wird.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast das Projekt „Ferienwohnung Berglust“. Was ist das für ein Projekt und was ist deine Aufgabe oder bist du gar die Eigentümerin?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Ja, ich bin stolze Eigentümerin einer 2-Zimmer-Ferienwohnung in Berchtesgaden mit fantastischem Watzmannblick und habe sie in den letzten Monaten mit viel Liebe eingerichtet. Sie ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderlustige, Naturliebhaber, Radfahrer, Genießer und natürlich Wintersportler. Die Website www.fewo-berglust.de wird bald freigeschaltet sein. Bilder gibt es jetzt schon auf www.graf-riemann.de/blog.

    AVELEEN AVIDE:
    Als nächstes möchtest du nach Venezuela reisen und den 3.000 Meter hohen Tafelberg Roraima besteigen. Wie konkret sind die Pläne und was reizt dich an dieser Bergbesteigung?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Venezuela ist ein Traumland, das sich von den Anden bis zum tropischen Orinoco-Delta und zur Karibikküste erstreckt. Dazwischen liegt die Gran Sabana mit den sagenhaften Tafelbergen, die 70 Millionen Jahre alt sind. Bei den Indios heißen sie „tepui“, Haus der Götter. Die Tafelberge sind ein eigener Kosmos, einige haben eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Ich würde gern zu den Göttern aufsteigen. Vielleicht gelingt es diesen Winter.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Mir ist wichtig, dass ich die Sprache kann, damit ich eine Chance habe, etwas von der fremden Kultur und den Menschen zu verstehen. Da 450 Millionen Menschen Spanisch und 250 Millionen Portugiesisch sprechen, komme ich da schon weit rum. Ich könnte auf der Iberischen Halbinsel und in Südamerika jederzeit heimisch werden. Und da zieht es mich auch immer wieder hin.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Meine Leidenschaft ist die Literatur, das Schreiben und das Lesen, die Sprachen. Außerdem singe ich, soweit ich Zeit habe, Sopran in einem Chor und in einem A-cappella-Quartett. Und sagte ich schon, dass ich gern in die Berge gehe? Gerne auch auf Klettersteigen und im Winter auf Skiern.

    AVELEEN AVIDE:
    Du warst erst im Urlaub. Wo wart ihr? Was hast du besonderes an Eindrücken mitgenomnen?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Der Urlaub musste wegen dringender Abgabetermine leider stark gekürzt werden. Wie’s beim Bücherschreiben oft so ist, passieren unvorhergesehene Dinge, ein Lektoratsdurchgang, noch einer, und dann muss es plötzlich ganz schnell gehen, um einen Erscheinungstermin halten zu können. Untere Hüttentrekkingtour durch das Steinerne Meer wird bald nachgeholt und im September gibt es noch einige Tage am Meer, mit täglichem, aber entspanntem Schreibpensum, Schwimmen und Mountainbiketouren.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Ich lese gerade „Schlachthaus 5“ von Kurt Vonnegut wieder. Ich wollte noch einmal nachlesen, wie er es macht, ein Ereignis wie die Luftangriffe auf Dresden während des 2. Weltkrieges, in einer damals (1969) ganz neuen Weise zu erzählen, mit der er so viele Leser angesprochen hat.

    Davor habe ich einen spanischen Roman gelesen, zu dem ich ein Gutachten verfasst habe. Es ist ein Thriller, der Bezug nimmt auf die 50er und 60er Jahre und Kinder von Dissidenten, die während der Franco-Diktatur verschwunden sind. – Ich mag tatsächlich Romane mit zeitgeschichtlichen Bezügen, die über die persönlichen Schicksale hinaus für eine Gesellschaft wichtige Themen aufgreifen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie viele Manuskripte musstest du versenden, bis dein erstes Buch bei einem Verlag angenommen wurde? Wie war der Vorgang und wie kam es dann letztendlich zur Veröffentlichung?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Ich habe ein Exposé und Probeseiten meines Erstlings („Eine schöne Leich“) genau an zwei Verlage verschickt. Von beiden wurde das Manuskript angefordert. Einer lehnte ab, der andere antwortete nicht mehr. Also habe ich einfach den nächsten Krimi geschrieben. Als der zweite fertig war, habe ich ihn wieder an beide verschickt – und eine Antwort von Verlag Nummer 1 bekommen. Man wolle meinen Roman verlegen.

    Aber nicht den zweiten, sondern den ersten, der seit etwa einem Jahr im Lektorat verschwunden war. Der Erstling sei ja so schön rund, dass man daran gar nicht mehr viel machen müsste. Als der Erstling schließlich 2010 erschien, arbeitete ich schon an Nummer 3. Nummer 2 („Donaugrab“) erschien dann 2011.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Eine Möglichkeit mich auszudrücken, Themen schreibend zu entwickeln, die mir am Herzen liegen. Dass ich damit Leserinnen und Leser erreiche, die meine Bücher mögen, ist ein tolles Gefühl. Literatur ist das, was mich immer interessiert hat, als Kind – da waren es Bilderbücher, Wörter -, als Leserin, als Studentin, immer. Hier kann sich auch mein sprachliches Talent voll entfalten. Schöpferisch tätig zu sein, heißt, etwas für die Seele zu tun, zuerst für die eigene, im besten Fall auch für die meiner Leserinnen und Leser.

    Cover Eisprinzessin

    LISA GRAF-RIEMANN: In „Eisprinzessin“ geht es lt. Amazon.de um:
    In seinem dritten Fall begibt sich Hauptkommissar Stefan Meißner auf die Suche nach einer spurlos verschwundenen Frau und muss sich mit einem skrupellosen Konkurrenten innerhalb der Kripo Ingolstadt auseinandersetzen. Der schafft es, nicht nur Kollegen und Freunde Meißners auf seine Seite zu ziehen, sondern auch, dem labilen Ehemann der Vermissten ein Mord-Geständnis zu entlocken, zu dem es keine Leiche gibt. Als in einem Ingolstädter Kühlhaus eine weibliche Leiche gefunden wird, scheint der Fall gelöst tatsächlich aber gibt es nun ein grausames Geheimnis mehr ...

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Eisprinzessin

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Eisprinzessin“?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Zum einen wollte ich etwas zum Thema Vermissung schreiben. Warum verschwindet ein Mensch spurlos, was treibt ihn dazu, wie gehen die Angehörigen damit um? Zum anderen hatte ich vor, meinem Kommissar einen Rivalen zur Seite zu stellen, der ihn herausfordern und an den Rand einer schweren Krise bringen würde. Beide Motive habe ich in der „Eisprinzessin“ zu einem Plot verwoben.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Eisprinzessin“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Recherchiert habe ich zum Thema Vermissung. Wie viele Menschen verschwinden täglich, jährlich bei uns, wie viele davon tauchen nach welcher Zeit wieder auf, wie viele bleiben dauerhaft verschwunden, wann wird ein Vermisster für tot erklärt etc.?

    Als ich mich gerade in das Thema einarbeite, kommt ein Anruf. Polizeidienststelle XY. Ob ich einen Brief übersetzen könnte. Es ginge um einen Mann, der seit ca. 4 Monaten verschwunden sei. Seine Eltern hätten ihn vermisst gemeldet. Nun sei aber ein Foto des Mannes bei Facebook aufgetaucht, das ihn an einem Strand in Brasilien zeige. Man habe Nachforschungen angestellt und jetzt einen Brief aus Brasilien erhalten und wüsste gern, was drinstehe.

    Der Brief brachte keine neuen Erkenntnisse – aber ich wusste wirklich für ein paar Augenblicke nicht: Bin ich in meinem Roman? Ist das jetzt die Wirklichkeit oder träume ich?

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Eisprinzessin“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Eisprinzessin“ geben?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Ich habe zwei Hauptfiguren im Roman: Die Eisprinzessin selbst und meinen Ermittler, Hauptkommissar Stefan Meißner. Ich versuche, die Figur näher kennenzulernen, ihre Beweggründe, ihre Vergangenheit, was sie zu dem Menschen gemacht hat, der sie ist und warum sie schließlich verschwindet.

    Und ich weiß, was meinem Kommissar im Präsidium passiert – ein geschätzter Kollege geht, ein neuer kommt und entpuppt sich als Rivale. Aus der Reibung entsteht Spannung.

    Ich kenne das Schicksal meiner Hauptfigur und weiß, wie die Sache ausgehen wird. Dann überlege ich, wie der Kommissar den Fall lösen kann, welche Hinweise er erhält und nutzen kann. Denn am Ende wird der Fall gelöst, das ist sicher.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Ich glaube, mir sind die Charaktere, wie sie handeln und wie sie sich mitteilen am wichtigsten. Sie müssen glaubwürdig und Menschen aus Fleisch und Blut sein. Dialoge sind wichtig, weil sie viel über die Figuren sagen, Stimmungen und Atmosphäre transportieren. Die Ermittlungsarbeit, den polizeilichen Alltag darzustellen, das ist vielleicht nicht so prickelnd, gehört aber im Ermittlerkrimi einfach dazu.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Darauf achtet auch das Lektorat, damit das möglichst nicht passiert. Denn beim Schreiben kann es schon mal passieren, dass ein Faden irgendwo liegenbleibt. Aber so etwas in einem guten Lektorat nicht unbemerkt bleiben.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Die Idee und das Exposé waren tatsächlich im Frühjahr 2012 fertig, als Erscheinungstermin wurde der Mai 2013 vereinbart und als Abgabetermin der November 2012. Im Juli 2012 habe ich mich dann ernsthaft ans Schreiben gemacht, mit einem fixen Tages-Seitenpensum. Das habe ich bis Ende Oktober einigermaßen durchgehalten, dann eine Verlängerung um einen Monat beantragt und bekommen, und Ende November wurde das 260 Seiten starke Manuskript abgegeben.

    Beim ersten Lektoratsdurchgang im Januar 2013 habe ich noch einmal 40 Seiten gestrichen und die Handlung gestrafft. Dann gefiel der Roman mir und auch meiner Lektorin besser.
    Im Mai 2013 ist der Roman, wie in der Programmvorschau angekündigt, erschienen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Ich bin in Gedanken viel beim Schreiben, auch wenn ich nicht schreibe, weil ich andere Aufträge zu erledigen habe oder am Badesee liege. Es wird alles im Kopf und im Herzen umgewälzt, gedreht, gewendet, bis sich einzelne Szenen herauskristallisieren, die ein Stück Handlung transportieren oder das Wesen einer Figur charakterisieren und sichtbar machen. Erst wenn ich ein Gefühl für eine Szene bekomme, kann ich mich hinsetzen und sie schreiben. Je näher der Abgabetermin für das Manuskript rückt, desto schneller kann ich/muss ich mich fokussieren und in den schöpferischen Zustand eintauchen, den ich zum Schreiben brauche.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Für die ersten Romane habe ich mir einen eigenen Schreibtisch (antik, Nussbaum, mit gedrechselten Beinen) zugelegt, und habe den Zensor, die Kritikerin, die ich auch selbst bin, von meinem Literaturschreibtisch verbannt. Sie hat nämlich immer alles kritisiert, bis ich ganz verunsichert war und keine Zeile mehr zu Ende gebracht habe.

    Heute brauche ich diese Stütze nicht mehr und kann auch am regulären Schreibtisch von der kritischen Lektorin zur kreativen Autorin umschalten. Wenn ich dann Vogel mit F schreibe und ihm und im verwechsle, dann weiß ich, dass ich auf dem richtigen Pfad bin. Das fürs Schreiben so wichtige Unterbewusstsein schert sich nämlich nicht um irgendwelche Rechtschreibregeln.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Ich brauche Ruhe, um meine inneren Stimmen zu hören. Musik würde mich zu sehr ablenken. Aber ich kann auch gut in Cafés schreiben, in Zügen, mit meiner Autorengruppe zu sechst in einem Zimmer oder draußen auf dem Balkon. Wenn ich schreibe, schreibe ich.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Ich habe keine Agentur, dafür einen ganz guten Kontakt zu meinem Verleger und dem ganzen Verlagsteam. Wir treffen uns jedes Jahr auf der Leipziger Buchmesse, dort habe ich dieses Jahr auch den Grafiker kennen gelernt, der die Cover gestaltet, die Marketingleiterin, eine Pressedame und den oberbayerischen Verlagsvertreter. Und ich hatte auch Gelegenheit, über zukünftige Projekte mit dem Verlagsleiter zu sprechen. Das fühlt sich sehr angenehm, fast familiär an.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Mit meinem Co-Autor Ottmar Neuburger schreibe ich gerade am Nachfolger für unseren Emons-Bestseller „Hirschgulasch“. Der Arbeitstitel ist noch nicht besonders sexy, er heißt einfach „Hirschgulasch2“. Momentan gibt es ca. 120-150 Seiten, das ist ungefähr ein Drittel des Romans. Im November ist Abgabetermin …

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    LISA GRAF-RIEMANN:
    Ein gutes Exposé schreiben, aussagekräftige, überzeugende Probeseiten aussuchen und dann die Verlagsprogramme studieren und herausfinden, wohin das Manuskript passen könnte. Kontaktperson recherchieren, ein gutes, fehlerfreies Anschreiben formulieren und hinschicken.

    Nicht auf die Antwort warten, sondern jede Woche eine bestimmte Anzahl von Verlagen (5, 10 …) anschreiben und sich nicht von Absagen entmutigen lassen. Einfach weitermachen. So lange, bis es klappt.

    Wenn man als Erstautor ganz unsicher ist oder kritische Rückmeldungen erhalten hat, dann vielleicht eine professionelle Einschätzung der Stärken und evtl. Schwächen des Manuskripts bei einer freien Lektorin anfordern. Das kostet natürlich etwas, kann sich aber lohnen.

    AVELEEN AVIDE:
    Lisa, vielen Dank für das Interview.

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    Sandra St. Wer mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet, der kann „Eisprinzessin“ gewinnen: Wie heißt der Berg in der Landessprache, den Lisa unbedingt noch besteigen möchte?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Silvia Stolzenburg wollte schon immer Vlad Draculea, als Person aus Fleisch und Blut auferstehen lassen. Wenn sie nicht gerade mit ihrem Rennrad 190 km auf 2800 Höhenmeter abradelt oder sich den Kopf mit ihrem Mann heiß diskutiert, dann stellt sie auch schon mal eine sauerei in der Küche an.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Teufelsfürst“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Silvia Stolzenburg-Copyright Oliver Vogel

    Foto: © Oliver Vogel

    Silvia Stolzenburg schreibt historische Romane und ist freiberufliche Englischdozentin und Übersetzerin.

    Silvia Stolzenburg wurde 1974 geboren. Sie studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Tübingen. 2006 erfolgte ihre Promotion über zeitgenössische Bestseller mit Abschluss Dr. phil. Mit ihrem Mann lebt sie auf der Schwäbischen Alb.

    Wusstest du im Studium bereits, dass du Bücher schreiben willst und wirst?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Nein, die Idee hat mich selber völlig überrascht. Sie kam mir, als ich darauf gewartet habe, dass meine Dissertation bewertet wird. Irgendwann bin ich tatsächlich aufgewacht und habe mich gefragt: Warum soll ich es eigentlich nicht selber mal versuchen, jetzt wo ich mich so viele Jahre mit der Theorie beschäftigt habe? Tja, und dann ging alles Schlag auf Schlag.

    AVELEEN AVIDE:
    Darf ich fragen, wie du deinen Mann kennengekernt hast?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Darfst du :-) Es war beinahe eine Sandkastenliebe. Wir haben uns im zarten Alter von 18 das erste Mal in einer "In-Kneipe" gesehen und - gehasst. Jaja, kein Spaß.

    AVELEEN AVIDE:
    Du kraxelst gerne auf steilen Berghängen herum. Was war bisher dein allerschönstes Erlebnis in der Bergwelt?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Das schönste Erlebnis in der Bergwelt ist für mich eigentlich immer, wenn ich wohlbehalten wieder unten ankomme. Meistens begebe ich mich mit dem Fahrrad in die Berge, und es ist jedes Mal wunderschön, mitten in der Natur zu sein, die Ruhe zu genießen und den Körper an seine Grenzen zu bringen.

    AVELEEN AVIDE:
    Du fährst auch gerne Rennrad. Was war bisher deine längste Strecke und was fasziniert dich daran?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Meine längste Strecke waren 190 km am Stück mit 2800 Höhenmetern. Für mich ist Rennradfahren wie Meditation. Der Kopf wird frei, man geht an seine Grenzen und ist manchmal stundenlang mit sich allein. Irgendwann ist nichts mehr wichtig außer dem eigenen Herzschlag und der Herausforderung, den nächsten Berg zu meistern. Es ist ein so herrlicher Ausgleich zum Schreiben!

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast da zwei zeitintensive Leidenschaften. Fährt dein Mann auch Rennrad und steigt mit auf Berge?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Das tut er, sonst würde es mir ganz sicher nur halb so viel Spaß machen. Manchmal bin ich allerdings auch allein unterwegs - vor allem, wenn ich beim Schreiben feststecke und mich gedanklich nur noch im Kreis drehe.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Das ist immer sehr lustig. Eigentlich will ich jedes Jahr (meistens im Herbst oder Winter) irgendwohin, wo es warm und sonnig ist. Aber irgendwie landen wir dann doch wieder in Schottland oder in der Schweiz. Ganz wichtig ist für mich, dass ich nicht alles planen muss und vieles spontan machen kann. Wenn ich schon Monate vorher ein Hotel buchen muss, verdirbt mir das den Spaß. Einfach los und gucken, wo es schön ist - und wo man radeln kann ;-)

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du sonst noch, falls überhaupt noch Zeit bleibt?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Zeit bleibt immer, vor allem im Winter. Da lese ich wahnsinnig viel, spiele gerne Badminton und versuche mich in der Küche. Als Köchin bin ich eine absolute Katastrophe, aber ab und zu finde ich es toll, mich mit irrsinnig vielen komplizierten Zutaten zu umgeben, ein (z.B. indisches) Kochbuch rauszuziehen und eine unglaubliche Schweinerei in der Küche anzurichten. Ein Gläschen Wein hilft dann dabei, das Ergebnis verdauen zu können.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Im Moment lese ich den neuen J.K. Rowling, alias Robert Galbraith. Habe aber gerade erst damit angefangen. Obwohl ich selber historische Romane schreibe, lese ich fast ausschließlich Krimis. Das ist vermutlich nötig - als Ausgleich.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Leidenschaft, Freiheit, Power.

    Cover Der Teufelsfürst

    SILVIA STOLZENBURG: In „Teufelsfürst“ geht es lt. Amazon.de um:
    Edirne 1447: Die Söhne von Vlad Dracul II., dem Fürsten der Walachei, befinden sich in türkischer Gefangenschaft. Als Geiseln am Sultanshof in Edirne gehen sie durch die Hölle. Vor allem der ältere der beiden, der sechszehnjährige Vlad Draculea, wird für seinen Stolz und seinen Trotz mit harten Züchtigungen bestraft. Ohnmächtig muss er dabei zusehen, wie der sinnesfreudige osmanische Prinz Mehmed seinem jüngeren Bruder nachstellt. Mit jedem Tag, den Vlad als Gefangener am Sultanshof verbringt, wächst sein Hass auf die Osmanen. Er träumt von Flucht und sinnt auf Rache für all die Demütigungen.

    Während Vlad Draculea am Hof in Edirne Fluchtpläne schmiedet, muss die vierzehnjährige Zehra von Katzenstein sich in Ulm vor Gericht verantworten. Sie wird beschuldigt, den eigenen Vater vergiftet zu haben. Falsche Zeugen beschwören ihre Täterschaft, sodass man sie für immer aus ihrer Heimatstadt verbannt. Mittellos, verzweifelt und ohne Schutz muss sie sich den Gefahren stellen, welche vor den Stadttoren lauern. Sie flieht in das von Kriegswirren erschütterte Ungarn, wo sie schon bald eine folgenschwere Entscheidung fällen muss ...

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Der Teufelsfürst

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Teufelsfürst“?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Die kam aus heiterem Himmel, als ich mir überlegt habe, welche historische Figur ich in meinem nächsten Roman verarbeiten will. Da war er einfach plötzlich da, dieser Vlad Draculea, der mich seit dem Studium fasziniert hat. Ich wollte die Person aus Fleisch und Blut von all dieser Patina der Vampirlegenden befreien. Vor allem, weil die Geschichte des historischen Vlad viel, viel spannender, erschreckender, aber auch berührender ist als alle Vampirgeschichten zusammengenommen.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Teufelsfürst“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Ja, in der Tat, ich bin bei meinen Recherchen in Transsylvanien auf einen Ort gestoßen, der Stolzenburg heißt, so wie ich. Kein Witz.

    Hier gibt es einen Trailer zur Premierenlesung:

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Teufelsfürst“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Teufelsfürst“ geben?

    SILVIA STOLZENBURG:
    An meine Plots gehe ich eigentlich immer gleich heran. Zuerst das Exposé, dann ein Plotplan mit allen Handlungssträngen und wo sie sich berühren. Natürlich überlege ich mir vorher, wann, wo und wie meine Figuren aufeinandertreffen. Beim "Teufelsfürst" war klar, dass ich mit Vlad eine psychologisch sehr komplexe Figur haben würde, deren Entwicklung ich den Leser nachempfinden lassen wollte.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Das kommt total auf die Tagesform an. Mal geht eine Actionszene leichter von der Hand, mal ein Treffen mit viel Dialog, mal eine erotische Szene und mal eine sehr atmosphärische Beschreibung des Settings. Nur, wenn es draußen 30 Grad hat und ich gerade Winter schreiben soll, habe ich so meine Problemchen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Ganz einfach. Für den "Teufelsfürst" habe ich mir einen Plotplan auf 10 A1 Blätter aufgemalt, wo jedes wichtige Detail verzeichnet ist. Außerdem lese ich das, was ich geschrieben habe, immer und immer wieder und mache mir Notizen zu losen Enden. Und dann kleben überall im ganzen Haus Post-its, damit ich ja nichts vergesse.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Protagonisten Vlad Draculea heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Die erste Überlegung zu Vlad war: Ich möchte nachvollziehbar machen, wie ein ganz normaler Mensch zu einem Symbol des Grauens werden kann. Als ich seine Lebensgeschichte recherchiert habe, sind mir selber die Tränen gekommen - nicht nur wegen seiner Opfer, sondern vor allem wegen dem, was ihm und seinem Bruder als Geiseln widerfahren ist.

    Ich wollte, dass die Leser mit ihm fühlen, sich ohne Vorbehalte in ihn hineinversetzen und dann mit ihm Entscheidungen durchleiden, die man selbst niemals treffen möchte. Und dann hat mich natürlich diese unglaublich spannende Geschichte drumherum fasziniert. Leider weiß man so wenig über diese Zeit und den Kampf zwischen dem Osmanischen Reich und den christlichen Mächten.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Das geht bei mir immer ganz flott. Idee, erste Recherche, Exposé. Dann kommt die Feinarbeit. Meistens bin ich aber so ungeduldig, beziehungsweise die Geschichte (die will immer aus mir raus), dass ich die ersten Szenen schreibe, während ich noch recherchiere.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Eigentlich ganz unspannend :-) Aufstehen, frühstücken, Rechner an, schreiben. Mittagspause, schreiben, radeln, wenn noch Zeit bleibt. Nach Szenen, die mich emotional sehr mitgenommen haben, gehe ich dann abends gerne mit meinem Mann aus und rede mit ihm darüber. Auch wenn ich in einer Sackgasse stecke, oder einen Knoten im Hirn habe, hilft es, wenn ich mir mit meinem Liebsten den Kopf heiß diskutiere.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    SILVIA STOLZENBURG:
    An meinem netten, kleinen Schreibtisch mit Schlossblick.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Oh, bloß nicht! Das würde mich in den Wahnsinn treiben! Am besten noch Watte ins Ohr, damit ich auch Nachbars Rasenmäher nicht hören muss.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    SILVIA STOLZENBURG:
    Im Moment sitze ich an einem weiteren historischen Roman, über den ich noch nicht zu viel verraten will. Nur so viel: Es wird ein sehr exotisches, sehr mittelalterliches und sehr spannendes Buch, in dem man allerhand Überraschendes erfahren wird.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    SILVIA STOLZENBURG:

    Durchhalten! Egal, wie viele Absagen man bekommt, einfach weitermachen. Irgendwann findet sich der richtige Verlag.

    AVELEEN AVIDE:
    Silvia, vielen Dank für das Interview.

    Welches Interview kommt als nächstes?

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    Heidrun B. hat mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet und sie hat „Teufelsfürst“ gewonnen: In welchem Land hat Silvia Stolzenburg einen Ort namens Stolzenburg gefunden

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

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    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
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    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

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  • 09/05/13--22:30: Interview mit Sabrina Qunaj
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Charaktere sind Sabrina Qunajs Stärke. Ihr Suchtpotential steckt in Serienstaffeln. Und wenn sie sich nicht um ihre Familie kümmert, schreibt sie und das am Liebsten mit einem Laptop auf ihrem Schoß.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Teufelsherz“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Sabrina Qunaj

    Foto: © Sabrina Qunaj

    Sabrina Qunaj schreibt historische Romane.

    Sabrina Qunaj wurde im November 1986 geboren und wuchs in einer Kleinstadt in der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen Collage für Tourismus. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Steiermark. Darf ich fragen, wie alt deine Kinder sind und ob es Mädls oder Jungs sind?

    SABRINA QUNAJ:
    Natürlich darfst du fragen :-) Schließlich sind meine Kinder mein ganzer Stolz. Ich habe eine Tochter mit fast fünf Jahren und mein Junge feiert gerade seinen zweiten Geburtstag.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast deinen Mann mit 14 kennengelernt und ihn 6 Jahre später geheiratet. Darf ich fragen, bei welcher Gelegenheit ihr euch kennengekernt habt und wann du wusstest, du würdest ihn heiraten?

    SABRINA QUNAJ:
    Das war eigentlich ganz lustig: Ich verfolgte heimlich meine große Schwester, die sich mit ein paar Freunden traf – natürlich wollte sie mich nicht dabeihaben, aber wie kleine, nervige Schwestern nun einmal sind, gab ich nicht viel auf ihr Verbot. Mein Mann, drei Jahre älter, war unter diesen Freunden, auch wenn ich ihn kaum bemerkte. Er hatte aber mich bemerkt und so nahm alles seinen Lauf. Ich war anfangs nicht so interessiert, aber mein Mann kann sehr hartnäckig sein, wenn er will, und irgendwann gab ich nach :-) Als ich mich endlich mal entschieden hatte, war ich mir dann auch sehr sicher und wir machten eigentlich sehr früh Zukunftspläne. Verlobt waren wir bereits, als ich noch zur Schule ging.

    AVELEEN AVIDE:
    Du liebst kochen und backen und von deinem 1. Gehalt hast du dir ein Pferd gekauft. Was ist es für ein und warum dieses Pferd?

    SABRINA QUNAJ:
    Leider musste ich mein Pferd während meiner 1. Schwangerschaft verkaufen. Ich hatte eine sehr schwierige Schwangerschaft und konnte mich kaum noch um meinen „Stormi“ kümmern. Er war/ist ein ausrangiertes Rennpferd – ein Traber und er war einfach nur klasse. Ich hätte einen Mitreiter suchen können oder eine ähnliche Lösung, doch ich wollte mich nicht nur sporadisch um ihn kümmern und zusehen, wie unsere besondere Beziehung von mal zu mal schwächer wird und er mich am Ende gar nicht mehr wiedererkennt. Ich entschied mich für einen klaren Schnitt, denn ich mag halbe Sachen einfach nicht. Er sollte ein neues Zuhause bekommen, eine neue Bezugsperson, die ganz und gar für ihn da ist und nicht nur halb, so wie es in meinem Fall gewesen wäre.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    SABRINA QUNAJ:
    Natürlich sind Schreiben und Lesen meine größten Leidenschaften und neben der Familie und dem Haushalt bleibt nicht viel Zeit für anderes. Ich liebe auch Fernsehserien und gebe immer viel zu viel Geld aus, um mir Staffeln voll Suchtmaterial zu kaufen. Leider muss ich gestehen, dass ich ein absoluter Sportmuffel bin, auch wenn das nicht immer so war. Bis auf das Tanzen mit den Kindern beim Kochen und Putzen und Spaziergänge bewege ich mich leider viel zu wenig. Ich habe aber immer den festen Vorsatz, dies zu ändern. Bestimmt werde ich, wenn die Kinder etwas größer sind, auch wieder zu den Pferden zurückkehren.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    SABRINA QUNAJ:
    Um ehrlich zu sein, verreise ich überhaupt nicht gerne. Ich mochte es schon als Kind nicht und Klassenfahrten waren der reinste Horror für mich. Jetzt, da wir in unserem neuen Haus wohnen, mit einem Garten, der einfach alles zu bieten hat, das sich das Urlauberherz wünscht, erlischt das Fernweh vollkommen. Einzig nach Großbritannien würde es mich ziehen, um die ganzen Orte meiner historischen Romane (noch nicht erschienen) zu besuchen. Vermutlich werde ich mich nächstes Jahr aufraffen und nach Wales reisen. So eine Recherchereise kann mich schon begeistern, aber um mich am Pool in der Sonne braten zu lassen bin ich einfach nicht geschaffen – nicht nur wegen meiner hellen Haut :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    SABRINA QUNAJ:
    Im Moment lese ich gerade ein paar englische young adult Romane, weil ich mit meinen eigenen Büchern sehr eingespannt bin und da lieber leichte Kost zwischendurch lese. Liebesromane gehen bei mir immer, aber ich mag natürlich auch Fantasy und historische Romane. Eigentlich lese ich alles bis auf Krimis und Thriller.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie viele Manuskripte musstest du versenden, bis dein erstes Buch bei einem Verlag angenommen wurde? Wie war der Vorgang und wie kam es dann letztendlich zur Veröffentlichung?

    SABRINA QUNAJ:
    Eines :-) „Elfenmagie“ war der erste Roman, den ich je geschrieben habe. Mit dem habe ich mich bei einer Literaturagentur beworben, ich wurde genommen und kurz darauf folgte ein Verlagsvertrag – genauso für „Teufelsherz“, das ich parallel zu „Elfenmagie“ geschrieben habe. Die beiden Manuskripte wurden gleichzeitig von meinem Agenten angeboten und ich hatte das Glück, dass sich für beide ein Verlag fand, der sich dafür begeistern konnte. Beide Verlage kauften auch gleich den jeweils zweiten Band und so hatte ich meinen Fuß in der Tür.

    Hinterher klingt das alles so einfach, aber natürlich war es das nicht. Die Arbeit an den Manuskripten war eine Sache, aber natürlich habe ich mich auch ausgiebig über die Verlags- und Buchwelt informiert, habe Interviews von Agenten und Lektoren gelesen, genauso von anderen Autoren. Ich habe einfach alles studiert, das mir einen Hinweis darauf gab, wie ich mich und mein Buch bei einer Agentur am besten präsentieren kann und es hat sich gelohnt.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    SABRINA QUNAJ:
    Diese Frage wurde mir schon häufiger gestellt und ich muss sie jedes Mal gleich beantworten: Schreiben ist für mich Freiheit. Die Freiheit, hinzugehen, wohin ich will, zu sein, wer ich sein möchte und vor allem auch die Freiheit, um meinen Tagesablauf ganz nach den Kindern zu richten und von keinen Bürozeiten eingeschränkt zu werden.

    Cover Teufelsherz

    SABRINA QUNAJ: In „Teufelsherz“ geht es lt. Amazon.de um:
    »Tagsüber werde ich noch wahnsinnig«, murmelte er und legte seine Wange an ihren Scheitel. »Es macht mich wahnsinnig in deiner Nähe und doch so weit von dir entfernt zu sein.« Die 17-jährige Emily wird dem Schutzengel Damian anvertraut. Doch Damian bricht die Regeln, um sie zu schützen, und fühlt sich immer mehr zu ihr hingezogen. Deshalb dringt er fast jede Nacht in ihre Träume ein - und schon bald empfindet Emily die Tage ohne ihn als lang und einsam. Aber ist Damian wirklich der, für den sie ihn hält? Als Emily die Wahrheit erfährt, bricht für sie eine Welt zusammen. Kann sie seine finsteren Pläne verhindern?

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Teufelsherz

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Teufelsherz“?

    SABRINA QUNAJ:
    Am Anfang stand die Idee, eine Liebesgeschichte zu erzählen, die nur in Träumen stattfinden kann. Als Kind liebte ich das Märchen „Prinzessin Alisea“, in dem sich der Prinz und die Prinzessin in ihren Träumen treffen. Da ich bereits an „Elfenmagie“ – High Fantasy - schrieb, aber immer schon einen Jugendroman in der realen Welt schreiben wollte, flocht ich die Idee ins Leben eines normalen Teenagers ein. Ich überlegte, wer die Möglichkeit hätte, sich mit meiner Protagonistin in Träumen zu treffen und so kam die Idee von Schutzengeln.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Teufelsherz“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    SABRINA QUNAJ:
    Eigentlich hielt sich die Recherche für diesen Roman im Vergleich zur High Fantasy (mittelalterliches Setting) und vor allem im Vergleich zu den historischen Romanen sehr in Grenzen. Ich las mich aber natürlich durch alles, was ich über Engel, Gott, den Teufel usw. finden konnte, genauso tauchte ich in die griechische Mythologie ein.

    In „Teufelsherz“ hatte ich beschrieben, wie der Teufel besiegt werden kann, was meiner Fantasie entsprungen war, aber dann stieß ich durch Zufall auf eine Bibelstelle, in der stand, wie Luzifer getötet werden kann. Das war ein Highlight für mich, besonders, weil es so gut zur Geschichte passte, und beim Lektorat änderte ich es noch schnell im Manuskript.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Teufelsherz“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Teufelsherz“ geben?

    SABRINA QUNAJ:
    Wie oben beschrieben, stand die Traum-Liebesgeschichte ganz am Anfang, gefolgt von meinen Protagonisten, ihrem Leben, ihrer Vergangenheit, ihrer Gegenwart, ihrem Umfeld. Eine bestimmte Szene zwischen Emily und Damian, die einen Sprung von einer Klippe beinhaltet, hatte ich ganz am Anfang im Kopf, während ich das Ende eher auf mich zukommen ließ und lange Zeit nicht wusste, wohin mich das Ganze führt.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    SABRINA QUNAJ:
    Ich habe mir sagen lassen, dass meine Charaktere meine Stärke sind und ich empfinde es genauso. Bei mir entstehen Geschichten immer zuerst durch Persönlichkeiten, meine Protagonisten finden mich, und alles Drumherum entwickelt sich erst langsam. Daher liebe ich es natürlich, Dialoge zu schreiben, denn dabei kann man den Charakteren getrost die Zügel überlassen und staunend zusehen, was sie von sich geben. Ich hasse aber Umgebungsbeschreibungen. Sie sind eine Qual für mich und meist schreibe ich in der Rohfassung nur das nötigste und konzentriere mich auf meine Charaktere und ihre Entwicklung, und später beim Überarbeiten gebe ich der Umgebung dann etwas mehr Fülle. Dreidimensionale Charaktere und ihre Lebendigkeit werden mir aber immer wichtiger sein, als eine farbenfrohe Kulisse.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    SABRINA QUNAJ:
    Ich habe keine Ahnung. Glück? Gespür? Ich bin eine absolute „Bauchschreiberin“ und plotte nur das Nötigste. Bei mir ist fast nichts geplant und daher wäre ich prädestiniert, mich irgendwie zu verzetteln. Seltsamerweise ist mir das bisher noch nie passiert – es sei denn, ich lasse bewusst lose Fäden übrig, um auf einen weiteren Band neugierig zu machen. Daher kann ich leider nicht mit „genaue Planung“ antworten, denn Chaos ist mein Gebieter.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonistin Emely heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    SABRINA QUNAJ:
    Rückwirkend lässt sich das immer sehr schwer sagen. Ich hatte eine bestimmte Atmosphäre im Kopf, ein melancholisches Gefühl. Die ganze Geschichte kam mir eher düster vor und ich hatte Emily immer als gebrochenes Mädchen vor mir. Gleichzeitig hatte ich aber auch von Anfang an ihre wunderbaren Eltern im Kopf, daher konnte ihre depressive Stimmung nicht von da kommen. Ich machte mich auf die Suche nach der Ursache für diese Melancholie und als ich beim Musikhören ihren Freund Will kennenlernte, nahm die Sache Farbe an.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    SABRINA QUNAJ:
    Bei meinen ersten Büchern („Elfenmagie“ und „Teufelsherz“) schrieb ich mit einer wagen Idee drauflos, wusste nichts von Verlagen, von Exposés usw. und setzte mich einfach hin, um in die Tasten zu hauen. Mittlerweile kommt das Exposé aber meistens zuerst und damit die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte. Bei den historischen Romanen muss natürlich die Recherche so gut wie abgeschlossen sein, ehe ich mit dem Schreiben beginne, auch wenn ich nebenher natürlich immer weiterrecherchiere. Es kommt einfach sehr stark aufs Genre drauf an und auch, ob ich für das Projekt bereits einen Vertrag habe, oder ob ich einfach etwas für mich beginne und sehe, wohin es mich führt.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    SABRINA QUNAJ:
    Eigentlich arbeite ich jeden Tag an einem Roman. Wenn ich nicht schreibe, überarbeite ich oder recherchiere und den übrigen Tag begleiten mich meine Geschichten im Kopf. Im Grunde aber habe ich einen ganz normalen Tagesablauf, der sich nach den Kindern richtet. Meine Tochter kommt jetzt in den Kindergarten, bisher war ich also mit beiden Kindern zu Hause und meine Arbeitszeiten fielen auf das Mittagsschläfchen meines Sohnes und auf abends, wenn beide Kinder im Bett sind. Manchmal übernimmt aber auch mein Mann die Kinder für einen Nachmittag und in diesen Stunden schaffe ich meist sehr viel.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    SABRINA QUNAJ:
    Mit dem Laptop auf dem Schoß auf der Couch. Eigentlich schreibe ich nur da. Einen Schreibtisch habe ich gar nicht :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    SABRINA QUNAJ:
    Ich höre fast immer Musik. Während dem Spazierengehen oder beim Putzen, Kochen oder Träumen höre ich buntgemischte Songs, bei denen die Bilder unterschiedlichster Szenen vor meinem geistigen Auge ablaufen. Ich finde Lösungen zu Problemen, erkenne neue Wege, lerne meine Charaktere noch besser kennen, verschaffe ihnen Tiefe. Beim Schreiben selbst lenken mich solche Songs aber zu sehr ab und da höre ich lieber Instrumentalmusik, die mich in die richtige Stimmung versetzt - meist Filmsoundtracks. Auch habe ich für all meine Bücher eine eigene Playlist, also die Songs, zu denen ich die Geschichte entwickelte und zu denen ich geschrieben habe.

    AVELEEN AVIDE:
    Du wirst von einer Agentur vertreten. Was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    SABRINA QUNAJ:
    Naja, zum einen ist der wohl entscheidendste Vorteil, dass eine Agentur die Tür zu den großen Publikumsverlagen öffnen kann. Wie ich in verschiedenen Lektoren-Interviews gelesen habe, geht es ohne Agentur in der Regel meist gar nicht mehr.

    Zum anderen ist es für mich sehr wichtig, jemanden an meiner Seite zu haben, der meine Interessen vertritt. Ich kann nicht verhandeln und ich würde mir wohl auch alles gefallen lassen, weil ich nicht so gut darin bin, auf den Tisch zu hauen. Mit einer Agentur habe ich jemanden, der, wenn’s Probleme gibt, für mich interveniert und das ist mir schon sehr wichtig. Mit dem Verlag arbeite ich also nur an den „netten“ Dingen, also an denen, die meinen Text betreffen – Lektorat usw. Alles Geschäftliche, die Geldangelegenheiten, Verträge, Problembeseitigung, ... läuft über die Agentur.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    SABRINA QUNAJ:
    Gerade habe ich den dritten Elfenband fertiggestellt und abgeschickt, jetzt geht es für mich mit meinem nächsten historischen Roman weiter. Da aber noch nicht einmal der erste erschienen ist (der kommt im Sommer 2014 bei Goldmann heraus), kann ich leider noch nichts darüber sagen.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    SABRINA QUNAJ:
    Gebt nicht auf!

    AVELEEN AVIDE:
    Sabrina, vielen Dank für das Interview.

    Kommenden Freitag stelle ich ein Interview mit Andrea Bielfeldt online.

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    Verena Sp. hat mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet und sie hat „Teufelsherz“ gewonnen: Wie hieß das Pferd von Sabrina Qunaj?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ménage à trois, das sind Ivy Paul, Vivian Hall und Aveleen Avide, also ich. :-) Gemeinsam lesen wir am 08.09.2013 um 15.30 Uhr lesen in der
    Café Lounge Jasmin
    Alt Fechenheim 94
    60386 Frankfurt

    Aveleen Avide - Foto Behrbohm,Augsburt

    Wir freuen uns auf euch. :-)

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

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    Ich konnte die Booklover Conference schon gar nicht mehr erwarten und vor allem konnte ich es nicht mehr abwarten, meine tollen Autorenkolleginnen zu treffen. Und ich habe es gemacht, wie man es als Kind macht, ich habe die Tage abgezählt. Noch 10 Nächte, noch 9 Nächte usw. Bis es endlich so weit war!

    Ich habe mich auf die Kolleginnen gefreut, die ich schon die Jahre vorher kennenlernen durfte und auch auf Inka Loreen Minden und Astrid Martini, die ich beide noch nie persönlich gesehen hatte. Obwohl Inka Loreen in meiner Nähe wohnt, haben wir es tatsächlich noch nie geschafft uns persönlich zu treffen. Ich fand es grandios diesen zwei großen Autorinnen endlich mal persönlich gegenüberzustehen.

    Ivy Paul und ich fuhren gemeinsam im Auto nach Oppenheim und es hat total Spaß gemacht, obwohl wir wie immer länger fuhren als die anderen, die aus München anreisten. :-) Und hinzu kam noch, dass meine iPhone-Tussi (Navi) rechts sagte, der Pfeil jedoch nach Links zeigte oder umgekehrt. Ich scherzte noch, die Tussi ist weiblich und sie hat wohl eine rechts-links-Schwäche so wie ich, am Besten wir fahren dahin, wo der Pfeil hinzeigt. Und richtig war’s ... Aber ein Stau von 10 km zwang uns zur Landstraße und so waren wir halt 7 lustige Stunden unterwegs.

    Wie immer gab es ein großes Hallo und nachdem einige einen Rundgang durch Oppenheim starteten, machte ich es mir mit einigen Kolleginnen im Garten des Hotels gemütlich. Anschließend gingen wir zur Weinprobe im Weingut Dahlem. Nach 22 Uhr gingen wir zurück zum Hotel und setzten uns in den Garten. Von meinem Vater habe ich gutes Sitzfleisch geerbt. Sprich ich war mit Astrid Martini bis 2 Uhr am gackern und wenn mir die Müdigkeit nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, wären wir sicher noch länger auf geblieben.

    Alle Videos gibt es – wahrscheinlich – bis zum Ende der Woche auch bei André Wieslers youtube-Kanal
    Kanal:

    Und wer ihn auf seiner Homepage besuchen möchte, einfach auf Homepage klicken.

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    Der nächste Tag, also der 07.09.2013, stand ganz im Zeichen der Fachvorträge.

    Den Anfang machte Lars Schultze-Kossack zum Thema E-Books.

    Das Video hat André Wiesler gedreht, geschnitten und online gestellt.

    Inka Loreen Minden war völlig zu Unrecht nervös vor ihrem ersten Vortrag. Das Thema Indie oder Verlag war superspannend und sehr kurzweilig. Dein erstes Mal war große Klasse!

    image

    Foto: © Aveleen Avide

    Video von Inka Loreen Minden zum Thema Indie versus Verlag:

    Foto: © Aveleen Avide

    Julia Weisenberger, Buchhändlerin, Bloggerin und leidenschafltiche Leserin. Sie liebt ihren Beruf und spricht – genau wie leztes Jahr beim Thema Manga – mit Leidenschaft.

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    Foto: © Aveleen Avide

    Andrea Gunschera sprach über die künftigen Innovationsträger im Buchmarkt.

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    Foto: © Aveleen Avide

    Das Video hat André Wiesler gedreht, geschnitten und online gestellt:

    In der Mittagspause hatte ich Zeit Fotos zu schießen und mit meinen Kolleginnen zu plaudern und viel zu schnell ging die Pause vorbei. Aber es warteten ja noch spannende Vorträge auf uns.

    Aveleen Avide und Astrid Martini

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    Foto: © Aveleen Avide

    Inka Loreen Minden, Ivy Paul und Vivian Hall

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    Foto: © Aveleen Avide

    Kat Marcuse und Aveleen Avide

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    Foto: © Aveleen Avide

    Linda K. Heyden, Aveleen Avide und Swantje Berndt

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    Foto: © Aveleen Avide

    Andreas Kaspar (CounterFights Anti-Piracy):
    E-Book-Piraterie - riesiger Umsatzverlust oder doch Werbeeffekt? Leider habe ich vergessen ein Foto zu machen und damit die Piraten nicht von meinem Video lernen, habe ich natürlich auch nicht mitfilmen dürfen. Ich kann nur so viel sagen, für uns Autoren war es ein erhellender Vortrag.

    André Wiesler sprang für einen ausgefallenen Vortrag ein und brachte uns das Thema Prokrastination näher. Und für alle die nicht wissen, was zur Hölle das nun wohl ist ... Wenn alles andere scheinbar wichtiger ist für einen Autor, anstatt zu schreiben. Man könnte natürlich auch sagen, man drückt sich vom Schreiben. ;-) Aber das macht doch niiiiemand von uns. ;-)

    Für das Foto stand André zu sehr im Licht. Aber er war mitten im Vortrag, da wollte ich ihn nicht bitten, für ein Foto aus dem Licht zu gehen. :-)

    image

    Foto: © Aveleen Avide

    André Wiesler hält den Vortrag (da er im direkten Licht stand, ist er „nur“ als Scherenschnitt zu sehen). ;-)

    Lars Schultze-Kossack hielt einen Vortrag zu Filmrechten.

    image

    Foto: © Aveleen Avide

    Bei ihm drehte sich alles um Filmrechte. Dieses Video soll ich Ende des Jahres wieder rausnehmen, also jetzt ansehen, später könnte es zu spät sein. ;-)

    André Wiesler hat bereits die längere Version online gestellt:

    Andrea Gunschera hielt zum Abschluss noch einen Vortrag zum Thema Covergestaltung und wie das geht, gibt’s im Video.

    Astrid Martini, Linda Mignani, Linda K. Heyden, Aveleen Avide und Swantje Berndt

    image

    Foto: © Aveleen Avide

    Alana Falk

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    Foto: © Aveleen Avide

    Bei André Wieslers Comedy spiegelte sich der Lichterkreis hinter ihm außerhalb des Fensters und das faszinierte mich, lenkte mich aber natürlich nicht von Andrés gigantisch lustigen Thema „Sex“ ab.

    Unbenannt

    Foto: © Aveleen Avide

    Nach einer Pause, die ich mit einigen anderen im Garten verbrachte, gingen wir um 20:00 Uhr zum Abendessen, das uns André Wiesler versüßte. Oder sollte ich sagen, er zeigte uns Erotikautorinnen wo der Hammer hängt. Auf jeden Fall wurde es so humorig, dass ich schon Angst hatte, vor lauter Lachen am Essen zu ersticken. Wobei dieser Part wohl eher Astrid Martini zusteht. Ihr Lachen ist so dermaßen ansteckend, dass André seine Comedy unterbrach, um dem Lachen Raum zu geben. Danke, für deine zusätzliche Einlage. :-)

    André Wiesler

    Unbenannt

    Wieder unterhielten wir uns im Garten, oder besser noch, wir lachten ohne Ende. :-) So kann ich meine Bauchmuskeln auch ohne Sport trainieren. :-)

    --------------------------------------------------------------------
    Sonntag, 08.09.2013

    Alles hat einmal ein Ende ... Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist ... Angela, da fällt mir ein, du musst einfach weitermachen! Du kannst mir meine einzige jährliche „Droge“ nicht nehmen. ;-)

    Am Sonntag war ich dementsprechend müde und ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich diesen Tag mit bestimmt 16 Stunden auf sein werde.

    Bei unserem Frühstück am letzten Tag ist es ein wenig wie bei dem Kinderlied mit den zehn nackten … (tja, leider darf man das Wort nicht mehr aussprechen, also wirkt der ganze Text nicht). Aber auf jeden Fall geht erst einer, dann noch einer und zum Schluss bleibt niemand mehr übrig. :-(

    Vivian Hall, ich und Ivy Paul machten uns auf nach Frankfurt zur Café Lounge Jasmin in Neu-Fechenheim.

    Unbenannt

    Foto: © Aveleen Avide

    Aber über unsere Lesung als Ménage à trois erzähle ich ein anderes Mal. Jetzt bin ich unendlich müde.

    Fazit: Die Booklover Conference ist für ich jedes Jahr ein tolles Ereignis, bei dem man viele Kolleginnen persönlich trifft und es doch klein genug ist, damit man mit jedem plaudern kann.

    Und was noch hinzukommt: Bei der BLC hole ich mir meine Dosis lachen. Nicht, dass ich sonst nicht lachen würde, aber hier heißt es ein ganzes Wochenende lachen. Bis die Bauchmuskeln um Gnade flehten. Völlig vergeblich, versteht sich.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Andrea Bielfeldt tobt sich im Winter gern mit einer Häkelnadel und einem Haufen Wolle aus und in der Natur lässt sie sich den Kopf freiwehen.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Im Bann der Ringe“
    gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Andrea Bielfeldt Copyright Chiara Goldmann

    Foto: © Chiara Goldmann

    Andtea Bielfeldt ist Autorin.

    Andrea Bielfeldt wurde am 29. Januar 1973 in Hannover geboren. Sie hat einen Traummann und 2 Jungs und einen Hund. Sie leben in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein. Traummann: Wo gefunden?

    ANDREA BIELFELDT:
    Mein Mann und ich kennen uns schon seit der Schulzeit, hatten aber nie wirklich etwas miteinander zu tun. In dem Alter sind 3 Jahre Altersunterschied ja noch Welten und es hat einfach nicht gepaßt :-) Und als wir uns dann – Jaaaaahre später - wiedergetroffen hatten … Naja, da war die Zeit wohl reif für uns :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Darf ich fragen, wie alt deine Jungs sind?

    ANDREA BIELFELDT:
    Klar darfst du :-) Der Große ist gerade zwölf geworden und der Kleine wird im September acht Jahre alt. Es steht also wieder ein Kindergeburtstag ins Haus :-)
    Es ist so spannend zu sehen, wie sie sich entwickeln. Erst leben sie in ihrer eigenen Fantasiewelt und nun sind sie irgendwie schon auf dem Weg erwachsen zu werden. Auch wenn sie schon eigenständig sind und es wirklich den Alltag erleichtert, hoffe ich, dass das noch ein paar Jahre dauert.

    Der Große kommt nun in die Pubertät und wird cool ;) Das ist schon manchmal ganz schön anstrengend und verlangt einem als Elternteil vor allem eins ab: Geduld ;)

    Witzig finde ich, dass auch der Große schon immer gerne gelesen hat und teils auch kleine Geschichten schreibt :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Deine Lesung fand bei deiner Chefin im Salon Frahm in Fockbek statt. Heißt das, du arbeitest als Friseurin?

    ANDREA BIELFELDT:
    Jein :-) Ich arbeite als „Beauty Assistentin“, d.h. ich bin für die kleine kosmetischen Wünsche unserer Kunden zuständig. Kleine Behandlungen am Stuhl, Massagen, Maniküren, etc.
    Ich mag es, mich um die Kunden zu kümmern und sie zu verwöhnen. Sie sollen sich wohl fühlen. Dafür bin ich da.

    AVELEEN AVIDE:
    Deine Geschichte "Nummer 1807" wurde im November 2011 aus 400 Einsendungen bei triboox.de ausgewählt und wurde somit in einer Anthologie abgedruckt. War das der Einstieg zum Schreiben?

    ANDREA BIELFELDT:

    Das stimmt so nicht. Die Geschichte wurde zwar eingereicht und von den Lesern unter über 400 Einsendern auch auf den 22-sten Platz gewählt, aber für das Treppchen der Anthologie hat es nicht gereicht.
    Dafür aber kam danach eine Redakteurin von triboox auf mich zu, weil sie eine meiner anderen Geschichten auf der Plattform gelesen und für gut befunden hatte. So kamen wir ins Gespräch, ich erzählte von meinem „großen“ Projekt und dann schickte ich ihr den ersten Teil meiner Trilogie. In Rohfassung wohlgemerkt, d.h. außer mir und meiner Freundin hat das Skript niemand gegengelesen.

    Nach acht endlosen Wochen des Wartens bekam ich dann Post von triboox. Sie waren an meiner Geschichte interessiert und wollten sie gerne ins Verlagsprogramm aufnehmen. So kam alles ins Rollen.

    Ich unterschrieb einige Wochen später den Verlagsvertrag direkt vor Ort und dann ging meine Geschichte ins Lektorat. Damit begann eine wirklich aufregende Zeit, in der ich wahnsinnig viel gelernt habe. An dieser Stelle möchte ich gerne einen Gruß an Dorothea schicken, die mich in dieser Zeit unter ihre Fittiche genommen und mir viel beigebracht hat. :-)

    Leider hat es dann mit triboox doch nicht geklappt, weil das Programm, was die Plattform auf die Beine stellen wollte, nicht zustande kam.

    Verlorene Zeit war es für mich aber trotzdem nicht. Ich habe viel gelernt und viel mitgenommen in der Zeit und bin heute noch dankbar, diesen (Um-)weg gegangen zu sein.

    AVELEEN AVIDE:
    Dein Armbruch, was hatte der mit dem Schreiben zu tun?

    ANDREA BIELFELDT:

    Haha … ja, der hatte tatsächlich ganz viel mit dem Schreiben zu tun, auch wenn man das gar nicht denken mag.

    Als ich mir am 01.11.2012 den rechten Ellenbogen brach, hatte ich gerade die Vertragsauflösung von triboox bekommen. Tja, nun stand ich da, mit einem fertig lektorierten Skript, dem Wunsch der Veröffentlichung und einem gebrochenen Arm. Was also tun?
    Erst mal den Kopf anstrengen, denn schreiben ging ja nicht.
    Also habe ich mir überlegt, was ich will. Ich hatte zwei Möglichkeiten: Entweder fragte ich mit dem Skript nun bei Agenten an, die mich dann evtl. an einen Verlag vermitteln konnten oder ich machte alles selbst.

    Über meine damalige Lektorin, mit der ich immer noch ein sehr gutes Verhältnis habe, erfuhr ich, dass die Agenten und Verlage gerade andere Genres suchten, als das, an dem ich schrieb. Daher entschied ich mich für Möglichkeit zwei: Ich informierte mich über das Selfpublishing, sprich, das selbst Veröffentlichen, und überlegte mir einen Schlachtplan.

    Dann ging alles recht schnell. Ich hatte super Hilfe von netten Autorenkollegen, die mir auf dem Gebiet mit Rat und Tat zur Seite standen (Formatierung, Cover, Titel, Klappentext, etc.) und als das alles in trockenen Tüchern war, ging es auch ganz schnell.

    Am 06.Dezember 2012, also gut einen Monat danach, brachte ich mein erstes Buch auf den Markt. Als E-Book und Taschenbuch.
    Und wieder einen, na gut, eineinhalb Monate später, kam ich mit Karsten Sturm, dem Chef der Chichili Agency, ins Gespräch. Seitdem bin ich dort mit meinem Buch unter Verlagsvertrag und fühle mich sehr wohl dort.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    ANDREA BIELFELDT:

    Da ich niemand bin, der sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen muss, bevorzuge ich eher die nördlichen Länder. Wir sind in den letzten Jahren oft in Dänemark gewesen. Da es von uns nur ein Katzensprung dorthin ist, da wir fast an der Grenze leben hier oben, bietet sich ein Urlaub dort einfach an.

    Und außerdem mag ich das Land und die Leute einfach gerne. Es ist so … einfach und natürlich. Dort ist viel Natur, man kann sich den Kopf freiwehen lassen bei einem Spaziergang am Strand oder Action erleben bei einer der vielen Angebote dort.
    Fussball, golfen und Segway fahren habe ich in Dänemark kennengelernt.

    Diesen Herbst werden wir allerdings nicht in den Urlaub fahren, da ich das erste Mal die Frankfurter Buchmesse besuchen werde. Ich freue mich schon riesig darauf und wer Lust hat, mich dort zu treffen, der schreibt mich bitte über eine meiner Seiten an!
    Der nächste Familienurlaub wird nun aber erst mal ein paar Jährchen dauern, denn wir haben vor, meine Familie in Australien zu besuchen. Und dafür muss ich noch ein paar Bücher mehr verkaufen ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    ANDREA BIELFELDT:
    Ich lese seit ich denken kann. Das war schon immer meine größte Leidenschaft und wird es vermutlich auch immer bleiben. Gleichauf steht natürlich das Schreiben. Ich glaube, dass beides auch unwiderruflich miteinander verknüpft ist. Durch das Lesen reichert man seine eigene Fantasie an.
    Außerdem gehe ich gerne Powerwalken. Das macht den Kopf frei :-) Radfahren, Laufen, Inlinern – alles gerne in Maßen :-) Aber eine Sportskanone bin ich deswegen nicht ;)

    Im Winter greife ich gerne zur Häkelnadel und tobe mich an einem Haufen Wolle aus. Ach, irgendwas gibt es immer. Ich lasse mich schnell für verschiedene Dinge begeistern, verliere aber auch genauso schnell wieder die Lust daran, wenn es nicht das Richtige ist. Das ist mir beim Schreiben glücklicherweise noch nicht passiert ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    ANDREA BIELFELDT:

    Als hätte ich es geahnt – gerade am Freitag war ich mit meinen Jungs in der Bücherei (sie sind auch solche Leseratten) und dort habe ich mir zwei Bücher mitgenommen. „NUMBERS“ Teil 2+3 von Rachel Ward. Den ersten Teil habe ich letztes Jahr gelesen und er hat mich fasziniert. Den zweiten Teil habe ich nun zur Hälfte durch und er ist genauso spannend.

    Leider komme ich zur Zeit echt wenig zum Lesen, was mir wirklich fehlt. Aber wenn ich den Kopf voll habe, dann kann ich mich nicht auf eine andere Geschichte einlassen.

    Ansonsten lese ich gerne Jugendbücher, Fantasy und auch Thriller, bin aber mittlerweile völlig flexibel. Durch das Schreiben habe ich viele Autoren kennengelernt, die in verschiedenen Genres schreiben und habe auch bereits das ein oder andere Buch gelesen, daher – der Klappentext muss mich überzeugen und die Laune muss stimmen, dann lese ich eigentlich alles, was Buchstaben und eine Seele besitzt.

    AVELEEN AVIDE:
    Du bist bei Chichili Agency. Wie funktioniert es dort mit den gedruckten Büchern. Denn normalerweise machen die dich e-books?

    ANDREA BIELFELDT:
    Genau. Chichili ist ein reiner E-Book Verlag. Daher läuft mein Vertrag mit der Agentur auch nur für das E-Book. Das Taschenbuch vertreibe ich selbst. Zur Zeit nur über Amazon, CreateSpace ist der Druckdienstleister und damit geht es sehr unkompliziert und schnell.
    Doch mein Wunsch ist es, dass mein Buch auch über den normalen Buchhandel bestellbar ist, zumal ich tatsächlich schon Anfragen von Buchläden bekommen habe. Daher … bald geht es über einen Dienstleister auch in den Buchhandel :-)
    Wenn es soweit ist, erfahrt ihr das auf meiner Homepage oder auf meiner Facebook Autorenseite oder über Twitter. :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    ANDREA BIELFELDT:
    Emotionen. Leidenschaft. Liebe.
    Scheiben ist für mich ein Weg, all das rauszulassen, was sich in meinem Kopf angesammelt hat. Ich brauche das Schreiben, sonst würde ich platzen.

    Cover Im Bann der Ringe

    In „Im Bann der Ringe“ geht es lt. Amazon.de um:
    Neuauflage des Titels NILAMRUT - Im Bann der Ringe: Catherine ist eine ganz normale Jugendliche - das denkt sie zumindest, bis sie Nacht für Nacht aus demselben Traum hochschreckt: Sie sieht Feuer, und einen Jungen mit dunklen Augen. Als sie eines Tages in eben diese Augen blickt, ahnt sie, dass die Träume nur der Vorbote einer schicksalhaften Begegnung waren. Ihr Leitsatz ‚Es gibt keine Zufälle‘ scheint sich zu bewahrheiten, als der Edelstein ihres Familienringes mit Hitze auf das Zusammentreffen reagiert. Catherine findet sich schneller als ihr lieb ist inmitten eines dunklen Geheimnisses wieder, indem sowohl ihr Ring, als auch der mysteriöse Ric eine tragende Rolle spielen. Ihr gemeinsamer Weg führt weit zurück in die Vergangenheit, in der sich der Ursprung von allem befindet: das Nilamrut …

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Im Bann der Ringe

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Im Bann der Ringe“?

    ANDREA BIELFELDT:

    Die Idee zu der Geschichte rund um Cat und ihre Freunde kam mir beim Wäsche zusammenlegen. Kein Witz!

    Ich saß am Nachmittag irgendwann auf dem Bett und legte die Wäsche zusammen und da hatte ich sowas wie einen Film vor Augen ablaufen. Ich sah ein Mädchen mit roten Haaren und grünen Augen im Feuer stehen.
    Am selben Abend setzte ich mich dann an meinen Uralt-PC und tippte drauf los.

    Es hat sich vieles der ursprünglichen Idee geändert und es ist vieles dazugekommen und auch vieles rausgeflogen. Im Lektorat haben wir sogar ein ganzes Kapitel rausgestrichen … das kostete anfangs schon Überwindung, aber letztendlich hat es die Geschichte besser gemacht.

    An der Geschichte an sich habe ich gute vier Jahre lang geschrieben und ganz fertig bin ich immer noch nicht, denn irgendwas fällt mir immer ein, was unbedingt noch in den dritten Teil mit eingebaut werden muss. :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Im Bann der Ringe“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    ANDREA BIELFELDT:

    Oh ja, ich musste sehr viel recherchieren. Da die ganze Story in Amerika, in meinem Lieblingsstaat Maine, spielt, war ich froh, dass es das Internet gibt :-)

    Egal ob es sich um die Kaffeesorte handelte, die dort vorwiegend getrunken wird, oder das Schulsystem oder auch die Einkaufsgewohnheiten der Amerikaner – ich habe versucht, mich überall in jedes Thema reinzulesen, habe mich in einem Amerikaforum angemeldet und verschiedene Bücher über Maine gelesen.

    Da mein Mann vor Jahren oft in den USA und in Kanada war, war er mir eine große Hilfe dabei. Und seine Bücher die er von dort mitgebracht hatte sowieso.
    Was mich besonders beschäftigt hat, ist die Geschichte eines bestimmten Leuchtturms an der Küste Mains. Was es damit aber genau auf sich hat, werdet ihr in Teil zwei „Das Blut des Mondes“ lesen können.

    Aber das mir nun außergewöhnliche Dinge bei der Recherche passiert sind, kann ich nicht sagen. Das wäre sicher anders gewesen, wäre ich direkt vor Ort gewesen :-) Und genau das ist mein Traum: Ich möchte in ein paar Jahren direkt an den Ort des Geschehens reisen – nach Eastport – und dort den ersten Sonnenaufgang in ganz Amerika live erleben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Im Bann der Ringe“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Im Bann der Ringe“ geben?

    ANDREA BIELFELDT:
    Insgesamt habe ich gute vier Jahre an der Geschichte geschrieben, die ja über drei Teile geht.
    Der Plot hat sich in dieser Zeit so oft geändert, dass von der Ursprungsidee nicht mehr viel übriggeblieben ist.

    Die erste Überlegung zum Plot war eben die schon angesprochene „Vision“, die ich hatte von dem Mädchen im Feuer. Gleichzeitig hatte ich Worte dazu im Ohr, die sich anhörten wie ein Fluch. Und das ist eben der Fluch, um den es im ersten Teil geht.

    Die Frage war: wie passt ein Fluch in das heutige Jahrhundert? Richtig. Gar nicht. Und das war der Knackpunkt. Ich musste einen Weg finden, alt und neu miteinander zu verbinden. Und das nach Möglichkeit auch noch logisch und nachvollziehbar.

    Ich habe Wochen damit verbracht, mir eine plausible Vorgeschichte auszudenken, auf der die ganze Geschichte aufbaut. Logisch und nachvollziehbar. Das war wirklich nicht einfach, hat aber unglaublich Spaß gemacht. Und diese Vorgeschichte gilt es nun in den drei Teilen nach und nach ans Licht zu bringen :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    ANDREA BIELFELDT:

    Sagen wir mal so – es gibt Tage, da stehe ich morgens auf und merke gleich: heute geht nichts. Da brauche ich mich gar nicht an die Tastatur zu setzen – es würde eh nichts brauchbares dabei herauskommen. Doch dann wiederum gibt es Tage, da kribbelt es noch vor dem ersten Kaffee in den Fingerspitzen und ich denke: Ja! Heute ist ein guter Tag zum Schreiben.

    Insofern ist es dann egal, was ich schreibe. Wenn ich in der Geschichte drin bin, dann fließt es einfach und eins ergibt sich aus dem anderen.

    So kommt es aber eben auch, dass ich nicht jeden Tag kontinuierlich schreiben kann.

    Ich liebe aber Dialoge mehr als alles andere. Ich mag es, wenn meine Figuren in meinem Kopf Gespräch halten und ich es als Beobachter notieren kann. Und ganz viele Szenen in meinem Buch werden über Dialoge geklärt. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst gerne Dialoge lese, wenn ich in ein Buch eintauche. Gute Dialoge zwischen den Figuren machen die Geschichte lebendig. Das mag ich einfach. Und ich hoffe, dass es mir gelungen ist, das auch in meiner Geschichte umzusetzen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    ANDREA BIELFELDT:
    Das ist eine gute Frage. Und ganz ehrlich? Ich weiß es nicht …
    Es ergibt sich beim Schreiben, wie schon gesagt, ein Fluss und dann fügt sich ein Teil in das andere. Aber ich habe es auch schon gehabt, dass ich eine Szene wieder umschreiben musste, weil eben ein Faden übriggeblieben war.

    Für so was ist ja eigentlich auch der Plot zuständig, aber … ganz unter uns … im Detail plotten ist nicht mein Ding. Ich bin eher ein „Schreib drauflos und alles ergibt sich dann“-Schreiber.

    Klar habe ich auch meinen Plot und der steht auch von Anfang bis Ende, aber im Detail … nein, das kommt beim Schreiben. Und bisher hat das auch immer geklappt ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonistin Catherine heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    ANDREA BIELFELDT:
    Catherine Alana Thompson, genannt Cat, war die erste Figur, an die ich mich im Detail herangewagt habe. Und auch eigentlich die einfachste Figur. Als ich sie „erschaffen“ habe, habe ich mich selbst gesehen in meiner Jugend. Mein Denken, meine Handlungen, meine Erlebnisse. Vieles davon habe ich genutzt um sie zum Leben zu erwecken. Ich wollte ein Mädchen schaffen, mit dem sich der Leser identifizieren kann. Sie durfte nicht zu glatt sein, nicht zu heldenhaft, nicht zu perfekt. Somit ist Cat chaotisch, ehrgeizig, ehrlich und liebenswert aber auch ganz schön anstrengend, weil sie eben ein siebzehnjähriges Mädchen ist, das neben den ganzen mystischen Umständen auch noch mit den ganz normalen Problemen eines Teenagers zu kämpfen hat:

    Liebe, Lügen, Freundschaft. Und mit dem „sich selbst kennenlernen“.

    Cat muss erfahren, dass nicht immer alles nach ihrer Nase geht und dass man auch mal Kompromisse schließen muss, wenn man eine Lösung finden will.

    Ich kann sagen, in Cat ist eine auch eine gute Portion Andrea drin. Aber – ganz so zickig wie sie bin ich dann doch nicht ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    ANDREA BIELFELDT:

    Wie schon erwähnt – ich bin ein impulsiver Schreiber. Wenn ich etwas im Kopf habe, muss es raus. Ich würde es nicht aushalten, wenn ich erst das komplette Gerüst bauen müsste, bevor ich mich dem bauen widmen dürfte.

    Ein gewisses Gerüst (Plot) muss sein, aber meist baue ich die Hintergründe drum rum.

    Bei „Im Bann der Ringe“ war es genauso. Ich hatte die Idee und musste sofort loslegen. Ich habe angefangen zu schreiben und dann das recherchiert, was ich für die Story brauchte. Wenn Recherche mich gerade zu sehr vom Schreiben abhalten, weil sie sehr zeitaufwendig sind, dann mache ich mir einen Vermerk an die Stelle im Skript und arbeite erst einmal weiter.

    Was im Kopf ist muss raus, und wenn ich einen Lauf habe, dann halte ich mich ungerne mit anderen Dingen auf.

    Das Exposee kommt dann zum Schluss. Und das ist verdammt hart. So viel Geschichte auf so wenig Raum zu bringen ist nicht einfach.

    Im Bann der Ringe war also im Kopf und dann sofort auf Papier. Die ersten 500 Seiten waren nach 3 Monaten fertig. Aber wie gesagt – davon existiert nicht mehr wirklich viel in der fertigen Geschichte.

    Vielleicht mache ich aus dem alten Skript mal eine ganz neue Geschichte – wer weiß ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    ANDREA BIELFELDT:

    Das ist ganz unterschiedlich. Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass ich keinen festen Arbeitsablauf habe.

    Meist arbeite ich am liebsten am Morgen, wenn alle aus dem Haus sind. Dann habe ich die nötige Ruhe. Aber auch Abends oder über Tag kann ich schreiben, wenn es sein muss, bzw. wenn es raus muss.

    Was ich brauche ist einfach die richtige Stimmung und manchmal auch den Druck. Ich erinnere mich an einen Abgabetermin für eine Kurzgeschichte. Ich hatte eine grobe Vorstellung der Geschichte, bekam sie aber nicht auf Papier. Die Zeit lief und der Druck wuchs. Und irgendwann platzte der Knoten dann und ich schrieb 25 Seiten an einem Tag. Die Geschichte war im Groben fertig. Das war Druck – aber er hat mir geholfen.

    Wenn ich Terminarbeit habe, wie z.B. das Lektorat durchzugehen, dann bin ich schon sehr konsequent. Ich setze mich dann morgens gleich hin und arbeite gewissenhaft daran, solange es geht.

    Was mancher vergisst ist, dass auch das Schreiben eine Art Job ist. Ich habe das Glück, mir die Zeit einteilen zu können, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und kreative Einfälle wachsen eben nicht auf Bäumen.
    Bei mir gibt es weder einen festen Ablauf noch ein festes Ritual. Ich brauche einfach die Stimmung und das „Schreiben will“-Feeling, dann klappt es.
    Ach ja - und Kaffee natürlich :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    ANDREA BIELFELDT:

    Am liebsten in meinem Schreibschuppen ☺
    Das ist großer ein Schuppen, der bei uns im Garten steht, in dem wir eine abgetrennte Sitzecke haben. Dort sitze ich bei schlechterem Wetter gerne und schreibe. Es ist so gemütlich, wenn der Regen auf das Blechdach trommelt. Zumal ich dort auch über Tag meine Ruhe habe. Wie Michel von Lönneberga – nur das ich nicht schnitze sondern schreibe und das es dort hell und sonnig ist statt dunkel und muffig ☺
    Ich fühle mich aber auch auf dem Sofa, auf meinem Lieblingsohrensessel oder sogar auf dem Bett wohl. Und bei schönem Wetter draußen im Garten. Das Lappi kann ich ja überall mithin nehmen. Einen festen Arbeitsplatz habe ich gar nicht.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    ANDREA BIELFELDT:
    Ja, ich höre gerne Musik beim Schreiben, aber nichts Bestimmtes. Je nach Szene oder Stimmung mache ich etwas rockiges, gefühlvolles oder poppiges an. Aber manchmal habe ich es auch gerne ruhig um mich. Das ist wirklich sehr verschieden.
    Als ich die Szene geschrieben habe, in der das Musical „Tanz der Vampire“ vorkommt, habe ich mit Vorliebe diese CD gehört . Das war gerade die Zeit, wo die Musicalgruppe in unserem Ort das Stück aufgeführt hat. Es war für mich total inspirierend. Auch wenn meine Geschichte nichts, rein gar nichts mit Vampiren zu tun hat.
    An dieser Stelle noch einmal der Dank an Dr. Michael Kunze für seine Erlaubnis, die Verwendung zweier Zitate aus seinem Musical in meinem Buch.
    Ich höre ansonsten gerne Pink, Linkin Park, Fisher Z, REM … und alles, was sich gut anhört.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    ANDREA BIELFELDT:
    Neben der Arbeit am dritten Teil meiner Trilogie , dem Lektorat des zweiten Teils (der voraussichtlich im Herbst 2013 herauskommt) sitze ich gerade an einem Kurzroman. Dazu möchte ich aber noch nichts verraten, weil ich noch nicht weiß, in wie weit das Projekt verwirklicht wird ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    ANDREA BIELFELDT:

    Glaube an dich und an deinen Traum!
    Nichts anderes habe ich getan, bzw. tue es immer noch. Ich habe ein Ziel und mit eben diesem Ziel vor Augen geht sich der Weg, der manchmal alles andere als bequem ist, einfacher.
    Eine gute Portion Talent, die Lust zum Schreiben und die nötige Disziplin sind auch von Vorteil. Alles andere … wird sich finden.
    Nur eins noch, in meinen Augen das Wichtigste:
    Wenn du schreibst, dann sei mit dem Herzen dabei. Alles andere merkt der Leser sofort …

    AVELEEN AVIDE:
    Andrea, vielen Dank für das Interview.

    Ich danke dir! Es hat mir viel Spaß gemacht!

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    Sandra D. hat mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet und sie hat „Im Bann der Ringe“ gewonnen: Wie lange hat Andrea Bielfeldt an „Im Bann der Ringe“ geschrieben?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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    Direkt nach der Booklover Conference um 12:30 Uhr brach Vivian Hall mit einer Freundin im Auto nach Frankfurt auf, mit Ivy und mir im Schlepptau. Wir klebten nämlich an Vivians Stoßstange. Und gemeinsam fuhren wir hintereinander von Oppenheim nach Neu Fechenheim in die Café-Jasmin-Lounge. Dort sollte um 15:30 Uhr unsere gemeinsame Lesung stattfinden.

    Vivian Hall, Aveleen Avide und Ivy Paul

    Unbenannt

    Foto: © Aveleen Avide

    Und hier sind wir mit unserem süßen Manager, noch bei der Booklover Conference

    Unbenannt

    Foto: © Aveleen Avide

    Heiliges Kanonenrohr, war ich müde. Das ausführliche und zum Lachen schöne Wochenende forderte langsam (oder schnell) seinen Tribut. Ich wusste gar nicht, wie ich es noch bis ca. Mitternacht ohne Schlaf durchhalten sollte.

    Kurz kamen Ivy und ich auch ins Schwitzen, als wir auf den Benzinstand ihres Autos schauten. Der Zeiger tendierte gegen Null, aber Ivy gab Entwarnung. Sie meinte, das schaffen wir schon noch. Und sie sollte recht behalten. :-)

    Natürlich waren wir viel zu früh im Café. Elke Dippel begrüßte uns sehr herzlich und ich traute meinen Augen kaum, aber es waren schon zwei Facebook-Kontakte da, die ich bis dato noch nicht persönlich kennengelernt hatte. Tanja und ihre Tochter waren am weitesten angereist und sie brachten uns ein besonderes Geschenk mit. Vivian, Ivy und ich haben uns riesig gefreut. Für mich war es tatsächlich das erste Mal, dass mir ein Zuhörer, oder besser gesagt eine Zuhörerin ein Geschenk mitbrachte. :-)

    Vivian Hall, Aveleen Avide, Tanja und Ivy Paul

    Unbenannt

    Foto: © Aveleen Avide

    Man beachte die 3 Weinflaschen im Vordergrund. :-) Unsere Geschenke.

    Ivy, unsere Top-Organisatorin hat gleich noch zwei Gäste des Cafés spontan zu unserer Lesung einladen können. :-)

    Da sage noch mal jemand, dass Facebook nix gescheites wäre, oder noch weiter auf virtuelle Freundschaften schimpfen. Wir haben an diesem Nachmittag gleich zig unserer virtuellen Kontakte persönlich kennengelernt. Die da waren:

    Corinna, Ivonne, Andrea, Katharina und Tanja. Dann war noch meine langjährigste und beste Freundin da und Olli und Moni kamen ebenfalls vorbei. Olli hatte mir zu meiner Lesung in Hofheim, dort trafen wir uns das erste Mal, extra ein Gedicht geschrieben und das las ich auch vor. Denn ich finde es sehr gelungen. :-)

    Ganz besonders gefreut habe ich mich auch über die Lindt-Schokolade von Ivynne. Gleich zwei Gast-Geschenke bei einer Lesung. Herzlichen Dank.

    Vivian Hall, Aveleen Avide und Ivy Paul

    Unbenannt

    Foto: © Aveleen Avide

    Dann war es so weit. Ivy moderierte uns an und sie las dann gleich als erstes aus ihrem Buch „Masken der Begierde“.

    Nach einer Talkrunde las Vivian aus Family Affairs

    Nach einer Pause, die wir drei Autorinnen ausgiebig nutzten mit unseren Zuhörern zu plaudern, las ich und zwar ganz spontan einen verkürzten Teil, damit auch Olli und Moni, die früher weg mussten, noch meine Lesung mitbekam. Ich las aus „Grenzenlose Lust“ einen Ausschnitt aus meiner Geschichte „Erotischer Schreibworkshop in Berlin“.

    Nachher gab es noch Fotos mit unseren Zuhörern und sie machten noch Fotos für uns und dann ging es auch schon an die Rückreise nach Augsburg. Ivy und ich gönnten ihrem Auto erst noch Benzin, damit wir den Weg in absoluter Rekordzeit schaffen. Hatte ich gesagt, dass es Rekordzeit für andere sein sollte? Nein, wir wollten es – wenn möglich – mal unter 7 Stunden schaffen. Und es war kaum zu fassen, mit einer Minipause, die Ivys zierliche Füße dringend nötig hatten, ihre Schuhe drückten nämlich höllisch, ging es in sage und schreibe 5 Stunden heim nach Augsburg. Jippi! Meine Müdigkeit, war wie weggeblasen und die Fahrt – war total kurzweilig – wir Mädls hatten viel zu lachen zu gackern und zu facebooken. Vivian war auch gut nach Hause gekommen.

    Und ich durfte in Ivys Gästezimmer nächtigen. :-)

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

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    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

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    Foto: © Richard Föhr

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  • 09/19/13--23:26: Interview mit Uwe Laub
  • Willkommen bei Aveleen Avide

    Wenn sich Uwe Laub nicht gerade beim Club der fetten Dichter "herumtreibt", dann ist er erst nach der dritten Tasse Kaffee zu gebrauchen. Was es damit auf sich hat, gibt's im Interview. :-)

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Blow Out“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Uwe Laub

    Foto: © Marion Dippold

    Uwe Laub ist Autor.

    Uwe Laub wurde 1971 geboren. Er arbeitete nach dem Abitur mehrere Jahre an der Deutschen Terminbörse als Market Maker, bevor er sich selbständig machte. Heute lebt er mit seiner Tochter in der Nähe von Stuttgart. Was ist ein Market Maker und was macht er? Werden jetzt einige wissen wollen.

    UWE LAUB:
    Ein Market-Maker ist vergleichbar mit einem Börsenmakler. Er muss sicherstellen, dass bestimmte Wertpapiere ständig handelbar sind. Dazu muss er über die gesamte Handelszeit den Markt beobachten, einschätzen und verbindliche An- und Verkaufskurse stellen. An der Deutschen Terminbörse haben wir damals ganz speziell nur Optionen und Futures gehandelt – komplexe Finanzprodukte mit hohen Chancen aber auch Risiken. Es war eine spannende Zeit, die ich nicht missen möchte. Oft ging es heiß her und wir kamen uns manchmal vor wie Gordon Gekko in Wall Street ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Als was du dich selbständig gemacht hast, steht nirgends. Ist es ein Geheimnis, oder darf ich es fragen?

    UWE LAUB:
    Nein, das ist kein Geheimnis. Irgendwann habe ich erkannt, dass ich diesen nervenaufreibenden Job an der Börse nicht ewig weitermachen möchte. Ich habe gekündigt, eine pharmazeutische Ausbildung abgeschlossen und danach als selbständiger Pharmareferent allerlei Medikamente und Pflaster an Ärzte verkauft. Das ist auch heute noch mein Geschäft, allerdings nicht mehr im Außendienst. Inzwischen sitze ich lieber hinter dem Schreibtisch und nütze jede freie Minute, um an meinen Romanen zu arbeiten.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast mit namenhaften Autoren ein Gemeinschaftsprojekt, "Der Club der fetten Dichter". U.a. mit Rainer Werkwerth, Wulf Dorn, Thomas Thiemeyer und Andreas Eschbach! Wow! Ich hatte irgendwann letztes Jahr Thomas Thiemeyer interviewt und bei der Recherche gesehen, dass du mit ihm und anderen Autoren ein Treffen hattest. War das "Der Club der fetten Dichter"? Und trefft ihr euch regelmäßig?

    UWE LAUB:
    Ja. Wir versuchen uns regelmäßig alle vier bis sechs Wochen zu treffen, was gar nicht so einfach ist, da wir alle ziemlich viel um die Ohren haben. Bis wir uns auf einen Termin und Ort einigen, können schon einmal ein paar Wochen vergehen. Manchmal könnte ich mich über uns selbst totlachen, wie wir uns dabei anstellen.

    AVELEEN AVIDE:
    In diesen illustren Kreis per Einladung aufgenommen zu werden, davon träumen sicher viele Fantasy-Autoren. Du schreibst selbst, du hast erst mit 35 Jahren das Schreiben angefangen und wenn man nach deinen Büchern googelt, dann ist Blow Out dein erstes Buch. Da es dein erstes Buch ist, wie kamen sie auf dich? Ich frage das, weil Andreas Eschbach ja ganz viele Bestseller geschrieben hat und Wulf Dorn ganz vorne mitspielt.

    UWE LAUB:
    Zunächst: Wir sind keine reine Ansammlung von Fantasy-Autoren. Auf Rainer Wekwerth und Thomas Thiemeyer trifft das sicher zu. Wulf Dorn schreibt Psychothriller, Boris von Smercek und ich schreiben Thriller, ebenso Oliver Kern, der aber auch gerne ins Phantastische geht. Andreas Eschbach wiederum ist enorm vielseitig.

    Ja, „Blow Out“ ist mein Debüt und zu den fetten Dichtern kam ich über Rainer Wekwerth. Wir haben uns vor vielen Jahren über einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt, dann jedoch für eine lange Zeit den Kontakt verloren. Irgendwann rief ich ihn an, weil ich mich daran erinnerte, dass er Online-Schreibkurse gibt. Ich nahm an einem seiner Kurse teil, in dem wir unter anderem auch gemeinsam an „Blow Out“ gearbeitet haben. Danach meinte Rainer, dass ich Talent hätte, „Blow Out“ ganz sicher einen Verlag finden würde und ob ich Lust hätte, mal bei den fetten Dichtern vorbeizuschauen. Aber Hallo! Da ließ ich mich natürlich nicht zweimal bitten.

    AVELEEN AVIDE:
    Ihr veröffentlicht ab Herbst. Wie muss man sich das Gemeinschaftsprojekt vorstellen? Jeder schreibt sein E-Book, oder alle zusammen jedes Einzelne? Und wird die Reihe nur als E-Book erscheinen?

    UWE LAUB:
    Story und Plot haben wir gemeinsam entworfen. Auch die einzelnen Teile haben wir gemeinschaftlich besprochen. Daneben war jeder für den Entwurf einzelner Charaktere verantwortlich und schreibt einen Teil der Serie. Jeder Teil wird dann von sämtlichen Mitgliedern lektoriert. Wir legen Wert auf Qualität und wollen unseren Lesern eine Mystery-Serie präsentieren, die perfekt durchdacht und umgesetzt ist. Ob die Reihe nur als E-Book erscheint? Zunächst ja aber wir haben da so eine Idee ... Nur wird das noch nicht verraten ;)

    Kleiner Wehrmutstropfen: Den ursprünglichen Termin „Herbst“ werden wir leider nicht einhalten können. Das ist zwar schade aber schließlich wollen wir, wie gesagt, keinen Schnellschuss produzieren. Dafür kann ich versprechen, dass sich das Warten lohnt! Was wir bis jetzt haben, übertrifft sogar meine persönlichen Erwartungen. Wer unser Projekt verfolgen und stets auf dem Laufenden bleiben will, dem empfehle ich unsere Facebook-Seite.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    UWE LAUB:
    Ich sag nur: Hey, ab in den Süden, der Sonne hinterher ... Im Ernst, ich liebe das Mittelmeer, weil es da warm ist aber auch Kanada hat es mir angetan. Ich möchte unbedingt noch einmal eine ausgedehnte Wohnmobiltour durch die Rocky Mountains unternehmen. Das ist eine unglaublich beeindruckende Landschaft. Sie zeigt uns Menschen unsere Grenzen auf.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    UWE LAUB:
    Ich mag Sport, vor allem Wassersport in allen Facetten. Auf einem kleinen Sportkatamaran mit vollen Segeln über die Wellen zu schießen ist einfach Wahnsinn. Ich spiele Tennis und habe mir diesen Sommer sogar Inliner gekauft. Die stehen mangels Zeit aber noch unbenutzt in der Ecke und ich fürchte, da bleiben sie auch noch eine ganze Weile. Abends geht nichts über einen kleinen, gemütlichen Plausch mit guten Freunden.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    UWE LAUB:
    Momentan lese ich Chris Carter: Der Kruzifix-Killer. Thriller und Krimis rangieren bei mir natürlich ganz oben. In letzter Zeit lese ich auch öfter mal Mystery und Phantastik. Dazwischen gibt es immer wieder Bücher, die in keines dieser Raster fallen und die mich begeistern. Zuletzt: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    UWE LAUB:
    Es ist ein Bedürfnis wie Essen, Trinken, Schlafen. Es ist in einem drin. Ganz tief drin. Man kann das nicht besser beschreiben. Jeder Autor weiß, wovon ich rede. Gedanken, Ideen, Geschichten müssen einfach raus, wollen sich Gehör verschaffen, wollen zu Papier gebracht werden. Manchmal ist es fast wie eine Sucht.

    Ein weiterer Aspekt: In meiner Firma stehe ich den ganzen Tag unter Strom. Schreiben ist für mich auch ein Weg, um abzuschalten, um wieder „runterzukommen“. Ich zappe mich beim Schreiben einfach weg und wache Stunden später vor dem Bildschirm wieder auf, wenn ich mein Pensum erfüllt habe.

    Cover Uwe Laub

    In „Blow Out“ geht es lt. Amazon.de um:
    Journalist Nick Schäfer dachte, das Schlimmste an diesem Sommer 2052 sei der rasant steigende Meeresspiegel der Nordsee und die Evakuierung seiner Mutter aus ihrem Heimatdorf. Doch dann kommt der Anruf seiner Exfreundin Emma. Sie ist in Todesangst. Hat sie wirklich Beweise dafür, wer hinter dieser verheerenden Umweltkatastrophe steckt? Ist deswegen jeder kritische Wissenschaftler auf ungeklärte Weise tödlich verunglückt? Und wie kann Nick Emma und sich vor ihren mächtigen Gegnern retten?

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Blow Out

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Blow Out“?

    UWE LAUB:
    Eines Abends sah ich eine Dokumentation über Klimaforschung und die Folgen der Klimaerwärmung auf Discovery. Das Thema faszinierte mich und irgendwie war die Idee im Hinterkopf geboren. Der fertige Roman hat aber nur noch wenig mit dieser ursprünglichen Idee gemein.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Blow Out“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    UWE LAUB:
    Oh ja, die Recherchen haben viel Zeit in Anspruch genommen. Das Überraschendste für mich war sicher die Überheblichkeit eines „Experten“ , nachdem ich mich telefonisch vorgestellt und ihm gesagt hatte, was ich plane. Seine erste Frage an mich lautete, was ich denn schon veröffentlicht hätte? Als ich meinte, dass ich an meinem Debüt schreibe, hatte er plötzlich keine Lust mehr auf ein Gespräch.

    Ich schätze, es wäre ihm lieber gewesen, von einem Bestsellerautor interviewt zu werden. Das war ernüchternd aber zum Glück blieb diese Erfahrung eine Ausnahme. Praktisch jeder, mit dem ich sonst redete, war sehr hilfsbereit.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Blow Out“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Blow Out“ geben?

    UWE LAUB:
    Am Anfang war es das Thema, das mich interessiert hat. Dann schoss plötzlich diese Idee durch meinen Kopf. Ich stellte mir die berühmte Schriftsteller-Frage: „Was wäre wenn ...“ Sobald ich wusste, wie die Geschichte enden musste, konnte ich den Plot konstruieren.

    Ich bin ein Planer, der schon vor dem eigentlichen Schreibprozess jedes einzelne Kapitel genau kennt. Natürlich ist das die Theorie. Tatsache ist: Im Laufe der Zeit hat sich die Story von „Blow Out“ so sehr verändert, dass sie mit meinen ersten Ideen nur noch wenig zu tun hat.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    UWE LAUB:
    Am meisten Spaß machen mir Actionszenen. Leicht fällt mir beim Schreiben nichts, so komisch sich das vielleicht anhören mag. Ich habe die interessante Erfahrung gemacht, dass Kapitel – gleich welcher Art - immer dann besonders schwierig zu schreiben sind, wenn sie nicht gut genug vorbereitet sind. Oft stelle ich dann fest, dass etwas im Plot „unrund“ ist und sobald dies korrigiert ist, geht es mit dem Schreiben wieder voran.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig blieben?

    UWE LAUB:
    Gute Planung ist alles ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Protagonisten, den Journalisten Nick heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    UWE LAUB:
    Mir war wichtig, dass Nick als Außenstehender nicht nur „irgendwie“ durch Zufall in diese missliche Lage gerät. Er sollte einen Bezug zu der Ausgangssituation haben, obwohl ihn nichts direkt damit verbindet.

    Seine Motivation, Emma zu helfen, musste stark genug sein, damit er selbst unter Lebensgefahr nicht aufgibt. Um dies zu erreichen, entschied ich mich dafür, Nick und seine Familie in den überfluteten Landstrichen anzusiedeln. Sie sind direkt von den Evakuierungen betroffen. Nick ist nicht nur Journalist, er ist gleichzeitig Leidtragender dieser globalen Umweltkatastrophe.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    UWE LAUB:
    Ich bin ein typischer „Planer“, der erst mit dem Schreiben anfangen kann, wenn er alle Informationen hat, die er benötigt. Jede relevante Information hat unweigerlich Auswirkungen auf die Charaktere, auf deren Handeln und somit auf den Plot Demzufolge habe ich tatsächlich viele Monate mit Recherchen und Überlegungen verbracht. Erst dann habe ich mit dem Schreiben des Exposees begonnen und erst danach mit dem eigentlichen Schreiben. Ich glaube, während ich plane, schreiben andere Autoren ein ganzes Buch ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Wie viele Manuskripte musstest du versenden, bevor dein erstes Buch veröffentlicht wurde und wie kam es letztendlich zur Veröffentlichung? Oder halfen in deinem Fall Empfehlungen von "Der Club der fetten Dichter" weiter?

    UWE LAUB:
    Ich habe genau ein Manuskript versendet und zwar an eine Agentur, die mir Rainer Wekwerth empfohlen hat. Er kannte ja mein Manuskript und meinte, es könnte in das Portfolio der Agentur passen. Tatsächlich hat sich die Agentur einige Wochen darauf bei mir gemeldet und mich unter Vertrag genommen. Bis zum Buchvertrag mit Ullstein dauerte es dann aber noch über ein Jahr, bis zur Veröffentlichung ein weiteres Jahr.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    UWE LAUB:
    Da ich Hauptberuflich eine Firma leite und viel unterwegs bin, gibt es DEN typischen Schreibtag bei mir nicht. Ich versuche, nach Feierabend zuhause 2 Stunden zu schreiben, aber das gelingt mir nicht immer. Manchmal bin ich einfach zu ausgelaugt, dann bekomme ich nichts auf die Reihe und lass es bleiben. Ich würde gerne morgens schreiben aber leider bin ich nach dem Aufstehen erst nach der dritten Tasse Kaffee zu gebrauchen ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    UWE LAUB:
    Früher habe ich überall geschrieben, vor allem, wenn ich auf Geschäftsreisen war. Im Cafe, im Zug, im Flugzeug, abends im Hotel. Inzwischen schreibe ich am liebsten zuhause.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    UWE LAUB:
    Stille ist gut aber nicht zwingend. Ich zappe mich sowieso in meine Welt und bekomme dann nichts mehr mit.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    UWE LAUB:
    Ja, ich lasse ich mich von der AVA International vertreten. Dort sitzen Experten die den Buchmarkt und alles was damit zu tun hat bis ins Detail kennen. Ich schreibe gerne, das ist mein Part. Um alles andere möchte ich mich gar nicht kümmern müssen.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    UWE LAUB:
    Es wird auf jeden Fall wieder ein Thriller und er spielt in Deutschland. Mehr möchte ich aber noch nicht verraten.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    UWE LAUB:
    Eine gute Story alleine ist nichts ohne gute Charaktere. Und umgekehrt.

    AVELEEN AVIDE:
    Uwe, vielen Dank für das Interview.

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    Heute gibt 1 Buch zu gewinnen. Wer mir die folgende Frage richtig beantwortet, und mir die 5. E-Mail an autorin(at)aveleen-avide(Punkt).com schreibt, der kann „Blow Out“ gewinnen, allerdings nur, wenn Ihr Wohnsitz in Deutschland liegt.

    Bitte die Adresse nicht vergessen, da ich sonst das Buch nicht zusenden kann.

    Den Gewinner/Die Gewinnerin schreibe ich im Laufe der Woche hier an diese Stelle. Wer mir die nachfolgende Frage richtig beantwortet, der kann „Blow Out“ gewinnen: Nick ist nicht nur Journalist, sondern auch? (Satz vervollständigen)

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Adriana Popescu ist die Frau, die weiß, welche Knochen sich man bei welchem Unfall bricht. Und wenn sie recherchiert, kann sich das zu einem Artikel oder gar Film auswachsen. Ihr Herz ist in Stuttgart, in Schweden, und in Italien daheim. Warum und wieso? Lesen. :-)

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Lieblingsmomente“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Adriana Popescu Copyright Notker Mahr Foto: © Notker Mahr

    Adriana Popescu ist Drehbuch-Autorin, und Autorin, Indie-Autorin, um genau zu sein. Adriana Popescu wurde 1980 in München geboren.
    Wo lebst du heute mit deinem Freund? Oder lebt ihr in einer Fernbeziehung? Denn ich habe 2 verschiedene Artikel gefunden und in einem lebst du mit deinem Freund zusammen, im anderen habt ihr eine Fernbeziehung. Da nirgends ein Datum dabeisteht, kann ich nicht sagen, was früher ist. ;-)

    ADRIANA POPESCU:
    Da mein Freund gerade beruflich in Schweden ist, sind wir im Moment dazu gezwungen, eine Fernbeziehung zu führen. Seine Homebase ist aber nach wie vor Stuttgart, wo er einen Sohn hat, deswegen ist er natürlich so oft wie möglich hier bei uns. Das erfordert viel Organisation, Durchhaltevermögen und Geduld. Aber wir meistern das bisher sehr gut. Man kann sich eben nicht aussuchen, in wen man sich unsterblich verliebt. Also leben wir das moderne Leben einer Patchwork-Familie und sind dabei irgendwo zwischen Stuttgart, Stockholm und unseren Herzen sehr glücklich.

    AVELEEN AVIDE:
    Du schreibst für Zeitschriften und Internetblogs. Du hast für das schweizerische Magazin „mex“ geschrieben, zuerst als freie Autorin, dann als Kolumnistin und zum Schluss sogar als Chefredakteurin. Wie kamst du zu einem Schweizer Magazin?

    ADRIANA POPESCU:
    Damals befand sich die Redaktion der Zeitschrift „mex“ noch in Stuttgart, und es hat so schön gepasst, weil ich nach den knapp 6 Jahren am TV-Set eine Abwechslung gesucht hatte. Die Jungs von der „mex“ waren auf der Suche nach freien Autoren und da habe ich mich beworben. Es wurden dann doch ziemlich viele Artikel und meine Kolumne „The Single Diaries“ war sehr beliebt.

    Als der stellvertretende Chefredakteur dann ins Ausland gegangen ist, hat man mir die Stelle angeboten und ich habe sie natürlich angenommen. Es war eine sehr spannende und aufregende Zeit, die mir unheimlich viel Spaß gemacht hat. Ich durfte viele interessante Menschen kennenlernen und habe eine Menge über die Branche gelernt. Eine unvergessliche Zeit, an die ich heute noch gerne zurückdenke.

    AVELEEN AVIDE:

    Du bist gemeinsam mit dem Chefredakteur zum Schweizer Magazin „kinki“ gewechselt. Wie lange hast du dort für Mode und Trends geschrieben?

    ADRIANA POPESCU:
    Das war dann leider nicht mehr so lange. Ich glaube alles in allem vielleicht 5 oder 6 Monate. Ich habe über Frisuren- und Schuhtrends geschrieben. Manchmal auch über lustige Seiten im Netz oder abgefahrene Produkte. Leider wurde die Zeit dann immer knapper und ich konnte keine Artikel mehr beisteuern. Spaß hat es dennoch gemacht.

    AVELEEN AVIDE:
    Du schreibst für die Internetseite „JOY“. Was ist dort dein Thema?

    ADRIANA POPESCU:
    Wie schon in meinen Kolumnen, schreibe ich dort hauptsächlich über Dinge, die ich im alltäglichen Leben erlebe. Pannen beim Shoppen, Date-Desaster, Partys, auf die man besser nicht gehen sollte. Aber auch über den Alltag einer Fernbeziehung, Liebe und Gefühle. Ein bisschen wie Carrie aus „Sex and the city“. Nur ohne Mr. Big und die teuren Schuhe ;)

    AVELEEN AVIDE:
    Du schreibst auch noch für andere Magazine. Aber kommen wir zum Drehbuch. 2002 bis 2004 hast du für die Serie "Fabrixx" über 10 Drehbücher geschrieben. Da warst du gerade mal 22 Jahre alt. Wie kam es dazu, dass du Drehbücher für's ARD schreiben durftest?

    ADRIANA POPESCU:
    Zu der Zeit habe ich am Set als Continuity gearbeitet. Ich habe also auf alle Anschlüsse in den Szenen geachten, [geachtet,] darauf, dass die Schauspieler die richtigen Kostüme anhatten, den richtigen Text gesprochen haben und so Sachen. Aber jeder wußte, dass ich eigentlich Drehbücher schreiben wollte. Dann gab es eine Szene, in der es um Fußball ging und als bekennender Fußball-Fan wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, die Szene zu schreiben. Da habe ich natürlich keine Sekunde gezögert. Die Dramaturgin war so begeistert, dass ich ein Probe-Drehbuch abgeben durfte, und da habe ich mich wohl wieder nicht so schlecht angestellt. Von da an gehörte ich fest zu den Drehbuchautoren. Das war natürlich so, als ob mein ganz großer Traum wahr wurde!

    AVELEEN AVIDE:
    Was war bei deiner Arbeit für den Film das Abgefahrendste für dich? Oder wen hast du kennenlernen dürfen, wo du sagst: Wow! Den habe ich tatsächlich getroffen.

    ADRIANA POPESCU: Abgefahrene Dinge sind ständig passiert. Ich weiß noch, da war ich noch ganz frisch am Set und eine Schauspierlin sollte sich in der Szene übergeben. Das wurde mit Apfelmus und Keksen angerührt, damit es echt aussah. Vor der Kamera hat sie es also auf den Boden gespuckt. Und hinter der Kamera haben wir alle aus dem Topf mit der Aufschrift „Kotze“ genascht. So schummelt man also beim Film, dachte ich damals.

    Die meisten Schauspieler waren ja noch sehr jung. Mit Franz Dinda habe ich gedreht, der damals noch ein Nobody war – und jetzt hat er den Filmpreis gewonnen. Es ist schon schön zu sehen, wenn die „Kids“ von damals jetzt durchstarten.

    AVELEEN AVIDE:
    Was hast du genau für Maran-Film gemacht? Denn du schreibst auf deiner Homepage nur, dass du verpflichtet wurdest.

    ADRIANA POPESCU: Angefangen habe ich als Script-Assistenz. Nach einem Block (ein Block besteht immer aus 6 Folgen) haben sie mir die Stelle als Coninuity angeboten, die ich angenommen habe, ohne zu wissen, was da auf mich zukam. Insgesamt habe ich über 20 Blöcke am Set verbracht. Wir haben 220 Folgen gedreht und ich habe nur 3 davon ausgesetzt. Dazu habe ich auch noch Drehbücher geschrieben. Wenn man also live dabei ist, wenn die eigenen Bücher verfilmt werden, das ist schon ein tolles Gefühl.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast zusammen mit Dramaturgen die Vorlagen für die Drehbuchautoren zu "In aller Freundschaft" geschrieben. Wie kam es dazu?

    ADRIANA POPESCU:
    Ein Kollege, mit dem ich bei Fabrixx schon zusammengearbeitet habe, hatte mich dahin empfohlen. Das war genau während meines Drehbuchstudiums. Man fragte mich, ob ich Lust hätte, die sogenannten Outlines zu schreiben und ich kannte das ja von Fabrixx, also habe ich zugesagt. Dort wird auch mit Ärzten zusammengearbeitet, die man jeder Zeit wegen den medizinischen Fakten anschreiben sollte. Das war schon spannend. Man hat einiges gelernt und musste immer darauf achten, auch korrekte Handlungen abzuliefern. Welchen Knochen bricht man sich also genau bei welchem Unfall? Welche Sehne wird bei diesem Unfall verletzt? Da hatte ich mir vorher kaum Gedanken drum gemacht, aber das gehörte natürlich zur Recherche.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    ADRIANA POPESCU:
    Italien ist mein Lieblingsurlaubsland. Strand, Meer oder ein See. Ich brauche keine 5 Sterne und keine All-Inklusive-Anlage. Ich verbringe die meiste Zeit sowieso am Strand, schlafe, lese, höre Musik und schreibe. Schon als Kind war ich fast jeden Sommer in Italien, und auch wenn ich die Städte in und auswendig kenne, zieht es mich noch immer dahin. Da ist mein Herz zu Hause. Ich könnte mir sogar vorstellen, mal dort zu leben.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du, außer TV, Film, Musik und Sport?

    ADRIANA POPESCU:
    Fotografieren. 2008 habe ich mir eine Spiegelreflexkamera gegönnt und seitdem mache ich sehr gerne Fotos. Es ist zwar nur ein Hobby, aber ich probiere gerne neue Sachen aus. Meistens muss mein Viertel in Stuttgart herhalten. Ich knipse auch viele Dinge mit dem Handy, wenn ich schöne Dinge in der Stadt sehe. Bildbearbeitung und Grafikdesign mache ich auch gerne. Es ist ganz anderes als das Schreiben und bringt mich immer auf andere Gedanken.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    ADRIANA POPESCU: Im Moment lese ich „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf. Ich habe es mir drei Tage vor seinem Tod gekauft und war sehr traurig, als ich davon erfahren habe. Bisher gefällt es mir ausgesprochen gut und es ist einfach schade, dass so ein toller Autor so früh gehen musste.

    Sonst lese ich hauptsächlich Liebesromane oder Coming-of-Age-Stories. Thriller oder Kirmis sind nicht so meins.

    AVELEEN AVIDE:
    Wieso hast du dich entschlossen, dein erstes Buch ohne Verlag als E-Book zu veröffentlichen, und wieso ist dein neues Buch bei einem Verlag und nicht wieder selbst veröffentlicht?

    ADRIANA POPESCU:
    „Versehentlich verliebt“ war ein Test. Das war gar nicht von langer Hand geplant und ich hatte auch keine großen Erwartungen. Ich wollte nur mal sehen, ob jemand eine unbekannte Autorin lesen würde. Immerhin ist die Geschichte über 10 Jahre alt. Aber es hat sehr gut funktioniert, das hat mich natürlich sehr gefreut. Als Piper dann nach den „Lieblingsmomenten“ gefragt hat, war ich sehr überrascht.

    Da war mein E-Book nicht mal 2 Monate auf dem Markt. Vermutlich ein Versehen oder so. Aber die meinten das ernst. „Lieblingsmomente“ liegt mir sehr am Herzen und die Chance, das mit einem so tollen Verlag realisieren zu können, wollte ich nicht verpassen. Aber „5 Tage Liebe“ habe ich dann wieder im Selbstverlag gemacht. „Lieblingsfühle“ dann wieder mit Piper im Sommer 2014. Ich glaube nicht, dass eines das andere auschließen muss.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    ADRIANA POPESCU:
    Schreiben ist das, was die Flamme in meinem Herzen am Brennen hält. Es gab eine Zeit, da habe ich fast 2 Jahre nicht geschrieben. Während dieser Zeit ging es mir auch gesundheitlich eher schlecht, aber sobald ich wieder geschrieben und mich darauf konzentriert habe, ging es bergauf. Schreiben ist meine Medizin. Es ist meine große Liebe.

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    In „Lieblingsmomente“ geht es lt. Amazon.de um: Eine Liebeserklärung an große Träume, verrückte Luftschlösser und unvergessliche Lieblingsmomente. Layla und Tristan verstehen sich auf Anhieb – als Freunde. Immerhin sind beide in festen Händen. Tristan bringt ihr abends Essen ins Büro, entführt sie auf seiner alten Vespa an die schönsten Stellen Stuttgarts und imitiert mit geworfenen Wunderkerzen Sternschnuppen, weil er weiß, dass Layla noch nie eine gesehen hat und zu viele ihrer Träume unerfüllt sind. Gemeinsam erleben sie Lieblingsmoment um Lieblingsmoment. Ob dies am Ende doch die große Liebe ist?

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Lieblingsmomente: Roman

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Lieblingsmomente“?

    ADRIANA POPESCU:
    Ein bisschen erzählt es auch aus meinem Leben. Ich war in einer Beziehung, die kurz und heftig war, nicht besonders glücklich, hatte mich eingeengt und unwohl gefühlt. Das Schreiben kam zu kurz, alles war irgendwie komisch. Darüber habe ich mit einem guten Freund gesprochen, der mir noch mal die Augen für die großen Träume geöffnet hat. Darüber habe ich dann geschrieben. Wie es wohl wäre, wenn man jemanden zum falschen Zeitpunkt trifft, und der dann eben doch genau der Richtige ist. Was ist dann? Was gibt man auf für Träume und die Leidenschaft? Daraus wurde dann schließlich das Manuskript zu „Lieblingsmomente“.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Lieblingsmomente“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    ADRIANA POPESCU:
    Eigentlich nicht. Da ich in Stuttgart lebe, waren mir alle Schauplätze bekannt, ich wusste zum Glück, worüber ich schreibe. Überraschend war eigentlich nur, dass ein Münchner Verlag Lust auf einen Stuttgart-Roman hatte … damit hatte ich nicht gerechnet!

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Lieblingsmomente“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Lieblingsmomente“ geben?

    ADRIANA POPESCU:
    Zuerst hatte ich den Brief von Tristan an Layla. Den habe ich als erstes geschrieben und da ist ja eigentlich schon vieles klar. Irgendwie musste ich also alles, was Tristan im Brief andeutet, im Buch erzählen. Ich gebe es zu, ich bin ganz schlecht im Plotten. Viel lieber schreibe ich einfach los und schaue, wohin mich meine Charaktere führen. Einen echten Plan hatte ich nicht. Ich kannte nur das Ende und den Anfang. Das Spannende war dann, diese beiden Ideen zu verknüpfen. Schreiben ist für mich wie auf eine Reise zu gehen, für die man keinen Reiseführer hat.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    ADRIANA POPESCU:
    Viele Leser loben meine Dialoge und die Beschreibungen der Orte. Das liegt vermutlich an meiner Erfahrung als Drehbuchautorin. Dort lernt man ja vor allem das Schreiben guter Dialoge. Eigentlich sind meine Romane auch nur verkappte Drehbücher, denn ich denke nach wie vor sehr filmisch. In meinem Kopf läuft alles wie eine Szene ab und die schreibe ich dann quasi nach. Ich besetze meine Figuren auch immer mit Schauspielern und stelle mir vor, wie es als Film aussehen könnte. Deswegen sage ich mal: szenische Beschreibungen und Dialoge. Was ich übrigens gar nicht kann sind Exposés. Ich hasse es! Ich kann keine Exposés schreiben. Bäh!

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    ADRIANA POPESCU:
    Während des Schreibens mache ich mir Notizen. Da ich viel mit „planting and pay off“ arbeite, mache ich mir besonders dazu viele Vermerke in meinem Storybook. Wenn ich dann fertig bin, hake ich die jeweiligen Szenen ab. Wenn etwas offen bleibt, muss ich die Szene wohl oder übel überarbeiten. Da ich mit meinem Lektor sehr eng zusammenarbeite und er meinen Stil genau kennt, achtet er natürlich auch noch mal darauf. Bei „Lieblingsmomente“ hatte ich ja auch noch die Lektorin von Piper, die auch noch mal mit mir am Text gearbeitet hat. Zusammen haben wir das Beste aus dem Stoff herausgeholt und auch auf dramaturgische Kontinuität geachtet. Sechs Augen sehen immer mehr als zwei.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonistin Layla heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    ADRIANA POPESCU: Layla sollte anders sein. Es gab ja schon Pippa und Maya, aber Layla sollte nicht so durchgeknallt wie Pippa oder so selbstbewußt wie Maya sein. Außerdem wollte ich keine weibliche Hauptfigur, die viel weint und nichts tut. Sie sollte aktiv etwas an ihrem Leben ändern, sich selbst voranbringen. Sie fühlt sich eingeengt und vertraut sich selbst in vielen Situationen nicht mehr. Da konnte ich aus meinen Erfahrungen schöpfen.

    Viele weibliche Protagonisten sind oft zickig oder stur – siehe Pippa ;) Aber bei einer Geschichte, wie der von Layla, musste es anders werden. Außerdem sollten sich möglichst viele Leser mit ihr identifizieren können. Sie musste ein bisschen durchschnittlich sein, aber eben nur ein bisschen. Kein scheues naives Mädchen, wie gerade so viele weibliche Hauptfiguren. Sie sollte auch keinem Mann erliegen und alles von ihm abhängig machen. Gerade darum ging es mir: eine Figur, die auch alleine überleben kann.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    ADRIANA POPESCU:
    Für gewöhnlich trage ich eine Idee so eine Woche mit mir rum und schaue, ob sie mich dann noch immer interessiert. Da ich Exposés nicht besonders mag, schreibe ich einfach darauf los. Recherche musste ich, zum Glück, nur sehr wenig betreiben, weil es ja in meiner Stadt und irgendwie auch in meinem Leben spielt. Die Stadt, die Locations, die Fotografie, all das war mir ebenso vertraut wie eine Beziehung, an der man zweifelt. Deswegen hatte ich hier die Freiheit, einfach loszulegen, alles aufs Papier zu bringen und dann zu sehen, wohin mich das alles führt.

    Dazu gehört auch, das Manuskript mal ruhen zu lassen. Die ersten vier oder fünf Kapitel habe ich dann an meine Testleser gegeben, mit der Bitte, es Leuten zu geben, die mich nicht kennen, die wirklich unvoreingenommen sind. Als auch diese begeistert waren, wußte ich genau: an der Story musst du dranbleiben. Wenn Fremde sich in deinen Geschichten wiederfinden, ist das das schönste Kompliment.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    ADRIANA POPESCU:
    Leider ist das wenig spektakulär oder romantisch. Ich arbeite von Montag bis Freitag von neun bis sechs Uhr in einem Redaktionsbüro, dort arbeite ich wie meine Figur Pippa mit Reiseführern. Es bleibt also wenig Zeit für das Schreiben. Abends muss dann der Haushalt laufen, die Hausaufgaben kontrolliert werden und dann klaue ich dem Tag ein paar Augenblicke für meine Geschichten. Es vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht schreibe oder Textstellen überarbeite. Zwar fällt man dann todmüde ins Bett, aber das Lächeln im Gesicht ist die Mühe auf jeden Fall wert. Die Wochenenden gehören oft der Tastatur, aber man muss natürlich auch die Balance finden: Freunde treffen, mal loslassen, raus gehen, mit meinem Süßen einfach nach Paris abhauen und die Welt anhalten. Sonst würde ich verrückt werden.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten? ADRIANA POPESCU:

    An meinem Schreibtisch bei mir daheim. Einfach weil ich dort alles habe, was ich brauche und mich wohl fühle, wenn ich mit meinen Figuren in andere Leben abtauche. Aber natürlich schreibe ich auch gerne im Urlaub, draußen bei Sonne. Am Strand. Aber diesen Luxus hat man eben maximal einmal im Jahr für ein paar Wochen. Aber das wäre der Traum für die Zukunft.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    ADRIANA POPESCU:
    Unbedingt Musik! Ich arbeite auch eng mit dem Musiker Thomas Pegram zusammen, der auch den Soundtrack und den Titelsong zu „Lieblingsmomente“ geschrieben hat. Deswegen landen seine Songs oft auf den Playlists zum Schreiben. Aber auch Philipp Poisel oder Clueso höre ich sehr gerne. Wenn es keine ruhigen Szenen sind, geht Placebo immer. Und ich meine wirklich immer. Auch elektronische Musik, wie die Sets von Räuberpistole oder Oliver Schories, gehen ausgesprochen gut zum Schreiben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    ADRIANA POPESCU:
    Nein, ich habe keine Agentur. Viele raten mir inzwischen, eine zu suchen, um dann noch bessere Konditionen zu erhalten, aber ehrlich gesagt rede ich lieber direkt mit den Leuten. Bei Piper hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl, die waren sehr bemüht und ehrlich. Im Moment bin ich auch nicht auf der Suche nach einer Agentur, aber das kann sich natürlich ändern.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    ADRIANA POPESCU:
    Ich schreibe aktuell an „Lieblingsgefühle“, dem Folgeband zu „Lieblingsmomente“. Da geht es weiter mit Tristan und Layla und der Frage: war/ist es wirklich die große Liebe? Ich hoffe, meine Leser freuen sich auf die Ereignisse im zweiten Teil, denn noch habe ich nicht alles erzählt. Die Figuren entwickeln sich natürlich weiter, es kommen neue Gesichter dazu, aber auch viele bekannte Namen aus dem ersten Band sind wieder mit von der Partie.

    Dann schreibe ich auch am zweiten Teil von „Versehentlich verliebt“, in dem ich Pippa in ein weiteres Chaos schubse – mal sehen, wohin das führen mag.

    Eine Kurzgeschichte wird es dieses Jahr allerdings noch geben. Zusammen mit meinen Kollegen Katrin Koppold, Ivonne Keller, Nikola Hotel und Katelyn Faith werde ich eine Geschichte zu einem Sammelband beitragen.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    ADRIANA POPESCU: Da kann ich mich nur wiederholen: schreiben, schreiben, schreiben. Mit jeder Seite wird man besser. Mit jeder Geschichte weiß man besser, was man erzählen will. Oft ist die erste Story nicht die beste, aber je mehr man schreibt, desto besser findet man seine eigene Schreibstimme. Austausch mit anderen Autoren, die einem sagen können, welche Anfängerfehler man vermeiden kann. Mut haben und sich eine ganz dicke Haut zulegen. Vor allem sollte man offen für ehrliche Kritik sein, nur so kann man besser werden. Ob das Buch dann aber ein Erfolg wird, das entscheiden ganz alleine die Leser. Da gibt es kein Rezept.

    AVELEEN AVIDE:
    Adriana, vielen Dank für das Interview.

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    Sandra K. hat „Lieblingsmomente“ gewonnen: In was ist Adriana Popescu besonders schlecht?
    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitmachen lohnt sich!
    --------------------------------------------------------------------------------------------------- 7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.Alles Nähere – hier klicken. --------------------------------------------------------------------------------------------------- Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ . Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut. Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-) Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte". Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog. Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind. Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“ Das war Aveleen Avide Glauben Sie an sich! Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt: Willkommen bei Aveleen Avide Ihre Aveleen Avide Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavideAveleen Avide Copyright Richard FöhrFoto: © Richard Föhr

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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Übersetzung: Literaturübersetzerin: Karin Kaiser.

    Andrew Taylor weiß: Im 18. Jahrhundert durften die Dozenten, oder Lehrkräfte nicht heiraten. Und dort gab es die Clubs und Gesellschaften, wo viel getrunken wurde und in einigen geschahen obszöne oder blasphemische Dinge ...

    Foto Andrew Taylor

    Foto: © Andrew Taylor

    Andrew Taylor is a bestselling author.
    Andrew Taylor Twitter

    Andrew Taylor wurde 1951 in Stevenage, England, geboren. Er wuchs in East Anglia, UK, auf. Er studierte in Cambridge und London. Danach war er Bootsbauer, Lehrer, Bibliothekar, Lohnbuchhalter. Seit 1981 ist er Schriftsteller. Wiso diese ganzen Berufe vorher? Sicherheitsdenken? Und wieso dann doch Schriftsteller?

    ANDREW TAYLOR:
    Ich habe mich im Alter von etwa zehn oder elf entschieden, Autor zu werden, weil ich gerne Geschichten las und ich dachte, diese Arbeit würde mich reich machen, ohne dass ich all zu viel dafür arbeiten müsste. Unglücklicherweise war dies nicht der Fall. Aber ich lese noch immer gerne Geschichten und schreibe sie. Meinen ersten Roman habe ich erst mit fast dreißig Jahren geschrieben. Das war teils Faulheit und teils Unsicherheit, was und wie ich schreiben sollte. Aber die Jobs, die ich zuvor gemacht habe, waren sehr nützlich – mit ihnen konnte ich damals die Miete bezahlen und jetzt sind sie Quellen der Erfahrung.

    AVELEEN AVIDE:
    Du lebst mit deiner Frau und den Kindern Sarah und William im "Forest of Dean", zwischen England und Wales. Und du hast zwei Katzen namens Max und Tom. Schmusekatzen? Und darf ich fragen, ob der Wikipedia-Eintrag noch stimmt und wie alt deine Kinder sind?

    ANDREW TAYLOR:
    Unsere Kinder sind jetzt um die zwanzig und leben nicht mehr zu Hause, obwohl wir sie sehr oft sehen. Eines ist Künstler und das andere arbeitet in der Musikindustrie. Die Katzen waren sehr verschmust, aber leider sind sie inzwischen gestorben. Wir haben deren Asche in unserem Garten verstreut.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast über 2 Dutzend Auszeichnungen erhalten. Darunter war auch der CWA Ellis Peter Historical Dagger Award" und du bist bisher der einzige Autor, der ihn schon 2 Mal bekommen hat. Das ist mit Sicherheit großartig. Meine Frage: Weißt du noch, wo du warst, als du davon erfahren hast? Und hast du den Dagger jedes Mal persönlich in Empfang genommen?

    ANDREW TAYLOR:
    Ich freue mich, mitteilen zu können, dass ich den “Historical Dagger” jetzt zum dritten Mal erhalten habe, jetzt im Sommer, für meinen neuesten Roman “The Scent of Death”. Bei manchen Auszeichnungen werden die Gewinner erst am Abend der Veranstaltung bekannt gegeben, was für die Autoren auf der Shortlist sehr spannend / eine Qual ist. Dann wieder – wie beim „Diamond Dagger“ – informieren sie einen vorher.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie wird das zelebriert? Wer hat deine Laudatio gehalten?

    ANDREW TAYLOR:
    Oft mit einen Empfang mit Getränken oder bei einem Abendessen. Für die meisten Auszeichnungen, die ich bekommen habe, war keine Laudatio dabei. Meistens gibt es ein paar nette Worte von einem der Juroren.

    AVELEEN AVIDE:
    Bereits 2009 hast du die höchste Auszeichnung erhalten, den Cartier Diamond Dagger lifetime achievment award. Normalerweise ist man doch wesentlich älter, wenn man für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird. Was für eine Bedeutung hat so ein Preis in der Buchwelt? Wer hielt hier deine Laudatio?

    ANDREW TAYLOR:
    Es ist sehr schön, einen solchen Preis zu bekommen, da er das Urteil der Kollegen widerspiegelt – besser gesagt, das Urteil anderer Krimiautoren. Ich hoffe, das soll nicht heißen, dass sie jetzt glauben, ich hätte schon alles geschrieben, was ich wollte! Ich würde sagen, der „Diamond Dagger“ hat die Verkaufszahlen meiner Bücher angekurbelt, aber solche Dinge sind bekanntlich schwer zu bewerten. Monsieur Bamberger, der Geschäftsführer von Cartier in Großbritannien, hat den Preis präsentiert.

    AVELEEN AVIDE:
    Dein 1. Roman "Caroline Minuscule" erreichte als Hörspielserie im BBC Radio 4 Millionen Zuhörer. WOW! Gleich ein Hetrick, beim 1. Buch. Warst du aus dem Häuschen? Oder war das halt mal so?

    ANDREW TAYLOR:
    Tatsächlich kam die Radio-Adaption der BBC erst einige Jahre nach dem Buch heraus. Es war mein großes Glück, dass ein sehr guter Schauspieler – Martin Jarvis – gelesen hat. Ich habe mich sehr gefreut – nicht zuletzt, weil dies „Penguin“ dazu veranlasst hat, das Taschenbuch wieder aufzulegen. Ich war auch erstaunt darüber, dass sich das so viele Menschen angehört haben – und es ihnen gefallen hat!

    AVELEEN AVIDE:
    Du rezensierst für Zeitungen auch Krimis. Was machst du, wenn dir der Krimi eines Kollegen so gar nicht gefallen hat Rezensierst du trotzdem? Ich könnte mir vorstellen, dass einem sowas leicht als Futterneid ausgelegt wird?”

    ANDREW TAYLOR:
    Das ist eine schwierige Frage. Meine Einstellung ist, nur Bücher zu rezensieren, von denen ich begeistert bin. Jedoch gibt es auch bei diesen Romanen oft Punkte, die mir nicht gefallen, und das muss ich in der Rezension erwähnen. Am besten ist, eine offene Einstellung hierzu zu haben. Mit Sicherheit würde ich mich nicht von Eifersucht leiten lassen – und ich bin ziemlich sicher, dass die betroffenen Autoren dies auch nicht tun würden.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig?

    ANDREW TAYLOR:
    Ich mache gerne Lesereisen ins Ausland – es ist zwar harte Arbeit, aber es macht fast immer Spaß. Und es ist ein sehr großes Privileg, durch ein anderes Land zu reisen und gezeigt zu bekommen, wie es von innen aussieht. Ich fühle mich sehr privilegiert. Was das Verreisen zum Spaß angeht, mache ich gerne für ein paar Tage eine Städtereise – die letzten Reisen führten mich nach Berlin, Brügge und New York – oder aber ich verbringe eine oder zwei Wochen irgendwo in einem Ferienhaus – diesen Sommer in Portugal, oder in Frankreich. Manchmal auch auf einer der Britischen Inseln.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    ANDREW TAYLOR:
    Normalerweise lese ich mehrere Büchern auf einmal. Zur Zeit lese ich: James Sallis – „Others of my Kind“, Val McDermid – „Cross and Burn“, Henry James – „What Maisie Knew“, Kate Colquhoun – “Taste”, Elizabeth Taylor – “Collected Stories”. Meine Lieblings-Genres sind: Krimi, Belletristik, Geschichte ... und noch viele mehr!

    AVELEEN AVIDE:
    Wie viele Manuskripte musstest du versenden, bis dein erstes Buch bei einem Verlag angenommen wurde? Wie war der Vorgang und wie kam es dann letztendlich zur Veröffentlichung?

    ANDREW TAYLOR:
    Glücklicherweise wurde mein erster Roman, “Caroline Minuscule”, vom ersten Verlag angenommen, an den ich ihn geschickt hatte. ‚Aber mein Lektor wollte, dass ich einen großen Teil der Geschichte noch einmal schrieb und diese um ein Drittel kürzte. Ein schwieriger Job – aber auf lange Sicht hat dies das Buch verbessert.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    ANDREW TAYLOR:
    Himmel und Hölle; ein Beruf und eine Einkommensquelle; etwas, das ich solange tun werde wie ich kann.

    Cover Das Geisterspiel

    ANDREW TAYLOR:
    1786, Jerusalem College, Cambridge: Angeblich geht hier der Geist von Sylvia Whichcote um, die auf mysteriöse Weise ertrunken ist. Ein junger Mann namens Frank Oldershaw behauptet, den Geist gesehen zu haben – nun befindet er sich in einer psychiatrischen Anstalt. Seine Mutter versucht verzweifelt, ihn dort herauszuholen und seinen Ruf wiederherzustellen. Sie bittet John Holdsworth um Hilfe, der eine rationale Erklärung für die Erscheinung finden soll. Holdsworth merkt schnell, dass es nur einen Weg gibt, das Geheimnis aufzulösen: Er muss herausfinden, was in der Nacht von Sylvias Tod geschehen ist ...

    Hier finden Sie weitere Informationen in Englisch:
    Das Geisterspiel: Roman

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu “Das Geisterspiel?”

    ANDREW TAYLOR:
    Ich wollte einen Roman schreiben über ein College in Cambridge – das sind auch heute noch seltsame Orte, aber im achtzehnten Jahrhundert waren sie noch seltsamer und in sich geschlossen. Sie waren sehr abgeschlossen – das perfekte Setting für einen Kriminalroman. Und es interessierte mich, die Idee mit den Geistern noch weiter zu entwickeln, die alle Kulturen und Zeiten gemeinsam haben.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Das Geisterspiel“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    ANDREW TAYLOR:
    Fast alles am Cambridge des achtzehnten Jahrhunderts kam mir eigenartig vor, wenn man es mit modernen Standards misst. Nur Männer waren am College zugelassen – und dorthin gingen nur ein paar Auserwählte. Die Dozenten, oder Lehrkräfte, durften nicht heiraten. In der Nacht wurden die Tore geschlossen und damit war jedes College von der Außenwelt abgeschnitten. Und dort gab es die Clubs und Gesellschaften, wo viel getrunken wurde und in einigen geschahen obszöne oder blasphemische Dinge …

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Das Geisterspiel“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Das Geisterspiel“ geben?

    ANDREW TAYLOR:
    Ich habe eigentlich keine Plot-Idee bevor ich mit einem Roman anfange, obwohl ich normalerweise schon viel weiß über das Setting, die Charaktere, das Thema etc. Als ich dieses Buch schrieb, fing ich an mit der Hauptperson, John Holdsworth, einem gescheiterten Buchhändler, in seinem Haus in London an der Themse. Er hat gerade ein Buch geschrieben, in dem er die Existenz von Geistern widerlegte, und dieses hat den Titel „The Anatomy of Ghosts“ (die Anatomie von Geistern) … Dieses Kapitel wurde schließlich das zweite Kapitel des fertigen Buches.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    ANDREW TAYLOR:
    Ich schreibe alle Romanelemente gerne. Aber Dialoge können schnell eine Eigendynamik entwickeln, wenn alles gut läuft.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    ANDREW TAYLOR:
    Die Antwort ist einfach: Überarbeitung; meine Bücher werden nicht nur geschrieben, sondern immer wieder neu geschrieben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Protagonisten John Holdsworth heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    ANDREW TAYLOR:
    Ich wusste von Anfang an, dass er ein Mann war, der in seinem Leben viel durchgemacht hat; seine Ehefrau und sein kleiner Sohn sind tot und er gibt sich selbst die Schuld daran; er ist beruflich gescheitert und seine Reaktion auf diese Dinge ist eine fast aggressiv rationale Denkweise. Im Buch ist er dazu gezwungen, sich in einigen Punkten mit sich selbst auseinanderzusetzen, die nicht sehr rational zu sein scheinen.

    AVELEEN AVIDE:
    Gehst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    ANDREW TAYLOR:
    Ich recherchiere viel und mache mir viele Gedanken bevor ich anfange zu schreiben, aber die Handlung entwickelt sich im Lauf des Schreibens. Ich bin oft zehn- oder zwanzigtausend Wörter voraus und dann renne ich gegen die Wand. Ich denke, ich erzähle mir selbst genauso eine Geschichte wie dem Leser!

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    ANDREW TAYLOR:
    Ich neige dazu, mit Gedanken über das Buch aufzuwachen. Könnte sein, dass ich vor dem Frühstück noch etwas schreibe. Gegen 8.30 h gehe ich in mein Arbeitszimmer. Ich arbeite bis um 7.00 abends, aber ich mache oft Pausen – um im Wald spazieren zu gehen, zum Beispiel – besonders am Nachmittag. Früher konnte ich abends oder sogar nachts am besten schreiben, aber jetzt fällt es mir morgens leichter.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    ANDREW TAYLOR:
    Mein Arbeitszimmer, das sich in einem Außengebäude neben unserem alten Cottage befindet. Auf meiner Webseite kann man ein Panoramafoto des Raumes sehen.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    ANDREW TAYLOR:
    Wenn ich Romane schreibe, höre ich keine Musik, aber wenn ich andere Dinge schreibe – E-Mails, Rezensionen, dieses Interview. Bei der Arbeit höre ich gerne Musik, die einfach im Hintergrund laufen kann – sozusagen als Klangtapete. Zur Zeit höre ich am liebsten Jan Garbarak und Port Blue. Momentan läuft gerade ein sehr schönes Album von Van Morrison – Astral Weeks.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für Sie der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    ANDREW TAYLOR:
    Ja, und zwar seit 28 Jahren. Meine Agentin kümmert sich für mich um die geschäftliche Seite des Schreibens – Verträge aushandeln, Auslandsrechte verkaufen etc. Manchmal macht sie mir auch Vorschläge, neue Wege zu gehen. Sie ist ihre Provision wert!

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    ANDREW TAYLOR:
    Momentan schreibe ich an einem Buch mit dem Arbeitstitel “Silent Wounds”, das im Jahr 1792 spielt. Einer der Hauptcharaktere ist ein stummer Junge; der als Flüchtling vor der Französischen Revolution nach England kam. Die andere Hauptfigur ist Edward Savill, ein geheimnisvoller Geschäftsmann, der schon in meinem letzten Buch vorkam („The Scent of Death, der in New York während der Amerikanischen Revolution spielt; in Deutschland noch nicht veröffentlicht).

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    ANDREW TAYLOR:
    Nicht aufgeben … die Welt ist ziemlich hart für Autoren. Man darf keine unrealistischen Erwartungen haben. Man sollte versuchen, Netzwerke mit anderen Autoren und Leuten im Verlagsbereich bilden; heutzutage wird von Autoren allgemein erwartet, beim Marketing ihrer Bücher mitzuhelfen. Wenn nötig, sollte man auch andere Wege zur Buchveröffentlichung einschlagen, zum Beispiel im Eigenverlag. Das Wichtigste ist, mit dem Schreiben weiter zu machen. Das ist das Schwierigste von allem. Auch wenn man glaubt, dass das eigene Werk versagt hat. Denken Sie an Samuel Becketts Ratschlag für Schriftsteller: ‚Fail better‘ (versage besser).

    AVELEEN AVIDE:
    Vielen Dank, dass Du Dir Zeit genommen hast für dieses Interview, Andrew.

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    Heidrun B. hat die nachfolgende Frage richtig beantwortet und sie hat „Das Geisterspiel“ gewonnen: Was durften Dozenten und Lehrkräfte nicht? (verfollständige den Satz)

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
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    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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    Welcome to Aveleen Avide

    Literary translator: Karin Kaiser

    Andrew Taylor said: “Almost everything about eighteenth century Cambridge struck me as odd, by modern standards. The dons, or lecturers, could not marry. At night, the gates were locked and each college was sealed off from the world. And then there were the drinking clubs and societies, some of them obscene and blasphemous ...”

    Foto Andrew Taylor

    Foto: © Andrew Taylor

    Andrew Taylor is a bestselling author.
    Andrew Taylor Twitter

    Andrew Taylor was born in 1951 in Stevenage, England. He grew up in East Anglia, UK. He studied in Cambridge and London. Afterwards he worked as boatbuilder, teacher, librarian, payroll clerk. Since 1981 he is an author . Why did he work in so many professions beforehand? Safety consciousness? And why did he become author though?
    em>

    ANDREW TAYLOR:
    I decided to be an author when I was about ten or twelve, because I liked reading stories and I thought it would make me rich without too much work. Unfortunately this has not proved to be the case. But I still like reading stories - and writing them. I didn’t get down to writing my first novel until I was nearly thirty. This was partly laziness - and partly because I wasn’t sure how to do it or what I wanted to write. But the jobs I did beforehand proved very useful - they paid the rent at the time and now they are sources of experience.

    AVELEEN AVIDE:
    You live with your wife and your children Sarah and William in the “Forest of Dean”, which is situated between England and Wales. And you have also got two cats called Max and Tom. Cuddle cats? And may I ask if the Wikipedia information is still correct and how old your children are?em>

    ANDREW TAYLOR:
    Our children are now in their twenties and living away from home, though we see a great deal of them. One’s an artist, and the other works in the music industry. The cats were very cuddlesome, but now they have unfortunately died. Their ashes are in the garden.

    AVELEEN AVIDE:
    You have received more than two dozen awards, among them the “CWA Ellis Peter Historical Dagger Award” and you are up to now the only author who won this award two times. Certainly, this is fantastic. My question: do you remember where you were when you got this information? And did you receive it in person every time?

    ANDREW TAYLOR:
    I’m glad to say that I’ve now won the Historical Dagger three times, most recently this summer with my latest novel, The Scent of Death. Sometimes with awards they announce the winners on the night, which is agonising for all the shortlisted authors. At other times - as with the Diamond Dagger - they let you know beforehand.

    AVELEEN AVIDE:
    How is this celebrated? Who delivered your laudatory speech?

    ANDREW TAYLOR:
    Often with a drinks reception or at a dinner. Most of the awards I’ve had don’t come with laudatory speeches attached. At most, you tend to get a few sweet words from one of the judges.

    AVELEEN AVIDE:
    Already in 2009 you have received the highest award, the “Cartier Diamond Dagger Lifetime Achievement Award”. Normally, you receive an award for your life work when you are much older.
    Which meaning does such an award have in the book world? Who delivered your laudatory speech then?

    ANDREW TAYLOR:
    It’s a wonderful award to receive in that it reflects the judgement of your peers - in other words of other crime writers. I hope it doesn’t mean that they now think I’ve written everything I want to write! I’d like to say the Diamond Dagger increased sales of my books but these things are notoriously hard to quantify. Monsieur Bamberger, the head of Cartier in the UK, presented the award.

    AVELEEN AVIDE:
    Your first novel “Caroline Minuscule” which was broadcast as radio series by BBC radio reached four million listeners. WOW! Immediately a hat-trick, with the first book. Were you very excited? Or did you say, well, it just happened?

    ANDREW TAYLOR:
    Actually the BBC radio adaptation came out several years after I’d written the book. I was lucky to have a very good actor - Martin Jarvis - as the reader. I was very pleased - not least because it encouraged Penguin to reissue the paperback. I was also amazed by how many people listened to it - and liked it!

    AVELEEN AVIDE:
    You are also reviewing thrillers for newspapers. What will you do when you don't like a thriller by one of your colleagues at all? Will you still review the book? I can imagine that this could be interpreted as jealousy?

    ANDREW TAYLOR:
    It’s a tricky question. I have a policy that I only review books I feel enthusiastic about. Often though, even with these, there’s a feature I don’t like, and I have to mention it in the review. It’s best to be open about it. I certainly don’t let jealousy influence what I say - and I’m pretty sure none of the authors concerned think I would.

    AVELEEN AVIDE:
    When you travel, where do you like to go, and what is most important to you about the places you go? Or don’t you even feel like traveling after all those book tours?

    ANDREW TAYLOR:
    I rather like book tours in other countries - hard work, but almost always fun. And it’s a huge privilege to be taken around someone else’s country and shown what it’s like from the inside. I feel very privileged. As for travelling for fun, I tend either to enjoy a city break for a few days - recent ones include Berlin, Bruges and New York - or a week or two in a self catering house somewhere - Portugal this summer, or France. Sometimes in the British Isles.

    AVELEEN AVIDE:
    What are you reading right now? And which genres do you enjoy most?
    I generally have several books on the go at once. At present I’m reading: James Sallis - Others Of My Kind, Val McDermid - Cross and Burn, Henry James - What Maisie Knew, Kate Colquhoun - Taste, Elizabeth Taylor - Collected Short Stories. As for genres - crime, literary fiction, history... and much else!

    ANDREW TAYLOR:

    AVELEEN AVIDE:
    How many times did you have to submit your manuscript to publishers before your first novel was accepted? What was the experience like, and how exactly did publication of the book come about?

    ANDREW TAYLOR:
    I was lucky in that my first novel, Caroline Minuscule, was accepted by the first publisher I tried. But my editor wanted me to rewrite a large part, cutting about a third of it. A difficult job - but it improved the book in the long run.

    AVELEEN AVIDE:
    What does writing mean to you?

    ANDREW TAYLOR:
    Heaven and hell; an occupation and a source of income; something I will continue doing as long as I can.

    Cover The Anatomy of Ghosts

    ANDREW TAYLOR (Text Englisch):
    1786, Jerusalem College Cambridge. The ghost of Sylvia Whichcote is rumoured to be haunting Jerusalem since disturbed fellow-commoner, Frank Oldershaw, claims to have seen the dead woman prowling the grounds ...

    Hier finden Sie weitere Informationen in Englisch:
    The Anatomy of Ghosts

    AVELEEN AVIDE:
    How did you get the idea for “Dead Like You?”

    ANDREW TAYLOR:
    I assume you’re asking me to comment on The Anatomy of Ghosts, not Peter’s Dead Like You!? I wanted to write a novel about a Cambridge college - strange places, even today, and even stranger and more self-contained in the eighteenth century. They were very enclosed - the perfect setting for a crime novel. And I was interested in exploring the idea of ghosts, common to all cultures and times.

    AVELEEN AVIDE:
    Your work on “Dead Like You” must have involved lots of research. Was there anything in the course of your research that struck you as odd, out of the ordinary or funny?

    ANDREW TAYLOR:
    Almost everything about eighteenth century Cambridge struck me as odd, by modern standards. Colleges were for men only - and for the favoured few. The dons, or lecturers, could not marry. At night, the gates were locked and each college was sealed off from the world. And then there were the drinking clubs and societies, some of them obscene and blasphemous ...

    AVELEEN AVIDE:
    How did you approach the plotting of “Dead Like You?“ Could you tell us about some of your first thoughts and ideas you came up with when plotting that novel?

    ANDREW TAYLOR:
    I don’t have much idea of plot before I start a novel, though I usually know a good deal about the setting, characters, theme, etc. When I wrote this book, I started with the central character, John Holdsworth, a failed bookseller, in his house by the Thames in London. He’s just written a book disproving the existence of the ghosts, and it’s called The Anatomy of Ghosts... That chapter eventually became the second chapter of the finished book.

    AVELEEN AVIDE:
    What is easiest for you to write … dialogue, characters, or scenes? Or is it pretty much the same for you? In other words, do you like all of those story elements equally?

    ANDREW TAYLOR:
    I enjoy writing all the story elements equally. That said, dialogue can sometimes achieve a rapid momentum of its own, if it’s going well.

    AVELEEN AVIDE:
    How do you manage to avoid loose ends in the novel?

    ANDREW TAYLOR:
    The simple answer is revision: my books aren’t just written: they are rewritten and rewritten.

    AVELEEN AVIDE:
    How did you approach your protagonist, John Holdsworth? Could you tell us about some of your first thoughts and ideas about that particular character?

    ANDREW TAYLOR:
    I knew from the start that he was a man who has had much sorrow in his life: his wife and little son have died, and he blames himself; he’s lost his business; and he’s reacted by becoming aggressively rational in his thinking. In the book he’s forced to confront aspects of himself that don’t appear to be acting rationally at all.

    AVELEEN AVIDE:
    How do you go about writing a novel? Do you first carry the story around in your head and let it mature, and then you start writing? Or do you make sure that you’ve finished all your research first, and you’ve done a synopsis, before the actual writing begins?

    ANDREW TAYLOR:
    I do much research and thinking before I start writing, but the plot tends to develop in the writing. I can often see ten or twenty thousand words ahead: and then I run into a brick wall. I think I’m telling myself a story as much as the reader!

    AVELEEN AVIDE:
    Could you please describe a typical day in your life when you’re at work on a novel?

    ANDREW TAYLOR:
    I tend to wake up thinking about the book. I may write something before breakfast. Then it’s into my workroom at about 8.30. I work until 7.00 in the evening,but I often take breaks - for walks in the forest, for example - especially in the afternoon. I used to write best in the evening, even at night; but now I tend to write more easily in the morning.

    AVELEEN AVIDE:
    What’s your favourite place for writing?

    ANDREW TAYLOR:
    My work room or study, which is in one of the outbuildings attached to our old cottage. You can see a panoramic photo of the room on my website.

    AVELEEN AVIDE:
    Do you listen to music while writing? If the answer is yes, what type of music? Or do work best when it’s absolutely quiet?

    ANDREW TAYLOR:
    I tend not to listen to music while writing fiction, though I do when writing other things - emails, reviews, this interview. For working, I like music that has the capacity to recede into the background - aural wallpaper, if you like. Jan Garbarak and Port Blue are current favourites. At this moment I’ve got a wonderful old Van Morrison album playing - Astral Weeks.

    AVELEEN AVIDE:
    Are you represented by a literary agent? If the answer is yes, what advantage does this offer to you?

    ANDREW TAYLOR:
    Yes, and I have been for 28 years. She handles much of the business side of writing for me - negotiating contracts, selling foreign rights, etc. She also suggests new angles for me to investigate, sometimes. Worth her commission!

    AVELEEN AVIDE:
    What book are you currently working on? Is it okay to tell us a little about it in advance?

    ANDREW TAYLOR:
    A book with the working title of Silent Wounds, set in 1792. One of the two central characters in a young boy who is mute; and he’s come to England as a refugee from the French Revolution. The other is Edward Savill, an enigmatic man of business who appeared in my previous book (The Scent of Death, set in New York during the American Revolution; not yet published in Germany).

    AVELEEN AVIDE:
    What type of advice would you have for beginning authors who want to get their first novel published?

    ANDREW TAYLOR:
    Keep on trying... it’s a tough world for authors. Don’t have unrealistic expectations. Try to network with other authors and people in publishing; nowadays authors are generally expected to help with the marketing of their books. If necessary, consider secondary avenues for publishing, such as self-published ebooks. Above all, carry on writing. That’s the hardest part of all. Even when you think what you are writing is a failure. Remember Samuel Beckett’s advice to writers: ‘Fail better.’

    AVELEEN AVIDE:
    Thank you so much, Andrew, for taking the time to do this interview.

    This was Aveleen Avide
    Believe in yourself!

    So just drop in again and be welcomed by Aveleen Avide

    Yours, Aveleen Avide

    Aveleen Avide now also on Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Zerstritten mit den Eltern, liebestechnisch frustriert und unsicher was die berufliche Zukunft angeht. Und immer mit der Frage: Was soll ich machen ... Nein, das fragt sich nicht Anica Schriever, sondern es ist Thema ihres Buches „Zuckerguss“.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Zuckerguss“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto Anica Schriever

    Foto: © Anica Schriever

    Anica Schriever ist Autorin.

    Anica Schriever wurde am 05. Oktober 1983 in Wismar geboren, wo sie auch heute mit ihrer Familie lebt. Sie studierte Geschichte und Germanistik in Hannover. Darf ich fragen, wer zur Familie gehört?

    ANICA SCHRIEVER:
    Ich lebe zusammen mit meinen Eltern und meiner Großmutter in einem Mehrgenerationenhaus.

    AVELEEN AVIDE:
    Lt. Facebook hattest du am 30.08.2013 ein tolles Gespräch mit deiner Lektorin. Darfst du schon etwas verraten?

    ANICA SCHRIEVER:
    Ich sag nur soviel: Es ging um das neue Buch, das nächstes Jahr erscheinen wird. Meine Lektorin hat mir nämlich den Titel verraten, den ich absolut klasse finde, obwohl er so ganz anders ist. Mehr wird aber noch nicht verraten! :-)

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    ANICA SCHRIEVER:
    Ich kann gar nicht genau sagen warum, aber Skandinavien übt schon seit meiner Kindheit eine gewisse Faszination auf mich aus. Vor Jahren war ich während eines Schüleraustauschs in Schweden und seitdem möchte ich unbedingt wieder dorthin und das Land auf eigene Faust entdecken. Und obwohl ich Großstädte liebe, bin ich andererseits jemand, der es genießt, fernab von allem einfach auch mal meine Ruhe zu haben.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    ANICA SCHRIEVER:
    Lesen ist und war schon immer meine größte Leidenschaft. Egal wo ich hingehe, ein Buch habe ich stets dabei. Des Weiteren liebe ich es, zu backen. Nicht nur, weil ich dabei herrlich entspannen kann, sondern ich habe dabei auch die nötige Ruhe, um über meine Geschichte nachzudenken. Backen macht einfach glücklich, denn: Ich bekomme neue Ideen oder löse bestehende Probleme im Manuskript und die Familie freut sich am Ende über den Kuchen. Da haben also alle was davon.

    Außerdem gestehe ich, dass ich unheimlich gerne TV Serien gucke. Nicht nur zur Unterhaltung, sondern man kann ganz nebenbei viel von der Dramaturgie und von der Figurenentwicklung für das eigene Schreiben mitnehmen.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    ANICA SCHRIEVER:
    Da ich knietief im neuen Roman feststecke, ruht das Lesen leider im Moment. Ansonsten lese ich auch in meiner Freizeit am liebsten lustige Frauenromane. Und Thriller. Obwohl ich sagen muss, dass ich da genremäßig keineswegs festgelegt bin und oft auch querbeet lese. Denn solange die Figuren mich für sich einnehmen und mich die Story packt, ist mir das Genre nicht besonders wichtig.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    ANICA SCHRIEVER:
    Ein ganz wichtiger Teil in meinem Leben.

    Cover Zuckerguss

    ANICA SCHRIEVER: In „Zuckerguss“ geht es lt. Amazon.de um:
    Miriam ist Ende zwanzig und steckt fest: Das Studium findet kein Ende, ein Freund ist nicht in Sicht und das WG-Leben mit einem Schwerenöter zwar unterhaltsam, aber auch nicht wirklich zukunftsträchtig. Da ist das Letzte, was sie jetzt noch brauchen kann, der 55. Geburtstag ihrer Mutter, bei dem sie mit Anhang erwartet wird. Miriam schnappt sich kurzerhand einen wildfremden Typen von der Straße und ahnt nicht, dass das ziemliche Auswirkungen auf ihr liebesbedürftiges Herz haben könnte ...

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Zuckerguss

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Zuckerguss“?

    ANICA SCHRIEVER:
    Kann ich wirklich beim besten Willen nicht mehr genau sagen. Irgendwann war die Idee einfach da. Und der Rest ergab sich dann beim Schreiben. Was mich im Nachhinein immer noch etwas erstaunt, dass sich alles so perfekt zusammengefügt hat, denn am Anfang hatte ich wirklich keinen Plan, wie sich diese Geschichte entwickeln würde. Mit dem Titel „Zuckerguss“ verhielt es sich genauso, der war ebenfalls urplötzlich da, nachdem ich monatelang nach einem passenden Titel gesucht habe.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Zuckerguss“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    ANICA SCHRIEVER:
    Der Vorteil beim Schreiben von „Zuckerguss“ war (immerhin schrieb ich nebenbei ja auch noch meine Magisterarbeit), dass ich praktisch nicht groß recherchieren musste, da die Geschichte in meiner Heimatstadt spielt und ich mich dort natürlich sehr gut auskenne.

    Und da ich wie meine Heldin Miriam ebenfalls gerade mitten im Studium steckte, konnte ich natürlich von vielen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen, sowie der meiner Kommilitonen profitieren.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Zuckerguss“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Zuckerguss“ geben?

    ANICA SCHRIEVER:
    Ganz ehrlich? Es gab anfangs wie gesagt gar keinen Plan. Ich habe einfach drauf los geschrieben, ohne mich groß um die Handlung zu kümmern. Was letztlich für mich auch zum Problem wurde, da ich mich schon bald verhedderte und nicht mehr wusste, wie es weitergehen sollte.

    Ich wusste nur: Miriam studierte, die Geschichte sollte in Wismar spielen und um eine Familienbäckerei gehen. Und natürlich mit einem Happy End versehen; wer mich kennt, weiß, dass das dazu gehört. Der Rest ergab sich erst nach und nach, als ich anfing, die Geschichte komplett durchzuplotten.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    ANICA SCHRIEVER:
    Ich glaube, das kommt ganz darauf an. Es gibt Tage, da gehen mir szenische Darstellungen total leicht von der Hand, obwohl ich von mir behaupten würde, dass ich die nicht so wahnsinnig gerne schreibe. Und dann gibt es auch Tage, wo weder das eine noch das andere so richtig funktionieren will. Da muss man dann durch. Irgendwie.

    Ich habe festgestellt, dass, wenn gar nichts mehr zu gehen scheint, schreibe ich halt Dialoge. Vielleicht sind meine Romane deshalb so dialoglastig, zumindest kommt es mir so vor, weil ich Dialoge selber gerne lese und beim Schreiben einfach ungemein viel Spaß habe. Am meisten bei Streitgesprächen. Ich weiß auch nicht, wieso. *lach*

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig blieben?

    ANICA SCHRIEVER:
    Indem ich das ganze Buch von vorne bis hinten komplett durchplotte. Ansonsten hätte ich am Ende wohl wirklich lose Fäden. Ganz davon abgesehen, würde es mich selbst beim Schreiben nervös machen, wenn ich nicht wüsste, wo ich hin muss. Oder wenn ich genau weiß, dass da ein loser Faden hängt, mit dem ich noch nichts anzufangen weiß.

    Ich bin da ziemlich perfektionistisch veranlagt, was manchmal gut ist und manchmal auch ein wenig nerven kann. Natürlich gibt es immer mal so 1 oder 2 kleine Problemchen, wo ich mit der Lösung zu Anfang noch nicht hundertprozentig zufrieden bin, aber durch Gespräche mit meinem Agenten oder meiner Lektorin lösen die sich dann meistens. Und dann kann ich auch beruhigt weiterschreiben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonistin Miriam heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    ANICA SCHRIEVER:
    Miriam hat eines Tages an meine Tür geklopft und darauf bestanden, dass ich ihre Geschichte erzähle. Bei den anderen Figuren im Roman habe ich lange überlegt und immer wieder deren Lebensläufe umgeschmissen oder Namen geändert, aber Miriam stand immer da wie ein Fels in der Brandung, obwohl ihre eigene Geschichte ja durchaus turbulent ist.

    Zerstritten mit den Eltern, liebestechnisch frustriert und unsicher was die berufliche Zukunft angeht. Und immer mit der Frage: Was soll ich machen? Ist das, was ich tue, wirklich richtig? Lege ich mich damit zu sehr fest? Sollte ich mich vielleicht doch anders entscheiden? Und wenn ja, wie? Wahrscheinlich liegt sie mir deshalb so am Herzen, weil sie alles andere als perfekt ist. Sie ist auf der Suche, am zweifeln. Mit Ecken und Kanten und dadurch oft nicht ganz einfach, aber trotzdem ist sie sehr liebenswert, eben weil sie so ist wie sie ist.

    Sie verkörpert in meinen Augen ideal die Generation 30, die alle Möglichkeiten hat, aber trotzdem nicht so recht weiß, für was sie sich letztlich entscheiden soll. Gerade das macht sie für mich so real und greifbar, denn genau diese Punkte waren mir von Beginn an wichtig, als ich anfing, Miriams Geschichte zu erzählen.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    ANICA SCHRIEVER:
    Die grobe Idee zu „Zuckerguss“ ist in der Tat schon Jahre alt und entstand wohl während meiner Schulzeit. Schon damals wusste ich, dass das ein besonderer Stoff für mich war – die Zeit aber war noch nicht reif. Wie so viele andere Ideen landete sie dann irgendwann in der Schublade und ich vergaß sie. Als ich dann anfing zu studieren, fiel mir der zerfledderte Notizzettel plötzlich in die Hände und ich spürte gleich wieder diese unglaubliche Faszination für die Geschichte. Von da an ließ mich die Story nicht mehr los und ich begann, sie einfach mal aufzuschreiben.

    Allerdings hakte es schon bald – ich merkte, dass ich einen genauen Plan brauchte. Ich musste wissen, wie sie zu Ende gehen sollte. Denn das ich diese Geschichte zu Ende erzählen musste, stand für mich außer Frage. Also erstellte ich als Grundgerüst einen ausführlichen Kapitelfahrplan und umfangreiche Lebensläufe, um mich nicht zu verheddern. Ein Exposé habe ich erst verfasst, als ich mich bei einer Literaturagentur beworben habe. Heute sieht das natürlich anders aus: Da entsteht zuerst ein Exposé, dann folgt Recherche und dann das detaillierte Grundgerüst. Erst dann fange ich mit dem eigentlichen Schreiben an.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie viele Manuskripte musstest du versenden, bevor dein erstes Buch veröffentlicht wurde und wie kam es letztendlich zur Veröffentlichung?

    ANICA SCHRIEVER:
    Gar keines. Was daran liegt, dass meine Geschichten vorher durch die Bank fast nie ein Ende hatten. Anders bei „Zuckerguss“. Schon beim Schreiben merkte ich, dass dieser Stoff, wo ich eben endlich einmal das Wort ENDE darunter schreiben konnte, reif für eine Veröffentlichung war. Also habe ich das fertige Manuskripts unabhängigen Testlesern gegeben, die mir durch die Bank positives Feedback gaben. Dadurch ermutigt, habe ich mich bei diversen Literaturagenturen beworben, da dies nach meinen Recherchen der erfolgversprechendste Weg schien, um einen Buchvertrag zu bekommen.

    Im Nachhinein erscheint es mir immer noch wie ein Traum, dass ich dann tatsächlich so schnell einen Agenten gefunden habe, der „Zuckerguss“ an den Ullstein Verlag vermittelt hat, wo es ein so wunderbares Zuhause gefunden hat.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    ANICA SCHRIEVER:
    Aufstehen, Büroaufgaben und etwas Haushalt, Mittagessen kochen und einen Zettel dabei haben, weil mir da oft die besten Ideen kommen, wenn nötig Recherche zu evt. aufgetretenen Problemen, das Geschriebene vom Vortag zum gefühlt tausendsten Mal durchlesen und überarbeiten – und dann bis spät in die Nacht am Schreibtisch sitzen und in die Tasten hauen.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    ANICA SCHRIEVER:
    Nachts. Allein. An meinem Schreibtisch. Ich bin niemand, der gut in Cafés oder dergleichen schreiben kann, das lenkt mich meist zu sehr ab.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    ANICA SCHRIEVER:
    Das kommt ganz darauf an. Aber da ich von mir sagen würde, dass ich sehr visuell schreibe, also die Handlung ständig vor meinem inneren Auge wie ein Film abläuft, gehört da selbstverständlich der passende Song als Soundtrack dazu. Ich finde, Musik ist ein ganz entscheidendes Stilmittel, auch beim Schreiben. Sie untermalt die Szene dann noch einmal ganz anders, lässt sie eindrucksvoller wirken. Meiner Meinung nach.

    Oft höre ich Musik auch, um mich für eine bestimmte Stimmungslage oder Szene inspirieren zu lassen. Und dann gibt es Szenen, wo ich einfach meine Ruhe brauche und mich Musik nur stören würde.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    ANICA SCHRIEVER:
    Ja, ich werde von Dr. Harry Olechnowitz von der Literarischen Agentur Olechnowitz vertreten. Der Vorteil eines Literaturagenten ist, dass er nicht nur der erste Ansprechpartner ist, was neue Projektideen betrifft, sondern er nimmt mir auch viele Aufgaben ab, die mich ansonsten vom Schreiben abhalten würden.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    ANICA SCHRIEVER:
    Momentan stecke ich in der Endphase von meinem zweiten Roman, der 2014 erscheinen wird. Wieder ein lustiger Frauenroman. Der Titel steht fest, mit dem ich wie gesagt ziemlich glücklich bin und das Cover folgt auch bald. Es wird auch dieses Mal äußerst turbulent und witzig zugehen. Für mich ist dieses Buch einerseits die große Schwester von „Zuckerguss“ – und dann wieder auch nicht, weil es irgendwie doch ganz anders ist. Mit einer Heldin, die man einfach mögen muss und mit der man hoffentlich genauso gut lachen wie mitleiden kann.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    ANICA SCHRIEVER:
    Schreiben, schreiben, schreiben. Und lesen. Das klingt banal, ist aber wirklich das A und O, denn es schult ungemein. Dadurch verbessert man nicht nur seinen eigenen Stil, sondern man bekommt auch ein besseres Gefühl für Figuren und Dramaturgie. Außerdem braucht man eine gehörige Portion Durchhaltevermögen, denn man verbringt keinen geringen Teil mit Warten. Ich würde ferner jedem raten, der ernsthaft mit dem Gedanken einer Veröffentlichung spielt, sich nicht gleich mit der ersten Fassung an einen Agenten oder Verlag zu wenden, sondern das Manuskript an unabhängige Testleser zu geben. Und ich kann nur empfehlen, sich im Vorfeld über geeignete Agenten und Verlage und deren Vorgaben, was die Manuskripteinsendung betrifft, zu informieren, das erspart später sehr viel Frust.

    AVELEEN AVIDE:
    Anica, vielen Dank für das Interview.

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    Anja K. hat die nachfolgende Frage richtig beantwortet und sie hat „Zuckerguss“ gewonnen: Welches Land fasziniert Anica schon seit ihrer Jugend?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Interviews mit Autoren“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung aller bisher erschienenen Interviews auf meinem Internetblog.

    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

    Das war Aveleen Avide
    Glauben Sie an sich!

    Schauen Sie also wieder rein, wenn es heißt:
    Willkommen bei Aveleen Avide

    Ihre Aveleen Avide
    Aveleen Avide jetzt auch bei Twitter: http://twitter.com/aveleenavide

    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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    Willkommen bei Aveleen Avide

    Sabine Wierlemann ist Autorin und sie schreibt kriminelles und in ihrem Band „Mordwoche“ geht es um eine Friseurin mit Herz und Hirn, die sich der ungewöhnlichen Aufgabe stellt, den Mörder zu fassen.

    Wer mir eine Frage zum Interview beantworten kann und mir dazu eine E-Mail sendet, der kann „Mordwoche“ gewinnen. Wie es geht? Das steht am Ende des Interviews.

    Foto-Sabine Wierlemann-Copyright ambidexter-solutions.de

    Foto: © ambidexter-solutions.de

    Sabine Wierlemann ist Autorin.

    Sabine Wierlemann wurde 1973 in Münster geboren. Mit ihrer Muse und den beiden Kindern lebt sie in der Rheinebene. Wie lange bist du mit deiner Muse schon beieinander und wo seid ihr aufeinandergetroffen?

    SABINE WIERLEMANN:
    Wir sind seit fast acht Jahren zusammen. Das erste Mal haben wir uns in einem kleinen Café getroffen und danach war uns beiden schnell klar, dass wir zusammengehören. Ein tolles Gefühl!

    AVELEEN AVIDE:
    Darf ich fragen, wie alt deine Kinder sind und ob es Madln oder Burschn sind?

    SABINE WIERLEMANN:
    Unsere kleine Maus wird bald zwei Jahre alt und ihr älterer Bruder vier. Bei uns ist also richtig was los, langweilig wird es uns ganz gewiss nicht. Und falls doch, gäbe es da noch so viele Bücher zu lesen und zu schreiben ...

    AVELEEN AVIDE:
    Als du noch ein Kind warst, seid ihr von Münster in eine schwäbische Kleinstadt umgezogen. Außer dass es künftig beim Metzger Fleischküchle hieß und mit Grüß Gott gegrüßt wurde ... Was gab es, das dir besonders schwer ankam, oder vielleicht auch besonders leicht?

    SABINE WIERLEMANN:
    Richtig Probleme hatte ich anfangs mit dem schwäbischen Dialekt. Wir wohnten noch eine Weile bei meinen Großeltern auf dem Dorf und da habe ich die Bauern zum Teil wirklich nicht verstanden. Zum Glück hat sich das mittlerweile gelegt. Sehr einfach wurde mir der Sprung in einen völlig anderen Kulturkreis – und so habe ich das mit sieben Jahren empfunden – von den Menschen im Süden gemacht. Sie haben zwar ihre Schrullen, wie das überall sonst auch so ist, aber sie sind ungeheuer herzlich.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast Germanistik und Geschichte in Freiburg und Amherst, Massachussets studiert und mit der Promotion abgeschlossen. Wie lange warst du in Amherst und was erinnert dich heute noch daran?

    SABINE WIERLEMANN:
    In den USA habe ich ein tolles Studienjahr verbracht. Es ist schon eine besondere Erfahrung, auf einem Campus zu leben, d.h. die Uni war in Laufnähe. Das Angebot war großartig und ich habe die Zeit genutzt, um auch mal über den Tellerrand des eigenen Fachs zu schauen. Ich erinnere mich z.B. an einen großartigen Kurs in Kunstgeschichte über die Italienische Renaissance.

    Besonders an Weihnachten erinnere ich mich an meine Zeit in den USA. Ganz Neuengland war dick eingeschneit und alle Holzhäuser mit vielen Lichterketten geschmückt. An den Feiertagen durfte ich die Gastfreundschaft einer amerikanischen Kommilitonin genießen und erleben, was Feiern in der Großfamilie heißt. Das Weihnachtsgefühl in den USA ist wunderschön.

    AVELEEN AVIDE:
    Gab es etwas, das dir in Amherst aus der Heimat am meisten gefehlt hat, oder dir vielleicht heute aus Amherst fehlt?

    SABINE WIERLEMANN:
    Als ich an Weihnachten Plätzchen backen wollte, habe ich gemerkt, dass ich viele Backzutaten nicht bekommen konnte. So musste ich die Rezepte abwandeln, was das Backen ziemlich mühselig gemacht hat. Das Ergebnis fanden aber trotzdem alle gelungen.

    Was mir fehlt aus meiner Zeit in Amherst, ist vielleicht die studentische Freiheit und das winterwonderland-feeling im verschneiten Neuengland.

    AVELEEN AVIDE:
    Gab es etwas, das dir in Amherst besonders gefallen hat?

    SABINE WIERLEMANN:
    Die Landschaft Neuenglands ist phantastisch, das Zugehörigkeitsgefühl zu einer amerikanischen Uni sehr viel persönlicher, der Kontakt zu den Professoren intensiver und die Servicebereitschaft unschlagbar.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kam es zum Umzug von Schwaben in die Rheinebene?

    SABINE WIERLEMANN:
    Ich hatte mir als Studienort Freiburg ausgesucht und habe mich im Badischen sehr wohl gefühlt. Nach einem kleinen Abstecher in den Schwarzwald, wo ich mein Referendariat absolviert habe, wollte ich gern zurück ins liebliche Baden. Hier scheint einfach öfter die Sonne, der Wein ist gut und die Menschen haben ein sonniges Gemüt.

    AVELEEN AVIDE:
    Du hast als Lehrerin gearbeitet, oder arbeitest du noch als Lehrerin? Welche Fächer unterrichtest du, oder hast du unterrichtet? Welche Klasse hattest du, oder hast du?

    SABINE WIERLEMANN:
    Momentan bin ich vom Dienst freigestellt, um mich ganz um die Kinder kümmern zu können. Ich habe aber schon alle Altersstufen von der fünften bis zur ehemaligen dreizehnten Klasse unterrichtet, in Deutsch und Geschichte.

    AVELEEN AVIDE:
    Wenn du verreist, wo reist du gerne hin und was ist dir an einem Urlaubsort wichtig? Und warum?

    SABINE WIERLEMANN:
    Mit Kindern verändert sich so manches im Leben, so auch die Reiseziele und das, was man sich für seinen Urlaubsort wünscht. Klasse ist, wenn die Kinder raus können, vielleicht sogar ein Spielplatz in der Nähe ist. Dann muss die Reise auch gar nicht weit weg gehen. Das Schönste liegt oft ganz nah. Natürlich freue ich mich schon darauf, wenn wir mit den Kindern auch mal einen größere Reise unternehmen können und sie für die Kulturschätze des jeweiligen Landes begeistern können.

    AVELEEN AVIDE:
    Welche Hobbys/Leidenschaften hast du?

    SABINE WIERLEMANN:
    Ich gehe gern wandern und auch mit dem Rad bin ich gern unterwegs – auch mal für längere Strecken im Urlaub. Außerdem singe ich im Chor und spiele Klavier. Eine meiner großen Leidenschaften ist das Backen.

    AVELEEN AVIDE:
    Was liest du zurzeit? Und wenn du liest, welche Genres liest du am liebsten?

    SABINE WIERLEMANN:
    Mein letztes Buch war ein Backbuch von Cynthia Barcomi. Im Ernst, es macht mir nicht nur Spaß zu backen, sondern auch die Lektüre der Backbücher ist wirklich spannend, zumal wenn es sich um ein schön aufgemachtes Buch handelt. Was das Genre meiner Lektüre angeht, bin ich nicht festgelegt, da folgt auch mal ein Krimi auf einen Klassiker der Weltliteratur und immer wieder lese ich auch Jugendbücher, um auf dem neuesten Stand zu sein.

    AVELEEN AVIDE:
    Wieso hast du dich entschlossen, dein Buch ohne Verlag als E-Book zu veröffentlichen? Und was sagst du zu deinem Platz in der Kindle-Top 100?

    SABINE WIERLEMANN:
    Nachdem ich mein erstes Jugendbuch, „Das Geheimnis des roten Mantels. Eine Zeitreise zu den Römern und Germanen“ in einem klassischen Verlag veröffentlich hatte, wusste ich, was ich an diesem Weg der Veröffentlichung hatte. Einen Partner, der sich professionell um Lektorat und Satz kümmert, der einen wunderbaren Zeichner für die Bilder gefunden hat und der dafür sorgt, dass ich mich nur auf den Text konzentrieren kann.

    Allerdings musste ich ziemlich lange suchen, bis ich einen Verlag gefunden hatte und habe viele demotivierende Absagen kassiert. Darauf hatte ich einfach keine Lust mehr. Da das Self-Publishing mittlerweile so einfach geworden war, dachte ich mir, dass ich es einfach mal wage. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Großartig finde ich übrigens den unmittelbaren Kontakt mit den Leserinnen und Lesern. Viele Anregungen und Kritikpunkte greife ich auf oder habe sie bei der Arbeit an einem Nachfolgeband zur „Mordwoche“ im Hinterkopf.

    In den Kindle-Top 100 zu sein ist ein tolles Gefühl. Wenn ich sehe in welcher Nachbarschaft die „Mordwoche“ in der Rubrik „Krimi“ gelistet wird, dann bin ich schon sehr stolz. Es spornt mich auch an, den Nachfolgeband noch eine Spur besser zu machen.

    AVELEEN AVIDE:
    Was ist schreiben für dich?

    SABINE WIERLEMANN:
    Schreiben ist für mich Kreativität pur. Es ist wie Kopf-Kino. Ich sehe, wenn ich mich in die Handlung vertiefe und mit dem Schreiben beginne, die Personen leibhaftig vor mir, als ob ich mit ihnen im Raum wäre.

    Schreiben ist immer wieder auch eine Überraschung. Auch wenn der Plot steht und die einzelnen Kapitel sorgfältig ausgearbeitet sind, bevor ich mit dem Schreiben beginne, überraschen mich manche meiner Figuren, weil sie beim Schreiben ein Eigenleben entwickeln. Es können Dinge passieren, die ich vorher so nicht geplant hatte, die aber wunderbar in die Geschichte passen.

    Pageflex Persona [document: PRS0000026_00026]

    SABINE WIERLEMANN: In „Mordwoche“ geht es lt. Amazon.de um:
    Plötzlich gerät der Alltag in der schwäbischen Kleinstadt Bärlingen durch eine Leiche aus den Fugen. Nie im Leben hätten Gerda und Otto König, die Inhaber des alteingesessenen Friseur-Salons gedacht, dass sie einmal einen Mörder jagen würden. Doch jetzt laufen im Friseurgeschäft nicht nur die Trockenhauben heiß, sondern auch die Mörder-Spekulationen auf Hochtouren.

    Unversehens sind Gerda und Otto König mittendrin in einem Mordfall, der allerdings erst auf den zweiten Blick seinen wahren Abgrund offenbart. Und weil Gefahr in Verzug ist, macht sich das Friseur-Ehepaar kurzerhand selbst daran, auf ziemlich unkonventionelle Weise zu ermitteln.

    Aber auch die Polizei ist nicht tatenlos. Treibt ein unbekannter Killer sein Unwesen in der beschaulichen Kleinstadt? Hauptkommissar Georg Haller und seine Kollegin Lisa-Marie Töpfer sind ganz nah dran an den skurrilen aber liebenswerten Einwohnern Bärlingens und merken, dass nicht nur die gemeinsame Suche nach dem Mörder Spannung in ihre Beziehung bringt ...

    Hier finden Sie weitere Informationen:
    Mordwoche

    AVELEEN AVIDE:
    Wie kamst du auf die Idee zu „Mordwoche“?

    SABINE WIERLEMANN:
    Seit Jahren bin ich Kundin im Salon König und die Atmosphäre dort fand ich schon immer sehr besonders. Über einen Frisör müsste man mal ein Buch schreiben, das war wohl mein erster Gedanke, der allerdings lange auf eine Konkretisierung warten musste. Denn was das für ein Buch sein könnte, war mir lange nicht klar. Wann genau die Idee zu dem Krimi entstanden ist, kann ich gar nicht sagen. Aber als der Gedanke da war, fühlte er sich genau richtig an.

    AVELEEN AVIDE:
    Ich bin sicher, dass du für „Mordwoche“ recherchieren musstest. Ist dir bei den Recherchen etwas Überraschendes, Außergewöhnliches, Witziges passiert?

    SABINE WIERLEMANN:
    Der Tod von Elfi Merz beruht tatsächlich auf einer wahren Begebenheit, den Hinweis dazu fand ich in einem Zeitungsartikel. Als der Krimi fertig war, rückte ich bei meinem Friseur mit der Sprache heraus und das Ehepaar König fand es klasse, dass ihr Salon der Schauplatz eines Krimis sein sollte. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie mir erlaubt haben, für meine frei erfundenen Figuren Gerda und Otto ihren Nachnamen zu verwenden.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an den Plot für „Mordwoche“ heran? Könntest du uns ein Beispiel für deine ersten Überlegungen zur Handlung von „Mordwoche“ geben?

    SABINE WIERLEMANN:
    Die Konzeption der Handlung muss man sich wie eine Zwiebel vorstellen. Erst schaue ich, was der Kern des Plots sein könnte, das Problem, das Verbrechen oder die Motivation der Täter. Anschließend lege ich die Figuren, die Kapitelausarbeitungen und letztlich auch den Feinschliff am fertigen Manuskript wie die Lagen der Zwiebel um den Kern herum.

    AVELEEN AVIDE:
    Fallen dir Dialoge, Charaktere oder szenische Darstellungen leichter, fällt dir alles gleich leicht oder anders gefragt, magst du alles gleich gerne?

    SABINE WIERLEMANN:
    Jede Phase der Arbeit hat ihren ganz eigenen Reiz und sobald diese sich ihrem Ende nähert, brenne ich darauf, den nächsten Schritt zu machen. Momentan sitze ich am Nachfolgeband der „Mordwoche“ und gehe ganz im Schreiben auf. Sobald ich mir die Szene, die Person oder den Dialog richtig vorstellen kann, läuft das Schreiben tatsächlich wie von selbst. Ins Stocken gerate ich nur, wenn ich merke, dass ein Gedanke noch nicht zu Ende gedacht ist oder eine Figur noch nicht die nötige Tiefe hat.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie schaffst du es, dass keine losen Fäden im Buch übrig bleiben?

    SABINE WIERLEMANN:
    Eine gute Vorarbeit vor dem Schreibprozess ist die erste Voraussetzung dafür. Die zweite sind etliche Korrektur- und Lesedurchgänge.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie gingst du an die Protagonistin Gerda König heran? Würdest du uns dafür einfach mal ein Beispiel für die ersten Überlegungen zur Figur geben?

    SABINE WIERLEMANN:
    Es war mir wichtig, die beiden Friseure als sympathische Personen von nebenan zu charakterisieren, die mit ihrem gesunden Menschenverstand an den Fall herangehen. Gerda König ist keine abgebrühte Ermittlerin, sondern eine Frau mit Lebenserfahrung, Herz und auch Mut, die ganz unerwartet in einen Kriminalfall verwickelt wird. Ganz bestimmt hat sie dieses Abenteuer nicht gesucht, stellt sich aber der Verantwortung. Gerda und Otto sollen sich ergänzen in ihren Charaktereigenschaften und Vorlieben.

    AVELEEN AVIDE:
    Gingst du zuerst monatelang mit der Geschichte schwanger und fingst dann zu schreiben an oder hast du alle Recherchearbeiten abgeschlossen, das Exposee ist fertig und du beginnst zu schreiben? Wie muss man sich das vorstellen?

    SABINE WIERLEMANN:
    Ich gehe tatsächlich einen Schritt nach dem anderen an. Erst laufe ich ein wenig mit der Idee schwanger, sie wächst, verändert sich und sobald sie ihre endgültige Gestalt angekommen hat, beginne ich mit der konkreten Ausarbeitung. Die Recherchearbeiten laufen während der ganzen Schritte parallel, weil sich immer wieder neue Aspekte auftun und Fachfragen auftauchen. Ich lege für die einzelnen Figuren Lebensläufe an und sammle Hintergrundinformationen separat. Für die zwei unterschiedlichen Zeitebenen, mit denen ich in der „Mordwoche“ ganz bewusst spiele (zumindest in den Anfangskapiteln) habe ich z.B. einen Zeitstrahl ausgearbeitet, um mir die unterschiedlichen Handlungsstränge besser vorstellen zu können. Erst wenn ich zu jedem einzelnen Kapitel ein genaues „Drehbuch“ habe, beginne ich mit dem Schreiben.

    AVELEEN AVIDE:
    Wie muss man sich einen Tag in deinem Leben vorstellen, wenn du an einem Roman arbeitest?

    SABINE WIERLEMANN:
    Wenn es ein richtig guter „Schreib-Tag“ ist, dann habe ich unter Garantie Besuch von meinen Eltern, die sich um die Enkel kümmern. Dann kann ich so richtig eintauchen und auch mal etwas länger am Stück schreiben. An normalen Tagen, und das sind die meisten Tage, findet das Schreiben am Abend statt, wenn die Kinder im Bett sind.

    AVELEEN AVIDE:
    Wo schreibst du am liebsten?

    SABINE WIERLEMANN:
    Ich bin mittlerweile nicht mehr so anspruchsvoll, aber wenn ich einen Wunsch äußern darf, dann hätte ich gern einen bequemen Stuhl und ein ruhiges Zimmer mit Aussicht.

    AVELEEN AVIDE:
    Hörst du auch Musik beim Schreiben und falls Ja, welche, oder brauchst du absolute Stille?

    SABINE WIERLEMANN:
    Ich liebe Musik, deshalb spielt sie in meinem nächsten Krimi auch eine wichtige Rolle. Zum Schreiben bevorzuge ich allerdings Ruhe um mich herum, da würde mich Musik nur ablenken.

    AVELEEN AVIDE:
    Wirst du von einer Agentur vertreten? Und falls Ja, was ist für dich der Vorteil, von einer Agentur vertreten zu werden?

    SABINE WIERLEMANN:
    Nein, bislang werde ich nicht von einer Agentur vertreten.

    AVELEEN AVIDE:
    An welchem Buch arbeitest du derzeit und darfst du schon ein wenig darüber verraten?

    SABINE WIERLEMANN:
    Es wird ein Wiedersehen geben mit Gerda und Otto König. Ich habe bereits mit dem Schreiben des Nachfolge-Krimis der „Mordwoche“ begonnen. Dieses Mal wird es um das Thema Musik gehen. Der Dirigent der Bärlinger Kantorei wird sein Abschiedskonzert geben, bevor er sich in den Ruhestand verabschiedet. Allerdings gönnen ihm das nicht alle. Ob es Gerda, die seit langen Jahren Mitglied der Kantorei ist, gelingt, Unheil von dem Maestro abzuwenden, wird sich zeigen.

    AVELEEN AVIDE:
    Welchen Tipp hättest du für angehende Autoren, die einen Roman veröffentlichen möchten?

    SABINE WIERLEMANN:
    Am Text feilen und das Manuskript gut abhängen lassen. Anschließend den Text immer wieder lesen und bei jedem Korrekturdurchgang auf eine andere Fehlerquelle achten. Wenn das Opus dann auch noch von verschiedenen unabhängigen und kritischen Testlesern das „Ok“ bekommen hat, überlegen ob man bei den Verlagen Klinken putzen möchte oder ob man alles in die eigene Hand nehmen will. Auch dann gibt es verschiedene Möglichkeiten des Self-Publishings, am besten man verschafft sich im Internet einen umfassenden Überblick. Und ganz wichtig: Immer an den eigenen Text glauben!

    AVELEEN AVIDE:
    Sabine, vielen Dank für das Interview.

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    Heidrun B. hat die nachfolgende Frage richtig beantwortet und sie hat „Mordwoche“ gewonnen: In welchem US-Bundesstaat hat Sabine Wierlemann studiert?

    Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Mitmachen lohnt sich!

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    7.397 Downloads waren es vom 12.04. bis 11.05.2013. Schön wäre, wenn wirklich möglichst viele davon eine Rezension schreiben würden.
    Alles Nähere – hier klicken.

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    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte „Sündige Früchte“ .

    Rena Larf liest mit ihrer erotischen Stimme einen langen Auszug aus meiner Geschichte Hitze auf meiner Haut.

    Hier lese ich aus meinem Buch “Samtene Nächte” aus der erotischen Kurzgeschichte “Erotischer Zirkel”. „Samtene Nächte“ ist bei Amazon.de in der Top 100 der Erotik-Bestseller. :-)


    Hier gibt es ein Video – von dem ich nicht weiß, wer das für mich gemacht hat… Alles sehr geheimnisvoll…

    Wenn Sie hier klicken, dann kommen Sie zu meinen Lesungen aus "Samtene Nächte".

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    Wenn Sie oben in der pinkfarbenen Leiste auf „Sonstige Einträge“ klicken, kommen Sie auf die Auflistung unter der alle Lesungen, die Buchmesse in Frankfurt 2007/2008 und Kurzinterviews und v.a. aufgeführt sind.

    Hier lese ich einen Ausschnitt aus der Geschichte „Heiße Wünsche“

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    Aveleen Avide Copyright Richard Föhr

    Foto: © Richard Föhr

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